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DE-102018129616-B4 - Verfahren und System zur Beschleunigung und Verdünnung eines Abluftstroms

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Abstract

Verfahren zur Beschleunigung und zur Verdünnung eines Abluftstroms (4), umfassend: - Beschleunigen eines Luftstroms (10) mit einem Luftstrom-Gebläsesystem (11), - Ausrichten des beschleunigten Luftstroms (10) zu einem aus einem Abluftstromauslass (8) austretenden Abluftstrom (4) derart, dass ein - Beschleunigen und Verdünnen des Abluftstroms (4) stromabwärts des Abluftstromauslasses (8) durch den beschleunigten Luftstrom (10) erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass ein Umgebungsdruck und/oder eine Windgeschwindigkeit erfasst wird und dass die Leistung des Luftstrom-Gebläsesystems (11) in Abhängigkeit des Umgebungsdrucks und/oder der Windgeschwindigkeit geregelt wird.

Inventors

  • Christian Bolsmann
  • Albert Bach-Esteve

Assignees

  • SOLER & PALAU RESEARCH, S.L.U.

Dates

Publication Date
20260507
Application Date
20181123

Claims (9)

  1. Verfahren zur Beschleunigung und zur Verdünnung eines Abluftstroms (4), umfassend: - Beschleunigen eines Luftstroms (10) mit einem Luftstrom-Gebläsesystem (11), - Ausrichten des beschleunigten Luftstroms (10) zu einem aus einem Abluftstromauslass (8) austretenden Abluftstrom (4) derart, dass ein - Beschleunigen und Verdünnen des Abluftstroms (4) stromabwärts des Abluftstromauslasses (8) durch den beschleunigten Luftstrom (10) erfolgt, dadurch gekennzeichnet , dass ein Umgebungsdruck und/oder eine Windgeschwindigkeit erfasst wird und dass die Leistung des Luftstrom-Gebläsesystems (11) in Abhängigkeit des Umgebungsdrucks und/oder der Windgeschwindigkeit geregelt wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , dass der Abluftstrom (4) aus einem Innenraum (2), insbesondere einem Kochbereich (5), abgezogen wird und/oder dass der der Abluftstrom (4) in die Umgebung abgeben wird.
  3. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der Abluftstrom (4) stromaufwärts des Abluftstromauslasses (8) beschleunigt wird, dadurch gekennzeichnet , dass die Beschleunigung des Luftstroms (10) zu der Beschleunigung des Abluftstroms (4) geregelt wird.
  4. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass der Volumenstrom des beschleunigten Luftstroms (10) größer ist als der Volumenstrom des Abluftstroms (4) am Abluftstromauslass (8).
  5. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass der beschleunigte Luftstrom (10) parallel zu dem Abluftstrom (4) und/oder auf den Abluftstrom (4) gerichtet und/oder spiralförmig um den Abluftstrom (4) ausgerichtet wird.
  6. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass bei einem gemessenen Umgebungsdruck von mehr als 1,0 bar, die Leistung des Luftstrom-Gebläsesystems (11) auf 80% bis 100% der Maximalleistung (P MAX ) geregelt wird, und/oder dass bei einem gemessenen Umgebungsdruck von weniger als 1,0 bar, die Leistung des Luftstrom-Gebläsesystems (11) auf 0 bis weniger als 80% der Maximalleistung (P MAX ) geregelt wird.
  7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5 , dadurch gekennzeichnet , dass bei einer gemessenen Windgeschwindigkeit (v wind ) von 0,0 bis 0,2 m/s die Leistung des Luftstrom-Gebläsesystems (11) auf mindestens 80% bis 100% der Maximalleistung (P MAX ) geregelt wird, und/oder dass bei einer gemessenen Windgeschwindigkeit (v wind ) von 0,3 bis 5,4 m/s die Leistung des Luftstrom-Gebläsesystems (11) auf weniger als 80% bis höchstens 40% der Maximalleistung (P MAX ) geregelt wird, und/oder dass bei einer gemessenen Windgeschwindigkeit (v wind ) von 5,5 bis 13,8 m/s die Leistung des Luftstrom-Gebläsesystems (11) auf weniger als 40% der Maximalleistung (P MAX ) geregelt wird.
  8. System (1) mit einem Abluftstromauslass (8), einem Luftstrom-Gebläsesystem (11) und einer Regelungseinheit (14), die dazu eingerichtet ist, die Verfahrensschritte nach einem der vorherigen Ansprüche auszuführen.
  9. System (1) nach Anspruch 8 , dadurch gekennzeichnet , dass bei der Ausführung der Verfahrensschritte durch die Regelungseinheit (14) ein Computerprogramm, umfassend Befehle, die bei einer Ausführung des Computerprogramms die Verfahrensschritte bewirken, verwendet wird.

Description

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Beschleunigung und Verdünnung eines Abluftstroms nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein System zur Durchführung des Verfahrens. Ein gängiges Problem in Ballungsräumen stellen Abluftemissionen von Innenräumen, insbesondere von privat und gewerblich betriebenen Küchen, dar. Die Abluft der Innenräume enthält Fett-, Schmutz- und Geruchsbestandteile, welche benachbarte Gebäude durch Ablagerungen verschmutzen und die sich in der Umgebung aufhaltende Personen olfaktorisch wahrnehmen und stören. Zur Verringerung der Nachteile der Abluftemissionen sind Lösungen bekannt, welche der Abluft vor dem Ausstritt in die Umgebung Frischluft zumischen, auf diese Weise die Abluft verdünnen und dadurch Geruchsbelästigungen verringern. So ist aus der DE 27 59 072 A1 eine Vorrichtung zur Vermeidung von Geruchsbelästigungen von Stallungen bekannt. Dazu wird der Abluft des Stalls Frischluft zugeführt, was über Frischluftkanäle erfolgt, die am Endstück eines Entlüftungsschachtes in eine Deflektorhaube düsenförmig von unten nach oben gerichtet sind. Die DE 26 07 712 A1 beschreibt eine Abluftmischhaube für einen Kamin, welche eine umlaufende Öffnung zum Ansaugen von Außenluft aufweist. Die Außenluft wird durch eine Sogwirkung angesaugt und vermischt sich mit der Kaminabluft, sodass deren Schadstoffkonzentration beim Verlassen der Haube gesenkt werden kann. DD 2 19 053 A3 offenbart eine Vorrichtung zur Mischung von Abluft mit Umgebungsluft. Die Vorrichtung umfasst einen Mantelteil, welcher in Strömungsrichtung über dem Ende eines Abluftrohres angeordnet ist, sodass Umgebungsluft angesaugt wird, was zur Kühlung des Abgasrohres beitragen soll. Aus der DE 42 11 755 A1 und der US 4 654 508 A sind Backöfen mit einer Luftabzugseinrichtung bekannt, welche Wrasen bzw. Abluft über eine Einmündungsstelle in einen Strömungsschacht eintreten lässt, wobei die Wrasen bzw. Abluft über eine Sogwirkung in den Schacht angesaugt werden. Die DE 20 2007 012 095 U1 beschreibt ein Gleichluftsystem für eine Abzugshaube, welches eine Einrichtung für die Abluft und eine Einrichtung für die Zuluft umfasst, die derart ausgelegt sind, dass die Menge der abgeführten Luft durch zumindest die gleiche Menge an zugeführter Luft bereitgestellt wird. In der CN 2 06 973 657 U wird eine Abzugseinrichtung beschrieben, in welche mittels eines Kompressors Druckluft durch eine Düse in einen Ringkanal eingeblasen wird, sodass Rauch bzw. (Öl-)Dämpfe abgezogen werden. Dabei wird mit einem geringen Volumen an Druckluft ein Vielfaches an Abluft bewegt. In den oben genannten Druckschriften wird die Verdünnung der Abluft dadurch erreicht, dass Frischluft von der beschleunigten Abluft mitgerissen wird und anschließend eine Vermischung beider erfolgt. Die bloße Verdünnung der Abluft ist allerdings regelmäßig nicht ausreichend, um die oben beschriebenen Nachteile einer dauerhaften Abluftemission zu überwinden. Daher wurden weitere Anstrengungen unternommen, die Abluft so aufzubereiten, dass die störenden Fett-, Schmutz- und Geruchsbestandteile vor dem Austritt in die Umgebung entfernt werden. So beschreibt die DE 10 2012 012 689 A1 ein Verfahren zum Betreiben einer Küchenabluftanlage, in welchem die Küchenabluft mit einem Reinigungsmittel beaufschlagt wird, bevor die Abluft zum Abführkanal gelangt. Solche Verfahren sind jedoch sehr aufwendig und mit hohen Betriebskosten verbunden, da das Reinigungsmittel als Verbrauchsmaterial anfällt. Auch ist die Abluftanlage selbst aufwendig und wartungsintensiv ausgestaltet, da Komponenten innerhalb des Abführkanals regelmäßig gereinigt werden müssen. Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein effizientes Verfahren bereitzustellen, welches die Abluftemissionen von Innenräumen, insbesondere von Küchen und/oder Kochbereichen, für benachbarte Gebäude und die sich in der Umgebung aufhaltenden Personen zumindest derart verringert, dass diese Emissionen nicht mehr oder zumindest nicht mehr als störend wahrgenommen werden. Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst das Beschleunigen eines Luftstroms mit einem Luftstrom-Gebläsesystem und das Ausrichten des beschleunigten Luftstroms zu einem aus einem Abluftauslass austretenden Abluftstrom, sodass ein Beschleunigen des Abluftstroms stromabwärts des Abluftauslasses durch den beschleunigten Luftstrom erfolgt. Die Erfindung beruht damit auf dem Grundgedanken, dass die Abluft von der Emissionsquelle, insbesondere dem Abluftauslass, durch den Luftstrom wegbefördert und so eine Störung der Umgebung der Emissionsquelle vermieden wird. Damit werden eine Geruchsbelästigung und eine Verschmutzung der Umgebung durch in der Abluft mitgerissenen Fett-, Schmutz- und Geruchsbestandteile verhindert. Anschaulich betrachtet übernimmt der erfindungsgemäß eingesetzte Luftstrom eine Funktion, die üblicherweise von Schornsteinen übernommen wird, nämlich einen Auftrieb für den Abluftst