DE-102017112085-B4 - Künstliche Augenlinse mit darin ausgebildetem Medikamentendepot und Verfahren zum Herstellen einer künstlichen Augenlinse
Abstract
Künstliche Augenlinse (1) mit einem optischen Teil (2), der eine in Richtung einer optischen Hauptachse (A) der künstlichen Augenlinse (1) betrachtet erste optische Seite (4) und eine gegenüberliegende zweite optische Seite (5) aufweist, und eine Haptik (3) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass in einer den optischen Teil (2) zumindest bereichsweise umgebend und zur Haptik (3) unterschiedlichen Einfassung (6) der künstlichen Augenlinse (1) eine Struktur mit zumindest einer Vertiefung ausgebildet ist, wobei die Struktur (7, 8) als Mikroperforation mit einer Vielzahl von Perforationszonen (7a, 8a) ausgebildet ist und zumindest einige Perforationszonen (7a, 8a) zur Erzeugung eines Medikamentendepots mit zumindest einem Medikament zumindest bereichsweise gefüllt sind.
Inventors
- Michael Kaschke
- Manfred Dick
- Mario Gerlach
Assignees
- CARL ZEISS MEDITEC AG
Dates
- Publication Date
- 20260507
- Application Date
- 20170601
Claims (12)
- Künstliche Augenlinse (1) mit einem optischen Teil (2), der eine in Richtung einer optischen Hauptachse (A) der künstlichen Augenlinse (1) betrachtet erste optische Seite (4) und eine gegenüberliegende zweite optische Seite (5) aufweist, und eine Haptik (3) aufweist, dadurch gekennzeichnet , dass in einer den optischen Teil (2) zumindest bereichsweise umgebend und zur Haptik (3) unterschiedlichen Einfassung (6) der künstlichen Augenlinse (1) eine Struktur mit zumindest einer Vertiefung ausgebildet ist, wobei die Struktur (7, 8) als Mikroperforation mit einer Vielzahl von Perforationszonen (7a, 8a) ausgebildet ist und zumindest einige Perforationszonen (7a, 8a) zur Erzeugung eines Medikamentendepots mit zumindest einem Medikament zumindest bereichsweise gefüllt sind.
- Künstliche Augenlinse (1) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , dass die mit zumindest einem Medikament zumindest bereichsweise gefüllten Perforationszonen (7a, 8a) als Sacklöcher ausgebildet sind.
- Künstliche Augenlinse (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass der optische Teil (2) einen Durchmesser (d) größer 6 mm, insbesondere größer 6,5 mm aufweist.
- Künstliche Augenlinse (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass eine weitere Struktur (9) als künstliche Aperturblende in dem optischen Teil (2) in einem radialen Abstand von größer oder gleich 3 mm zur optischen Hauptachse (A) als Mikroperforation in dem optischen Teil (2) ausgebildet ist.
- Künstliche Augenlinse (1) nach Anspruch 4 , dadurch gekennzeichnet , dass die Mikroperforation derart ausgebildet ist, dass die Aperturblende abhängig vom einfallenden Licht in ihrer Öffnungsweite automatisch veränderbar ist.
- Künstliche Augenlinse (1) nach Anspruch 4 oder 5 , dadurch gekennzeichnet , dass die Mikroperforation eine Vielzahl von Perforationszonen (9a) aufweist, die bezüglich ihres Abstandes zueinander unterschiedlich angeordnet sind, insbesondere statistisch verteilt zueinander angeordnet sind, und/oder bezüglich ihrer Lage zueinander unterschiedlich angeordnet sind, insbesondere statistisch verteilt zueinander angeordnet sind, und/oder bezüglich ihren Abmessungen, insbesondere einem Zonendurchmesser und/oder einer Zonentiefe, zueinander unterschiedlich ausgebildet sind.
- Künstliche Augenlinse (1) nach einem der Ansprüche 4 bis 6 , dadurch gekennzeichnet , dass die Mikroperforation zumindest eine Perforationszone (9a) aufweist, die ein Ringkanal ist.
- Künstliche Augenlinse (1) nach einem der Ansprüche 4 bis 7 , dadurch gekennzeichnet , dass die Mikroperforation zumindest eine Perforationszone (9a) aufweist, die mit zumindest einem bezüglich des Absorptionsverhaltens wellenlängenselektiven Farbstoff zumindest bereichsweise gefüllt sind.
- Künstliche Augenlinse (1) nach Anspruch 7 und 8 , dadurch gekennzeichnet , dass in zumindest eine Perforationszone (9a) eine in radialer Richtung zur optischen Hauptachse (A) bezüglich des Absorptionsverhaltens variierende Farbstoffzusammensetzung eingebracht ist, bei welcher mit zunehmender Intensität des einfallenden Lichts das Absorptionsverhalten in radialer Richtung zur optischen Hauptachse (A) nach innen betrachtet zunimmt.
- Künstliche Augenlinse (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass der optische Teil (2) eine weitere Struktur (10) aufweist, die als Mikroperforation und zumindest bereichsweise umlaufend um die optische Hauptachse (A) des optischen Teils (2) ausgebildet ist, wobei die weitere Struktur (10) in dem optischen Teil (2) in einem ersten Radiusintervall zwischen 1,5 mm und 2,5 mm zur optischen Hauptachse (A) und/oder in einem zweiten Radiusintervall zwischen 3,0 mm und 4,0 mm zur optischen Hauptachse (A) ausgebildet ist.
- Künstliche Augenlinse (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass die Struktur (7, 8) und/oder eine weitere Struktur (9, 10) als Laserstruktur ausgebildet ist bzw. sind.
- Verfahren zum Herstellen einer künstlichen Augenlinse (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei welchem zumindest eine Struktur (7, 8, 9, 10) mit einer Laser-Vorrichtung (11) erzeugt wird, und ein gepulster Laserstrahl mit einer Pulslänge zwischen 100 fs und 20 ps, einer Wellenlänge zwischen 200 nm und 1100 nm, einer Pulswiederholrate zwischen 1 kHz und 10 Mhz, einem Fokusdurchmesser von kleiner als 5 µm und einer Leistungsdichte von größer als 10 8 W/cm 2 erzeugt wird und auf das Material der Augenlinse (1) einwirkt.
Description
Technisches Gebiet Die Erfindung betrifft eine künstliche Augenlinse mit einem optischen Teil, der eine in Richtung einer optischen Hauptachse der Augenlinse betrachtet erste optische Seite und eine gegenüberliegende zweite optische Seite aufweist. Die multifokale, künstliche Augenlinse weist darüber hinaus eine Haptik auf, mittels welcher die Augenlinse in einem Auge positionierbar ist. Die Augenlinse weist eine den optischen Teil zumindest teilweise umgebende und zur Haptik unterschiedliche Einfassung auf. In der Haptik und/oder dieser Einfassung ist eine Struktur mit zumindest einer Vertiefung ausgebildet. Des Weiteren betrifft die Erfindung auch ein Verfahren zum Herstellen einer derartigen Linse mittels eines Lasers. Stand der Technik Multifokale, künstliche Augenlinsen sind aus dem Stand der Technik vielfältigst bekannt. Insbesondere sind dazu Intraokularlinsen bekannt, die die natürliche Linse im Auge ersetzen und diesbezüglich implantiert sind. Aus der CN 202 472 154 U ist eine Kontaktlinse bekannt, die einen optisch wirksamen Bereich aufweist. In einem radial nach außen anschließenden optisch nicht wirksamen Bereich sind Mikroporen ausgebildet in denen ein Medikament enthalten sein kann. Aus der CN 203 220 483 U ist eine Intraokularlinse bekannt, die einen optischen Teil und daran anschließend halbmondförmige Verbindungsstücke aufweist. In dem Verbindungsstück sind Vertiefungen ausgebildet, in denen ein Medikament enthalten sein kann. Aus der US 2017/0143477 A1 sind maskierte intraokulare Implantate und Linsen bekannt. Aus der US 2010/0082017 A1 ist eine Intraokularlinse bekannt, bei welcher in einem haptischen Teil als auch in einem optischen Teil Schlitze ausgebildet sind, um die mechanische Charakteristik und auch die Strukturcharakteristik der Linse zu modifizieren. Diese länglichen Schlitze sind im Inneren der Intraokularlinse ausgebildet, insbesondere mit einem Laser. Darüber hinaus ist aus der US 2004/0032566 A1 ein Verfahren zur Markierung einer Intraokularlinse mittels Laser bekannt. Mit dem Laser wird eine Mikroperforierung des optischen Teils der Linse durchgeführt. Bekannt ist es auch, dass bei der Implantation von künstlichen Augenlinsen Komplikationen auftreten können, die bei der Operation, während des Ausheilprozesses nach der Operation oder auch gegebenenfalls erst später auftreten können. Dazu ist dann gegebenenfalls zusätzlich wiederum eine Nachbehandlung mit einem chirurgischen Eingriff erforderlich, um die Beeinträchtigungen ausheilen zu können. Darstellung der Erfindung Es ist eine Aufgabe der Erfindung, eine künstliche Augenlinse zu schaffen, deren Funktionalität verbessert ist. Des Weiteren ist es Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zu schaffen, um eine derartige Linse herstellen zu können. Ein Aspekt der Erfindung betrifft eine künstliche Augenlinse, die einen optischen Teil aufweist, mittels welchem die optische Abbildungseigenschaft der Augenlinse charakterisiert ist. Dieser optische Teil weist eine erste optische Seite und eine in Richtung der optischen Hauptachse dieser Augenlinse betrachtet gegenüberliegende zweite optische Seite auf. Die künstliche Augenlinse weist des Weiteren eine Haptik auf. Mit der Haptik ist die Augenlinse positionell in einem Auge gehalten. Die künstliche Augenlinse weist zusätzlich zur Haptik eine den optischen Teil zumindest bereichsweise umgebende und zur Haptik unterschiedliche Einfassung auf. Diese Einfassung ist dann weder Bestandteil des optischen Teils noch ist sie Bestandteil insbesondere von Bügeln einer Haptik, wenn eine derartige Haptik vorhanden ist. Die künstliche Augenlinse weist eine Struktur auf, die zumindest eine Vertiefung aufweist. Die Struktur ist als Mikroperforation mit einer Vielzahl von einzelnen und separaten Perforationszonen ausgebildet. Als Mikroperforation ist eine Perforation zu verstehen, die Perforationen mit einer Längserstreckung im Bereich von Mikrometern und/oder im Bereich von Nanometern aufweist. Zumindest einige Perforationszonen sind als Medikamentendepot ausgebildet und sind mit zumindest einem Medikament zumindest bereichsweise gefüllt. Durch eine derartige Ausgestaltung ist eine künstliche Augenlinse geschaffen, die in sich selbst zumindest ein Medikament beinhaltet. Die Funktionalität der Augenlinse ist dadurch erhöht. Neben ihrer primären Aufgabe, das optische Sehvermögen eines Auges zu verbessern, ist durch diese Ausführungsform der Erfindung auch noch die zusätzliche Funktion inhärent, als Medikamententräger zu dienen. Durch eine derartige künstliche Augenlinse ist es somit auch erreicht, dass für eine medikamentöse Behandlung während eines operativen Eingriffs insbesondere zum Implantieren einer als Intraokularlinse ausgebildeten künstlichen Augenlinse, und/oder beim Heilungsprozess nach einem derartigen operativen Eingriff und/oder für eine dann auch nach dem Ausheilungsprozess nachhaltige Aufrechterhaltung des Gesundheitszustands das Medikament im Auge bereits jeweils vorhanden ist. Das Medika