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DE-102024132297-A1 - Verfahren zur Herstellung eines Dekorteils

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Abstract

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Dekorteils 2 für den Innenraum eines Fahrzeuges mit einer Dekorlage 4 beispielsweise aus Holzfurnier, Aluminium oder Folie, die nach einer werkstoffspezifischen Vorbehandlung mit einem Tintendruckverfahren wie einem DOS- oder ein CIJ-Verfahren ein- oder mehrfarbig bedruckt werden können.

Inventors

  • Liesa Günther

Assignees

  • JOYSONQUIN AUTOMOTIVE SYSTEMS GMBH

Dates

Publication Date
20260507
Application Date
20241106

Claims (13)

  1. Verfahren zur Herstellung eines Dekorteils (2) für einen Innenraum eines Fahrzeugs, umfassend die folgenden Schritte: a) Bereitstellung einer Dekorlage (4) aus einem Werkstoff; b) an den Werkstoff angepasste Vorbehandlung einer Frontseite (6) der Dekorlage (4) zur Ermöglichung einer Bedruckung der Frontseite (6); c) Bedruckung der Frontseite (6) mit einem Tintendruckverfahren; d) gegebenenfalls Beschnitt der Dekorlage (4); e) Vorformung eines Dekorelementes (12) aus der Dekorlage (4); f) Hinterspritzen des Dekorelements (12) mit einem Kunststoff an einer der Frontseite (4) gegenüberliegenden Rückseite (6); g) Lackieren der Frontseite (4).
  2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , dass der Werkstoff Holz und die Dekorlage (4) ein Holzfurnier ist.
  3. Verfahren nach Anspruch 2 , dadurch gekennzeichnet , dass vor Schritt c) und bevorzugt vor Schritt b) die Rückseite (8) der Dekorlage (4) schleifend bearbeitet wird.
  4. Verfahren nach Anspruch 3 , dadurch gekennzeichnet , dass nach der schleifenden Bearbeitung der Rückseite (8) der Dekorlage (4) die Rückseite (8) mit einem Vlies (22), insbesondere einem Zellulose- und/oder Polyestervlies kaschiert wird, insbesondere das Vlies (22) auf die Rückseite (8) der Dekorlage (4) geklebt wird.
  5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4 , dadurch gekennzeichnet , dass vor Schritt c) die Frontseite (6) der Dekorlage (4) schleifend bearbeitet wird.
  6. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 5 , dadurch gekennzeichnet , dass die Frontseite (6) in Schritt b), insbesondere unmittelbar vor Schritt c), zur Erhöhung der Oberflächenspannung der Frontseite (6) behandelt wird, insbesondere mittels einer Plasmabehandlung und/oder einer Koronabehandlung.
  7. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , dass der Werkstoff Aluminium umfasst.
  8. Verfahren nach Anspruch 7 , dadurch gekennzeichnet , dass Schritt b) mindestens eine der folgenden Behandlungen umfasst: A. eine nasschemische Behandlung; B. eine elektrolytische Oxidation; C. eine Plasmabehandlung; D. eine Koronabehandlung; und E. ein Auftrag eines Haftvermittlers.
  9. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , dass der Werkstoff eine Folie, insbesondere eine Kunststofffolie, umfasst.
  10. Verfahren nach Anspruch 9 , dadurch gekennzeichnet , dass Schritt b) mindestens eine der folgenden Behandlungen umfasst: i) eine Plasmabehandlung, ii) eine Koronabehandlung; und iii) ein Auftrag eines Haftvermittlers.
  11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10 , dadurch gekennzeichnet , dass die Rückseite (8) der Folie bedruckt wird, insbesondere mit einem Digitaldruckverfahren, bevorzugt einem Tintendruckverfahren.
  12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass eine der folgenden Tinten eingesetzt wird: I. eine wasserbasierte Tinte; II. eine Lösemittelbasierte Tinte; und III. eine UV-härtende Tinte.
  13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass zwischen den Schritten f. und g. eine spanende Bearbeitung des Dekorelementes (12) erfolgt, insbesondere eine fräsende Bearbeitung.

Description

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Dekorteils für den Innenraum eines Fahrzeugs, insbesondere eines Kraftfahrzeugs. Aus der US 11,679,614 B2 ist ein Verfahren zur Herstellung eines Dekorteils für den Fahrzeuginnenraum bekannt. Hier wird ein spezieller Resistlack über ein Digitaldruckverfahren auf eine aus einem Metallblech ausgebildete Dekorlage aufgetragen und diese nach Auftrag des Resistlacks durch Bürsten nachbearbeitet, wobei der Resistlack dieser mechanischen Nachbehandlung widersteht. Hierdurch können spezielle Ausgestaltungen eines Dekorteils hergestellt werden. Es hat sich herausgestellt, dass sich die in US 11,679,614 B2 beschriebene Herangehensweise nicht ohne weiteres zum Auftrag von allgemeinem Lack oder anderen Druckfarben auf eine Dekorlage des Dekorteils eignet. Insbesondere werden beim Auftrag von Tinten, die keinen Resistlack darstellen, qualitativ minderwertige Druckbilder erhalten. Es besteht jedoch das Bedürfnis, Digitaldruckverfahren breiter bei der Herstellung von Dekorteilen für den Innenraum eines Fahrzeugs einsetzen zu können. Der vorliegenden Erfindung liegt davon ausgehend die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren anzugeben, welches die Bedruckung von unterschiedlichen Dekorlagen zur Herstellung von Dekorteilen für den Innenraum eines Fahrzeugs mit einem Digitaldruckverfahren ermöglicht. Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein Verfahren zur Herstellung eines Dekorteils für einen Innenraum eines Fahrzeugs vorgeschlagen, umfassend die folgenden Schritte:a) Bereitstellung einer Dekorlage aus einem Werkstoff;b) an den Werkstoff angepasste Vorbehandlung einer Frontseite der Dekorlage zur Ermöglichung einer Bedruckung der Frontseite;c) Bedruckung der Frontseite mit einem Tintendruckverfahren;d) gegebenenfalls Beschnitt der Dekorlage;e) Vorformung eines Dekorelementes aus der Dekorlage;f) Hinterspritzen des Dekorelements mit einem Kunststoff an einer der Frontseite (4) gegenüberliegenden Rückseite;g) Lackieren der Frontseite. In Abhängigkeit vom vorliegenden Werkstoff, der beispielsweise Holz, Aluminium oder Kunststoff in Form einer Folie umfasst, erfolgt in Schritt b) eine Vorbehandlung einer Frontseite der Dekorlage. Bevorzugte Beispiele dieser Vorbehandlung werden weiter unten näher beschrieben. Es hat sich weiter herausgestellt, dass sich von den Digitaldruckverfahren das Tintendruckverfahren am besten für die Bedruckung von Dekorlagen, insbesondere aus Holz, Aluminium oder Kunststoff, eignet. Mit entsprechenden Tinten und der genannten Vorbehandlung ist es möglich, Dekorlagen im Prinzip materialunabhängig zu bedrucken und das Druckbild und damit auch die entsprechenden Dekorteile auch den strengen Anforderungen in der Automobilbranche genügen kann. Nach der Vorbehandlung der Frontseite der Dekorlage, die nach Fertigstellung eine Sichtseite des Dekorteils darstellt und der Bedruckung der Frontseite in Schritt c) kann in Schritt d) ein Beschnitt der Dekorlage erfolgen. Alternativ kann in Schritt a) eine bereits beschnittene Dekorlage bereitgestellt werden. Grundsätzlich ist es nach der vorliegenden Erfindung auch möglich und bevorzugt, vor Schritt b) die Dekorlage zu bearbeiten, insbesondere eine oder mehrere Bohrungen vorzunehmen, die Dekorlage fräsend zu bearbeiten, die Dekorlage mit einem Laser zu behandeln und/oder zu beschneiden. In Schritt e) erfolgt eine Verformung der Dekorlage zur Bildung eines Dekorelements. Bevorzugt handelt es sich hierbei um eine dreidimensionale Verformung der im Wesentlichen flächigen Dekorlage. Das Hinterspritzen des Dekorelementes, welches bevorzugt mit einem Kunststoff umfassend mindestens eines der folgenden Werkstoffe: Polyolefine, Polypropylen (PP), Polymethylmethacrylat (PMMA), Polycarbonat (PC), Polystyrol (PS) und dessen Copolymere wie insbesondere Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS), Polyamid (PA) und/oder Polyoxymethylen (POM) erfolgt, stabilisiert das Dekorelement und bildet somit den Körper des Dekorteils aus, das durch das Lackieren der Frontseite abgeschlossen wird. Hierbei können an der der Dekorlage gegenüberliegenden Rückseite des Dekorteils Befestigungselemente ausgebildet werden, über die das Dekorteil im Fahrzeuginnenraum festlegbar ist. Alternativ oder zusätzlich können hier auch Strukturen ausgebildet werden, über die Licht in das durch den Kunststoff beim Hinterspritzen gebildete Substrat eingeleitet werden kann. Unter dem Begriff Tintendruckverfahren (auch Inkjet-Verfahren) werden Druckverfahren verstanden, bei denen flüssige Tinte auf die Frontseite der Dekorlage aufgetragen werden, beispielsweise als Tropfen nach dem DOD- (Drop on Demand) oder aus einem Tintenstrahl nach dem CIJ- (Continuous Ink Jet) Verfahren. Beim DOD-Verfahren werden einzelne Tintentropfen auf die zu bedruckende Region aufgetragen, wobei hier beispielsweise über ein Heizelement Tintentropfen zur Bildung einer Dampfblase zum Austragen des Tintentropfens erhitzt werden („Bubble-Jet-Verfahren“), Tintentropfen über ein piezoelektrisches