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DE-102019114467-B4 - Verfahren zur Entschwadung von Prozessabluft

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Abstract

Verfahren zur Entschwadung von Prozessabluft (4) einer Anlage zur Herstellung oder Verarbeitung einer Faserstoffbahn, insbesondere einer Zellstoff-, Papier- oder Kartonbahn, wobei die Anlage eine Trockenpartie umfasst, in welcher die Faserstoffbahn zumindest teilweise mittels Kontakttrocknung getrocknet wird, wobei eine erste Abluft (1) erzeugt wird und wobei die Anlage eine zweite Quelle umfasst, die eine zweite Abluft (2) erzeugt, welche mit der ersten Abluft (1) vermischt wird, wobei die zweite Abluft (2) eine höhere Temperatur und eine geringere relative Feuchte aufweist, als die erste Abluft (1), dadurch gekennzeichnet, dass die erste Abluft (1) und die zweite Abluft (2) entweder zumindest teilweise vor der Abgabe in die Umgebung miteinander vermischt werden und für die Durchmischung ein statischer Mischer (13) verwendet wird, und/oder die erste Abluft (1) und die zweite Abluft (2) zumindest teilweise nach der Abgabe in die Umgebung miteinander vermischt werden.

Inventors

  • Torben Schlieckau
  • Thomas Gnann
  • Ewald Budweiser

Assignees

  • VOITH PATENT GMBH

Dates

Publication Date
20260507
Application Date
20190529

Claims (6)

  1. Verfahren zur Entschwadung von Prozessabluft (4) einer Anlage zur Herstellung oder Verarbeitung einer Faserstoffbahn, insbesondere einer Zellstoff-, Papier- oder Kartonbahn, wobei die Anlage eine Trockenpartie umfasst, in welcher die Faserstoffbahn zumindest teilweise mittels Kontakttrocknung getrocknet wird, wobei eine erste Abluft (1) erzeugt wird und wobei die Anlage eine zweite Quelle umfasst, die eine zweite Abluft (2) erzeugt, welche mit der ersten Abluft (1) vermischt wird, wobei die zweite Abluft (2) eine höhere Temperatur und eine geringere relative Feuchte aufweist, als die erste Abluft (1), dadurch gekennzeichnet , dass die erste Abluft (1) und die zweite Abluft (2) entweder zumindest teilweise vor der Abgabe in die Umgebung miteinander vermischt werden und für die Durchmischung ein statischer Mischer (13) verwendet wird, und/oder die erste Abluft (1) und die zweite Abluft (2) zumindest teilweise nach der Abgabe in die Umgebung miteinander vermischt werden.
  2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , dass so viel von der zweiten Abluft (2) zu der ersten Abluft (1) zugemischt wird, dass der Taupunkt der Prozessabluft (4) unterhalb der Umgebungstemperatur der Anlage, insbesondere zumindest 5 ° [C] unterhalb der Umgebungstemperatur der Anlage liegt.
  3. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet dass in der ersten Abluft (1) und/oder der zweiten Abluft (2) und/oder in der Prozessabluft (4) die Temperatur gemessen wird.
  4. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet dass in der ersten Abluft (1) und/oder der zweiten Abluft (2) und/oder in der Prozessabluft (4) die Feuchte gemessen wird.
  5. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass es sich bei der zweiten Abluft (2) ganz oder teilweise um die Abluft einer Turbine, eines Kessels oder eines IR-Trockners der Faserstoffbahn handelt.
  6. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass die Prozessabluft (4) in einer Höhe von mehr als 40m, insbesondere 60m oder mehr über dem Grund an die Umgebung abgegeben wird.

Description

Die Erfindung betrifft Verfahren zur Entschwadung von Prozessabluft einer Anlage zur Herstellung oder Verarbeitung einer Faserstoffbahn nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Bei der Herstellung von Faserstoffbahnen wie Papier- oder Zellstoffbahnen entsteht insbesondere bei der Trocknung der Bahn eine große Menge von sehr feuchter Abluft. Wird diese direkt an die Umgebung abgegeben, kann es bei geeigneter klimatischen Verhältnissen zur Bildung eines sichtbaren Nebels kommen. Dieser Nebel kann in direkter Nähe der Anlage als Niederschlag niedergehen und insbesondere im Winter zu glatten Wegen führen. Zudem kann es durch tiefhängende Nebelschwaden zu Sichtbehinderungen im Straßenverkehr kommen. Daher fordern gesetzliche Rahmenbedingungen oftmals von den Betreibern, dass von den Anlagen keine sichtbaren Wasserdampffahnen emittiert werden. Aus dem Stand der Technik ist zur Vermeidung einer solchen Wasserdampffahne beispielsweise das Produkt ERCS - Typ04 der Firma Scheuch GmbH in Österreich bekannt (www.scheuch.com). Dabei wird kalte Umgebungsluft über einen Wärmetauscher vorgewärmt und anschließend mit der feuchten Abluft vermischt. Die Schrift DE 43 04 244 A1 behandelt die Abluft der Papierherstellung und die US 8 721 771 B2 befasst sich mit der Behandlung feuchter Abluft. Nachteilig am Stand der Technik ist dabei zum einen, dass der technische Aufwand für die Entschwadung nicht unerheblich ist, da ein eigener Wärmetauscher sowie ein Gebläse System mit geeigneter Steuerung vorgesehen sein muss. Da eine beträchtliche Menge an Außenluft zusätzlich gefördert werden muss, erhöht diese Entschwadung auch Energieverbrauch der Anlage. Schließlich kommt es durch das Abkühlen der Prozessluft zu einer Kondensation im Inneren des Abluftsystems, was unter anderem zu verstärkter Korrosion führen kann. Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein einfaches und kostengünstiges Verfahren vorzuschlagen, dass die Nebelbildung effektiv verhindert. Es ist weiter Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren vorzuschlagen, dass ohne oder mit nur geringem Zusatzaufwand an Energie und/oder baulichen Maßnahmen auskommt. Die Aufgabe wird durch ein Verfahren nach dem Kennzeichen des Anspruchs 1 vollständig gelöst. Vorteilhafte Ausführungen sind in den Unteransprüchen beschrieben. Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur Entschwadung von Prozessabluft einer Anlage zur Herstellung oder Verarbeitung einer Faserstoffbahn, insbesondere einer Zellstoff-, Papier- oder Kartonbahn, wobei die Anlage eine Trockenpartie umfasst, in welcher die Faserstoffbahn zumindest teilweise mittels Kontakttrocknung getrocknet wird, wobei eine erste Abluft erzeugt wird und wobei die Anlage eine zweite Quelle umfasst, die eine zweite Abluft erzeugt, welche mit der ersten Abluft vermischt wird. Erfindungsgemäß ist dabei vorgesehen, dass die zweite Abluft eine höhere Temperatur und eine geringere Feuchte aufweist, als die erste Abluft. Bei der Herstellung von Faserstoffbahnen wie z.B. Papierbahnen wird das Fasermaterial mit einer großen Menge Wasser zu einer Suspension vermischt. Diese Suspension wird dann auf einen Träger wie z.B. ein Sieb zur Bildung der Faserbahn aufgebracht. Derartige Suspensionen bestehen oftmals zu 99% oder mehr aus Wasser. Im Laufe des Prozesses wird dieses Wasser aus der Faserstoffbahn entfernt. Während ein Großteil des Wassers mechanisch, z.B. durch Besaugen und Auspressen entfernt werden kann, muss ein weiterer Teil jedoch thermisch durch Trocknen entfernt werden. Hierzu wird die Faserstoffbahn in einer Trockenpartie üblicherweise über beheizte Zylinder oder ähnliches geleitet, wo die Bahn mittels Kontakttrocknung getrocknet wird. Das Wasser entweicht der Bahn in die Umgebungsluft der Trockenpartie. Diese sehr feuchte Luft wird gesammelt und stell - gegebenenfalls nach einigen Behandlungsstufen - die erste Abluft dar. Diese erste Abluft hat einen extrem hohen Feuchtegehalt, bei vergleichsweise moderaten Temperaturen. Die Temperaturen der ersten Abluft können dabei unter 90°C, insbesondere unter 80°C, bevorzugt zwischen 60°C und 70°C liegen. Für den Betreiber ist es dabei erstrebenswert, die Temperatur der ersten Abluft niedrig zu halten, da für höhere Ablufttemperaturen die Temperatur der Zuluft erhöht werden muss, was zu erhöhten Energiekosten führt. Die Temperatur der ersten Abluft wird dabei gerne so niedrig gewählt werden, dass sie gerade ausreichend hoch ist, um eine ungewünschte Kondensation zu vermeiden. Das besondere an Anlagen zur Herstellung von Faserstoffbahnen ist es, dass bei der Herstellung und Verarbeitung noch eine Vielzahl weiterer Abluftströme anfällt. Die Anmelderin hat herausgefunden, dass einige davon dazu verwendet werden können, um die Nebelbildung der ersten Abluft effektiv zu unterdrücken. Dazu ist es notwendig, dass diese zweite Abluft sowohl eine höhere Temperatur als die erste Abluft aufweist, als auch eine geringere relative Feuchte. So kann die zweite Abluft in vorteilhaften Ausführungen die Abluft eines