DE-102019208734-B4 - Verfahren zum Herstellen eines abriebfesten Materials
Abstract
Verfahren zum Herstellen eines abriebfesten Materials (100, 200, 300, 400, 500), umfassend: Bereitstellen einer ersten Lage (110, 111, 211, 311, 411, 511) umfassend ein erstes textiles Material; Bereitstellen einer zweiten Lage (120, 121, 221, 321, 421, 521) umfassend ein zweites textiles Material, wobei zumindest ein Teil der ersten und/oder oder der zweiten Lage gewirkt, gestrickt, gewebt oder eine Kombination davon ist; Anordnen der zweiten Lage (120, 121, 221, 321, 421, 521) auf der ersten Lage (110, 111, 211, 311, 411, 511); und zumindest teilweises Hitzeverbinden beider Lagen, wobei das Hitzeverbinden ein Schrumpfen der ersten Lage (110, 111, 211, 311, 411, 511) und der zweiten Lage (120, 121, 221, 321, 421, 521) verursacht; wobei das erste textile Material eine erste Schrumpfbarkeit und das zweite textile Material eine zweite Schrumpfbarkeit aufweisen, wobei die erste Schrumpfbarkeit größer als die zweite Schrumpfbarkeit ist, wenn die erste Lage (110, 111, 211, 311, 411, 511) und die zweite Lage (120, 121, 221, 321, 421, 521) zumindest teilweise miteinander hitzeverbunden werden.
Inventors
- Axel Daniel Rezab
Assignees
- ADIDAS AG
Dates
- Publication Date
- 20260507
- Application Date
- 20190614
Claims (18)
- Verfahren zum Herstellen eines abriebfesten Materials (100, 200, 300, 400, 500), umfassend: Bereitstellen einer ersten Lage (110, 111, 211, 311, 411, 511) umfassend ein erstes textiles Material; Bereitstellen einer zweiten Lage (120, 121, 221, 321, 421, 521) umfassend ein zweites textiles Material, wobei zumindest ein Teil der ersten und/oder oder der zweiten Lage gewirkt, gestrickt, gewebt oder eine Kombination davon ist; Anordnen der zweiten Lage (120, 121, 221, 321, 421, 521) auf der ersten Lage (110, 111, 211, 311, 411, 511); und zumindest teilweises Hitzeverbinden beider Lagen, wobei das Hitzeverbinden ein Schrumpfen der ersten Lage (110, 111, 211, 311, 411, 511) und der zweiten Lage (120, 121, 221, 321, 421, 521) verursacht; wobei das erste textile Material eine erste Schrumpfbarkeit und das zweite textile Material eine zweite Schrumpfbarkeit aufweisen, wobei die erste Schrumpfbarkeit größer als die zweite Schrumpfbarkeit ist, wenn die erste Lage (110, 111, 211, 311, 411, 511) und die zweite Lage (120, 121, 221, 321, 421, 521) zumindest teilweise miteinander hitzeverbunden werden.
- Verfahren nach Anspruch 1 , wobei das Hitzeverbinden umfasst: Anwenden eines Drucks von bis zu 1 bar bei einer Temperatur zwischen 100 und 200°C für eine Zeitdauer von zumindest 10 Sekunden.
- Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 , wobei das Hitzeverbinden umfasst: Anwenden eines Drucks von 0,5 bis 0,7 bar bei einer Temperatur zwischen 150 und 180°C für eine Zeitdauer von 20 bis 40 Sekunden.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3 ferner umfassend: Einführen einer nichtklebrigen Schutzfolie zwischen der ersten Lage (110, 111, 211, 311, 411, 511) und der Heizpresse und /oder zwischen der zweiten Lage (120, 121, 221, 321, 421, 521) und der Heizpresse.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4 ferner umfassend: Entfernen des abriebfesten Materials (100, 200, 300, 400, 500) von der Heizpresse innerhalb einer Periode von weniger als 10% der Zeitdauer des Hitzeverbindens, nachdem die Zeitdauer des Hitzeverbindens abgelaufen ist.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5 , wobei das Hitzeverbinden eine erste Änderung des Oberflächenbereichs der ersten Lage (110, 111, 211, 311, 411, 511) und eine zweite Änderung des Oberflächenbereichs der zweiten Lage (120, 121, 221, 321, 421, 521) verursacht.
- Verfahren nach Anspruch 6 , wobei der absolute Wert der ersten Änderung des Oberflächenbereichs größer ist als der absolute Wert der zweiten Änderung des Oberflächenbereichs.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7 , wobei das erste textile Material eine erste Dehnbarkeit und das zweite textile Material eine zweite Dehnbarkeit aufweist, wobei die erste Dehnbarkeit größer ist als die zweite Dehnbarkeit.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8 , wobei das erste textile Material ein erstes Garn umfasst und das zweite textile Material ein zweites Garn umfasst.
- Verfahren nach Anspruch 9 , wobei das erste Garn ein erstes thermoplastisches Material umfasst.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 9 oder 10 , wobei das erste Garn nur das erste thermoplastische Material umfasst.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11 , wobei das erste Garn ein Monofilamentgarn ist.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 12 , wobei das zweite Garn ein zweites thermoplastisches Material und einen Polyester umfasst.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 13 , wobei das zweite Garn einen Polyesterkern und eine zweite thermoplastische Materialbeschichtung umfasst.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14 , wobei das zweite textile Material zumindest teilweise während des Hitzeverbindens schmilzt.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 15 , wobei der Durchmesser des zweiten Garns identisch zum oder größer als der Durchmesser des ersten Garns ist.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 16 , wobei die zweite Lage (120, 121, 221, 321, 421, 521) eine Vielzahl von Öffnungen (122, 123, 222, 322, 422, 522) größer als eine Durchschnittsmaschengröße der zweiten Lage (120, 121, 221, 321, 421, 521) umfasst.
- Verfahren nach Anspruch 17 , wobei die Vielzahl von Öffnungen (122, 123, 222, 322, 422, 522) der zweiten Lage (120, 121, 221, 321, 421, 521) im Durchschnitt größer ist als die Maschengröße (113) der ersten Lage (110, 111, 211, 311, 411, 511) ist.
Description
1. Technisches Gebiet Die vorliegende Erfindung betrifft ein abriebfestes Material sowie ein Verfahren zum Herstellen eines solchen abriebfesten Materials, welches insbesondere für Sportzubehör, Bekleidung und Schuhwaren geeignet ist. 2. Technischer Hintergrund Textile Gewebe, die in Sportbekleidung und Schuhwaren verwendet werden, bieten eine große Vielzahl von Verwendungen und Designs. Zum Beispiel kann ein Schuhoberteil oder ein Teil eines Kleidungsstückes aus verschiedenen textilen Geweben hergestellt werden und dadurch eine reiche Vielzahl von Erscheinungsbild und Tragegefühl bereitstellen, während es auch leicht ist, was insbesondere für Leistungssportler von großer Bedeutung ist. Ein großer Teil von Materialien, die für textile Gewebe verwendet werden, wird aus synthetischen Fasern mit thermoplastischen Eigenschaften hergestellt. In den letzten Jahren wurden Verfahren zum Verbinden solcher thermoplastischen Textilien ohne die Notwendigkeit des Nähens oder Klebens mittels Hitzebehandlung entwickelt. Zum Beispiel beschreibt das Stand-der-Technik Dokument KR 2016 0019 725 A ein anhaftendes Gewebe mit einem Rundstrick, das durch Weben des Garns und der TPU-Fasern mit einem Heißschmelzharz, beschichtet mit einem Rundstrick, hergestellt wird. US 9 682 512 B2 betrifft Verfahren zum Verbinden von Textilien und anderen Elementen, die ein thermoplastisches Polymermaterial enthalten. In diesen Elementen können durch Wärmebindungsprozesse verschiedene verschmolzene Bereiche gebildet werden, um verschiedene Eigenschaften zu modifizieren, die Permeabilität, Haltbarkeit und Dehnungsbeständigkeit umfassen. Ferner betrifft die EP 0 747 518 B1 ein Gewebe, das zur Herstellung verschiedener textiler Produkte wie Taschen verwendet wird, wobei eine starke Bindungsfestigkeit beim Hitzeverbinden erzielt werden kann, ohne dass mindestens zwei Gewebestücke genäht werden müssen. Ferner betrifft das Dokument WO 2018/ 163 090 A1 ein Schuhoberteil für einen Fußbekleidungsartikel, wobei das Oberteil eine Basisschicht, die mindestens einen Teil des Oberteils definiert, und Polymerfäden, die mit der Basisschicht vernäht sind, umfasst. US 2017 / 0 203 539 A1 betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Laminates mit zumindest zwei übereinander angeordneten Vliesstoff-Lagen aus Endlosfilamenten. Zumindest zwei der aufeinander angeordneten Vliesstoff-Lagen werden teilweise miteinander verbunden, wobei in den nicht-verbundenen Bereichen im Anschluss an das Verbinden ein Schrumpfen der ersten Vliesstoff-Lage aktiviert wird. Dokument WO 2017/ 142 857 A1 betrifft ein gestricktes Schuhoberteil, welches zwei Seiten aufweist, wobei Garne des Schuhoberteils zunächst mittels Dampfs gesetzt bzw. geschrumpft werden und anschließend ein Teil der Garne in einer beheizten Form teilweise geschmolzen wird. Dokument DE 10 2017 223 743 A1 betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Sportartikelkomponente, wobei zwei Textile mit unterschiedlichem Schrumpfverhältnis unter einer vorbestimmten Schrumpfbedingung ausgewählt werden und in einen ersten bzw. zweiten Teil der Sportartikelkomponente geformt werden. Jedoch haben die konventionellen textilen Materialien, die synthetische Fasern mit thermoplastischen Eigenschaften umfassen, und die textilen Materialien aus dem Stand der Technik verschiedene Nachteile für die Verwendung beispielsweise in Sportkleidung. Zum Beispiel werden hohe Beständigkeit und geringe Abnutzung in Sportkleidung oder Schuhen, was in einer längeren Lebensdauer und dadurch in der Einsparung von Ressourcen und Reduktion von Verschmutzung resultiert, oft für weniger wichtig gehalten. Das bezieht sich insbesondere auf leichtes Sportequipment und Schuhwaren, bei denen die Oberflächen oft hohem Stress und Abrieb während der sportlichen Aktivitäten ausgesetzt sind, wie z.B. beim Gleiten eines Teils eines Schuhs über den Boden. Daher ist ein Problem, was der vorliegenden Anmeldung zugrunde liegt, die dargestellten Nachteile des Stands der Technik zumindest teilweise zu verbessern und ein verbessertes Material und ein Verfahren zum Herstellen eines solchen verbesserten Materials, welches eine hohe Abriebfestigkeit aufweist, aber gleichzeitig flexibel und leicht ist, bereitzustellen. 3. Zusammenfassung der Erfindung Das oben genannte Problem ist zumindest teilweise durch den Gegenstand des unabhängigen Anspruchs gelöst. Beispielhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen definiert. Durch das beanspruchte Herstellungsverfahren stellt die vorliegende Erfindung ein abriebfestes Material bereit, umfassend eine erste Lage, die ein erstes textiles Material umfasst, und eine zweite Lage, die ein zweites textiles Material umfasst, bereit. Die zweite Lage ist auf der ersten Lage angeordnet, wobei die erste Lage und die zweite Lage zumindest teilweise miteinander hitzeverbunden sind. Das erste textile Material weist eine erste Schrumpfbarkeit auf und das zweite textile Material weist eine zweite Schrumpfbarkeit auf, wobei die e