DE-102024101376-B4 - Scheibenvorschädigungseinrichtung, Windschutzscheibe und Kraftfahrzeug
Abstract
Scheibenvorschädigungseinrichtung (10) zum mechanischen Vorschädigen einer als zwei Scheiben (4, 5) aufweisende Verbundglasscheibe konfigurierten Windschutzscheibe (3) eines Kraftfahrzeugs (1), - mit einer pyrotechnischen Bolzenschusseinrichtung (11), die so konfiguriert ist, dass sie im Bedarfsfall zum Vorschädigen der Windschutzscheibe (3) wenigstens einen Bolzen (12, 13) gegen die Windschutzscheibe (3) schießt, dadurch gekennzeichnet, - dass die Bolzenschusseinrichtung (11) einen ersten Bolzen (12) und einen zweiten Bolzen (13) aufweist und so konfiguriert ist, dass sie im Bedarfsfall den ersten Bolzen (12) gegen die eine oder erste Scheibe (4) der Windschutzscheibe (3) schießt und den zweiten Bolzen (13) gegen die andere oder zweite Scheibe (5) der Windschutzscheibe (3) schießt, - dass die erste Scheibe (4) eine Durchtrittsöffnung (15) aufweist, - dass die Bolzenschusseinrichtung (11) an der ersten Scheibe (4) angeordnet und so konfiguriert ist, dass sie im Bedarfsfall den ersten Bolzen (12) gegen die erste Scheibe (4) schießt und den zweiten Bolzen (13) durch die Durchtrittsöffnung (15) hindurch gegen die zweite Scheibe (5) schießt, - dass die Bolzenschusseinrichtung (11) eine erste Schusskammer (20) zum Abschießen des ersten Bolzens (12) und eine zweite Schusskammer (21) zum Abschießen des zweiten Bolzens (13) aufweist, - dass die Bolzenschusseinrichtung (11) ein Gehäuse (22) aufweist, das an der ersten Scheibe (4) angebracht ist und das die beiden Schusskammern (20, 21) enthält oder bildet.
Inventors
- Philipp Bolay
Assignees
- DR. ING. H.C. F. PORSCHE AKTIENGESELLSCHAFT
Dates
- Publication Date
- 20260507
- Application Date
- 20240118
Claims (9)
- Scheibenvorschädigungseinrichtung (10) zum mechanischen Vorschädigen einer als zwei Scheiben (4, 5) aufweisende Verbundglasscheibe konfigurierten Windschutzscheibe (3) eines Kraftfahrzeugs (1), - mit einer pyrotechnischen Bolzenschusseinrichtung (11), die so konfiguriert ist, dass sie im Bedarfsfall zum Vorschädigen der Windschutzscheibe (3) wenigstens einen Bolzen (12, 13) gegen die Windschutzscheibe (3) schießt, dadurch gekennzeichnet , - dass die Bolzenschusseinrichtung (11) einen ersten Bolzen (12) und einen zweiten Bolzen (13) aufweist und so konfiguriert ist, dass sie im Bedarfsfall den ersten Bolzen (12) gegen die eine oder erste Scheibe (4) der Windschutzscheibe (3) schießt und den zweiten Bolzen (13) gegen die andere oder zweite Scheibe (5) der Windschutzscheibe (3) schießt, - dass die erste Scheibe (4) eine Durchtrittsöffnung (15) aufweist, - dass die Bolzenschusseinrichtung (11) an der ersten Scheibe (4) angeordnet und so konfiguriert ist, dass sie im Bedarfsfall den ersten Bolzen (12) gegen die erste Scheibe (4) schießt und den zweiten Bolzen (13) durch die Durchtrittsöffnung (15) hindurch gegen die zweite Scheibe (5) schießt, - dass die Bolzenschusseinrichtung (11) eine erste Schusskammer (20) zum Abschießen des ersten Bolzens (12) und eine zweite Schusskammer (21) zum Abschießen des zweiten Bolzens (13) aufweist, - dass die Bolzenschusseinrichtung (11) ein Gehäuse (22) aufweist, das an der ersten Scheibe (4) angebracht ist und das die beiden Schusskammern (20, 21) enthält oder bildet.
- Scheibenvorschädigungseinrichtung (10) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , - dass die Durchtrittsöffnung (15) von einem außen umlaufenden Rand der ersten Scheibe (4) beabstandet ist.
- Scheibenvorschädigungseinrichtung (10) nach Anspruch 1 oder 2 , dadurch gekennzeichnet , - dass ein quer zur Bewegungsrichtung (17) des zweiten Bolzens (13) gemessener Querschnitt (18) der Durchtrittsöffnung (15) größer ist als ein quer zur Bewegungsrichtung (17) des zweiten Bolzens (13) gemessener größter Querschnitt (19) des zweiten Bolzens (13).
- Scheibenvorschädigungseinrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 3 , dadurch gekennzeichnet , - dass die Bolzenschusseinrichtung (11) im Bedarfsfall beide Schusskammern (20, 21) simultan zum Abschießen der beiden Bolzen (12, 13) betätigt oder ansteuert.
- Scheibenvorschädigungseinrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , - dass die Bolzenschusseinrichtung (11) so an der ersten Scheibe (4) angeordnet ist, dass die erste Schusskammer (20) unmittelbar an die erste Scheibe (4) angrenzt und dass die zweite Schusskammer (21) unmittelbar an die Durchtrittsöffnung (15) angrenzt.
- Scheibenvorschädigungseinrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , - dass der jeweilige Bolzen (12, 13) als ballistisches Projektil (24) ausgestaltet ist, - dass die Bolzenschusseinrichtung (11) für jedes Projektil (24) eine pyrotechnische Treibladung (25) zum Abschießen des jeweiligen Projektils (24) aufweist.
- Scheibenvorschädigungseinrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , - dass die Bolzenschusseinrichtung (11) so an der ersten Scheibe (4) angeordnet ist, dass ein Abstand (29) vom ersten Bolzen (12) zur ersten Scheibe (4) kleiner ist als ein quer zur Bewegungsrichtung (16) des ersten Bolzens (12) gemessener größter Durchmesser (30) des ersten Bolzens (12).
- Windschutzscheibe (3) für ein Kraftfahrzeug (1), - mit einer ersten Scheibe (4) und mit einer zweiten Scheibe (5), die über eine Folie (6) miteinander verbunden sind, - mit einer Scheibenvorschädigungseinrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, die an der Windschutzscheibe (3) angebracht ist.
- Kraftfahrzeug (1), insbesondere Personenkraftwagen, - mit einer Karosserie (2), - mit einer an der Karosserie (2) angebrachten Windschutzscheibe (3) nach Anspruch 8 .
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Scheibenvorschädigungseinrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Die Erfindung betrifft außerdem eine Windschutzscheibe, die mit einer solchen Scheibenvorschädigungseinrichtung ausgestattet ist. Die Erfindung betrifft ferner ein Kraftfahrzeug, das mit einer derartigen Windschutzscheibe ausgestattet ist. Bei einer Kollision zwischen einem Kraftfahrzeug und einem Fußgänger (männlich/weiblich/divers) besteht die Möglichkeit, dass der Fußgänger gegen eine Windschutzscheibe des Kraftfahrzeugs prallt. Eine Windschutzscheibe ist während des Betriebs des Fahrzeugs hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt und ist dementsprechend vergleichsweise stabil, wodurch sich im Fall eines Aufpralls die Gefahr von Verletzungen ergibt. Um hier das Risiko von Verletzungen für den Fußgänger zu reduzieren, sind Scheibenvorschädigungseinrichtung bekannt. Eine gattungsgemäße Scheibenvorschädigungseinrichtung ist beispielsweise aus der DE 44 01 396 A1 bekannt. Eine derartige Scheibenvorschädigungseinrichtung dient zum mechanischen Vorschädigen einer Windschutzscheibe eines Kraftfahrzeugs, die als zwei Scheiben aufweisende Verbundglasscheibe konfiguriert ist. Hierzu ist die bekannte Scheibenvorschädigungseinrichtung mit einer pyrotechnischen Bolzenschusseinrichtung ausgestattet, die so konfiguriert ist, dass sie im Bedarfsfall zum mechanischen Vorschädigen der Windschutzscheibe einen Bolzen gegen die Windschutzscheibe schießt. Die bekannte Scheibenvorschädigungseinrichtung ist so konfiguriert, dass ein einziger Bolzen gegen die innenliegende erste Scheibe geschossen wird. Eine weitere Scheibenvorschädigungseinrichtung dieser Art ist aus der DE 10 2020 114 695 A1 bekannt und ist so konfiguriert, dass sie den Bolzen gegen den außen liegenden Rand einer der beiden Scheiben schießt, wobei die andere Scheibe im Einwirkungsbereich des Bolzens eine Aussparung aufweist. Dadurch ist die bekannte Scheibenvorschädigungseinrichtung so konfiguriert, dass im Bedarfsfall nur eine der beiden Scheiben vorgeschädigt wird, während die andere Scheibe unbeschädigt bleibt. Die Stabilität der Verbundglasscheibe wird dadurch signifikant reduziert. Die EP 1 101 895 A2 offenbart eine Scheibenvorschädigungseinrichtung, die zum mechanischen Vorschädigen einer zwei Scheiben aufweisenden Isolierglasscheibe konfiguriert ist. Bei einer Isolierglasscheibe sind die beiden Scheiben voneinander beabstandet, um einen in der Regel evakuierten Hohlraum auszubilden, der eine Isolierung gegenüber Wärme und Schall erzeugt. Im Unterschied dazu sind bei einer Verbundglasscheibe die beiden Scheiben über eine Klebefolie miteinander verbunden bzw. liegen über die Klebefolie aneinander an. Die DE 10 2017 210 110 A1 offenbart eine Scheibenvorschädigungseinrichtung, die ebenfalls mit einer pyrotechnischen Bolzenschusseinrichtung ausgestattet ist, die im Bedarfsfall einen Bolzen gegen die Windschutzscheibe schießt. Aus der WO 2020/005554 A1 ist eine Scheibenvorschädigungseinrichtung bekannt, die im Bedarfsfall eine Folie beschädigt, welche die beiden Scheiben der als Verbundglasscheibe konfigurierten Windschutzscheibe beschädigt. Weitere Scheibenvorschädigungseinrichtungen, die im Bedarfsfall einen Bolzen gegen eine Scheibe der beiden Scheiben der Verbundglasscheibe schießen, sind aus der DE 10 2011 005 294 A1, aus der DE 10 2020 112 373 A1, aus der DE 40 16 611 A1, aus der DE 10 2018 124 454 A1 und aus der US 8 727 060 B1 bekannt. Aus der DE 20 28 550 A ist eine Scheibenvorschädigungseinrichtung bekannt, bei der eine Bolzenschusseinrichtung in eine Öffnung einer Windschutzscheibe eingesetzt ist, die im Bedarfsfall zwei voneinander weg gerichtete Bolzen gegen einen die Öffnung einfassenden Öffnungsrand schießt. Aus der DE 10 2018 212 352 A1 ist eine Scheibenvorschädigungseinrichtung bekannt, die ohne Bolzenschusseinrichtung auskommt, sondern mit Sollbruchstellen arbeitet, die mittels eines Auslösemechanismus aktiviert werden können, der insbesondere pyrotechnisch arbeiten kann. Eine weitere Scheibenvorschädigungseinrichtung für eine Verbundglasscheibe ohne Bolzenschusseinrichtung ist aus der DE 103 33 605 A1 bekannt, die eine Schlageinrichtung aufweist, die unmittelbar mit der außenliegenden Scheibe zusammenwirkt. Aus der DE 23 52 358 A ist ein Airbagventil mit einer einlagigen Berstscheibe bekannt, die beim Auslösen eines Airbags mittels einer Bolzenschusseinrichtung zerstört werden kann. Die DE 10 2012 021 864 A1 offenbart eine Scheibenschädigungseinrichtung zum Erzeugen eines Notausstiegs für eine einfache Glasscheibe bekannt, bei der mittels einer pyrotechnischen Bolzenschusseinrichtung im Bedarfsfall ein Bolzen gegen die Scheibe geschossen werden kann. Aus der DE 695 04 565 T2 ist eine leicht zerbrechliche Glasscheibe für einen Notausgang bekannt, die eine großer Scheibe, die in einem Rahmen gefasst ist, und eine kleine Scheibe aufweist, die mit der großen Scheibe verbunden ist und ein Loch enthält. Die vorliegende Erfindung beschä