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DE-102015205253-B4 - Verfahren zum Steuern eines Segelbetriebs eines Kraftfahrzeugs

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Abstract

Verfahren zum Steuern eines Segelbetriebs eines Kraftfahrzeugs (1) mit automatisiertem Getriebe (13) und/oder elektronisch gesteuerter Kupplung (12), das einen Gashebel (14) aufweist, der eingerichtet ist, um sowohl ein positives als auch ein negatives Wunschdrehmoment (M) einzustellen, umfassend die folgenden Schritte: - Vorgeben (21) eines Segelwunschbereichs (S) einer Auslenkung (A) des Gashebels (14), wobei der Segelwunschbereich (S) bei einer Auslenkung (A1) beginnt, die einem negativen Wunschdrehmoment (M) entspricht und bei einer Auslenkung (A2) endet, die einem positiven Wunschdrehmoment (M) entspricht, - Prüfen (22), ob sich die Auslenkung (A) des Gashebels (14) in dem Segelwunschbereich (S) befindet, und - Einleiten (24) des Segelbetriebs, wenn die Auslenkung (A) des Gashebels (14) sich für einen Zeitraum (t) in dem Segelwunschbereich (S) befindet (23), der größer als ein vorgebbarer Zeitschwellenwert (s1) ist.

Inventors

  • Alexander Trofimov

Assignees

  • ROBERT BOSCH GMBH

Dates

Publication Date
20260507
Application Date
20150324

Claims (10)

  1. Verfahren zum Steuern eines Segelbetriebs eines Kraftfahrzeugs (1) mit automatisiertem Getriebe (13) und/oder elektronisch gesteuerter Kupplung (12), das einen Gashebel (14) aufweist, der eingerichtet ist, um sowohl ein positives als auch ein negatives Wunschdrehmoment (M) einzustellen, umfassend die folgenden Schritte: - Vorgeben (21) eines Segelwunschbereichs (S) einer Auslenkung (A) des Gashebels (14), wobei der Segelwunschbereich (S) bei einer Auslenkung (A1) beginnt, die einem negativen Wunschdrehmoment (M) entspricht und bei einer Auslenkung (A2) endet, die einem positiven Wunschdrehmoment (M) entspricht, - Prüfen (22), ob sich die Auslenkung (A) des Gashebels (14) in dem Segelwunschbereich (S) befindet, und - Einleiten (24) des Segelbetriebs, wenn die Auslenkung (A) des Gashebels (14) sich für einen Zeitraum (t) in dem Segelwunschbereich (S) befindet (23), der größer als ein vorgebbarer Zeitschwellenwert (s1) ist.
  2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , dass ein Beenden (29) des Segelbetriebs erfolgt, wenn die Auslenkung (A) des Gashebels (14) sich nicht mehr in dem Segelwunschbereich (S) befindet (26).
  3. Verfahren nach Anspruch 2 , dadurch gekennzeichnet , dass nach dem Einleiten (24) des Segelbetriebs der Segelwunschbereich (S) vergrößert wird (25).
  4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3 , dadurch gekennzeichnet , dass kein Beenden (29) des Segelbetriebs erfolgt, wenn die Auslenkung (A) des Gashebels (14) den Segelwunschbereich (S) in Richtung eines negativen Wunschdrehmoments (M) verlässt (27) und dabei ein Gradient (dA/dt) der Auslenkung (A) einen Gradientenschwellenwert (s2) überschreitet (28).
  5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4 , dadurch gekennzeichnet , dass mindestens ein von einem Fahrer des Kraftfahrzeugs (1) wahrnehmbares Signal (W) erzeugt wird, wenn sich das Kraftfahrzeug (1) im Segelbetrieb befindet.
  6. Verfahren nach Anspruch 5 , dadurch gekennzeichnet , dass ein Signal (W) mittels des Gashebels (14) erzeugt wird.
  7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6 , dadurch gekennzeichnet , dass ein visuelles und/oder akustisches Signal (W) erzeugt wird.
  8. Computerprogramm, welches eingerichtet ist, jeden Schritt des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 7 durchzuführen.
  9. Maschinenlesbares Speichermedium, auf welchem ein Computerprogramm nach Anspruch 8 gespeichert ist.
  10. Elektronisches Steuergerät (15), welches eingerichtet ist, um einen Segelbetrieb eines Kraftfahrzeugs (1) mittels eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 7 zu steuern.

Description

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Steuern eines Segelbetriebs eines Kraftfahrzeugs mit automatisiertem Getriebe. Das Kraftfahrzeug weist einen Gashebel auf, der eingerichtet ist, um sowohl ein positives als auch ein negatives Kupplungswunschdrehmoment einzustellen. Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung ein Computerprogramm, welches eingerichtet ist, jeden Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrens durchzuführen, sowie ein maschinenlesbares Speichermedium, auf welchem das erfindungsgemäße Computerprogramm gespeichert ist. Außerdem betrifft die Erfindung ein elektronisches Steuergerät, welches eingerichtet ist, einen Segelbetrieb eines Kraftfahrzeugs mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens zu steuern. Stand der Technik Der Betriebszustand des Segelns, auch als „freewheeling“, „high speed free rolling“ oder „coasting“ bezeichnet, ist ein Fahrzustand, der bereits bei aktuellen Hybridfahrzeugen eingesetzt wird, die als Parallelhybrid mit Trennkupplung zwischen Verbrennungsmotor und elektrischer Antriebsmaschine ausgestaltet sind. Dieser Fahrzustand kann aber auch bei konventionellen Kraftfahrzeugen, die ausschließlich einen Verbrennungsmotor aufweisen, sinnvoll eingesetzt werden. Beim Segeln wird der Triebstrang geöffnet, also der Verbrennungsmotor und das Getriebe entkoppelt. Durch das fehlende Motorschleppmoment rollt das Fahrzeug antriebslos deutlich weiter aus als mit geschlossenem Triebstrang im Schubbetrieb im höchsten Gang. Dadurch wird Kraftstoff eingespart. Der Motor kann entweder in einem sogenannten Leerlaufsegelbetrieb im Leerlauf weiter betrieben werden oder in einem sogenannten Motorstoppsegelbetrieb ausgeschaltet werden. Mit ausgeschaltetem Verbrennungsmotor erhöht sich die Kraftstoffeinsparung nochmals. Der Verbrennungsmotor springt je nach Bedarf und Bedienkonzept automatisch an und wird wieder angekoppelt. In Hybrid- oder Elektrokraftfahrzeugen kann der Fahrer mit einem Pedal, nämlich dem Gaspedal sowohl die Beschleunigung als auch die Verzögerung über die Pedalposition einstellen. Die über das Gaspedal gesteuerte Verzögerung mit der elektrischen Maschine kann zusätzlich über Menüeinstellungen im Bordcomputer des Kraftfahrzeugs angepasst werden. Beispielsweise kann im Sportmodus eine Startverzögerung durch die elektrische Maschine bei einem nicht ausgelenkten Gaspedal vorgesehen sein. Im Ökomodus kann vorgesehen sein, dass bei nicht ausgelenktem Gaspedal die Verzögerung durch die elektrische Maschine sehr gering ist oder gar keine Verzögerung auftritt. Da der Fahrer das Verzögerungsverhalten des Kraftfahrzeugs vorab über Menüeinstellungen einstellen muss, ist jedoch kein situationsindividuelles Fahrzeugverhalten möglich. Unter unterschiedlichen Verkehrsbedingungen und in unterschiedlichen Fahrsituationen wird es aber vom Fahrer weiterhin gewünscht, zwischen den beiden Ausrollkonzepten Segelbetrieb und Schubbetrieb umzuschalten und auch den negativen Drehmomentbeitrag über die elektrische Maschine mit dem Gaspedal einstellen zu können. Weiterhin kann vorgesehen sein, dass, wenn der Fahrer den Fuß vom Gaspedal nimmt und das Bremspedal nicht betätigt wird, der Fußpunkt des Gaspedals gleich dem Kupplungsnullmoment gesetzt wird, um den Übergang ins Segeln für den Fahrer unmerklich und komfortabel zu gestalten. Es wird beim Übergang also kein Antriebsmoment im Triebstrang bzw. an den Rädern erzeugt. Der Schubbetrieb wird nur dann eingeleitet, wenn der Fahrer das Bremspedal betätigt. Einige Konzepte sehen hierzu vor, dass die Betätigung des Bremspedals eine gewisse Schwelle oder Zeitdauer überschreiten muss. In dieser Bedienstrategie ist es dem Fahrer allerdings nicht möglich, mit nur einem Pedal kontinuierlich sowohl ein positives als auch ein negatives Wunschmoment an der Kupplung einzustellen. Die Offenlegungsschrift WO 2015/036396 A1 beschreibt eine Fahrzeugsteuerung und ein Verfahren zur Aktivierung eines Gleitmodus, bei dem der Antriebsstrang teilweise abgekoppelt wird, um den Kraftstoffverbrauch zu senken, wenn eine positive Drehmomentanforderung und günstige Bedingungen wie ein Gefälle erkannt werden. Die Deaktivierung erfolgt, wenn die Bedingungen nicht mehr erfüllt sind. Das aus der Offenlegung DE 10 2013 021 441 A1 bekannte Verfahren regelt den Schlupf einer Kupplung zwischen Motor und Getriebe in mehr als zwei Stufen oder stufenlos, abhängig von der Schleppmomentanforderung, bei Nulllast am Motor. Dies vermeidet oder verringert die Beschleunigung des Fahrzeugs bei Talfahrten, ohne dass ein Gangwechsel erforderlich ist und verbessert dadurch den Fahrkomfort. Der Schlupf wird zwischen Minimal- und Maximalwert so eingestellt, dass die Schleppmomentanforderung erfüllt wird. Aus der Offenlegungsschrift DE10 2005 008 347 A1 ist ein System bekannt, welches das Soll-Drehmoment eines Fahrzeugs basierend auf Pedalbefehl und Fahrgeschwindigkeit bestimmt. Es verwendet eine gespeicherte dreidimensionale Drehmomentfläche und wählt je nach Fahrgeschwindigkeit unter- oder oberhalb