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DE-102015214760-B4 - Verfahren zur Steuerung eines Scheinwerfers und Kraftfahrzeug zur Durchführung eines Verfahrens

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Abstract

Verfahren zur Steuerung einer Lichtverteilung (1, 2, 10, 11, 54, 59) eines Scheinwerfers mit einem Leuchtelement oder mit einer Mehrzahl von Leuchtelementen, welches oder welche eine adaptierbare Lichtverteilung (1, 2, 10, 11, 54, 59) erzeugt bzw. erzeugen, wobei ein Blendbereich (20) der Lichtverteilung (1, 2, 10, 11, 54, 59) mit einer Blendweite (3, 5, 55, 56, 57, 58, 60) definiert wird, außerhalb welcher keine Blendverursachung eines Verkehrsteilnehmers (6) vorgenommen wird, wobei eine optische Überwachungsvorrichtung mit einem Überwachungsbereich (9) mit einer Überwachungsgrenze vorgesehen ist, wobei lediglich innerhalb des Überwachungsbereichs (9) ein leuchtendes Objekt (7) als Verkehrsteilnehmer (7) identifizierbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass bei Erkennen zumindest eines leuchtenden Objekts (7), welches außerhalb des Überwachungsbereichs (9), aber innerhalb des Blendbereichs (20) ist, eine Ansteuerung des zumindest einen Scheinwerfers erfolgt, so dass die Blendweite (3, 5, 55, 56, 57, 58, 60) angepasst wird.

Inventors

  • Ingo Hoffmann

Assignees

  • HELLA GmbH & Co. KGaA

Dates

Publication Date
20260507
Application Date
20150803

Claims (20)

  1. Verfahren zur Steuerung einer Lichtverteilung (1, 2, 10, 11, 54, 59) eines Scheinwerfers mit einem Leuchtelement oder mit einer Mehrzahl von Leuchtelementen, welches oder welche eine adaptierbare Lichtverteilung (1, 2, 10, 11, 54, 59) erzeugt bzw. erzeugen, wobei ein Blendbereich (20) der Lichtverteilung (1, 2, 10, 11, 54, 59) mit einer Blendweite (3, 5, 55, 56, 57, 58, 60) definiert wird, außerhalb welcher keine Blendverursachung eines Verkehrsteilnehmers (6) vorgenommen wird, wobei eine optische Überwachungsvorrichtung mit einem Überwachungsbereich (9) mit einer Überwachungsgrenze vorgesehen ist, wobei lediglich innerhalb des Überwachungsbereichs (9) ein leuchtendes Objekt (7) als Verkehrsteilnehmer (7) identifizierbar ist, dadurch gekennzeichnet , dass bei Erkennen zumindest eines leuchtenden Objekts (7), welches außerhalb des Überwachungsbereichs (9), aber innerhalb des Blendbereichs (20) ist, eine Ansteuerung des zumindest einen Scheinwerfers erfolgt, so dass die Blendweite (3, 5, 55, 56, 57, 58, 60) angepasst wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , dass bei Erkennen oder Vermuten zumindest eines leuchtenden Objekts (7), welches außerhalb des Überwachungsbereichs (9), aber innerhalb des Blendbereichs (20) ist, eine Ansteuerung des zumindest einen Scheinwerfers erfolgt, so dass die Blendweite (3, 5, 55, 56, 57, 58, 60) reduziert wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 , dadurch gekennzeichnet , dass die Blendweite (3, 5, 55, 56, 57, 58, 60) reduziert wird, wenn der Blendbereich (20) größer als der Überwachungsbereich (9) eingestellt ist.
  4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 , dadurch gekennzeichnet , dass die Blendweite (3, 5, 55, 56, 57, 58, 60) reduziert wird, wenn der Blendbereich (20) dem maximalen Blendbereich (20) entspricht.
  5. Verfahren nach Anspruch 1 , 2 , 3 oder 4 , dadurch gekennzeichnet , dass die Blendweite (3, 5, 55, 56, 57, 58, 60) unverändert bleibt oder vergrößert wird, wenn der Blendbereich (20) kleiner als der Überwachungsbereich (9) oder entsprechend des Überwachungsbereichs (9) eingestellt ist.
  6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass die Anpassung oder die Reduzierung der Blendweite (3, 5, 55, 56, 57, 58, 60) des zumindest einen Scheinwerfers auf Basis einer Aufenthaltswahrscheinlichkeit des leuchtenden Objekts (7) erfolgt.
  7. Verfahren nach Anspruch 1 , 2 , 3 , 4 , 5 oder 6 , dadurch gekennzeichnet , dass zur Verkleinerung des Blendbereichs (20) und/oder der Blendweite (3, 5, 55, 56, 57, 58, 60) die Intensität des Lichts des Scheinwerfers reduziert wird.
  8. Verfahren nach Anspruch 7 , dadurch gekennzeichnet , dass die Reduzierung der Intensität des Lichts des Scheinwerfers in einem vordefinierten Flächen- oder Raumbereich erfolgt, so dass die Reduzierung der Blendweite (3, 5, 55, 56, 57, 58, 60) in einem vordefinierten Flächen- oder Raumbereich erfolgt.
  9. Verfahren nach Anspruch 8 , dadurch gekennzeichnet , dass der Flächen- oder Raumbereich vor einem Kraftfahrzeug (4, 50) liegt.
  10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 6 bis 9 , dadurch gekennzeichnet , dass die Aufenthaltswahrscheinlichkeit des leuchtenden Objekts (7) außerhalb des Überwachungsbereichs (9) und innerhalb des Blendbereichs (20) bestimmt wird.
  11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 6 bis 10 , dadurch gekennzeichnet , dass die Aufenthaltswahrscheinlichkeit des leuchtenden Objekts (7) auf Basis der Daten der Überwachungsvorrichtung bestimmt wird.
  12. Verfahren nach Anspruch 11 , dadurch gekennzeichnet , dass die Aufenthaltswahrscheinlichkeit des leuchtenden Objekts (7) sich zusammensetzt aus der Wahrscheinlichkeit, dass das leuchtende Objekt (7) ein blendungsgefährdetes Objekt (100) ist oder als solches angenommen wird und/oder der Wahrscheinlichkeit, dass sich das blendungsgefährdete Objekt (100) im Blendbereich (20) oder im Ausleuchtungsbereich des Scheinwerfers befindet und/oder der Wahrscheinlichkeit, dass ein Objekt (100) vorhanden ist.
  13. Verfahren nach Anspruch 12 , dadurch gekennzeichnet , dass der Ausleuchtungsbereich sich zusammensetzt aus dem Überwachungsbereich (9), dem Blendbereich (20) und einem Bereich vor dem Blendbereich (20), in welchem keine Blendung stattfindet.
  14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass während der Reduktion der Intensität des Lichts des Scheinwerfers der Intensitätsverlauf des Lichts des Objekts (100) zur Klassifikation des Objekts (100) herangezogen wird.
  15. Verfahren zur Steuerung einer Lichtverteilung (1, 2, 10, 11, 54, 59) eines Scheinwerfers mit einem Leuchtelement oder mit einer Mehrzahl von Leuchtelementen, welches oder welche eine adaptierbare Lichtverteilung (1, 2, 10, 11, 54, 59) erzeugt bzw. erzeugen, wobei ein Blendbereich (20) der Lichtverteilung (1, 2, 10, 11, 54, 59) mit einer Blendweite (3, 5, 55, 56, 57, 58, 60) definiert wird, außerhalb welcher keine Blendverursachung eines Verkehrsteilnehmers (6, 7) vorgenommen wird, wobei eine optische Überwachungsvorrichtung mit einem Überwachungsbereich (9) mit einer Überwachungsgrenze vorgesehen ist, wobei lediglich innerhalb des Überwachungsbereichs (9) ein Objekt (100) als Verkehrsteilnehmer (6, 7) identifizierbar ist, dadurch gekennzeichnet , dass bei Erkennen eines Objektes (100), welches ein Verkehrsteilnehmer (6, 7) sein könnte oder bei Vermuten eines Verkehrsteilnehmers (6, 7), welches oder welcher außerhalb des Überwachungsbereichs (9) aber innerhalb des Blendbereichs (20) ist, eine Ansteuerung des zumindest einen Scheinwerfers erfolgt, so dass die Blendweite (3, 5, 55, 56, 57, 58, 60) reduziert wird.
  16. Verfahren nach Anspruch 15 , dadurch gekennzeichnet , dass die Aufenthaltswahrscheinlichkeit eines erkannten Objekts (100) und/oder eines vermuteten Verkehrsteilnehmers (7, 8) außerhalb des Überwachungsbereichs (9) und innerhalb des Blendbereichs (20) bestimmt wird.
  17. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass der Blendbereich (20) des Scheinwerfers in eine sichere Zone und in eine Komfortzone eingeteilt wird, wobei in der sicheren Zone keine Schäden am Auge und keine gravierenden Sichteinschränkungen vorliegen und in der Komfortzone keine Blendwirkung vorliegt.
  18. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass die Verkleinerung des Blendbereichs (20) bei Aufenthaltswahrscheinlichkeiten unterhalb eines Schwellenwertes derart vorgenommen wird, dass das Objekt (100) sich zumindest in der sicheren Zone befindet.
  19. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass die Verkleinerung bei Vorliegen einer Aufenthaltswahrscheinlichkeit oberhalb eines Schwellenwertes derart vorgenommen wird, dass das Objekt (100) sich zumindest in der Komfortzone befindet.
  20. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass bei einer unsicheren Entfernungsbestimmung des Objektes (100) der Blendbereich (20) des Scheinwerfers derart verkleinert wird, dass sich alle Objekte (100) zumindest in einer sicheren Zone befinden.

Description

Technisches Gebiet Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung eines Scheinwerfers, insbesondere zur Steuerung eines Scheinwerfers oder zweier Scheinwerfer bzw. Scheinwerfersysteme eines Kraftfahrzeugs. Auch betrifft die Erfindung ein Kraftfahrzeug zur Durchführung eines Verfahrens. Stand der Technik Moderne Scheinwerfer für Kraftfahrzeuge werden immer besser, das heißt die Lichtstärke der Scheinwerfer nimmt immer mehr zu. Dies führt dazu, dass die maximale Reichweite der Lichtverteilung immer weiter zunimmt und sich damit auch die Intensitätsverteilung immer weiter vor dem Kraftfahrzeug erstrecken kann, was auch die maximale Blendweite des Scheinwerfers steigen lässt. Dabei ist die Blendweite die Weite, ab welcher ein Intensitäts-Schwellenwert unterschritten wird, bei welchem keine unzumutbare Blendwirkung anderer Verkehrsteilnehmer mehr stattfindet. Befindet sich ein Objekt näher am Scheinwerfer als die Blendweite, so würde gegebenenfalls eine unzumutbare Blendwirkung eintreten. Bei einer Entfernung, die weiter als die Blendweite ist, würde gegebenenfalls eine Blendwirkung eintreten, die jedoch als zumutbar angesehen werden kann. Die Blendweite ist dabei abhängig vom Winkel des Objektes zum Scheinwerfer. Die Zunahme der maximalen Reichweite bedeutet, dass bei modernen Scheinwerfern die Gefahr einer Blendung bereits in größerem Abstand von dem Kraftfahrzeug bestehen kann, wenn ein anderer Verkehrsteilnehmer sich innerhalb der Blendweite des Scheinwerfers befinden würde. Im Stand der Technik sind optische Überwachungsvorrichtungen bekannt, mit welchen ein Überwachungsbereich vor dem Kraftfahrzeug überwacht werden kann, so dass andere, insbesondere entgegenkommende Verkehrsteilnehmer in dem Überwachungsbereich erkannt und identifiziert und ihr Abstand bzw. Lage zum eigenen Kraftfahrzeug bestimmt werden kann. So kann die Lichtverteilung des Scheinwerfers in Abhängigkeit der erkannten anderen Verkehrsteilnehmer gesteuert werden, um diese nicht zu blenden, also diese zu entblenden. Allerdings wird mit den modernen Scheinwerfern mittlerweile eine Reichweite erreicht, die deutlich größer ist als die Reichweite des Überwachungsbereichs einer im Stand der Technik üblichen Überwachungsvorrichtung. Dadurch können insbesondere entgegenkommende Verkehrsteilnehmer weit früher geblendet werden als sie mit den heute verfügbaren optischen Überwachungsvorrichtungen als Verkehrsteilnehmer identifiziert werden können. Die US 5 837 994 A offenbart einen automatisch steuerbaren Fahrzeugscheinwerfer, bei dem eine optische Überwachungsvorrichtung Frontlichter oder Rücklichter erkennt und unterscheiden kann, so dass andere Kraftfahrzeuge erkannt werden können und dass der Scheinwerfer derart gesteuert wird, dass das Fernlicht als Funktion des Abstands und der horizontalen Ausrichtung relativ zum eigenen Kraftfahrzeug gesteuert wird. Dabei wird also deutlich, dass die Überwachungsvorrichtung im Überwachungsbereich die Lichter anderer Verkehrsteilnehmer als solche identifizieren kann und somit auch die anderen Verkehrsteilnehmer als solche identifizieren kann. Dies bedeutet auch, dass die Reichweite des Scheinwerfers und insbesondere seine Blendweite der Reichweite des Überwachungsbereichs entsprechen oder diese sogar unterschreiten, wie oben schon ausgeführt. Moderne Scheinwerfer hingegen weisen eine im Vergleich dazu weit höhere Reichweite und Blendweite auf, so dass diese Erkennung der zu entblendenden Verkehrsteilnehmer nicht durchgeführt werden kann. Die WO 2004 / 034 183 A1 offenbart ein Verfahren zur Aufnahme von Bildern, wobei verschiedene Aspekte eines Bilds identifiziert werden und daraus verschiedene Fahrzeugsteuerinformationen erzeugbar sind. Die US 2009 / 0 073 258 A1 offenbart ein Verfahren zur Unterstützung eines Fahrers eines Kraftfahrzeugs mit einem optischen Überwachungssystem mit zwei Kamera, wobei die erste Kamera eine erste Überwachungsreichweite aufweist und die zweite Kamera eine zweite Überwachungsreichweite aufweist, die größer ist als die erste Überwachungsreichweite. Darstellung der Erfindung, Aufgabe, Lösung, Vorteile Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Steuerung eines Scheinwerfers zu schaffen, das einfach durchführbar ist, aber dennoch eine sichere Entblendung entgegenkommender Verkehrsteilnehmer erlaubt. Auch soll ein Kraftfahrzeug zur Durchführung eines solchen Verfahrens geschaffen werden. Die erfindungsgemäße Aufgabe zum Verfahren wird mit den Merkmalen von Anspruch 1 bzw. Anspruch 15 gelöst. Das erfindungsgemäße Kraftfahrzug zur Durchführung dieser Verfahren richtet sich nach Anspruch 28. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung einer Lichtverteilung eines Scheinwerfers, insbesondere eines Scheinwerfers mit einem Leuchtelement oder mit einer Mehrzahl von Leuchtelementen, welches oder welche eine adaptierbare Lichtverteilung erzeugt bzw. erzeugen, wobei ein Blendbereich der Lichtverteilung mit einer Blendweite definiert wird, außerhalb w