DE-102021104004-B4 - Sitzmöbel
Abstract
Sitzmöbel (14), insbesondere Stuhl, mit einer Symmetrieebene (15) und mit einer in einen hinteren Sitzflächenteil (2) und einen bezüglich dieses Teils um eine Sitzteilungsachse (8) verschwenkbaren, vorderen Sitzflächenteil (5) geteilten Sitzfläche, mit einer Rückenlehne (3), die mit dem hinteren Sitzflächenteil (2) verbunden ist, und mit zwei auf einer Basis (1) angeordneten Kinematiken (6, 7), die j eweils einen Zentralpunkt (Z1, Z2) definieren, wobei die hintere Kinematik (6) den hinteren Sitzflächenteil (2) und die vordere Kinematik (7) den vorderen Sitzflächenteil (5) mit der Basis (1) jeweils um den zugehörigen Zentralpunkt (Z1, Z2) sphärisch beweglich verbindet, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Zentralpunkte (Z1, Z2) in der Symmetrieebene (15) und oberhalb der Sitzflächenteile (2, 5) liegen, und dass die vordere Kinematik (7) mit dem vorderen Sitzflächenteil (5) um eine zur Sitzteilungsachse (8) parallele, vordere Schwenkachse (10) schwenkbar verbunden ist.
Inventors
- Franz Ehrenleitner
Assignees
- EB-INVENT GMBH
Dates
- Publication Date
- 20260507
- Application Date
- 20210219
Claims (15)
- Sitzmöbel (14), insbesondere Stuhl, mit einer Symmetrieebene (15) und mit einer in einen hinteren Sitzflächenteil (2) und einen bezüglich dieses Teils um eine Sitzteilungsachse (8) verschwenkbaren, vorderen Sitzflächenteil (5) geteilten Sitzfläche, mit einer Rückenlehne (3), die mit dem hinteren Sitzflächenteil (2) verbunden ist, und mit zwei auf einer Basis (1) angeordneten Kinematiken (6, 7), die j eweils einen Zentralpunkt (Z1, Z2) definieren, wobei die hintere Kinematik (6) den hinteren Sitzflächenteil (2) und die vordere Kinematik (7) den vorderen Sitzflächenteil (5) mit der Basis (1) jeweils um den zugehörigen Zentralpunkt (Z1, Z2) sphärisch beweglich verbindet, dadurch gekennzeichnet , dass die beiden Zentralpunkte (Z1, Z2) in der Symmetrieebene (15) und oberhalb der Sitzflächenteile (2, 5) liegen, und dass die vordere Kinematik (7) mit dem vorderen Sitzflächenteil (5) um eine zur Sitzteilungsachse (8) parallele, vordere Schwenkachse (10) schwenkbar verbunden ist.
- Sitzmöbel (14) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , dass die vordere Schwenkachse (10) auf einem Hebel (9) ausgebildet ist, der zwischen der vorderen Kinematik (7) und dem vorderen Sitzflächenteil (5) angeordnet ist.
- Sitzmöbel (14) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , dass die vordere Schwenkachse (10) als eine sphärische Lagerung, beispielsweise als ein Kugelgelenk, ausgebildet ist.
- Sitzmöbel (14) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , dass die vordere Schwenkachse (10) als ein Kardangelenk mit windschiefen Achsen ausgebildet ist.
- Sitzmöbel (14) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , dass die vordere Schwenkachse (10) durch eine elastische Verbindung aus Kunststoff zwischen der vorderen Kinematik (7) und dem vorderen Sitzflächenteil (5) gebildet wird.
- Sitzmöbel (14) nach einem der Ansprüche 1 bis 5 , dadurch gekennzeichnet , dass eine durch die beiden Zentralpunkte (Z1, Z2) definierte Zentralschwenkachse (11) einen Winkel von kleiner als 45°, bevorzugt kleiner 15° und besonders bevorzugt kleiner 5° bezüglich der Horizontalen (13) einnimmt.
- Sitzmöbel (14) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass die Sitzteilungsachse (8) durch ein Scharnier gebildet wird.
- Sitzmöbel (14) nach einem der Ansprüche 1 bis 6 , dadurch gekennzeichnet , dass die Sitzteilungsachse (8) durch zwei seitliche Schwenkgelenke (16) gebildet wird.
- Sitzmöbel (14) nach einem der Ansprüche 1 bis 6 , dadurch gekennzeichnet , dass die Sitzteilungsachse (8) durch eine elastische Verbindung aus Kunststoff zwischen dem vorderen Sitzflächenteil (5) und dem hinteren Sitzflächenteil (2) gebildet wird.
- Sitzmöbel (14) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass der hintere Sitzflächenteil (2) mit der Rückenlehne (3) einteilig ausgebildet ist.
- Sitzmöbel (14) nach einem der Ansprüche 1 bis 9 , dadurch gekennzeichnet , dass der hintere Sitzflächenteil (2) mit der Rückenlehne (3) federnd verbunden ist.
- Sitzmöbel (14) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass die Basis (1) auf einem Traggestell montiert oder ausgebildet ist, das gegebenenfalls verfahrbar ist, und dass die Basis (1) bevorzugt bezüglich des Traggestells um eine Hochachse verdrehbar und/oder höhenverstellbar gelagert ist.
- Sitzmöbel (14) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass zumindest eine der Kinematiken (6, 7) einen Basisarm aufweist, der um die Basis (1) um eine Basisachse (A1) verdrehbar ist, und einen Endarm, der um den Basisarm um eine Zwischenachse (A2) verschwenkbar ist, dass der hintere Sitzflächenteil (2) um den Endarm um eine Endachse (A3) verschwenkbar ist, und dass die drei Achsen (A1, A2, A3) einander in einem der Zentralpunkte (Z1, Z2) schneiden.
- Sitzmöbel (14) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass das Ausmaß der Schwenkbewegung um die Sitzteilungsachse (8) und die vordere Schwenkachse (10) durch Kulissen und Zapfen begrenzt ist, wobei eines der beiden Elemente fest mit der Basis (1) und das andere fest mit dem hinteren Sitzflächenteil (2) verbunden ist.
- Sitzmöbel (14) nach einem der Ansprüche 1 bis 13 , dadurch gekennzeichnet , dass das Ausmaß der Schwenkbewegung um die Sitzteilungsachse (8) und die vordere Schwenkachse (10) durch ein Hebel - und Gelenk - Gebilde begrenzt ist, wobei ein Ende des Hebel – und Gelenk – Gebildes an der Basis (1) und das andere Ende an dem hinteren Sitzflächenteil (2) angelenkt ist.
Description
Die Erfindung betrifft ein Sitzmöbel, insbesondere einen Stuhl, bei dem die Sitzfläche und die Rückenlehne um eine horizontale Querachse verschwenkbar sind, entsprechend dem Oberbegriff des Anspruches 1 und der WO 2012/ 123 102 A1 der Anmelderin. Diese Druckschrift beschreibt einen Schwenkmechanismus, der aus zwei Kinematiken besteht, die auf einer gemeinsamen Basis montiert sind. Jede Kinematik weist einen Basisarm auf, der um die Basis verdrehbar ist, einen Endarm der um den Basisarm verschwenkbar ist und den zu verschwenkenden Gegenstand, der um den Endarm verschwenkbar ist. Diese drei Achsen, Basisachse, Zwischenachse und Endachse schneiden einander in einem Zentralpunkt. Da zwei solche Kinematiken vorgesehen sind und die beiden von Ihnen gebildeten Zentralpunkte Abstand voneinander aufweisen, ist der Endgegenstand um die virtuelle Achse zwischen den beiden Zentralpunkten verdrehbar. Diese Vorrichtung wurde bei einem Sitzmöbel mit der Bezeichnung Maniola verwendet, dabei definieren die beiden Zentralpunkte die hypothetische oder virtuelle Querachse, um die die Sitzfläche und die dort einteilig mit ihr ausgebildete Rückenlehne verschwenkbar ist. Aus der DE 10 2018 114 207 B3 der Anmelderin ist es bekannt, ein Sitzmöbel mit nur einer solchen Kinematik auszustatten, sodass sich die den Endgegenstand bildende Sitzfläche und die federnd daran angebrachte Rückenlehne um diesen Zentralpunkt wie um ein Kugelgelenk bewegt, wobei die Ausmaße der Verschwenkbarkeit durch ein entsprechendes, zusätzliches Hebel - und Gelenk - Gebilde erreicht wird. Nachteilig bei dieser Lösung ist, ähnlich wie bei der Erstgenannten, dass es beim Zurückkippen des Sitzmöbels dazu kommt, dass die vordere Kante der Sitzfläche sich stark anhebt, was zu einem Abschnüren der Blutgefäße im vorderen Bereich des Oberschenkels des Benutzers führt und daher bei längerem Sitzen unangenehm und bei vielen Normen nicht zulässig ist. In der speziellen Anwendungsform ohne seitliches Verschwenken, beim oben angeführten sogenannten Maniola-Stuhl ist dieses Anheben zum Erreichen einer sehr weit hinten liegenden Ruheposition, die nahezu dem Liegen entspricht, gewünscht und bewusst herbeigeführt, und die Einschnürung wird durch eine ausfahrbare Fußablage verhindert. Aus der EP 3 476 254 A1 der Anmelderin ist es auch bekannt, bei einem um eine horizontale Querachse kippbaren Sitzmöbel die Sitzfläche zu teilen und durch eine entsprechende Kinematik dafür zu sorgen, dass beim Zurückschwenken der Lehne und damit auch des hinteren Teils der Sitzfläche der vordere Teil der Sitzfläche nach unten wegkippt, sodass die Einschnürung am Oberschenkel vermieden wird. Weiteren Stand der Technik zeigen DE 10 2015 104 400 A1, DE 10 2012 212 121 A1 sowie DE 10 2010 018 802 A1. Bei diesen Sitzmöbeln ist wiederum keinerlei Möglichkeit einer Querbewegung, darunter wird eine Bewegung um eine in der Symmetrieebene liegende, im Wesentlichen waagrecht verlaufende Drehachse verstanden, gegeben. Eine derartige Querverschwenkung ist einerseits medizinisch indiziert, weil sie zur ständigen Aktivierung verschiedener Muskelgruppen, die sonst beim Sitzen erschlaffen, anregt, und weil bei verschiedenen Anwendungsgebieten, beispielsweise bei Videospielen oder Ähnlichem eine solche Querbewegung auch vom Benutzer erwünscht ist. Es ist somit das Ziel der Erfindung ein Sitzmöbel anzugeben, das um eine horizontale Querachse verschwenkt werden kann, wobei im zurückgelehnten Zustand die vordere Kante der Sitzfläche zumindest nicht merklich angehoben wird, und das zusätzlich eine Querverschwenkung um eine bevorzugt im Wesentlichen horizontale Längsachse erlaubt. Die Schwenkachsen sollen, wie bei den genannten vorbekannten Ausführungen deutlich über der Sitzfläche liegen und können, müssen aber nicht, einander schneiden. Diese Ziele werden erfindungsgemäß durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruches 1 angegebenen Merkmale erreicht. Mit anderen Worten, es werden zwei der eingangs genannten Kinematiken, eine vordere und eine hintere, verwendet, diese sind so angeordnet, dass beide Zentralpunkte in der Symmetrieebene des Sitzmöbels liegen, sodass sie eine Längsachse, die Zentralachse, definieren. Welchen Winkel diese Achse zur Horizontalen einnimmt, ist abhängig von den vom Entwickler gewünschten kinematischen Eigenschaften und dem Anwendungsgebiet und ist im weiten Rahmen frei wählbar. Merkliche Abweichungen von der Horizontalen, auch größer ±45° sind durchaus sinnvoll, beispielsweise bei Sitzmöbeln für Benutzer von Videospielen, bei denen räumliche Bewegungen wesentlich sind, oder bei Sitzmöbeln, die als Trainingsgeräte verwendet werden. Um diese virtuelle Zentralachse wird das Sitzmöbel geschwenkt, sodass auch die Symmetrieebene dieses Verschwenken zwangsläufig mitmacht. Wenn daher zur Erläuterung der Erfindung von einer vertikalen Symmetrieebene und diversen horizontal verlaufenden Achsen gesprochen wird, so bezieht sich dies immer auf die Konfiguration des Sitzmöbels in einer Position ohne Ve