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DE-102016203986-B4 - Verfahren zum Betrieb eines stehenden Kraftfahrzeugs

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Abstract

Verfahren zum Betrieb eines stehenden Kraftfahrzeugs (K), bei dem durch ein Umgebungsüberwachungssystem wenigstens ein Erfassungsbereich (E1-E6) in der Umgebung des Kraftfahrzeugs (K) überwacht wird, wobei bei einem auftretenden Kollisionsrisiko wenigstens einer Fahrzeugtür (T1-T4) mit einem potentiellen Kollisionshindernis (KH1, KH2) eine selbsttätige Verriegelung der wenigstens einen Fahrzeugtür (T1-T4) initiiert wird, wobei nach einem Entfallen des Kollisionsrisikos eine selbsttätige Entriegelung der wenigstens einen Fahrzeugtür (T1-T4) erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass bei Auftreten eines Kollisionsrisikos und nach Überschreiten einer bestimmten Zeitspanne ohne ein Entfallen des Kollisionsrisikos ein Hinweis (H) abgegeben wird, wobei der Hinweis (H) mit der Abfrage verbunden ist, ob ein manuelles Desaktivieren der durchgeführten Verriegelung gewünscht ist oder nicht und wobei bei gewünschter Entriegelung durch ein Steuersignal (S) der Auswerte- und Steuereinrichtung eine Entriegelung zuvor verriegelter Fahrzeugtüren (T1-T4) erwirkt wird.

Inventors

  • Marc Philippe Gläsel

Assignees

  • VOLKSWAGEN AKTIENGESELLSCHAFT

Dates

Publication Date
20260507
Application Date
20160310

Claims (8)

  1. Verfahren zum Betrieb eines stehenden Kraftfahrzeugs (K), bei dem durch ein Umgebungsüberwachungssystem wenigstens ein Erfassungsbereich (E1-E6) in der Umgebung des Kraftfahrzeugs (K) überwacht wird, wobei bei einem auftretenden Kollisionsrisiko wenigstens einer Fahrzeugtür (T1-T4) mit einem potentiellen Kollisionshindernis (KH1, KH2) eine selbsttätige Verriegelung der wenigstens einen Fahrzeugtür (T1-T4) initiiert wird, wobei nach einem Entfallen des Kollisionsrisikos eine selbsttätige Entriegelung der wenigstens einen Fahrzeugtür (T1-T4) erfolgt, dadurch gekennzeichnet , dass bei Auftreten eines Kollisionsrisikos und nach Überschreiten einer bestimmten Zeitspanne ohne ein Entfallen des Kollisionsrisikos ein Hinweis (H) abgegeben wird, wobei der Hinweis (H) mit der Abfrage verbunden ist, ob ein manuelles Desaktivieren der durchgeführten Verriegelung gewünscht ist oder nicht und wobei bei gewünschter Entriegelung durch ein Steuersignal (S) der Auswerte- und Steuereinrichtung eine Entriegelung zuvor verriegelter Fahrzeugtüren (T1-T4) erwirkt wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , dass nach einer initiierten Verriegelung der wenigstens einen Fahrzeugtür (T1-T4) der Hinweis (H) abgegeben wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 , dadurch gekennzeichnet , dass nach einem Entfallen des Kollisionsrisikos der Hinweis (H) erfolgt.
  4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass der Hinweis (H) erst bei einer beabsichtigten Öffnung der wenigstens einen Fahrzeugtür (T1-T4) von innen abgegeben wird.
  5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 2 bis 4 , dadurch gekennzeichnet , dass im Fall einer bestehenden Verriegelung der wenigstens einen Fahrzeugtür (T1-T4) der Hinweis (H) zumindest auch haptisch als Straffung eines Gurtstraffers (6) und/oder als Bewegung eines bewegbaren Elementes (8) eines Fahrzeugsitzes (7) des Kraftfahrzeugs (K) ausgebildet ist.
  6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 2 bis 5 , dadurch gekennzeichnet , dass der Hinweis (H) zumindest auch optisch als Hinweis (H) in einem Kombiinstrument (9) und/oder als Hinweis (H) in einem Außenspiegel (14) und/oder als Hinweis (H) einer Ambientebeleuchtung (15) des Kraftfahrzeugs (K) ausgebildet ist.
  7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 2 bis 6 , dadurch gekennzeichnet , dass der Hinweis (H) zumindest auch akustisch als sprachlicher Hinweis (H) ausgegeben wird.
  8. Kraftfahrzeug (K) zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einem aus Sensoren (1-4) bestehenden Umgebungsüberwachungssystem, durch welches in Erfassungsbereichen (E1-E6) befindliche, potentielle Kollisionshindernisse (KH1, KH2) erfassbar sind und mit wenigstens einer Auswerte- und Steuereinrichtung (11), mit der das Auftreten und das Entfallen eines Kollisionsrisikos bewertbar ist, wobei die Auswerte- und Steuereinrichtung (11) signaltechnisch mit den Sensoren (1-4) des Umgebungsüberwachungssystems verbunden ist und bei Auftreten und Entfallen eines Kollisionsrisikos durch die Auswerte- und Steuereinrichtung (11) Steuersignale (S) zur Ansteuerung wenigstens einer Türverriegelungseinrichtung (12) erzeugbar sind, derart, dass bei einem Auftreten eines Kollisionsrisikos die Türverriegelungseinrichtung (12) aktivierbar und bei einem Entfallen des Kollisionsrisikos die Türverriegelungseinrichtung (12) desaktivierbar ist, dadurch gekennzeichnet , dass bei Auftreten und/oder Entfallen eines Kollisionsrisikos durch die Auswerte- und Steuereinrichtung (11) Steuersignale (S) zur Ansteuerung wenigstens eines Gurtstraffers (6) und/oder wenigstens eines Teils einer Ambientebeleuchtung (15) erzeugbar sind.

Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines stehenden Kraftfahrzeugs mit den Merkmalen vom Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Aus der DE 10 2007 036 079 A1 ist ein Verfahren bekannt, bei dem mittels Sensoren die Umgebung des Kraftfahrzeugs überwacht und bei einem bestehenden Kollisionsrisiko durch ein Hindernis mit einer Fahrzeugtür ein Warnsignal abgegeben wird, sobald ein Öffnen der Fahrzeugtür beabsichtigt ist. Das Warnsignal kann als optisches, akustisches oder auch als haptisches Signal ausgebildet sein. Zusätzlich zur Ausgabe eines Warnsignals kann das Öffnen einer gefährdeten Tür blockiert oder verzögert werden. Um Fehlalarme zu vermeiden und möglichst nur diejenigen Türen zu überwachen, die tatsächlich kollisionsgefährdet sind, wird zusätzlich die Besetzung der Fahrzeugsitze überwacht. In der DE 195 37 619 A1 ist ein Verfahren zum Betrieb eines stehenden Kraftfahrzeugs beschrieben. Auch hierbei werden durch geeignete Sensoren sich dem Kraftfahrzeug nähernde Personen oder Fahrzeuge detektiert. Bei einer Annäherung eines solchen potentiellen Hindernisses wird die Öffnung einer Fahrzeugtür des Kraftfahrzeugs blockiert. Zusätzlich kann ein optisches und/oder akustisches Signal auf die Annäherung eines Kollisionshindernisses aufmerksam machen. Die DE 100 04 161 A1 offenbart eine adaptive Türsicherung für Kraftfahrzeuge. Konkret wird das Umfeld des Kraftfahrzeugs durch Sensoren überwacht. Beabsichtigt ein Fahrzeuginsasse das Öffnen einer Tür und wird ein bewegtes oder ruhendes Objekt erkannt, welches ein Kollisionsrisiko für eine zu öffnende Tür darstellt, erfolgt eine akustische Warnung und die Tür wird blockiert. Im Falle eines ruhenden Objektes wird die Tür zeitverzögert wieder entriegelt. Aus der DE 10 2004 040 399 A1 ist ein Türüberwachungssystem bekannt, bei dem über Sensoren eine Kollisionsgefahr einer Tür mit potentiellen Hindernissen erkannt wird. Durch eine Steuereinrichtung kann ein Warnsignal in zwei Warnstufen initiiert werden. Eine höhere Warnstufe wird dann ausgegeben, wenn bei Kollisionsgefahr auch ein beabsichtigtes Öffnen der Tür erfasst wird. Die höhere Warnstufe kann auch mit einem haptischen Warnsignal verbunden sein. Der US 2005/0 242 618 A1 ist ein Sensorsystem zum Schutz einer Fahrzeugtür zu entnehmen, bei dem ebenfalls ein potentielles Kollisionsrisiko für die Fahrzeugtür erfasst wird und in Abhängigkeit davon ein Öffnen der Fahrzeugtür blockiert wird. Über einen Notschalter kann die Blockierung der Fahrzeugtür aufgehoben werden. Bei den oben genannten Verfahren wird bei Auftreten eines Kollisionsrisikos und einer bestehenden Öffnungsabsicht einer Tür lediglich eine automatische (selbsttätige) Verriegelung der entsprechenden Tür durchgeführt. Eine selbsttätige Entriegelung findet nicht statt. Nach Entfall des Kollisionsrisikos muss die einmal verriegelte Tür bei einem Öffnungswunsch des Fahrzeuginsassen daher manuell von diesem entriegelt werden. Dies kann bei einem Fahrzeuginsassen, je nach Alter oder gesundheitlichem Zustand, unter Umständen Hilflosigkeit oder gar Panik auslösen. Abhilfe schafft hier die den Oberbegriff des Anspruchs 1 bildende CN 1 689 876 A. Konkret wird ein Fahrzeugtür-Kollisionsvermeidungssystem eines Fahrzeugs mit ersten Sensoren in den Außenspiegeln und zweiten Sensoren in Türöffnern der Fahrzeugtüren beschrieben. Bei Stillstand des Fahrzeugs werden die Sensoren aktiviert. Sobald der erste Sensor ein sich bewegendes Objekt im Fahrzeugumfeld und der zweite Sensor eine Bewegung einer Hand zum Türöffner erfasst, wird über einen Steuerkreis ein Verriegelungssignal für die Fahrzeugtüren erzeugt. Dies wird optisch und akustisch über eine Warnlampe und Lautsprecher signalisiert. Wird innerhalb einer bestimmten Zeitspanne nach Erfassung des Objektes kein weiteres Kollisionsrisiko erkannt, wird über den Steuerkreis wieder ein Entriegelungssignal an die Türöffner ausgegeben Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, die bekannten Verfahren zu verbessern und einem Fahrzeuginsassen noch ein Mehr an Hilfestellung zu bieten. Die vorliegende Aufgabe wird mit einem Verfahren mit allen Merkmalen von Patentanspruch 1 und durch ein Kraftfahrzeug mit allen Merkmalen von Patentanspruch 8 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen oder Ausgestaltungen des Verfahrens sind den jeweils abhängigen Ansprüchen zu entnehmen. Die erfindunggemäßge Ausführungsform geht aus von einem Verfahren zum Betrieb eines stehenden Kraftfahrzeugs, bei dem durch ein Umgebungsüberwachungssystem wenigstens ein Erfassungsbereich in der Umgebung des Kraftfahrzeugs überwacht wird. Bei einem auftretenden Kollisionsrisiko wenigstens einer Fahrzeugtür mit einem potentiellen Kollisionshindernis wird eine selbsttätige, d. h. automatische Verriegelung der wenigstens einen Tür initiiert. Unter einem stehenden Kraftfahrzeug im Sinne der Erfindung soll auch ein solches Kraftfahrzeug verstanden werden, welches nicht absolut still steht, welches also durchaus noch eine geringfügig über 0 km/h liege