DE-102024130489-B4 - Gelenkgabel und Hinterachslenkung
Abstract
Eine Gelenkgabel (1) für eine Hinterachslenkung (10) eines Kraftfahrzeugs umfasst einen Grundkörper (2), welcher eine Öffnung (6) zum Einsetzen einer Zentralschraube (7) aufweist, sowie zwei parallel zueinander sowie schräg zum Grundkörper (2) positionierbare Wangen (8, 9), welche einzeln über jeweils eine Scharnierverbindung (11, 12) am Grundkörper (2) gelagert sind.
Inventors
- Mario Arnold
Assignees
- Schaeffler Technologies AG & Co. KG
Dates
- Publication Date
- 20260507
- Application Date
- 20241021
Claims (8)
- Gelenkgabel (1) für eine Hinterachslenkung eines Kraftfahrzeugs, mit einem Grundkörper (2), welcher eine Öffnung (6) zum Einsetzen einer Zentralschraube (7) aufweist, sowie mit zwei parallel zueinander sowie schräg zum Grundkörper (2) positionierbaren Wangen (8, 9), welche einzeln über jeweils eine Scharnierverbindung (11, 12) am Grundkörper (2) gelagert sind.
- Gelenkgabel (1) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , dass die zwischen dem Grundkörper (2) und jeder Wange (8, 9) gebildeten Scharnierverbindungen (11, 12) jeweils einen per Pressverbindung gehaltenen Stift (13) umfassen.
- Gelenkgabel (1) nach Anspruch 2 , gekennzeichnet durch einen eine Auslenkung der Wange (8, 9) gegenüber dem Grundkörper (2) begrenzenden Anschlag (14).
- Gelenkgabel (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3 , dadurch gekennzeichnet , dass die beiden Wangen (8, 9) ungleich lang sind.
- Gelenkgabel (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4 , dadurch gekennzeichnet , dass die Wangen (8, 9) als Schmiedeteile ausgebildet sind.
- Gelenkgabel (1) nach Anspruch 5 , dadurch gekennzeichnet , dass jede Wange (8, 9) einen gelenknahen Abschnitt (15) sowie einen hieran anschließenden gelenkfernen Abschnitt (16) umfasst, wobei der gelenkferne Abschnitt (16) im Vergleich zum gelenknahen Abschnitt (15) eine geringere Wandstärke aufweist.
- Gelenkgabel (1) nach Anspruch 6 , gekennzeichnet durch ein im gelenkfernen Abschnitt (16) einer jeden Wange (8, 9) befindliches Langloch (18, 19), wobei die beiden Langlöcher (18, 19) bei einer definierten Schrägstellung der Wangen (8, 9) gegenüber dem Grundkörper (2) miteinander fluchten.
- Hinterachslenkung (10), umfassend mindestens eine Gelenkgabel (1) nach Anspruch 1 .
Description
Die Erfindung betrifft eine Gelenkgabel sowie eine Hinterachslenkung eines Kraftfahrzeugs mit einer Gelenkgabel. Die DE 10 2017 201 352 A1 offenbart einen für die Verwendung in einer Hinterachslenkung eines Kraftfahrzeugs vorgesehenen Aktuator, welcher eine mit einer Spindel verbundene Gelenkgabel umfasst. Die Gelenkgabel nach der DE 10 2017 201 352 A1 ist mehrteilig aufgebaut und weist zwei parallel zueinander angeordnete Wangen sowie einen die Wangen miteinander verbindenden Steg auf. Hierbei ist eine der beiden Wangen einstückig mit dem Steg verbunden, wogegen die andere Wange als separates Bauteil ausgebildet ist. Ein in der DE 100 37 866 A1 beschriebener Flanschmitnehmer für ein Kardangelenk umfasst zwei Gelenkgabelhälften, wobei jede Gelenkgabelhälfte ein Fußteil und ein Lagerteil aufweist. Im Bereich ihres Fußteils sind die Gelenkgabelhälften unter Bildung eines Flanschteils miteinander verbindbar. Die DE 10 2018 129 288 A1 offenbart eine Hinterachslenkung eines Fahrzeugs mit einer Spurstangenanordnung. Hierbei ist ein Verbindungsabschnitt eines Gabelelementes mit Hilfe eines Schraubbolzens an einer Gabelanbindung der Spurstangenanordnung gehalten. Ein Winkel zwischen dem Gabelelement und der Gabelanbindung ist variierbar und mittels des Schraubbolzens fixierbar. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Gelenkgabeln für Hinterachslenkungen gegenüber dem genannten Stand der Technik weiterzuentwickeln, wobei eine besonders montagefreundliche Gestaltung, nach Möglichkeit weitgehend unabhängig von geometrischen Merkmalen einer Umgebungskonstruktion, angestrebt wird. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Gelenkgabel mit den Merkmalen des Anspruchs 1. Die Gelenkgabel ist gemäß Anspruch 8 insbesondere für die Verwendung in einer Hinterachslenkung geeignet. Die anmeldungsgemäße Gelenkgabel umfasst einen Grundkörper, welcher eine Öffnung zum Einsetzen einer Zentralschraube aufweist. Weiter umfasst die für den Einbau in eine Hinterachslenkung eines Kraftfahrzeugs ausgebildete Gelenkgabel zwei parallel zueinander sowie schräg zum Grundkörper positionierbare Wangen, welche einzeln über jeweils eine Scharnierverbindung am Grundkörper gelagert sind. Die Scharnierverbindungen können insbesondere derart gestaltet sein, dass die Wangen in eine Position gebracht werden können, in der ein Einschrauben der Zentralschraube in ein zur Öffnung des Grundkörpers konzentrisches Anschlussteil mit einem konventionellen Werkzeug auf benutzerfreundliche Art möglich ist. Die zwischen dem Grundkörper und jeder Wange gebildeten Scharnierverbindungen können jeweils einen per Pressverbindung gehaltenen Stift umfassen. Sobald der Stift eingesetzt ist, kann gemäß einer ersten Gruppe an Ausführungsformen die Winkelstellung der Wange gegenüber dem Grundkörper fixiert sein, was ein Blockieren des Scharniers bedeutet. In anderen Ausführungsformen kann bei eingesetztem Stift eine - zumindest schwergängige - Schwenkbeweglichkeit der Wange gegeben sein. Verschwenkungen der Wange gegenüber dem Grundkörper können durch einen Anschlag begrenzt sein. Was mögliche Verfahren zur Herstellung der Wangen betrifft, kann auf verschiedenste bekannte Fertigungsverfahren zurückgegriffen werden. Beispielsweise handelt es sich bei den Wangen um Schmiedeteile. Auch eine spanabhebende Bearbeitung oder Nachbearbeitung der Wangen ist möglich. Auch der Grundkörper, an welchem die Wangen gehalten sind, ist auf verschiedenste Arten herstellbar. Beispielsweise handelt es sich bei dem Grundkörper um ein Drehteil. Die beiden Wangen und der Grundkörper können aus demselben Werkstoff oder aus unterschiedlichen Werkstoffen gefertigt sein. Unabhängig vom Herstellungsverfahren können die Wangen der Gelenkgabel jeweils einen gelenknahen Abschnitt sowie einen hieran anschließenden gelenkfernen Abschnitt umfassen, wobei der gelenkferne Abschnitt im Vergleich zum gelenknahen Abschnitt eine geringere Wandstärke aufweist. Als Langlöcher gestaltete Durchbrechungen, welche das Einsetzen eines Bolzens oder einer Schraube zur Befestigung eines langgestreckten Anschlussteils, beispielsweise einer Spurstange oder eines Spurlenkers, ermöglichen, können sich insbesondere in den gelenkfernen Abschnitten befinden. Die beiden Langlöcher können bei einer definierten Schrägstellung der Wangen gegenüber dem Grundkörper miteinander fluchten. Optional schließen die gelenkfernen Abschnitte mit einem verdickten Abschnitt ab, dessen Dicke mit der Wandstärke des gelenknahen Abschnitts übereinstimmen kann. Die Gelenkgabel ist insbesondere für die Verwendung in einer elektromechanisch betätigten Hinterachslenkung eines Kraftfahrzeugs geeignet. Ebenso kann die Gelenkgabel zum Beispiel in einer Steer by wire Lenkung zur Lenkung der Vorderräder eines Fahrzeugs eingebaut sein. Auch stationäre Anwendungen der Gelenkgabel, beispielsweise in einem Stellmechanismus einer Industrieanlage, sind möglich. Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand einer Zeichnung näher erläutert