DE-102024132008-A1 - Variation der Insassenposition in Kombination mit variierenden Displayanzeigen für eine zusammenspielende Eyebox-Transition in einem Fahrzeug
Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Darstellung visueller Anzeigeinhalte einem Fahrzeuginsassen durch mindestens eine fahrzeuggebundene Anzeigevorrichtung, für die ein jeweils zugehöriges maximales Eyebox-Fenster vorgegeben ist, aus dem ihr gesamter Anzeigebereich für diesen Insassen sichtbar ist; umfassend die Schritte: - dynamisches Erfassen einer aktuellen Sitz- und/oder Augenposition des Insassen; - darauf basierendes dynamisches Erkennen, ob und wie sich seine Augen in einem vorbestimmten Eyebox-Übergangsbereich bewegen, der innerhalb des Eyebox-Fensters einer aktuell von ihm benutzten Anzeigevorrichtung liegt oder so daran grenzt, dass ein Teil ihres genannten Anzeigebereichs für ihn noch sichtbar ist; und - eine mit der dynamisch erkannten Augenbewegung des Insassen im Eyebox-Übergangsbereich der jeweiligen Anzeigevorrichtung synchronisierte Änderung ihrer Anzeige, derart dass dem Insassen dadurch das Verlassen ihres Eyebox-Fensters und seine dazu führende Bewegungsrichtung intuitiv angedeutet und/oder explizit angezeigt werden.
Inventors
- Sebastian Takeshi Lampen
- Miho Sakai
Assignees
- BAYERISCHE MOTOREN WERKE AKTIENGESELLSCHAFT
Dates
- Publication Date
- 20260507
- Application Date
- 20241104
Claims (10)
- Verfahren zur Darstellung visueller Anzeigeinhalte einem Insassen eines Fahrzeugs (1) durch mindestens eine fahrzeuggebundene Anzeigevorrichtung, wobei für die jeweilige Anzeigevorrichtung ein zugehöriges maximales Eyebox-Fenster (4, 6, 7, 11, 12) vorgegeben ist, aus dem ihr gesamter, für diesen Insassen vorgesehener Anzeigebereich (V1-V3; A, B; 14, 15) sichtbar ist; umfassend die Schritte: - dynamisches Erfassen einer aktuellen Sitz- und/oder Augenposition (E1-E4) des Insassen; - darauf basierendes dynamisches Erkennen, ob und wie sich seine Augen in einem vorbestimmten Eyebox-Übergangsbereich (8) bewegen, der innerhalb des Eyebox-Fensters (4, 6, 7, 11, 12) einer aktuell von ihm benutzten Anzeigevorrichtung liegt oder so daran grenzt, dass ein Teil (5) ihres genannten Anzeigebereichs für ihn noch sichtbar ist; und - eine mit der dynamisch erkannten Augenbewegung des Insassen im Eyebox-Übergangsbereich (8) der jeweiligen Anzeigevorrichtung synchronisierte Änderung ihrer Anzeige in derart vorbestimmter Weise, dass dem Insassen dadurch das Verlassen ihres Eyebox-Fensters (4, 6, 7, 11, 12) und seine dazu führende Bewegungsrichtung intuitiv angedeutet und/oder explizit angezeigt werden.
- Verfahren nach Anspruch 1 , wobei die genannte Änderung der Anzeige Folgendes umfasst: - eine mit der dynamisch erkannten Augenbewegung des Insassen im Eyebox-Übergangsbereich (8) der betreffenden Anzeigevorrichtung synchronisierte Verschiebung und/oder Reskalierung ihrer sämtlichen Anzeigeinhalte, so dass sie vollständig in einem für diesen Insassen jeweils noch sichtbaren Teil (5) ihres Anzeigebereichs (V1-V3; A, B; 14, 15) dargestellt werden.
- Verfahren nach Anspruch 2 , wobei - der jeweils noch sichtbare Teil-Anzeigebereich (5) dabei so vollständig ausgenutzt wird, dass sich die Anzeigeinhalte dieser Anzeigevorrichtung mit einer fortschreitenden Entfernung der Benutzeraugen von ihrem Eyebox-Fenster (4, 6, 7, 11, 12) in Echtzeit entsprechend dieser Bewegung verschieben und/oder verkleinern.
- Verfahren nach Anspruch 2 oder 3 , wobei hierzu - ein zur Darstellung in dem gesamten Anzeigebereich (V1-V3; A, B; 14, 15) vorgesehenes Gesamtbild jeweils einer einheitlichen Verkleinerung unterzogen wird, die dem im betreffenden Zeitpunkt noch sichtbaren Teil (5) des gesamten Anzeigebereichs (V1-V3; A, B; 14, 15) entspricht; und/oder - in vorbestimmter Weise ausgewählte einzelne Anzeigeinhalte, jeweils mit oder ohne Verkleinerung, dichter aneinander und/oder zwischen einander geschoben werden.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die genannte Änderung der Anzeige Folgendes umfasst: - ein mit der dynamisch erkannten Augenbewegung des Insassen im Eyebox-Übergangsbereich (8) der betreffenden Anzeigevorrichtung synchronisiertes Anzeigen einer Pfeilgrafik, die dem Insassen das Verlassen ihres Eyebox-Fensters (4, 6, 7, 11, 12) und die zugehörige Bewegungsrichtung explizit anzeigt.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die mit der dynamisch erkannten Augenbewegung des Insassen im Eyebox-Übergangsbereich (8) der jeweiligen Anzeigevorrichtung synchronisierte Änderung ihrer Anzeige - das Ergänzen der Anzeige mit einer Textmitteilung (T) umfasst, die auf das Verlassen des Eyebox-Fensters (4, 6, 7, 11, 12) und die zugehörige Richtung explizit hinweist und/oder eine zur selben Zeit erkannte Positionsänderung des Insassen in einer entsprechend vorbestimmten Weise kommentiert, die ihm ein daraus resultierendes Verlassen des Eyebox-Fensters (4, 6, 7, 11, 12) und die zugehörige Bewegungsrichtung intuitiv verständlich andeutet.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die mit der dynamisch erkannten Augenbewegung des Insassen im Eyebox-Übergangsbereich (8) der jeweiligen Anzeigevorrichtung synchronisierte Änderung ihrer Anzeige Folgendes umfasst: - das Einfügen einer dynamischen visuellen Darstellung einer Welle (9), die in eine der Augenbewegung des Insassen entsprechende Richtung (W) läuft und ihm dadurch das Verlassen des Eyebox-Fensters (4, 6, 7, 11, 12) und seine zugehörige Bewegungsrichtung intuitiv andeutet; - vorzugsweise ergänzt um eine mit dieser Wellendarstellung synchronisierte Erzeugung mindestens eines direktionalen Windstoßes (10) und/oder Duftstoffausstoßes in Richtung des Insassen durch eine Klimaanlage des Fahrzeugs (1) und/oder mindestens eines Wellen- und/oder Windgeräuschs durch eine Soundanlage des Fahrzeugs (1).
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei - die Eyebox-Übergangsbereiche (8) von mindestens zwei der genannten Anzeigevorrichtungen für den genannten Insassen lückenlos ineinander übergehen; - basierend auf dem dynamischen Erfassen der aktuellen Sitz- und/oder Augenposition (E1-E4) des Insassen, in Ergänzung zu der genannten Änderung der Anzeige einer ersten Anzeigevorrichtung, deren Eyebox-Fenster (4, 6, 7, 11, 12) der Insasse gerade verlässt oder verlassen hat, es zusätzlich auch dynamisch erkannt wird, ob und wie sich seine Augen im Eyebox-Übergangsbereich (8) einer aktuell von ihm noch nicht benutzten zweiten Anzeigevorrichtung ihrem Eyebox-Fenster (4, 6, 7, 11, 12) nähern oder in dieses eintreten; und - synchron mit der dadurch erkannten Bewegung seiner Augen im Eyebox-Übergangsbereich (8) der zweiten Anzeigevorrichtung eine Anzeige der zweiten Anzeigevorrichtung gestartet wird, die jeweils teilweise oder vollständig die Anzeige der ersten Anzeigevorrichtung ohne doppelte Darstellung ersetzt und dabei dynamisch einer Änderung mit genau umgekehrter Richtung und Bedeutung als bei der genannten Änderung der ersten Anzeigevorrichtung unterzogen wird, um dem Insassen das Eintreten in das Eyebox-Fenster (4, 6, 7, 11, 12) der zweiten Anzeigevorrichtung und seine dazu führende Bewegungsrichtung intuitiv anzudeuten und/oder explizit anzuzeigen.
- Steuereinheit für ein Fahrzeug (1), die zur automatischen Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche und zu einer hierzu benötigten drahtlosen und/oder drahtgebundenen Kommunikation mit der Fahrzeugsteuerung und/oder einer im Fahrzeug (1) befindlichen Sensorik zur Erfassung einer aktuellen Sitz- und/oder Augenposition (E1-E4) eines Insassen einerseits und mit der mindestens einen fahrzeuggebundenen Anzeigevorrichtung für diesen Insassen andererseits ausgebildet und eingerichtet ist.
- Fahrzeug (1), insbesondere ein Kraftfahrzeug, - umfassend mindestens eine fahrzeuggebundene Anzeigevorrichtung, die zur Darstellung visueller Anzeigeinhalte einem Insassen des Fahrzeugs (1) ausgebildet ist; - wobei das Fahrzeug (1) zur Ausführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 8 ausgebildet und eingerichtet ist und hierzu insbesondere eine Steuereinheit nach Anspruch 9 aufweist.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Darstellung visueller Anzeigeinhalte einem Insassen eines Fahrzeugs, insbesondere eines Kraftfahrzeugs oder eines anderen Land-, Luft- oder Wasserfahrzeugs. Der Insasse kann ein Fahrer, ein Beifahrer oder ein anderer Passagier des Fahrzeugs sein, wobei zur visuellen Darstellung der Anzeigeinhalte diesem Insassen eine oder mehrere fahrzeuggebundene Anzeigevorrichtungen vorgesehen sein können. Die Erfindung richtet sich auch auf eine zur Ausführung des Verfahrens eingerichtete Steuereinheit sowie auf ein entsprechend ausgestattetes Fahrzeug. In Innenräumen moderner Fahrzeuge sind in der Regel verschiedenartige Anzeigevorrichtungen verbaut, die den Fahrer und andere Insassen mit wichtigen Informationen über den Zustand des Fahrzeugs und einzelner Bordsysteme und Instrumente, mit visuellen Anzeigeinhalten von Navigations- und Assistenzsystemen oder auch mit Entertainmentinhalten versorgen. Hierzu werden neben Direktsichtdisplays, wie beispielsweise einem Kombiinstrument oder einem im Bereich der Mittelkonsole integrierten Zentralinformationsdisplay (Central Information Display, CID), vermehrt auch Blickfeldanzeigevorrichtungen verbaut, die auch unter der Bezeichnung Head-up-Display (HUD) bekannt sind und reale oder virtuelle Bilder direkt ins Blickfeld der Nutzer einblenden. Bei Blickfeldanzeigevorrichtungen wie Head-up-Displays (HUD) wird ein von einem Display oder Projektor erzeugtes Bild ins Blickfeld des Nutzers über Reflexion an einer in seinem Blickfeld angeordneten, meist zumindest teilweise transparenten Reflexionsscheibe eingeblendet. Als Reflexionsscheibe dient typischerweise eine Front-, Heck- oder Seitenscheibe des Fahrzeugs oder eine eigens hierzu vorgesehene Combinerscheibe, die im Blickfeld des Nutzers im Fahrzeug angeordnet ist. So dient beispielsweise bei einem klassischen Fahrer-HUD ein Frontscheibenabschnitt gegenüber dem Fahrersitz oder eine davor angeordnete Combinerscheibe als Reflexionsscheibe, sodass der Fahrer zum Ablesen der HUD-Anzeige seinen Blick nicht von der Straße abwenden muss. Auf diese Weise können virtuelle Bilder der vom Fahrer durch die teiltransparente Reflexionsscheibe beobachteten realen Umgebung überlagert werden und diese auch anreichern (erweiterte Realität, Augmented Reality, AR). In einem modernen Kraftfahrzeug sind in der Regel mehrere verschiedenartige Anzeigesysteme verbaut, welche einem Insassen gleiche oder verschiedene Anzeigeinhalte in unterschiedlichen Sichtbereichen anzeigen, dabei jedoch kaum interaktiv und intuitiv miteinander agieren. Zusätzlich wird es in zukünftigen Fahrzeugen mehr verschiedene Sitz- und Liegepositionen geben, was die Sichtbarkeit einzelner Displaykomponenten einschränken wird. Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein alternatives und/oder im Hinblick auf den Komfort, die Darstellungsmöglichkeiten, die Bildqualität und/oder andere Gesichtspunkte verbessertes Verfahren zur Darstellung visueller Anzeigeinhalte einem Fahrer oder einem anderen Insassen eines Fahrzeugs anzugeben. Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Darstellung visueller Anzeigeinhalte einem Insassen eines Fahrzeugs gemäß Anspruch 1 sowie durch eine entsprechend ausgebildete und eingerichtete Steuereinheit und ein entsprechend ausgebildetes und eingerichtetes Fahrzeug gemäß den nebengeordneten Ansprüchen gelöst. Weitere Ausgestaltungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben. Alle in den Ansprüchen und der nachfolgen Beschreibung für das Verfahren genannten weiterführenden Merkmale und Wirkungen gelten auch in Bezug auf die Steuereinheit und das Fahrzeug, wie auch jeweils umgekehrt. Gemäß einem ersten Aspekt ist ein Verfahren zur Darstellung visueller Anzeigeinhalte einem Insassen eines Fahrzeugs durch mindestens eine fahrzeuggebundene Anzeigevorrichtung (nachfolgend auch in ganz allgemeinem Sinne als „Display“ bezeichnet) vorgesehen. Beim Fahrzeug kann es sich um ein Kraftfahrzeug, aber auch um ein beliebiges anderes Land-, Luft- oder Wasserfahrzeug handeln. Der Insasse kann insbesondere ein Fahrer, alternativ aber auch ein beliebiger anderer Insasse des Fahrzeugs sein. Die fahrzeuggebundene Anzeigevorrichtung kann insbesondere eine Blickfeldanzeigevorrichtung wie ein Head-Up-Display (HUD) sein, das heißt zum Einblenden von realen und/oder virtuellen Bildern ins Blickfeld des Nutzers über Reflexion an einer in seinem Blickfeld angeordneten teiltransparenten Reflexionsscheibe ausgebildet sein. Blickfeldanzeigevorrichtungen in Fahrzeugen erzeugen ein direkt ins Blickfeld eines Insassen eingeblendetes virtuelles Bild typischerweise über Reflexion an einer Front-, Heck- oder Seitenscheibe des Fahrzeugs oder an einer eigens hierzu vorgesehenen Combinerscheibe, die im Blickfeld des Insassen angeordnet ist. Hierzu umfasst ein HUD in klassischer Bauweise eine unterhalb einer Oberseite der Instrumententafel untergebrachte Projektionseinheit. Diese umfasst eine bildgebende Einheit wie ein Display oder einen DLP-Projektor