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DE-102018116060-B4 - Lenkvorrichtung für ein Fahrzeug

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Abstract

Lenkvorrichtung für ein Fahrzeug (34), mit einer Lenkachse (A), um welche die Lenkvorrichtung (1) drehbar ist, einem Griffabschnitt (3) für einen Fahrer (32), einer Nabe (4) zur Verbindung der Lenkvorrichtung (1) mit einer Lenksäule des Fahrzeugs (34), einer Speiche (5), die den Griffabschnitt (3) und die Nabe (4) miteinander verbindet, sowie einem Speichengassack (20) zum Schutz der oberen Extremitäten (30) des Fahrers (32), wobei auf einer im eingebauten Zustand der Lenkvorrichtung (1) einer Instrumententafel (36) des Fahrzeugs (34) zugewandten Rückseite der Speiche (5) ein Aufnahmeraum (21) für den Speichengassack (20) ausgebildet ist, und wobei sich der Speichengassack (20) im aufgeblasenen Zustand vom Aufnahmeraum (21) aus hinter den Griffabschnitt (3) der Lenkvorrichtung (1) erstreckt.

Inventors

  • Stefan Sapountzis

Assignees

  • ZF Automotive Safety Germany GmbH

Dates

Publication Date
20260507
Application Date
20180703

Claims (8)

  1. Lenkvorrichtung für ein Fahrzeug (34), mit einer Lenkachse (A), um welche die Lenkvorrichtung (1) drehbar ist, einem Griffabschnitt (3) für einen Fahrer (32), einer Nabe (4) zur Verbindung der Lenkvorrichtung (1) mit einer Lenksäule des Fahrzeugs (34), einer Speiche (5), die den Griffabschnitt (3) und die Nabe (4) miteinander verbindet, sowie einem Speichengassack (20) zum Schutz der oberen Extremitäten (30) des Fahrers (32), wobei auf einer im eingebauten Zustand der Lenkvorrichtung (1) einer Instrumententafel (36) des Fahrzeugs (34) zugewandten Rückseite der Speiche (5) ein Aufnahmeraum (21) für den Speichengassack (20) ausgebildet ist, und wobei sich der Speichengassack (20) im aufgeblasenen Zustand vom Aufnahmeraum (21) aus hinter den Griffabschnitt (3) der Lenkvorrichtung (1) erstreckt.
  2. Lenkvorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , dass sich der Speichengassack (20) im aufgeblasenen Zustand derart zwischen der Rückseite der Speiche (5) und einer Instrumententafel (36) des Fahrzeugs (34) erstreckt, dass die oberen Extremitäten (30) des Fahrers (32) geführt und/oder geschützt sind.
  3. Lenkvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2 , dadurch gekennzeichnet , dass sich der Speichengassack (20) im aufgeblasenen Zustand vom Aufnahmeraum (21) radial nach außen erstreckt.
  4. Lenkvorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass sich der Speichengassack (20) im aufgeblasenen Zustand seitlich am Griffabschnitt (3) vorbei in Richtung zum Fahrer (32) erstreckt.
  5. Lenkvorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass der Speichengassack (20) im aufgeblasenen Zustand in Umfangsrichtung teilringförmig ausgestaltet ist.
  6. Lenkvorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass mehrere Speichen (5) und mehrere Speichengassäcke (20) vorgesehen sind, wobei die Speichengassäcke (20) im aufgeblasenen Zustand gemeinsam eine im Wesentlichen ringförmige Struktur in Umfangsrichtung ausbilden.
  7. Lenkvorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass der im Aufnahmeraum (21) der Speiche (5) aufgenommene Speichengassack (20) thermofixiert ist.
  8. Lenkvorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass auf einer im eingebauten Zustand der Lenkvorrichtung (1) einem Fahrzeugsitz (38) des Fahrzeugs (34) zugewandten Vorderseite der Nabe (4) ein in Richtung zum Fahrer (32) entfaltbarer Nabengassack (10) angeordnet ist, wobei ein Gasgenerator vorgesehen ist, der sowohl mit dem Nabengassack (10) als auch mit dem Speichengassack (20) in Strömungsverbindung steht.

Description

Die Erfindung betrifft eine Lenkvorrichtung für ein Fahrzeug. Kraftfahrzeuge sind inzwischen meist mit einem Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystem ausgerüstet, welches bei einem Unfall des Fahrzeugs ausgelöst wird. Das Rückhaltesystem weist insbesondere einen fahrerseitigen Frontgassack auf, um Kopf und Thorax des Fahrers zu schützen. Dieser Frontgassack ist üblicherweise als Nabengassack ausgeführt, also auf einer dem Fahrer zugewandten Vorderseite des Lenkrads im zentralen Bereich einer Lenkradnabe untergebracht. Im Falle einer Vorverlagerung des Fahrers können somit insbesondere dessen Kopf und Oberkörper durch den Nabengassack abgefangen werden. So zeigt die DE 199 51 029 A1 einen fahrerseitigen Frontgassack, der im zentralen Bereich der Lenkradnabe untergebracht ist, wobei der Gassack mit Bezug auf die Lenkradnabe seitlich austritt und sich durch einen Lenkradkranz nach vorne entfaltet, um Kopf und Oberkörper des Fahrers abzufangen. In der DE 10 2016 002 086 A1 ist zusätzlich zu einem in der Lenkradnabe untergebrachten Frontgassack noch ein weiterer Gassack vorgesehen, der unterhalb einer Lenkwelle angeordnet ist und sich bei einer schrägen Kollision des Fahrzeugs nach hinten und oben entfaltet. Die US 2001/0017460 A1 beschreibt einen fahrerseitigen Frontgassack, der als Nabengassack ausgeführt ist, wobei der Gassack so gefaltet ist, dass sich Teile des gefalteten Gassackpakets bis in den Speichenbereich eines Lenkrads erstrecken. Schließlich ist in der US 2017/0355341 A1 ein fahrerseitiger Frontgassack offenbart, der als Nabengassack ausgeführt und mit einem aufblasbaren Kopplungsabschnitt verbunden ist, wobei sich der Kopplungsabschnitt durch eine Öffnung des Lenkrads erstreckt, um ein unerwünschtes Verrutschen des Frontgassacks relativ zum Fahrzeuglenkrad zu verhindern. Aufgrund der hohen Beschleunigungswerte verlassen die Hände des Fahrers bei einem Fahrzeugaufprall häufig einen Griffabschnitt des Lenkrads und können sich dann zwischen einer Instrumententafel des Fahrzeugs und dem Lenkrad im Wesentlichen frei bewegen. Es ist daher möglich, dass die oberen Extremitäten, insbesondere Unterarme und Hände, an der Instrumententafel oder sonstigen Inneneinrichtungselementen des Fahrzeugs anschlagen, was für den Fahrer unangenehm sein kann. Aufgabe der Erfindung ist es, eine Lenkvorrichtung zu schaffen, die bei einem Aufprall des Fahrzeugs einen verbesserten Schutz für die oberen Extremitäten des Fahrers aufweist. Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch eine Lenkvorrichtung für ein Fahrzeug, mit einer Lenkachse, um welche die Lenkvorrichtung drehbar ist, einem Griffabschnitt für einen Fahrer, einer Nabe zur Verbindung der Lenkvorrichtung mit einer Lenksäule des Fahrzeugs, einer Speiche, die den Griffabschnitt und die Nabe miteinander verbindet, sowie einem Speichengassack zum Schutz der oberen Extremitäten des Fahrers, wobei auf einer im eingebauten Zustand der Lenkvorrichtung einer Instrumententafel des Fahrzeugs zugewandten Rückseite der Speiche ein Aufnahmeraum für den Speichengassack ausgebildet ist, und wobei sich der Speichengassack im aufgeblasenen Zustand vom Aufnahmeraum aus hinter den Griffabschnitt der Lenkvorrichtung erstreckt. Im Sinne der vorliegenden Erfindung soll unter einer Lenkvorrichtung insbesondere ein handelsübliches Lenkrad gemäß der zweckmäßigen Verwendung in einem Kraftfahrzeug verstanden werden. Demgemäß kann das Lenkrad neben einem Lenkradskelett unter anderem einen Lenkradbezug, Blendenelemente, Verschalungen, Bedienelemente oder dergleichen aufweisen. Ein solches Lenkrad umfasst üblicherweise einen Lenkradkranz als Griffabschnitt, eine zentrale Lenkradnabe zur Verbindung mit einer Lenksäule des Fahrzeugs und wenigstens eine Lenkradspeiche, welche die Lenkradnabe mit dem Lenkradkranz verbindet. Die Erfindung betrifft jedoch auch andere Konstruktionen von Lenkvorrichtungen, bei denen zum Beispiel der Griffabschnitt nicht als umlaufender Lenkradkranz eines herkömmlichen Lenkrads ausgeführt ist. Begriffe wie „Vorderseite“ oder „Rückseite“ beziehen sich im Rahmen dieser Erfindung auf eine im Fahrzeug eingebaute Lenkvorrichtung aus Sicht des Fahrers. So beschreibt beispielsweise eine Rückseite der Speiche einen Speichenabschnitt, der einer Instrumententafel des Fahrzeugs zugewandt ist. Folglich entspricht ein Raum „hinter“ der Speiche oder dem Griffabschnitt einem Bereich zwischen der Instrumententafel und der Speiche bzw. dem Griffabschnitt. Eine Vorderseite der Speiche beschreibt entsprechend einen Speichenabschnitt, der dem Fahrer, insbesondere einem Oberkörper des Fahrers, oder einem Fahrzeugsitz zugewandt ist. Folglich entspricht ein Raum „vor“ der Speiche oder dem Griffabschnitt einem Bereich zwischen dem Oberkörper des Fahrers und der Speiche bzw. dem Griffabschnitt. Auf der Rückseite der Lenkvorrichtung ist entlang der Speiche, zwischen dem Griffabschnitt und der Nabe, ein Aufnahmeraum zur Aufnahme des Speichengassacks ausgebildet. Vorzugsweise ist der Aufnahmeraum in bz