DE-102015006117-B4 - Verfahren zum Betrieb eines Krans und Kran
Abstract
Verfahren zum Betrieb eines Krans (50) mit einem verfahrbaren Unterwagen (10), einem drehbar auf diesem gelagerten Oberwagen (12) mit daran angeordnetem wippbaren Auslegersystem (54) und Derrickausleger (55), wobei ein Hilfskran (1) als Derrickballast verwendet wird, dadurch gekennzeichnet, dass insbesondere zum Aufrichten des Auslegersystems (54) der Hilfskran (1) auf eine am Derrickausleger (55) angehängte Ballastgrundplatte (3) auffährt, um so zumindest einen Großteil des Gegengewichts (100) zu bilden.
Inventors
- Hans-Dieter Willim
- Uwe Frommelt
- Jens Könneker
Assignees
- LIEBHERR-WERK EHINGEN GMBH
Dates
- Publication Date
- 20260507
- Application Date
- 20150511
Claims (18)
- Verfahren zum Betrieb eines Krans (50) mit einem verfahrbaren Unterwagen (10), einem drehbar auf diesem gelagerten Oberwagen (12) mit daran angeordnetem wippbaren Auslegersystem (54) und Derrickausleger (55), wobei ein Hilfskran (1) als Derrickballast verwendet wird, dadurch gekennzeichnet , dass insbesondere zum Aufrichten des Auslegersystems (54) der Hilfskran (1) auf eine am Derrickausleger (55) angehängte Ballastgrundplatte (3) auffährt, um so zumindest einen Großteil des Gegengewichts (100) zu bilden.
- Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , dass auf der Ballastgrundplatte (3) zusätzlich mindestens ein Gegengewichtsstapel (5) aus Gegengewichtsplatten (4) aufgestapelt wird.
- Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 , dadurch gekennzeichnet , dass wenigstens eine Abspannung (51) zwischen Derrickausleger (55) und Ballastgrundplatte (3) derart angeordnet wird, dass vom Derrickausleger (3) Abspannstangen (51) vorzugsweise unter Zwischenschaltung von längenveränderlichen Zylinderanordnungen (61) zu einer Traverse (52) geführt werden, die zusammen mit seitlichen Verbindungsböcken (53), die zur Verbindung der Traverse (52) mit der Ballastgrundplatte (3) dienen, eine Art Tor bilden, in das der Hilfskran (1) einfahren kann.
- Verfahren nach Anspruch 3 , dadurch gekennzeichnet , dass die Neigung der Ballastgrundplatte (3) über mindestens einen Neigungsgeber erfaßt wird, dass die Neigungswerte über eine Steuerung erfasst und überwacht werden und dass bei Bedarf die Neigung der Ballastgrundplatte (3) über die Zylinderanordnung (61) in einen gewünschten Bereich zurückgeführt wird.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass über mindestens eine Sensoreinrichtung (6) festgestellt wird, ob die Ballastgrundplatte (3) vollständig vom Boden abgehoben ist, und dass dieser Wert an die Steuerung weitergeleitet wird.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass zur Erzeugung eines größeren Ballastmoments der Abstand zwischen der Ballastgrundplatte (3) und dem Oberwagen (12) des Krans (50) über einen zwischen diesen angeordneten Führungsrahmen (62) festlegbar ist.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass zum Verfahren oder Drehen des Krans (50) der Ballast (100), zumindest bestehend aus Ballastgrundplatte (3) mit dem auf dieser befindlichen Ballast, über lösbare Verbindungen, vorzugsweise zwischen der Traverse (52) und den Verbindungsböcken (53) angeordnete Bolzenverbindungen (56), vom Kran (50) abgekoppelt wird.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass nach Abkoppeln des am Derrickausleger angehängten Ballasts (100), der zuminest aus der Ballastgrundplatte (3) mit dem auf dieser befindlichen Ballast besteht, bei Bedarf an die noch am Derrickausleger (55) angehängte Traverse (52) oder unmittelbar über entsprechende Verbindungsmittel (60) Gegengewichtsplatten hängend aufgenommen werden, um so einen am Derrickausleger (55) angehängten Konstantballast (200) zu bilden.
- Verfahren nach Anspruch 8 , dadurch gekennzeichnet , dass über die Verbindugsmittel (60) die Gegengewichtsplatten bei Bedarf unmittelbar von der abgekoppelten Ballastgrundplatte des Ballasts (100) aufgenommen werden.
- Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dass in der Kransteuerung eine spezielle Traglasttabelle (BC) integriert ist, die für den Fall des angehängten Konatantballasts (200) anwählbar ist, wobei diese sicherstellt, dass der Kran (50) bei aufgewipptem Auslegersystem (54) sicher gerade noch nicht nach hinten kippt.
- Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass insbesondere zum Aufrichten des Auslegersystems (54) zur Erhöhung des Moments Gegengewichtsplatten (4) vom Oberwagenballast (58) entnommen und auf der Ballastgrundplatte (3) aufgestapelt werden.
- Kran zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 11 mit einem verfahrbaren Unterwagen(10), einem drehbar auf diesem gelagerten Oberwagen (12) mit daran angeordnetem wippbaren Auslegersystem (54) und Derrickausleger (55) und mit einer Kransteuerung, dadurch gekennzeichnet , dass er als Derrickballast eine Ballastvorrichtung (100) aufweist, die zumindest aus einer Ballastgrundplatte (3) zur Aufnahme eines Hilfskrans (1) besteht, wobei diese über seitliche Verbindungsböcke (53) mit einer Traverse (52) derart verbunden sind, dass ein Tor gebildet wird, in das der Hilfskran (1) hineinfahren kann, wobei die Traverse (52) wiederum über Abspannstangen (51) mit dem Derrickausleger (55) verbunden ist.
- Kran nach Anspruch 12 , dadurch gekennzeichnet , dass zwischen Derrickausleger und Traverse jeweils längenveränderliche Elemente in Form hydraulischer Zylinderanordnungen vorgesehen ist.
- Kran nach einem der Ansprüche 12 oder 13 , dadurch gekennzeichnet , dass auf der Ballastgrundplatte (3) zusätzlich mindestens ein aus Gegengewichtsplatten (4) bestehender Gegengewichtsstapel (5) aufstapelbar ist.
- Kran nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass zwischen der Traverse und den Verbindungsböcken (53) lösbare Verbindungen (56) angeordnet sind.
- Kran nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass an der Traverse (52) Verbindungsmittel (60) zur unmittelbaren Aufnahme von Gegengewichtsplatten (4) zur Bildung einer am Derrickausleger (55) angehängten Gegengewichtsanordnung (200) befestigbar sind.
- Kran nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass an der Traverse (52) Abstellfüße (63) angeordnet sind.
- Kran nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass der auf der Ballastgrundplatte (3) stehende Hilfskran (1) zusätzlich Ballast und/oder am Kranhaken eine Last aufnimmt.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines Krans mit einem verfahrbaren Unterwagen, einem drehbar auf diesem gelagerten Oberwagen mit einem daran angeordnetem wippbaren Auslegersystem und einem Derrickausleger nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Große Krane, insbesondere große Raupenkrane, benötigen ein erhebliches Gegengewicht, das der gehobenen Nutzlast entgegenwirkt und das Kippen des Krans verhindert. Dieses Gegengewicht kann von einem Zentralballast, einem Oberwagenballast und/oder auch von einem Ballst am Derrickausleger aufgebracht werden. Als möglicher Derrickballast wird regelmäßig eine über entsprechende Hilfsmittel gegenüber dem Boden abgestützte Ballastplatte zur Aufnahme des Ballastes vorgeschlagen. Als Alternative bietet sich ein vollständig schwebender Ballast oder auch ein von einem Ballastwagen getragener Derrickballast an. Vor diesem Hintergrund wurden spezielle Ballastwägen entwickelt, die als selbständig angetriebene Fahrzeuge ausgeführt und daher gemeinsam mit dem Kran verfahrbar sind, um einen weitestgehend uneingeschränkten Kranbetrieb zu gewährleisten. Derartige Lösungen erfordern allerdings stets eine komplexe Eigenentwicklung eines passenden Ballastwagens, der ausschließlich für die Ballastierung zum Einsatz kommt. Ferner muss ein derartiger Ballastwagen gesondert auf die Baustelle für den Kraneinsatz transportiert werden, was sich nachteilig auf die anfallenden Einsatzkosten auswirkt, da diese in der Regel von der erforderlichen Ballastmasse abhängen. In der DE 10 2011 105 960 A1 ist es andererseits bereits bekannt, einen Hilfskran mit Teleskopausleger als Derrickballast mit dem Kran zu verbinden. Diese Ballastierungsmöglichkeit kann beispielsweise während des regulären Kraneinsatzes zum Einsatz kommen oder bereits während des Kranrüstvorgangs, speziell während des Aufrichtvorgangs des wippbaren Auslegersystems erfolgen. Als Hilfswagen kann hier beispielsweise ein für den Rüstvorgang des großen Raupenkrans erforderlicher vergleichsweise kleiner Kran eingesetzt werden. Aus in der nicht vorveröffentlichten DE 10 2014 012 661 A1 ist es darüber hinaus bereits vorgeschlagen worden, einen Hilfskran als Ballastwagen mit einem zusätzlichen Zusatzschwebeballast zu verwenden. Es ist allerdings zu beachten, dass ein Gitterkran mit Schwebeballst mehrere Versagenskriterien zu beachten hat. So ist es einleuchtend, dass ein Kippen des gesamten Krans nach hinten über die Kippkante, also über das Ende der Aufstandsfläche auf dem Boden, zu verhindern ist. Dies kann über die Überwachung des Gesamtschwerpunktes erfolgen. Ein weiteres Merkmal ist das Verhindern des unkontrollierten Verschwenkens eines Auslegerelementes um seine Wippachse nach hinten. Auslegerelemente können der Hauptausleger, d.h. das Auslegersystem, oder der Derrickausleger sein. Rückfallsicherungen arbeiten diesem Effekt zwar entgegen, aber diese sind in ihrer Leistungsfähigkeit limitiert. Auch für den Fall des „Abreißens der Last“ entsprechend der Norm EN 13000 ist die Kranstatik zu beachten. In diesem Fall darf der Kran nicht nach hinten kippen. Ein weiterer Gesichtspunkt für die Auslegung des Krans ist ein möglichst geringer Platzanspruch auf der Baustelle. So sind auf Baustellen, insbesondere Baustellen zur Montage von Windkraftanlagen, sehr viele Transport-LKWs unterwegs. Diese müssen sich noch sehr nahe am Kran bewegen, um die Ausladung des Krans beim Aufnehmen der Lasten gering zu halten. Für diese Problemstellungen sind schon einige Lösungen angedacht worden. So zeigt die DE 296 07 257 U1 einen Kran mit einem torförmigen Unterwagen. Durch diesen torförmigen Unterwagen kann ein LKW hindurchfahren. Des Weiteren zeigt die DE 10 2007 028 778 A1 einen Kran mit einer höher gelegten Verbindung zwischen dem Oberwagen und dem Ballastwagen, die ebenfalls ein Durchfahren eines LKWs ermöglicht. Schließlich ist zur Verhinderung eines Zustands in der der Kran nach hinten kippt oder vom Schwebeballst nach hinten gezogen wird, bereits in der EP 2 308 792 A1 vorgeschlagen worden, dass ein dreieckförmiger Derrick den Abstand in Richtung der Längsachse des Oberwagens zwischen der Achse des Oberwagens und des Schwebeballastes sehr stark verkleinert. In dieser Lösung wird ein sehr hoher Derrickballast aufgebracht, um so den Derrickballastradius verkleinern zu können. Ein der Erfindung ähnlicher Kran ist auch aus der US 3 955 684 A bekannt. Die vorgenannten Lösungen weisen jeweils unterschiedliche Vor- und Nachteile auf. So weist die Lösung gemäß der DE 10 2011 105 960 A1 den Vorteil auf, dass hier ein auf der Baustelle vorhandener kleiner Kran als Derrickballast einsetzbar ist, sodass kein eigener Ballastwagen vorgehalten werden muss. Andererseits ist der Kopplungsmechanismus dieses Hilfkrans mit dem zu ballastierenden Kran vergleichsweise aufwendig, sodass ein anderweitiger Einsatz des Hilfskrans mit einem großen Demontageaufwand vorgesehen ist. Hier setzt die vorliegende Erfindung an. Aufgabe der Erfindung ist es somit, ein Verfa