DE-102024132272-A1 - Verfahren zur Kalibrierung und/oder Adjustierung von Sensoren der Prozesstechnik
Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Kalibrierung und/oder Adjustierung von Sensoren der Prozesstechnik umfassend die Schritte: Bestellung einer Kalibrierung durch den Kunden unter Angabe der Seriennummer des Sensors, Übermittlung einer digitalen Kalibriererlaubnis und gegebenenfalls von Kalibriernormalen an den Kunden, Durchführung und Dokumentation der Messungen durch den Kunden, vorzugsweise unterstützt durch eine App oder eine Anleitung, Übertragung der Messwerte und weiterer notwendiger Daten an den Hersteller, Prüfung der Daten durch den Hersteller und Ausstellung eines Kalibrierzertifikats, das zumindest digital, vorzugsweise aber auch als physische Kopie verfügbar ist, Kryptographische Verkettung der Kalibrierzertifikate.
Inventors
- Christian Schneider
Assignees
- IFM ELECTRONIC GMBH
Dates
- Publication Date
- 20260507
- Application Date
- 20241106
Claims (7)
- Verfahren zur Kalibrierung und/oder Adjustierung von Sensoren der Prozesstechnik, umfassend die Schritte: ▪ Bestellung einer Kalibrierung durch den Kunden unter Angabe der Seriennummer des Sensors beim Hersteller, ▪ Übermittlung einer digitalen Kalibriererlaubnis und - sofern sich diese nicht im Kundenbesitz befindet oder integraler Bestandteil des Sensors ist - einer Kalibriernormale vom Hersteller an den Kunden, ▪ Durchführung und Dokumentation der Messungen mittels der Kalibriernormale durch den Kunden, ▪ Übertragung der während der Kalibrierung ermittelten Messwerte an den Hersteller, ▪ Prüfung der Daten durch den Hersteller und Ausstellung eines Kalibrierzertifikats, das digital im Sensor abgespeichert wird, ▪ Kryptographische Verkettung der Kalibrierzertifikate.
- Verfahren nach Anspruch 1 , bei dem die Übertragung der digitalen Kalibriererlaubnis und der Kalibrierzertifikate mittels einer beliebigen digitalen Kommunikation erfolgt.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die kryptographische Verkettung der Kalibrierzertifikate eine lückenlose Nachweisführung bei Audits ermöglicht.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Durchführung der Messungen durch den Kunden durch eine App oder eine Anleitung auf einer Webseite unterstützt wird.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Adjustierungsdaten zusammen mit dem Kalibrierzertifikat in den Sensor geladen werden.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem während der Kalibrierung neben den ermittelten Messwerten auch lokale Umgebungsdaten vom Ort der Kalibrierung an den Hersteller übermittelt werden.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Kalibrierzertifikat sowohl als physische Kopie als auch digital verfügbar ist.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Kalibrierung und/oder Adjustierung von Sensoren der Prozesstechnik, das es ermöglicht, diese Aufgaben vor Ort durch den Betreiber selbst durchzuführen. Herkömmliche Methoden sehen vor, dass die Sensoren entweder in ein Kalibrierlabor eingeschickt werden müssen oder eine Person des Herstellers vor Ort die Kalibrierung durchführt. Beides Methoden sind aufwändig und teuer und können möglicherweise einen Maschinenstillstand notwendig machen. Aufgabe der Erfindung ist es, die Kalibrierung und/oder Adjustierung von Sensoren der Prozesstechnik zu vereinfachen und dabei eine zuverlässige Nachweisbarkeit zu gewährleisten. Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben. Das Verfahren beginnt mit der Bestellung einer Kalibrierung durch den Kunden unter Angabe der Seriennummer des Sensors. Der Kunde erhält daraufhin eine digitale Kalibriererlaubnis, die als Datei in den Sensor geladen wird. Gegebenenfalls werden auch eine Kalibriernormale leihweise an den Kunden übermittelt, wenn sich diese nicht bereits im Kundenbesitz befindet oder kein integraler Bestandteil des Sensors ist. Der Kunde führt dann die erforderlichen Messungen für die Kalibrierung selbst durch und dokumentiert diese. Eine App oder eine entsprechende Anleitung auf einer Webseite kann den Kunden dabei unterstützen. Die Messwerte und vorzugsweise auch andere notwendige Daten wie Umgebungstemperatur und Fotos werden an den Hersteller übertragen. Nach Prüfung der Daten durch den Hersteller und ggf. Bezahlung sowie Rücksendung der Kalibriernormalen erhält der Kunde ein Kalibrierzertifikat. Dieses wird einmal als physische Kopie zum Abheften und einmal als digitale Datei, die in den Sensor geladen wird, ausgestellt. Ein wesentlicher Aspekt der Erfindung ist die kryptographische Verkettung aller bisher erfolgten Kalibrierzertifikate. Dies ermöglicht es, bei Audits sehr einfach nachzuweisen, dass der Pflicht zur regelmäßigen Kalibrierung nachgekommen wurde. Die digitalen Kalibrierzertifikate werden dabei ähnlich wie bei einer Technische Sicherheitseinrichtung (TSE) beim Kassenbon kryptographisch verkettet. Falls eine Adjustierung des Sensors erforderlich ist, können die dafür benötigten Daten ebenfalls mit dem digitalen Kalibrierzertifikat geliefert und in den Sensor geladen werden. Die Übertragung der digitalen Kalibriererlaubnis und der Kalibrierzertifikate kann mittels einer beliebigen digitalen Kommunikation erfolgen, was dem Verfahren zusätzliche Flexibilität verleiht.