DE-102024132233-A1 - Halter für ein Entgratungswerkzeug, Werkzeuganordnung und Verfahren zu dessen Verwendung
Abstract
Ein Halter (3) für ein Entgratungswerkzeug (2) umfasst ein Gehäuse, das ein antriebsseitiges Gehäuseteil (8) mit einem antriebsseitigen Ende und ein werkzeugseitiges Gehäuseteil (7) aufweist, wobei das werkzeugseitige Gehäuseteil (7) entlang einer Werkzeugdrehachse (1) aus einer Ruhestellung in eine Stauchrichtung, zum antriebsseitigen Ende hin, und in eine Zugrichtung, vom antriebsseitigen Ende fort, auslenkbar ist, eine erste Feder (28), die bei einer Auslenkung des werkzeugseitigen Gehäuseteils (7) aus der Ruhestellung in der Stauchrichtung auf dieses eine erste Rückstellkraft in Richtung der Ruhestellung ausübt, und eine zweite Feder (29), die bei einer Auslenkung des werkzeugseitigen Gehäuseteils (7) aus der Ruhestellung in der Zugrichtung auf dieses eine zweite Rückstellkraft in Richtung der Ruhestellung ausübt. Die Spannung der ersten Feder (28) bleibt bei einer Auslenkung des werkzeugseitigen Gehäuseteils (7) aus der Ruhestellung in der Zugrichtung auf wenigstens einem Teil des bei der Auslenkung zurückgelegten Weges unverändert, und die Spannung der zweiten Feder (29) bleibt bei einer Auslenkung des werkzeugseitigen Gehäuseteils (7) aus der Ruhestellung in der Stauchrichtung auf wenigstens einem Teil des bei der Auslenkung zurückgelegten Weges unverändert. Der Betrag (F V ) der ersten Rückstellkraft bei Auslenkung um ein gegebenes Maß (s) in der Stauchrichtung und der Betrag der zweiten Rückstellkraft (F R ) bei Auslenkung um das gegebene Maß (s) in der Zugrichtung unterscheiden sich voneinander um mindestens 50% des jeweils kleineren der beiden Beträge.
Inventors
- Urs Schiltknecht
Assignees
- SEH TECHNIK GMBH
Dates
- Publication Date
- 20260507
- Application Date
- 20241105
Claims (13)
- Halter (3) für ein Entgratungswerkzeug (2), mit einem Gehäuse, das ein antriebsseitiges Gehäuseteil (8) mit einem antriebsseitigen Ende und ein werkzeugseitiges Gehäuseteil (7) aufweist, wobei das werkzeugseitige Gehäuseteil (7) entlang einer Werkzeugdrehachse (1) aus einer Ruhestellung in eine Stauchrichtung, zum antriebsseitigen Ende hin, und in eine Zugrichtung, vom antriebsseitigen Ende fort, auslenkbar ist, einer ersten Feder (28), die bei einer Auslenkung des werkzeugseitigen Gehäuseteils (7) aus der Ruhestellung in der Stauchrichtung auf dieses eine erste Rückstellkraft in Richtung der Ruhestellung ausübt, und einer zweiten Feder (29), die bei einer Auslenkung des werkzeugseitigen Gehäuseteils (7) aus der Ruhestellung in der Zugrichtung auf dieses eine zweite Rückstellkraft in Richtung der Ruhestellung ausübt, dadurch gekennzeichnet , dass die Spannung der ersten Feder (28) bei einer Auslenkung des werkzeugseitigen Gehäuseteils (7) aus der Ruhestellung in der Zugrichtung auf wenigstens einem Teil des bei der Auslenkung zurückgelegten Weges unverändert bleibt, die Spannung der zweiten Feder (29) bei einer Auslenkung des werkzeugseitigen Gehäuseteils (7) aus der Ruhestellung in der Stauchrichtung auf wenigstens einem Teil des bei der Auslenkung zurückgelegten Weges unverändert bleibt, und der Betrag (F V ) der ersten Rückstellkraft bei Auslenkung um ein gegebenes Maß (s) in der Stauchrichtung und der Betrag der zweiten Rückstellkraft (F R ) bei Auslenkung um das gegebene Maß (s) in der Zugrichtung sich voneinander um mindestens 50% des jeweils kleineren der beiden Beträge unterscheiden.
- Halter nach Anspruch 1 , bei der die eine Vorspannung (F R0 ,F V0 ), unter der die erste und/oder die zweite Feder (28, 29) in der Ruhestellung steht, größer als Null und/oder mittels einer Stellschraube (10, 22) einstellbar ist.
- Halter nach Anspruch 2 , bei dem die Stellschraube (10, 22) um die Werkzeugdrehachse (1) drehbar und über eine Öffnung (9) des werkzeugseitigen Gehäuseteils (7) zugänglich ist, wobei optional die Öffnung (9) eine Aufnahme für einen Schaft (6) des Entgratungswerkzeugs (2) bildet.
- Halter nach Anspruch 2 oder 3 , bei der der ersten und der zweiten Feder (28, 29) je eine Stellschraube (10, 22) zugeordnet ist, und eine erste der Stellschrauben (10) einen axialen Durchgang (11, 12) aufweist, durch den die zweite Stellschraube (22) für ein der zweiten Stellschraube (22) zugeordnetes Werkzeug zugänglich ist, wobei optional der axiale Durchgang (11, 12)) einen Abschnitt (12) mit unrundem Querschnitt hat, in den ein der ersten Stellschraube (10) zugeordnetes Werkzeug drehmomentschlüssig einführbar ist.
- Halter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem von antriebsseitigem und werkzeugseitigem Gehäuseteil (8, 7) eines einen Steckerabschnitt und das andere einen den Steckerabschnitt axial verschiebbar aufnehmenden Buchsenabschnitt bildet.
- Halter nach Anspruch 5 , bei dem der Steckerabschnitt hohl ist und beide Federn (28, 29) sich wenigstens zum Teil innerhalb des Steckerabschnitts erstrecken.
- Halter nach Anspruch 5 oder 6 , ferner mit einem Gleiter (15), der in der Ruhestellung von einer der Federn (19) im Anschlag an dem antriebsseitigen Gehäuseteil (8) und von der anderen der Federn (29) im Anschlag an dem werkzeugseitigen Gehäuseteil (7) gehalten ist.
- Halter nach Anspruch 7 , soweit auf Anspruch 6 rückbezogen, bei dem der Gleiter (15) eine rohrförmige Hülse (16), einen von der Hülse (16) radial nach innen gerichteten Anschlag (18), gegen den eine der Federn (29) vorgespannt ist, und einen radial nach außen gerichteten Anschlag (17) umfasst, gegen den die andere der Federn (28) vorgespannt ist.
- Halter nach einem der Ansprüche 7 oder 8 , soweit auf Anspruch 4 rückbezogen, bei dem die zweite Stellschraube (22) einen Schraubenkopf (24) und einen Schaft (23) aufweist, der in ein Gewinde eines der Gehäuseteile (8) eingreift und von dem Gleiter (15) umgeben ist, und bei dem eine der Federn (29) zwischen dem Kopf (24) und einem radial nach innen gerichteten Anschlag (18) des Gleiters (15) gehalten ist.
- Halter nach einem der Ansprüche 6 bis 8 , soweit auf Anspruch 4 rückbezogen, oder Anspruch 9 , bei dem die erste Stellschraube (10) als Madenschraube ausgebildet ist und bei dem eine der Federn (28) zwischen der Madenschraube (10) und einem der Madenschraube (10) zugewandten Anschlag (17) des Gleiters (15) gehalten ist.
- Entgratungsanordnung mit einem Halter (3) nach einem der vorhergehenden Ansprüche und einem am werkzeugseitigen Ende des Halters (3) montierten Entgratwerkzeug (2), wobei das Entgratwerkzeug (2) eine vom Halter (3) in Richtung der Werkzeugdrehachse (1) abgewandte vordere (4) und eine dem Halter (3) zugewandte hintere Arbeitsfläche (5) hat und der Halter (3) durch Eingriff der vorderen Arbeitsfläche (4) an einem Werkstück (30) stauchbar und durch Eingriff der hinteren Arbeitsfläche (5) an einem Werkstück (30) dehnbar ist.
- Verfahren zum Bearbeiten eines Werkstücks (30) mit einer Vorderseite (32) und einer Rückseite (31), mit den Schritten: - Entfernen eines Teils des Werkstücks unter lokaler Ausübung von Druck auf die Vorderseite, wodurch eine Schmalseite (35) des Werkstücks (30) gebildet wird, die an einer Vorderkante (34) mit der Vorderseite (32) und an einer Hinterkante (36) mit der Rückseite (31) zusammentrifft; - Entgraten der Vorderkante (34und der Hinterkante (36) mit der Werkzeuganordnung nach Anspruch 11 , wobei beim Entgraten der Vorderkante (34) das Werkzeug (2) aus der Ruhestellung in eine erste Richtung ausgelenkt wird, in der die Rückstellkraft (F V ) bei Auslenkung um ein gegebenes Maß (s) kleiner ist als die Rückstellkraft (F R ) bei Auslenkung um das gegebene Maß (s) in eine entgegengesetzte zweite Richtung, und beim Entgraten der Hinterkante (36) das Werkzeug aus der Ruhestellung in die zweite Richtung ausgelenkt wird.
- Verfahren nach Anspruch 12 , bei dem die Koordinaten von Bearbeitungswegen (40), die das Werkzeug (2) beim Entgraten der Vorderkante (34) und der Hinterkante (36) verfolgt, quer zur Werkzeugdrehachse (1) identisch sind, und die Vortriebsgeschwindigkeiten des Werkzeugs (2) beim Entgraten der Vorderkante (34) und beim Entgraten der Hinterkante (36) sich voneinander um höchstens 50% der jeweils kleineren der beiden Vortriebsgeschwindigkeiten unterscheiden.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Halter für ein Entgratungswerkzeug, eine Werkzeuganordnung, in der ein Halter und ein Entgratungswerkzeug miteinander verbunden sind, und ein Verfahren zur Werkstückbearbeitung, in dem der Halter bzw. die Werkzeuganordnung zum Einsatz kommen. Aus DE 10 2021 1119 286 A1 ist ein Halter für ein Entgratungswerkzeug bekannt, bei dem ein werkzeugseitiges Ende des Halters relativ zu einem antriebsseitigen Ende aus einer Ruheposition in einer Zugrichtung und einer Stauchrichtung axial auslenkbar ist. Die Ruheposition ist definiert durch ein Gleichgewicht zwischen zwei Federn, von denen die eine eine Kraft in der Zugrichtung und die andere eine Kraft in der Stauchrichtung auf das werkzeugseitige Ende ausübt. Die Spannung der Federn in der Ruheposition ist einstellbar, indem der Abstand zwischen zwei Flanschen eines werkzeugseitigen Gehäuseteils des Halters verstellbar ist; solange die Federn jedoch eine lineare Charakteristik haben, ändert sich mit dem Abstand der Flansche allenfalls die Bewegungsfreiheit des werkzeugseitigen Gehäuseteils in Richtung der Achse und die von einer einzelnen Feder auf das werkzeugseitige Gehäuseteil ausgeübte Kraft, nicht aber die Summe der von den beiden Federn ausgeübten Kräfte. Wenn in verschiedenen Arbeitsgängen das Werkzeug stark unterschiedliche Kräfte auf ein Werkstück ausüben soll, so ist dies nur mit entsprechend stark unterschiedlichen Auslenkungen aus der Ruhelage möglich, wobei die Gefahr besteht, dass bei hoher Kraft die Grenzen der Bewegungsfreiheit erreicht werden und die dann auftretenden abrupten Kraftschwankungen zu Schäden an Werkstück oder Werkzeug führen, oder es müssen zwischen den Arbeitsgängen die Federn gewechselt werden, was den Arbeitsaufwand erheblich erhöht. Eine Aufgabe der Erfindung ist daher, einen Halter für ein Entgratungswerkzeug oder eine Entgratungsanordnung zu schaffen, der/die einen sicheren Betrieb bei unterschiedlichen Werten der auf das Werkstück ausgeübten Kraft und einen schnellen Wechsel zwischen Arbeitsgängen mit unterschiedlichem Krafteinsatz erlaubt. Die Aufgabe wird gelöst, indem bei einem Halter für ein Entgratungswerkzeug miteinem Gehäuse, das ein antriebsseitiges Gehäuseteil mit einem antriebsseitigen Ende und ein werkzeugseitiges Gehäuseteil aufweist, wobei das werkzeugseitige Gehäuseteil entlang einer Werkzeugdrehachse aus einer Ruhestellung in eine Stauchrichtung, zum antriebsseitigen Ende hin, und in eine Zugrichtung, vom antriebsseitigen Ende fort, auslenkbar ist,einer ersten Feder, die bei einer Auslenkung des werkzeugseitigen Gehäuseteils aus der Ruhestellung in der Stauchrichtung auf dieses eine erste Rückstellkraft in Richtung der Ruhestellung ausübt, undeiner zweiten Feder, die bei einer Auslenkung des werkzeugseitigen Gehäuseteils aus der Ruhestellung in der Zugrichtung auf dieses eine zweite Rückstellkraft in Richtung der Ruhestellung ausübt,die Spannung der ersten Feder bei einer Auslenkung des antriebsseitigen Endes aus der Ruhestellung in der Zugrichtung auf wenigstens einem Teil des bei der Auslenkung zurückgelegten Weges unverändert bleibt,die Spannung der zweiten Feder bei einer Auslenkung des antriebsseitigen Endes aus der Ruhestellung in der Stauchrichtung auf wenigstens einem Teil des bei der Auslenkung zurückgelegten Weges unverändert bleibt, undder Betrag der ersten Rückstellkraft bei Auslenkung um ein gegebenes Maß in der Stauchrichtung und der Betrag der zweiten Rückstellkraft bei Auslenkung um das gegebene Maß in der Zugrichtung sich voneinander um mindestens 50% des jeweils kleineren der beiden Beträge unterscheiden. Um eine zum Ausüben einer gewünschten Kraft auf das Werkstück erforderliche Auslenkung aus der Ruhestellung zu begrenzen, sollte eine Vorspannung, unter der die erste und/oder die zweite Feder in der Ruhestellung steht, größer als Null sein. Eine von Null verschiedene Vorspannung der ersten und/oder zweiten Feder kann auch mittels einer Stellschraube einstellbar sein. Dies schließt nicht aus, dass die Stellschraube auch eine Stellung einnehmen kann, in der die Vorspannung verschwindet; bei Gebrauch des Halters wird diese jedoch im Allgemeinen nicht eingestellt sein. Vorzugsweise ist die Stellschraube um die Werkzeugdrehachse drehbar und über eine Öffnung des werkzeugseitigen Gehäuseteils zugänglich; so ist sie vor unbeabsichtigter Verstellung geschützt. Vorzugsweise dient die Öffnung, über die die Stellschraube zugänglich ist, gleichzeitig als Aufnahme für einen Schaft des Entgratungswerkzeugs. So ist ein Zugang zur Stellschraube blockiert, sobald das Entgratungswerkzeug am Halter montiert ist. Vorzugsweise ist der ersten und der zweiten Feder je eine Stellschraube zugeordnet. Damit beide Stellschrauben über die Öffnung erreichbar und verstellbar sind, kann und eine erste der Stellschrauben einen axialen Durchgang aufweisen, durch den die zweite Stellschraube für ein der zweiten Stellschraube zugeordnetes Werkzeug zugänglich ist. Vorzugsweise hat der axial