Search

DE-102024132487-A1 - Verfahren zum Einrichten und/oder Betreiben einer Flexodruckeinheit mit mindestens einem Flexodruckwerk

DE102024132487A1DE 102024132487 A1DE102024132487 A1DE 102024132487A1DE-102024132487-A1

Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einrichten und/oder Betreiben einer Flexodruckeinheit mit mindestens einem Flexodruckwerk, welches mindestens einen eine Flexodruckform tragenden Formzylinder und einen mit diesem in einer Druck-An-Stellung eine Druckstelle ausbildenden Gegendruckzylinder umfasst, wobei das durch das Flexodruckwerk zu druckende Druckbild betreffende Daten aus der Druckvorstufe sowie physikalische Daten zur Flexodruckform bereitgestellt werden, unter Verwendung der bereitgestellten das Druckbild betreffenden Daten und der physikalischen Daten zur Flexodruckform eine die Einstellung der Druck-An-Stellung, also insbesondere eines die Stärke der Druck-An-Stellung zwischen Formzylinder und Gegendruckzylinder betreffenden Maßes wie z. B. eines anzulegenden Anstelldruckes oder einer einzustellenden Anstelllage, betreffende Vorgabe ermittelt wird und schließlich das Flexodruckwerk in zumindest einer Betriebsphase mit dieser Vorgabe für die Druck-An-Stellung betrieben wird.

Inventors

  • Adrian Reimann
  • Oliver Baar
  • Giovanni Scatena
  • Andrea Dallavalle

Assignees

  • KOENIG & BAUER AG

Dates

Publication Date
20260507
Application Date
20241107

Claims (12)

  1. Verfahren zum Einrichten und/oder Betreiben einer Flexodruckeinheit (01) mit mindestens einem Flexodruckwerk (02; 02.x), welches mindestens einen eine Flexodruckform (04; 04.x) tragenden Formzylinder (03; 03.x) und einen mit diesem in einer Druck-An-Stellung eine Druckstelle (08; 08.x) ausbildenden Gegendruckzylinder (07) umfasst, wobei - das durch das Flexodruckwerk (02; 02.x) zu druckende Druckbild betreffende Daten (D B ) aus der Druckvorstufe sowie physikalische Daten (D D ) zur Flexodruckform (04; 04.x) bereitgestellt werden, - unter Verwendung der bereitgestellten das Druckbild und die Flexodruckform (04; 04.x) betreffenden Daten (D B ; D D ) eine die Einstellung der Druck-An-Stellung betreffende Vorgabe (AN soll ) ermittelt wird, - und schließlich das Flexodruckwerk (02; 02.x) in zumindest einer Betriebsphase mit dieser Vorgabe (AN soll ) für die Druck-An-Stellung betrieben wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , dass als das Druckbild betreffende Daten (D B ) eine den betroffenen Farbauszug (x) und/oder Formzylinder (03; 03.x) identifizierenden Information und/oder eine eine Flächendeckung und/oder Punktdichte von druckenden Erhebungen (13) repräsentierende Größe und/oder eine einen Verlauf der Flächendeckung in axiale und/oder in Umfangsrichtung betreffende Information und/oder eine eine Bildposition repräsentierende Information und/oder eine eine Punktgröße oder Punktgrößenverteilung repräsentierende Größe bereitgestellt und zur Ermittlung der Vorgabe (AN soll ) für die Druck-An-Stellung herangezogen wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 , dadurch gekennzeichnet , dass unter Verwendung von das Druckbild betreffenden Daten (D B ) und unter Verwendung von die Flexodruckform (04; 04.x) betreffenden Daten (D F ) eine Vorgabe (AN soll ) für die Druck-An-Stellung ermittelt und diese Vorgabe (AN soll ) zumindest für die Dauer des Abrollens einer vollen Drucklänge (I21) am Gegendruckzylinder (07) eingestellt und/oder aufrechterhalten wird.
  4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 , dadurch gekennzeichnet , dass über die in Umfangsrichtung des Formzylinders (03; 03.x) verlaufende Drucklänge (I21) hinweg für eine Mehrzahl von sich in Umfangsrichtung fortsetzenden Abschnitte (Δi) unter Verwendung von das Druckbild betreffenden Daten (D B ) und unter Verwendung von die Flexodruckform (04; 04.x) betreffenden Daten (D F ) jeweilige Vorgaben AN soll (Δi) für die Druck-An-Stellung ermittelt werden, und dass im Produktionsbetrieb während des Abrollens einer vollen Drucklänge (I21) am Gegendruckzylinder (07) die Druck-An-Stellung sukzessive entsprechend der den Abschnitten (Δi) zugeordneten Vorgaben AN soll (Δi) variiert und/oder eingestellt wird.
  5. Verfahren nach Anspruch 4 , dadurch gekennzeichnet , dass während des Produktionsbetrieb ein sukzessives Einstellen der Druck-An-Stellung entsprechend den jeweiligen Vorgaben AN soll (Δi) derart synchronisiert mit der Rotation des die Flexodruckform (04; 04.x) tragenden Formzylinders (03; 03.x) erfolgt, sodass zum Zeitpunkt des Durchgangs eines jeweiligen Abschnittes der Drucklänge (I21) durch die Druckstelle (08; 08.x) die dem betreffenden Abschnitt (Δi) zugeordnete Vorgabe AN soll (Δi) für die Druck-An-Stellung umgesetzt ist oder wird.
  6. Verfahren nach Anspruch 1 , 2 , 3 , 4 oder 5 , dadurch gekennzeichnet , dass über eine in axialer Richtung verlaufende Druckbreite (b21) hinweg abschnittsweise für zwei Abschnitte unter Verwendung von das Druckbild betreffenden Daten (D B ) und unter Verwendung von die Flexodruckform (04; 04.x) betreffenden Daten (D F ) jeweilige Vorgaben AN soll,1 ; AN soll,2 ; AN soll,1 (Δi); AN soll,2 (Δi) für die Druck-An-Stellung auf den beiden Stirnseiten des Formzylinders (03; 03.x) ermittelt und während des Produktionsbetriebes entsprechend eingestellt werden.
  7. Verfahren nach Anspruch 1 , 2 , 3 , 4 , 5 oder 6 , dadurch gekennzeichnet , dass als physikalische Daten zur Flexodruckform (04; 04.x) eine die Höhe (h13) der erhabenen Druckelemente (13) und/oder eine die Kompressibilität und/oder Elastizität der Druckform (04; 04.x) repräsentierende Größe und/oder eine die Dicke (d04) der Flexodruckform (04; 04.x) im Bereich der erhabenen Druckelemente (13) und/oder eine die Dicke und/oder eine Kompressibilität und/oder Elastizität eines Klebemittels (19) repräsentierende Größe bereitgestellt und zur Ermittlung der Vorgabe (AN soll ) für die Druck-An-Stellung herangezogen wird.
  8. Verfahren nach Anspruch 1 , 2 , 3 , 4 , 5 , 6 oder 7 , dadurch gekennzeichnet , dass die das Druckbild betreffenden Daten (D B ) und die physikalischen Daten (D F ) zur Flexodruckform (04; 04.x) als strukturierte Daten in einer Datei (22) und/oder auf einem Datenträger bereitgestellt sind oder werden.
  9. Verfahren nach Anspruch 1 , 2 , 3 , 4 , 5 , 6 , 7 oder 8 , dadurch gekennzeichnet , dass die oder zumindest ein Teil der das Druckbild betreffenden Daten (D B ) und/oder zumindest ein Teil der die Flexodruckform (04; 04.x) betreffenden Daten (D F ) aus für das zu druckende Druckbild in der Druckvorstufe erstellten RIP-Daten gewonnen und/oder extrahiert werden.
  10. Verfahren nach Anspruch 1 , 2 , 3 , 4 , 5 , 6 , 7 , 8 oder 9 , dadurch gekennzeichnet , dass das Druck-Anstellen durch Stellantriebe (24) bewirkt wird, welche stirnseitig am Formzylinder (03; 03.x) und/oder am Gegendruckzylinder (07) angreifen, und welchen als Vorgabe (AN soll ) für die Druck-An-Stellung eine eine einzustellende Anstellkraft oder eine eine Position oder einen Stellwerg repräsentierte Größe zugeleitet wird.
  11. Verfahren nach Anspruch 1 , 2 , 3 , 4 , 5 , 6 , 7 , 8 , 9 oder 10 , dadurch gekennzeichnet , dass aus einem Fingerprint, d. h. einem auf der Druckmaschine unter spezifischen Bedingungen mit einer Testdruckform durchgeführten Druck, stammende Daten zur Konfigurierung der Flexodruckeinheit (01) und/oder zur Einstellung von Flexodruckwerken (02; 02.x) und/oder zur Voreinstellung einer Druck-Anstellung und/oder eines Bahnspannungswertes und/oder zur Viskosität und/oder Temperatur einer zu verwendenden Druckfarbe in eine digitale Auftragsbeschreibung übernommen und/oder in diese importiert werden und/oder dass aus Daten des Fingerprints stammende Farbmessdaten einer am Fingerprint durchgeführten Farbmessung mit über eine Farbmessung am gedruckten Druckprodukt erhaltenen Messergebnissen verglichen und zur Beurteilung der Druckqualität und/oder Feststellung einer qualitätsmindernden Fehlfunktion herangezogen werden.
  12. Verfahren nach Anspruch 1 , 2 , 3 , 4 , 5 , 6 , 7 , 8 , 9 , 10 oder 11 , dadurch gekennzeichnet , dass zum Einstellen des Umfangsregisters zwischen den Formzylindern (03.x) mehrerer Flexodruckwerken (02; 02.x) - die mit den Flexodruckformen (04.x) bestückten Formzylindern (03.x) gedreht und währenddessen jeweils auf der gesamten Druckformbreite oder in jeweils zumindest einem axialen Abschnitt (Δa), in welchem die Registermarke (28.x) zu erwarten ist, durch einen Sensor (28.x) optisch abgetastet werden, - die durch die jeweiligen Sensoren (28.x) erhaltenen und das jeweilige Abbild der gesamten Flexodruckformen (04.x) oder zumindest der jeweiligen Referenzmarken (27.x) enthaltenden Bilddaten auf die Relativlage zwischen den Referenzmarken (27.x) der beteiligten Formzylinder (03.x) hin ausgewertet werden, und bei Feststellung einer Abweichung in der ermittelten Relativlage der Referenzmarken (27.x) zweier Formzylinder (03;.x) von einer Sollrelativlage zumindest einer der an der Abweichung beteiligten Formzylinder (03.x) um einen der Abweichung entgegen gerichteten Drehwinkel verdreht wird, oder für den jeweiligen Formzylinder (03.x) auf eine Relativlage zu aus der Druckvorstufe für den betreffenden Formzylinder (03.x) bekannten und der Flexodruckform (04.x) zugrundeliegenden Bilddaten ausgewertet, und bei Feststellung einer Abweichung von einer für ein korrektes Register erwarteten Sollumfangslage der betreffende Formzylinder (03.x) um einen der Abweichung entgegen gerichteten Drehwinkel verdreht wird.

Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einrichten und/oder Betreiben einer Flexodruckeinheit mit mindestens einem Flexodruckwerk gemäß Anspruches 1. Durch die WO 2021/224384 A1 ist ein Verfahren zum automatischen Fehlermanagement an einer Druckmaschine bekannt, bei dem die pixelbasierten Druckbilddaten von der RIP-Recheneinheit an die Steuereinheit der Druckmaschine als Soll-Druckbilder übertragen werden, mit den festen Druckformen Ist-Druckbilder auf einen Druckträger gedruckt werden, die Ist-Druckbilder mit der Kamera aufgenommen werden, und die Ist-Druckbilder mit den Soll-Druckbildern aus der RIP-Recheneinheit vergleichen werden. Die DE 10 2021 125 742 A1 betrifft eine Druckmaschine mit einer Druckwalze und einer Rasterwalze oder einer Rasterhülse zum Einfärben einer Druckform der Druckwalze, wobei der Rasterwalze oder der Rasterhülse eine maschinenlesbare ID zugeordnet ist, ein Sensor oder eine Kamera vorgesehen ist, welcher bzw. welche die ID erfasst, ein Rechner Daten, welche zur erfassten ID in einem digitalen Speicher gespeichert sind, aus dem Speicher abruft und der Rechner schließlich auf Basis der gelesenen ID oder der abgerufenen Daten Einstellungen an der Druckmaschine vornimmt. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein alternatives Verfahren zum Einrichten und/oder Betreiben einer Flexodruckeinheit mit mindestens einem Flexodruckwerk zu schaffen. Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruches 1 gelöst. Die erfindungsgemäße Lösung beruht im Kern darauf, eine optimale oder zumindest geeignete Steuerung für die Druck-An-Stellung der Flexodruckform an den Gegendruckzylinder und ggf. zur Rasterwalze aufzufinden, in Weiterbildung mit optionaler dynamischer Regelung während des Drucks. Als Basis hierfür dienen Daten, die für den RIP-Prozess (auch als sog. „Rippen“ unter Verwendung eines RIP, d. h. eines „Raster Imaging Processor“, bekannt) erstellt wird. Dies kann eine PDF-Datei für jede separierte Farbe sein. Des Weiteren werden noch die Daten der Flexodruckform und des etwaigen Klebemittels berücksichtigt. Zum Einrichten und/oder Betreiben einer Flexodruckeinheit mit mindestens einem Flexodruckwerk, welches mindestens einen eine Flexodruckform tragenden Formzylinder und einen mit diesem in einer Druck-An-Stellung eine Druckstelle ausbildenden Gegendruckzylinder umfasst, werden daher das durch das Flexodruckwerk zu druckende Druckbild betreffende Daten aus der Druckvorstufe sowie physikalische Daten zur Flexodruckform - insbesondere jeweils in einem einer Datenverarbeitung zugänglichen Datenformat - bereitgestellt, wird unter Verwendung der das Druckbild betreffenden Daten und der physikalischen Daten zur Flexodruckform eine die Einstellung der Druck-An-Stellung, also insbesondere eines die Stärke der Druck-An-Stellung zwischen Formzylinder und Gegendruckzylinder betreffenden Maßes wie z. B. eines anzulegenden Anstelldruckes oder einer einzustellenden Anstelllage, betreffende Vorgabe ermittelt und schließlich das Flexodruckwerk in zumindest einer Betriebsphase mit dieser Vorgabe für die Druck-An-Stellung betrieben. Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, dass eine geeignete oder idealer Weise optimale Druck-An-Stellung, d. h. eine ideale Anstellkraft, mit weniger oder im Idealfall ganz ohne Makulatur aufgefunden und eingestellt werden kann, indem bereits aus der Druckvorstufe und der Druckformherstellung bekannte Informationen zu deren Herleitung bzw. Ermittlung herangezogen werden. Diese geeignete Kraft kann unterschiedlich sein je nach Punktdichte oder Verteilung auf der Druckform und muss bislang z. B. über ggf. langwierige Testdrucke ermittelt bzw. eingestellt werden. In einer besonders vorteilhaften Weiterbildung kann diese Anstellkraft während des Druckvorgangs dynamisch immer individuell je nach der Position der Druckform variiert und eingestellt werden. Durch die Reduzierung der Druck-An-Stellung auf ein geeignetes oder optimales Maß wird es auch ermöglicht, einen „Kiss-Print“, d. h. ein kleinstmögliches Auftreffen der Druckform auf dem Substrat für einen optimalen Ausdruck zu erzielen. Durch den Kiss-Print kommt es zudem zu einem klaren Ausdruck über den gesamten Druckbereich, was zu einer höheren Standzeit der Druckform führen kann. Durch die Möglichkeit die Anstellkraft - statisch oder dynamisch - einzustellen, kann auch eine Druckformnutzungsdauer erhöht werden, da beispielsweise lediglich nur eine minimale Kraft für den optimalen Ausdruck benötigt wird. Weiterhin wird es möglich Motive, die zu Flexodruck typischen Druckproblemen Neigen, z. B. schwingungsbedingte Druckbildfehler wie das sog. „Bouncing“, durch eine möglichst kleine Anstellkraft zu reduzieren. In einer Weiterbildung kann einem Bouncing entgegengewirkt werden, indem beispielsweise der dynamischen Variation in der geeigneten Druck-An-Stellung zusätzlich die Schwingung dämpfende Gegenbewegungen überlagert werden. In einer vorteilhaften Weiterbildung werden beim Einric