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DE-102012216180-B4 - Beinbekleidungsstück

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Abstract

Beinbekleidungsstück, insbesondere Strumpf (100), umfassend mindestens einen Kompressionsbereich (142), in dem das Beinbekleidungsstück im getragenen Zustand eine Kompressionswirkung auf das Bein des Trägers des Beinbekleidungsstücks ausübt, und mindestens eine reizinduzierende Struktur (156), die im getragenen Zustand an einer dem Bein des Trägers des Beinbekleidungsstücks zugewandten Innenseite des Beinbekleidungsstücks angeordnet ist, wobei die reizinduzierende Struktur (156) mindestens ein reizinduzierendes Funktionselement (158) umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Funktionselement (158) eine größte Ausdehnung von höchstens 1,0 cm aufweist und dass das Beinbekleidungsstück mindestens zwei reizinduzierende Strukturen (156) aufweist, die durch einen Bereich ohne reizinduzierende Struktur voneinander getrennt sind.

Inventors

  • Angela Langer
  • Claudius Brinkmann
  • Georg Wüllner

Assignees

  • FALKE KGAA

Dates

Publication Date
20260507
Application Date
20120912

Claims (15)

  1. Beinbekleidungsstück, insbesondere Strumpf (100), umfassend mindestens einen Kompressionsbereich (142), in dem das Beinbekleidungsstück im getragenen Zustand eine Kompressionswirkung auf das Bein des Trägers des Beinbekleidungsstücks ausübt, und mindestens eine reizinduzierende Struktur (156), die im getragenen Zustand an einer dem Bein des Trägers des Beinbekleidungsstücks zugewandten Innenseite des Beinbekleidungsstücks angeordnet ist, wobei die reizinduzierende Struktur (156) mindestens ein reizinduzierendes Funktionselement (158) umfasst, dadurch gekennzeichnet , dass mindestens ein Funktionselement (158) eine größte Ausdehnung von höchstens 1,0 cm aufweist und dass das Beinbekleidungsstück mindestens zwei reizinduzierende Strukturen (156) aufweist, die durch einen Bereich ohne reizinduzierende Struktur voneinander getrennt sind.
  2. Beinbekleidungsstück nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , dass die reizinduzierende Struktur (156) zumindest teilweise in dem mindestens einen Kompressionsbereich (142) des Beinbekleidungsstücks angeordnet ist.
  3. Beinbekleidungsstück nach einem der Ansprüche 1 oder 2 , dadurch gekennzeichnet , dass die reizinduzierende Struktur (156) im getragenen Zustand in direktem Kontakt mit der Haut des Trägers des Beinbekleidungsstücks steht.
  4. Beinbekleidungsstück nach einem der Ansprüche 1 bis 3 , dadurch gekennzeichnet , dass der Kompressionsbereich (142) des Beinbekleidungsstücks ein Gestrick oder Gewirk umfasst.
  5. Beinbekleidungsstück nach einem der Ansprüche 1 bis 4 , dadurch gekennzeichnet , dass der Kompressionsbereich (142) des Beinbekleidungsstücks mindestens ein elastisches Garn umfasst.
  6. Beinbekleidungsstück nach einem der Ansprüche 1 bis 5 , dadurch gekennzeichnet , dass der Kompressionsbereich (142) einen graduellen Verlauf der Kompressionsstärke aufweist.
  7. Beinbekleidungsstück nach einem der Ansprüche 1 bis 6 , dadurch gekennzeichnet , dass die maximale Kompressionsstärke in dem Kompressionsbereich (142) mindestens 10 mm Hg beträgt.
  8. Beinbekleidungsstück nach einem der Ansprüche 1 bis 7 , dadurch gekennzeichnet , dass mindestens ein Kompressionsbereich (142) zumindest einen Teil eines Mittelfußbereichs, zumindest einen Teil eines Fußgelenkbereichs und/oder zumindest einen Teil eines Schaftbereichs (104) des Beinbekleidungsstücks umfasst.
  9. Beinbekleidungsstück nach einem der Ansprüche 1 bis 8 , dadurch gekennzeichnet , dass mindestens ein Funktionselement (158) als eine Erhebung ausgebildet ist.
  10. Beinbekleidungsstück nach einem der Ansprüche 1 bis 9 , dadurch gekennzeichnet , dass mindestens ein Funktionselement (158) ein elastisches, ein thermoplastisches und/oder ein duroplastisches Polymer enthält.
  11. Beinbekleidungsstück nach einem der Ansprüche 1 bis 10 , dadurch gekennzeichnet , dass mindestens ein Funktionselement (158) eine größte Ausdehnung von höchstens 0,7 cm aufweist.
  12. Beinbekleidungsstück nach einem der Ansprüche 1 bis 11 , dadurch gekennzeichnet , dass die Höhe mindestens eines Funktionselements (158) mindestens 0,1 cm beträgt.
  13. Beinbekleidungsstück nach einem der Ansprüche 1 bis 12 , dadurch gekennzeichnet , dass mindestens ein Funktionselement (158) eine Shore-A-Härte von mindestens 30 aufweist.
  14. Beinbekleidungsstück nach einem der Ansprüche 1 bis 13 , dadurch gekennzeichnet , dass mindestens eine reizinduzierende Struktur (156) im getragenen Zustand des Beinbekleidungsstücks zumindest teilweise mit dem Muskel-/Sehnenband „Tibialis anterior“ und/oder mit den „Peronei“-Muskeln und -Sehnen des Trägers des Beinbekleidungsstücks überlappt.
  15. Beinbekleidungsstück nach einem der Ansprüche 1 bis 14 , dadurch gekennzeichnet , dass das Beinbekleidungsstück mit einer Markierung versehen ist, die im getragenen Zustand des Beinbekleidungsstücks im Wesentlichen längs einer Längsmittelebene (120) des Beinbekleidungsstücks verläuft, welche eine innere Seite des Beinbekleidungsstücks von einer äußeren Seite des Beinbekleidungsstücks trennt.

Description

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Beinbekleidungsstück. Der Begriff Beinbekleidungsstück umfasst insbesondere Strümpfe, Socken und jegliche andere Art von Strumpfwaren, einschließlich Strumpfhosen. Die DE 199 46 019 C2 offenbart ein Beinbekleidungsstück gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1. Die DE 10 2009 050 031 B3 offenbart einen Strumpf aus einem Material, bei dem auf zumindest einer Flachseite mehrere linienförmige Erhebungen ausgebildet sind, die sich längs einer Grundrichtung im Wesentlichen parallel zueinander erstrecken. Die AT 193 541 B offenbart einen medizinischen Krampfaderstrumpf, der in einem großflächigen Bereich, der sich vom Mittelfußbereich des Strumpfes über den Fersenbereich bis in den Schaftbereich des Strumpfes erstreckt, durch ein Fanggestrick gebildet ist. Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein solches Beinbekleidungsstück zu schaffen, welches dazu geeignet ist, das Verletzungsrisiko des Trägers des Beinbekleidungsstücks, insbesondere bei sportlichen Aktivitäten, zu reduzieren und einen Ausgleich von möglichen funktionellen Dysbalancen des Bewegungsapparates des Trägers zu bewirken sowie eine Leistungsoptimierung in der sensorischen Aktivität zu erzielen. Diese Aufgabe wird durch ein Beinbekleidungsstück nach Anspruch 1 gelöst. Der vorliegenden Erfindung liegt das Konzept zugrunde, mittels der reizinduzierenden Struktur eine propriorezeptiv stimulierende Wirkung auf den Träger des Beinbekleidungsstücks auszuüben, wobei die propriorezeptiv stimulierende Wirkung der reizinduzierenden Struktur durch die gleichzeitige Kompressionswirkung des Beinbekleidungsstücks auf das Bein des Trägers verstärkt wird. Aus der Physiologie ist bekannt, dass eine neurophysiologische Anbahnung der Propriozeptoren des Trägers (das heißt der Rezeptoren, die die Wahrnehmung und Kontrolle der aktuellen Lage des Körpers des Trägers im Raum ermöglichen, wie insbesondere die Muskelspindel, das Golgi-Sehnenorgan und die Gelenkrezeptoren) durch eine Stimulierung über die Haut erzielt werden kann. Durch eine Stimulation der körpereigenen Propriozeptoren (neurophysiologische Anbahnung)wird eine verbesserte Synchronisation und Optimierung der rekrutierten Muskeln des Trägers erzielt, was sich wiederum in einer Verbesserung der Körperstabilität, Körperbalance und Körperstatik bemerkbar macht. Somit kann durch die Stimulation der Propriozeptoren nicht nur das Verletzungsrisiko, insbesondere bei sportlichen Aktivitäten, reduziert, sondern auch ein Ausgleich von funktionellen Dysbalancen des Bewegungsapparates erzielt werden. Eine Verbesserung der Körperstabilität und/oder eine Verringerung von Dysbalancen des Bewegungsapparates bewirken eine ausgeglichene, symmetrische Körperhaltung des Trägers, was zu einer geringeren Beanspruchung, einer verzögerten Ermüdungstendenz und einer verlängerten Wohlfühltendenz des Trägers führt. Die propriorezeptive Stimulation der Muskulatur des Trägers des Beinbekleidungsstücks bewirkt eine Reduktion des Verletzungsrisikos durch Fehlbewegungen und Überdehnungen sowie eine Optimierung und Synchronisation der Körperkoordination des Trägers. Das erfindungsgemäße Beinbekleidungsstück ermöglicht es, den positiven Effekt der propriorezeptiven Stimulation insbesondere auch im Breiten-sportbereich, für prophylaktische Anwendungen, beispielsweise im Business-Bereich, und/oder im Wellnessbereich oder kosmetischen Bereich zu nutzen. Das erfindungsgemäße Beinbekleidungsstück ist eine körpernah getragene Bekleidung, die in einfacher und leicht anwendbarer Weise eine wirksame propriorezeptive Stimulation der Muskulatur des Trägers ermöglicht. Das erfindungsgemäße Beinbekleidungsstück kann insbesondere als ein knielanger Strumpf ausgebildet sein. Die erfindungsgemäß erwünschte propriorezeptive Stimulation wird insbesondere erzielt durch ein gezieltes Anbringen mindestens einer reizinduzierenden Struktur mit Funktionselementen, die eine sensorische Reizwirkung auf die Muskulatur des Trägers ausüben, auf der zum Körper des Trägers hingewandten Innenseite des Beinbekleidungsstücks. Die reizinduzierenden Struktur wird vorzugsweise an einer Position des Beinbekleidungsstücks angeordnet, die im getragenen Zustand des Beinbekleidungsstücks einem Bereich des Beins des Trägers zugeordnet ist, welcher eine möglichst hohe Propriozeptorendichte aufweist. Bevorzugte Bereiche der Anordnung der reizinduzierenden Struktur sind die Verläufe der myofaszialen Ketten, die sich ausgehend vom Fuß über den Beinbereich spiralförmig aufwärts bis zum Kopf ziehen. Bei einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Beinbekleidungsstücks ist vorgesehen, dass der Sohlenbereich des Beinbekleidungsstücks frei von reizinduzierenden Strukturen bleibt, um potenzielle Fehlstimulationen an dieser Stelle sicher zu vermeiden. Durch punktuelle Druckausübung auf die Haut des Trägers entlang einer Muskelkette des Trägers kann eine Stimulation der Muskelaktivität des Trägers erzielt werden. Da die Kompressionswirku