DE-102017120764-B4 - Kran
Abstract
Kran, insbesondere Mobilkran, mit einem Gitterausleger (10), einem Derrickausleger (40) und einer vom Derrickausleger (40) zur Auslegerspitze (11) geführten Auslegerabspannung (20), wobei wenigstens ein Abspannbock (30) vorgesehen ist, der zwischen Derrickausleger (40) und Auslegerspitze (11) am Gitterausleger (10) befestigt ist und mit der Auslegerabspannung (20) verbunden ist, wobei die Konstruktion des Auslegerabspannbockes (30) zur Übertragung von Druck- und/oder Querkräften geeignet ist, um im Kranbetrieb über die Abspannung (20) eine Druck- und/oder Querkraft auf den Ausleger (10) aufzubringenl dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Abspannbock (30) wenigstens zwei miteinander verbundene Seitenelemente (30a, 30b) umfasst, und wobei der wenigstens eine Abspannbock (30) in räumlicher Gitterbauweise konstruiert ist.
Inventors
- Thomas STANGL
Assignees
- LIEBHERR-WERK EHINGEN GMBH
Dates
- Publication Date
- 20260507
- Application Date
- 20170908
- Priority Date
- 20160912
Claims (10)
- Kran, insbesondere Mobilkran, mit einem Gitterausleger (10), einem Derrickausleger (40) und einer vom Derrickausleger (40) zur Auslegerspitze (11) geführten Auslegerabspannung (20), wobei wenigstens ein Abspannbock (30) vorgesehen ist, der zwischen Derrickausleger (40) und Auslegerspitze (11) am Gitterausleger (10) befestigt ist und mit der Auslegerabspannung (20) verbunden ist, wobei die Konstruktion des Auslegerabspannbockes (30) zur Übertragung von Druck- und/oder Querkräften geeignet ist, um im Kranbetrieb über die Abspannung (20) eine Druck- und/oder Querkraft auf den Ausleger (10) aufzubringenl dadurch gekennzeichnet , dass der wenigstens eine Abspannbock (30) wenigstens zwei miteinander verbundene Seitenelemente (30a, 30b) umfasst, und wobei der wenigstens eine Abspannbock (30) in räumlicher Gitterbauweise konstruiert ist.
- Kran nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , dass der wenigstens eine Abspannbock (30) in räumlicher Gitterbauweise aus Faserverbundwerkstoffen konstruiert ist.
- Kran nach Anspruch 1 oder 2 , dadurch gekennzeichnet , das der Abspannbock (30) rechteckig oder V-förmig oder trapezförmig ausgeführt ist, insbesondere zur Spreizung der Abspannung (20).
- Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass der wenigstens eine Abspannbock (30) um eine senkrecht zur Auslegerlängsachse stehende Schwenkachse schwenkbar am Gitterausleger (10) gelagert oder fest mit dem Gitterausleger (10) verbunden ist.
- Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass die Abspannung (20) beweglich am Abspannbock (30) gelagert bzw. geführt ist oder starr mit diesem verbunden ist.
- Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass der wenigstens eine Abspannbock (30) im mittleren Auslegerbereich angebracht ist.
- Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass genau ein einziger Abspannbock (30) am Gitterausleger (10) angeordnet ist oder mehrere Böcke hintereinander am Auslegersystem gelagert sind, so dass die verbleibende Hauptauslegerlänge vom obersten Abspannbock bis zur Aulsgerspitze (11) etwa ein Drittel der gesamten Hauptauslegerlänge beträgt.
- Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass die Abspannung (20) den Wippantrieb des Krans darstellt.
- Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass der Abspannbock (30) geeignet ist, die auf das Auslegersystem einwirkenden Zugkräfte aufzunehmen.
- Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, daurch gekennzeichnet, dass die Länge des wenigstens einen Abspannbockes (30) verstellbar ist, idealerweise während des Kranbetriebes.
Description
Die Erfindung betrifft einen Kran, insbesondere Mobilkran, mit einem Gitterausleger, einem Derrickausleger und einer vom Derrickausleger zur Auslegerspitze geführten Auslegerabspannung, wobei wenigstens ein Abspannbock vorgesehen ist, der zwischen Derrickausleger und Auslegerspitze am Ausleger befestigt und mit der Auslegerspannung verbunden ist. Es ist hinlänglich bekannt, Gitterausleger im Kranbetrieb abzuspannen. Die eingesetzte Abspannung verläuft in der Regel über den Auslegerrücken, wobei die Abspannung an den jeweiligen Endbereichen mit dem Kran bzw. Ausleger verbunden ist. Um beim Aufrichten und während des Kranbetriebs die Durchbiegung von Auslegern zu begrenzen, ist es bereits bekannt, zwischen den Verbindungspunkten der Abspannung eine Zusatzabspanneinrichtung, bspw. in Form einer weiteren Abspannstütze, einzusetzen, über die die Abspannung verläuft. Durch die dadurch bedingte Abwinkelung der Abspannung ergibt sich in der Zusatzabspanneinrichtung eine nach oben gerichtete Zugkraft, sofern die Abspannung belastet wird. Diese Zugkraft zieht den Ausleger nach oben und begrenzt dadurch die gesamte Durchbiegung des Auslegersystems. Üblicherweise wurden die Zusatzabspanneinrichtung als Seilkonstruktion oder leichte Stahlkonstruktionen ausgeführt. In 1a ist eine Prinzipskizze eines solchen Auslegersystems dargestellt. Hierbei ist ein Gitterausleger 1 mittels einer Abspannung 2 abgespannt. Eine zusätzliche Abspannstütze 3, die im mittleren Bereich des Auslegers 1 montiert ist, überträgt eine durch die Abspannung 2 aufgebrachte Zugspannung auf den Ausleger 1, sodass dessen Durchbiegung im Bereich der Zusatzabspanneinrichtung 3 begrenzt wird. 1b veranschaulicht die Durchbiegung des Auslegers ohne zusätzliche Abspannstütze, während 1c die durch die Stütze 3 begrenzte Durchbiegung des Auslegers 1 verdeutlicht. Die schraffierten Linien 1b, 1c zeigen die mögliche Durchbiegung des Auslegers 1 während des Aufrichtens bzw. des Betriebs des Krans. Inzwischen werden Krane bzw. Kranausleger immer länger dimensioniert, was zu größeren Verformungen des Auslegersystems im Kranbetrieb führt. Ein zunehmendes Problem ist hier die seitliche Verformung des Auslegersystems durch angreifende Querkräfte, z. Bsp. durch Wind, Schrägstellung, Imperfektionen. Ein Beispiel zeigt 2, die eine Rückansicht auf den Kran zeigt. Der Ausleger 1 wird durch die angreifende Querkraft FQ seitlich verformt. Die seitliche Verformung wird durch Anhängen der Last 100 am Lasthaken 101 zusätzlich vergrößert. Eine Rolle spielt hier die Theorie 2. Ordnung, d.h. es wird das Gleichgewicht am verformten System betrachtet. Kräfte, die am unverformten System keinen Einfluss hatten, erhalten nun einen Einfluss. Aufgrund von Schrägstellung α oder einer Querlast 102, wie bspw. Wind, erfährt der Ausleger 1 eine Auslenkung aus seiner idealen Ausrichtung in der Wippebene 103. Die Abspannung 20 leitet eine Haltekraft in den Hauptausleger 1 ein, zudem leitet diese gemäß der Darstellung in 2 eine weitere Querkraft FQ, Absp in den Hauptausleger 1 ein, was die seitliche Verformung des Auslegers 1 zusätzlich verstärkt. Weiterhin treten im Kranbetrieb Biegemomente am Auslegersystem auf, insbesondere bei steilgestelltem Ausleger 1 und einer angehängten Last. Gezeigt ist dies beispielsweise in den 3a, 3b, die eine Krankonfiguration mit fester Spitze (3a) und mit wippbarer Spitze (3b) zeigen. Eine vom Derrickausleger 4 verlaufende Abspannung 2 zur Auslegerspitze dient gleichzeitig als Wippantrieb des Auslegers 1. Für beide Krankonfigurationen ist das Verhalten vergleichbar. Während des Kranbetriebs bei steilgestelltem Ausleger 1 treten nach hinten oder oben hohe Biegemomente MB im Bereich der Auslegerspitze bzw. des oberen Teil des Auslegers 1 auf, was durch die schraffierte Fläche angedeutet ist. Konventionelle Zusatzabspannstangen können diesem Biegemoment nicht entgegenwirken, da durch diese lediglich eine Zugkraft in das Auslegersystem 1 einbringbar ist, d.h. theoretisch das Biegemoment weiter vergrößert wird. Aus diesem Grund werden die Zusatzabspannstangen 3 oftmals nur während des Aufrichtens eingesetzt. Aus der DE 36 40 068 A1 und der JP S59-15 686 U ist jeweils ein gattungsgemäßer Kran bekannt. Ein ähnlicher Kran ist aus der DE 31 05 771 A1 bekannt. Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine verbesserte Abspannung eines Auslegers bereitzustellen, die insbesondere größere Traglasten im Kranbetrieb ermöglicht. Gelöst wird diese Aufgabe durch einen Kran gemäß den Merkmalen des Anspruchs 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen des Krans sind Gegenstand der sich an den Hauptanspruch anschließenden Unteransprüche. Erfindungsgemäß wird ein Kran mit einem Gitterausleger, einem Derrickausleger und einer vom Derrickausleger zur Auslegerspitze geführten Auslegerabspannung ausgestattet. Vorzugsweise handelt es sich bei dem Derrickausleger um einen feststehenden Derrickausleger. Weiterhin ist die Auslegerabspannung mit wenigstens einem Abspannbock verbunden und verläu