DE-102024132090-A1 - Bremsscheibe für ein Kraftfahrzeug, Kraftfahrzeug sowie Verfahren zum Herstellen einer Bremsscheibe
Abstract
Die Erfindung betrifft eine Bremsscheibe (10) für ein Kraftfahrzeug, mit einem Grundkörper (12), welcher zumindest mit einer Reibschicht (14) beschichtet ist, welche zumindest einen Hartstoff und zumindest ein Sulfid umfasst und welche dazu vorgesehen ist, zum Abbremsen des Kraftfahrzeugs mit wenigstens einem Bremsbelag des Kraftfahrzeugs kontaktiert zu werden.
Inventors
- Florian Walther
- Wolfram Wagener
Assignees
- BAYERISCHE MOTOREN WERKE AKTIENGESELLSCHAFT
Dates
- Publication Date
- 20260507
- Application Date
- 20241105
Claims (9)
- Bremsscheibe (10) für ein Kraftfahrzeug, mit einem Grundkörper (12), welcher zumindest mit einer Reibschicht (14) beschichtet ist, welche zumindest einen Hartstoff und zumindest ein Sulfid umfasst und welche dazu vorgesehen ist, zum Abbremsen des Kraftfahrzeugs mit wenigstens einem Bremsbelag des Kraftfahrzeugs kontaktiert zu werden.
- Bremsscheibe (10) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , dass die Reibschicht (14) in Pulverform auf den Grundkörper (12) oder eine den Grundkörper (12) zumindest bereichsweise bedeckende Zwischenschicht aufgetragen worden ist.
- Bremsscheibe (10) nach Anspruch 1 oder 2 , dadurch gekennzeichnet , dass die Reibschicht (14) als Sulfid Zinksulfid und/oder Kupfer(I)-sulfid und/oder Wolfram(IV)-sulfid umfasst.
- Bremsscheibe (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass der wenigstens eine Hartstoff und das wenigstens eine Sulfid in eine Titanmatrix oder in eine Stahl- und Edelstahlmatrix der Reibschicht (14) eingebettet sind.
- Kraftfahrzeug mit wenigstens einer Bremsscheibe (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche und mit wenigstens einem Bremsbelag, welcher dazu vorgesehen ist, für ein Abbremsen des Kraftfahrzeugs an die Reibschicht (14) der diesem Bremsbelag zugeordneten Bremsscheibe (10) angelegt zu werden.
- Verfahren zum Herstellen einer Bremsscheibe (10) für ein Kraftfahrzeug, bei welchem ein Grundkörper (12) der Bremsscheibe zumindest mit einer Reibschicht (14) beschichtet wird, welche zumindest einen Hartstoff und zumindest ein Sulfid umfasst.
- Verfahren nach Anspruch 6 , dadurch gekennzeichnet , dass die Reibschicht (14) durch Sprühen eines Pulvers auf den Grundkörper (12) oder eine den Grundkörper (12) zumindest bereichsweise bedeckende Zwischenschicht aufgebracht wird.
- Verfahren nach Anspruch 7 , dadurch gekennzeichnet , dass das Pulver den wenigstens einen Hartstoff und das wenigstens ein Sulfid umfasst.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8 , dadurch gekennzeichnet , dass die Reibschicht (14) mittels Kaltgasspritzen auf den Grundkörper (12) oder eine den Grundkörper (12) zumindest bereichsweise bedeckende Zwischenschicht aufgebracht wird.
Description
Die Erfindung betrifft eine Bremsscheibe für ein Kraftfahrzeug, ein Kraftfahrzeug sowie ein Verfahren zum Herstellen einer Bremsscheibe für ein Kraftfahrzeug. Aus der DE 197 11 830 A1 ist ein Verfahren zum Herstellen eines Reibkörpers bekannt, welcher als Reibbelag für einen Bremskörper geeignet ist. Zur Herstellung wird eine Mischung aus zumindest Kohlenstoffpartikeln und Metallpartikeln unter Zusatz von zur Pyrolyse geeigneten polymeren Bindemitteln, von Hartstoffpartikeln und von festen Schmiermitteln hergestellt und anschließend zu Grünlingen kalt verpresst. Danach erfolgt eine Sinterung unter Vakuum oder Schutzgasatmosphäre, wobei organische Bindeanteile zunächst pyrolysiert werden und die Metallpartikel zumindest teilweise mit Kohlenstoff reaktionsgebunden werden. Weiterhin ist aus der EP 0 170 176 B1 ein reibungs- und abriebssteuernder Zusatz für Reibbelagmischungen bekannt, welcher ganz oder teilweise aus Titandisulfid besteht. Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Lösung zu schaffen, mittels welcher eine Reibung zwischen einer Beschichtung einer Bremsscheibe und einem an diese Beschichtung anlegbaren Bremsbelag verbessert werden kann. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Gegenstände der unabhängigen Ansprüche gelöst. Weitere mögliche Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen, der Beschreibung und den Figuren offenbart. Merkmale, Vorteile und mögliche Ausgestaltungen, die im Rahmen der Beschreibung für einen der Gegenstände der unabhängigen Ansprüche dargelegt sind, sind zumindest analog als Merkmale, Vorteile und mögliche Ausgestaltungen des jeweiligen Gegenstands der anderen unabhängigen Ansprüche sowie jeder möglichen Kombination der Gegenstände der unabhängigen Ansprüche, gegebenenfalls in Verbindung mit einem oder mehr der Unteransprüche, anzusehen. Die Erfindung betrifft eine Bremsscheibe für ein Kraftfahrzeug, insbesondere einen Kraftwagen, insbesondere einen Personenkraftwagen. Die Bremsscheibe umfasst einen Grundkörper, welcher zumindest mit einer Reibschicht beschichtet ist. Die Reibschicht ist dazu vorgesehen, zum Abbremsen des Kraftfahrzeugs mit wenigstens einem Bremsbelag des Kraftfahrzeugs in Anlage gebracht zu werden. Bei der Bremsscheibe handelt es sich um den radseitigen Teil einer Scheibenbremse, auf welchen an einem Bremssattel befestigte Bremsbeläge des Kraftfahrzeugs wirken können, um eine Drehbewegung der Bremsscheibe für ein Abbremsen des Kraftfahrzeugs zu verzögern. Die Bremsscheibe ist insbesondere punktsymmetrisch zur Achsmitte, insbesondere kreisrund, ausgebildet. Die Bremsscheibe kann einen Bremsscheibentopf sowie eine an dem Bremsscheibentopf gehaltene ringförmige Reibscheibe umfassen. Die Reibschicht der Bremsscheibe stellt eine Reibfläche bereit, welche für das Abbremsen des Kraftfahrzeugs mit dem wenigstens einen Bremsbelag in Kontakt gebracht werden kann. Über den Bremsscheibentopf kann die Bremsscheibe an einer Achse des Kraftfahrzeugs befestigt werden, welche drehfest mit wenigstens einem Rad des Kraftfahrzeugs, insbesondere zwei Rädern des Kraftfahrzeugs, verbunden ist. Durch Abbremsen der Bremsscheibe infolge eines Reibkontakts der Bremsscheibe mit dem wenigstens einen Bremsbelag kann eine drehfest mit wenigstens einem Rad und drehfest mit der Bremsscheibe verbundene Achse des Kraftfahrzeugs abgebremst werden. Die Reibschicht umfasst zumindest einen Hartstoff und zumindest ein Sulfid. Bei dem wenigstens einen Hartstoff kann es sich insbesondere um ein Carbid oder um einen Korund handeln. Handelt es sich bei dem wenigstens einen Hartstoff um ein Carbid, dann kann es sich bei diesem Carbid insbesondere um ein metallartiges Carbid aus einem Metall und Kohlenstoff handeln. Der wenigstens eine Hartstoff ermöglicht eine besonders große Verschleißbeständigkeit der Reibschicht, wodurch Abrieb und infolgedessen Feinstaub beim Abbremsen des Kraftfahrzeugs mittels der Bremsscheibe besonders gut vermieden werden können. Darüber hinaus weist die Bremsscheibe aufgrund der den wenigstens einen Hartstoff umfassenden Reibschicht eine besonders hohe Lebensdauer auf. Sulfide sind Schwefelverbindungen. Es handelt sich dabei um Salze des Schwefelwasserstoffs, die zweifach negativ geladene Schwefelanionen enthalten. Insbesondere wird ein Sulfid genutzt, bei welchem es sich um eine Verbindung eines Metalls mit Schwefel handelt. Durch das Beifügen von Sulfid in der Reibschicht können Reibungscharakteristika der Reibschicht angepasst, insbesondere verbessert, werden. Insbesondere ist es vorgesehen, dass sowohl in der Reibschicht als auch in dem für das Bremsen an die Reibschicht anzulegenden, wenigstens einen Bremsbelag Sulfide enthalten sind. Durch das Beimischen des wenigstens einen Sulfids in die Reibschicht kann erreicht werden, dass sich beim Bremsen zwischen dem an die Reibschicht angelegten Bremsbelag und der Reibschicht eine adhäsive Reibung anstatt einer abrasiven Reibung einstellt. Eine abrasive Reibung führt im Vergleich zu einer adhäsiven Rei