DE-102024132491-A1 - Verfahren zum Einrichten und/oder Betreiben einer Flexodruckeinheit mit mehreren Flexodruckwerken sowie Flexodruckeinheit
Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einrichten und/oder Betreiben einer Flexodruckeinheit mit mehreren in einem Substratpfad hintereinander angeordneten Druckwerken, welche jeweils einen eine Flexodruckform mit einer Registermarke tragenden Formzylinder aufweisen, wobei zum Einstellen des Umfangsregisters zwischen den Formzylindern die mit den Flexodruckformen bestückten Formzylindern gedreht und währenddessen jeweils auf der gesamten Druckformbreite oder in jeweils zumindest einem axialen Abschnitt, in welchem die Registermarke zu erwarten ist, durch einen Sensor optisch abgetastet werden, die durch die jeweiligen Sensoren erhaltenen und das jeweilige Abbild der gesamten Druckform oder zumindest der jeweiligen Referenzmarken enthaltenden Bilddaten entweder auf die Relativlage zwischen den Referenzmarken der beteiligten Formzylinder hin ausgewertet werden, und bei Feststellung einer Abweichung in der ermittelten Relativlage der Referenzmarken zweier Formzylinder von einer Sollrelativlage zumindest einer der an der Abweichung beteiligten Formzylinder um einen der Abweichung entgegen gerichteten Drehwinkel verdreht wird, oder für den jeweiligen Formzylinder auf eine Relativlage zu aus der Druckvorstufe für den betreffenden Formzylinder bekannten und der Flexodruckform zugrundeliegenden Bilddaten ausgewertet, und bei Feststellung einer Abweichung von einer für ein korrektes Register erwarteten Sollumfangslage der betreffende Formzylinder um einen der Abweichung entgegen gerichteten Drehwinkel verdreht wird. Die Erfindung betrifft des Weiteren eine Flexodruckeinheit.
Inventors
- Adrian Reimann
Assignees
- KOENIG & BAUER AG
Dates
- Publication Date
- 20260507
- Application Date
- 20241107
Claims (12)
- Verfahren zum Einrichten und/oder Betreiben einer Flexodruckeinheit (02; 02.x) mit mehreren in einem Substratpfad hintereinander angeordneten Druckwerken (02.x), welche jeweils einen eine Flexodruckform (04.x) mit einer Registermarke (27.x) tragenden Formzylinder (03.x) aufweisen, wobei zum Einstellen des Umfangsregisters zwischen den Formzylindern (03.x) - die mit den Flexodruckformen (04.x) bestückten Formzylindern (03.x) gedreht und währenddessen jeweils auf der gesamten Druckformbreite oder in jeweils zumindest einem axialen Abschnitt (Δa), in welchem die Registermarke (28.x) zu erwarten ist, durch einen Sensor (28.x) optisch abgetastet werden, - die durch die jeweiligen Sensoren (28.x) erhaltenen und das jeweilige Abbild der gesamten Flexodruckform (04.x) oder zumindest der jeweiligen Registermarke (27.x) enthaltenden Bilddaten auf die Relativlage zwischen den Registermarken (27.x) der beteiligten Formzylinder (03.x) hin ausgewertet werden, und bei Feststellung einer Abweichung in der ermittelten Relativlage der Registermarken (27.x) zweier Formzylinder (03.x) von einer Sollrelativlage zumindest einer der an der Abweichung beteiligten Formzylinder (03.x) um einen der Abweichung entgegen gerichteten Drehwinkel verdreht wird, oder für den jeweiligen Formzylinder (03.x) auf eine Relativlage zu aus der Druckvorstufe für den betreffenden Formzylinder (03.x) bekannten und der Flexodruckform (04.x) zugrundeliegenden Bilddaten hin ausgewertet, und bei Feststellung einer Abweichung von einer für ein korrektes Register erwarteten Sollumfangslage der betreffende Formzylinder (03.x) um einen der Abweichung entgegen gerichteten Drehwinkel verdreht wird.
- Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , dass das Drehen des Formzylinders (03.x) während des Abtastens und/oder zur Minderung oder Beseitigung der Abweichung durch einen dem jeweiligen Formzylinder (03.x) zugeordneten Antriebsmotor (09.x) erfolgt.
- Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 , dadurch gekennzeichnet , dass die Auswertung der über die Sensoren (28.x) aufgenommenen Relativlagen und/oder eine Ermittlung des der Abweichung entgegen gerichteten Drehwinkels softwaregestützt erfolgt.
- Verfahren nach Anspruch 1 , 2 oder 3 , dadurch gekennzeichnet , dass eine Nullstellung des jeweiligen Formzylinders (03.x) über eine Zuordnung einer Drehwinkellage des betreffenden Formzylinders (03.x) oder eines den Formzylinder (03.x) antreibenden Antriebs (09.x) zur erfassten Registermarke (27.x) definiert wird.
- Verfahren nach Anspruch 1 , 2 , 3 oder 4 , dadurch gekennzeichnet , dass auf der Flexodruckform (04.x) vorgesehene und dem Drucken dienende Erhebungen (13) eines gesamten das Druckbild betreffenden Druckbereichs (21) oder eines Teils davon durch den Sensor (28.x) erfasst und die erfassten Erhebungen (13) in Art einer Matrix mit dem für diesen Formzylinder (03.x) aus den RIP-Daten bekannten Muster an bei der Flexodruckformherstellung zu bildenden Erhebungen (13) verglichen wird, und dass anhand des Vergleichs geprüft wird, ob auf dem betroffenen Formzylinder (03.x) die richtige Flexodruckform (04.x) und/oder ob die Flexodruckform (04.x) richtig herum auf dem Formzylinder (03.x) aufgebracht ist.
- Verfahren nach Anspruch 1 , 2 , 3 , 4 oder 5 , dadurch gekennzeichnet , dass der die Flexodruckform (04.x) tragende Formzylinder (03.x) in einer Druck-Anstellung eine Druckstelle (08.x) mit einem Gegendruckzylinder (07) ausbildet, wobei zum Auffinden einer geeigneten Einstellen für die Druck-An-Stellung vor Produktionsbeginn das durch das Flexodruckwerk (02.x) zu druckende Druckbild betreffende Daten (D B ) aus der Druckvorstufe sowie physikalische Daten (D D ) zur Flexodruckform (04.x) bereitgestellt werden, unter Verwendung der das Druckbild betreffenden Daten (D B ) und der physikalischen Daten (D D ) zur Flexodruckform (04.x) eine die Einstellung der Druck-An-Stellung betreffende Vorgabe (AN soll ) ermittelt wird, und schließlich das Flexodruckwerk (02.x) in zumindest einer Betriebsphase mit dieser Vorgabe (AN soll ) für die Druck-An-Stellung betrieben wird
- Verfahren nach Anspruch 1 , 2 , 3 , 4 , 5 oder 6 , dadurch gekennzeichnet , dass aus einem Fingerprint, d. h. einem auf der Druckmaschine unter spezifischen Bedingungen mit einer Testdruckform durchgeführten Druck, stammende Daten zur Konfigurierung der Druckeinheit (01) und/oder zur Einstellung von Flexodruckwerken (02.x) und/oder zur Voreinstellung einer Druck-An-Stellung und/oder eines Bahnspannungswertes und/oder zur Viskosität und/oder Temperatur einer zu verwendenden Druckfarbe in die digitale Auftragsbeschreibung übernommen und/oder in diese importiert werden und/oder dass aus Daten des Fingerprints stammende Farbmessdaten einer am Fingerprint durchgeführten Farbmessung mit über eine Farbmessung am gedruckten Druckprodukt erhaltenen Messergebnissen verglichen und zur Beurteilung der Druckqualität und/oder Feststellung einer qualitätsmindernden Fehlfunktion herangezogen werden.
- Verfahren nach Anspruch 1 , 2 , 3 , 4 , 5 , 6 oder 7 , dadurch gekennzeichnet , dass eine Nullstellung des jeweiligen Formzylinders (03.x) über eine Zuordnung einer in Nulllage bestehenden Drehwinkellage des betreffenden Formzylinders (03.x) oder eines den Formzylinder (03.x) antreibenden Antriebs (09) zur durch den Sensor (28.x) erfassten Registermarke (27.x) definiert wird.
- Verfahren nach Anspruch 1 , 2 , 3 , 4 , 5 , 6 , 7 oder 8 , dadurch gekennzeichnet , dass auf der Flexodruckform (04.x) befindliche und dem Drucken dienende Erhebungen (13) eines gesamten das Druckbild betreffenden Druckbereichs (21) oder eines Teils davon durch den Sensor (28.x) erfasst und die erfassten Erhebungen (13) in Art einer Matrix mit dem für diesen Formzylinder (03.x) aus den RIP-Daten bekannten Muster an bei der Flexodruckformherstellung auszubildenden Erhebungen (13) verglichen wird, und dass anhand des Vergleichs geprüft wird, ob auf dem betroffenen Formzylinder (03.x) die richtige Flexodruckform (04.x) und/oder ob die Flexodruckform (04.x) richtig herum auf dem Formzylinder (03.x) aufgebracht ist.
- Flexodruckeinheit (01) mit mehreren in einem Substratpfad hintereinander angeordneten Flexodruckwerken (02.x), welche jeweils einen eine Flexodruckform (04.x) mit einer Registermarke (27.x) tragenden Formzylinder (03.x) aufweisen, dadurch gekennzeichnet , dass je Flexodruckwerk (03.x) ein auf die Oberfläche der Flexodruckform (04.x) gerichteter optischer Sensor (28.x) vorgesehen ist.
- Flexodruckeinheit (01) nach Anspruch 10 , dadurch gekennzeichnet , dass die Sensoren (28.x) ausgangsseitig mit die durch die Sensoren (28.x) aufgenommenen Bilddaten im Hinblick auf eine relative Lage der Registermarken (27.x) zueinander oder zu einer aus RIP-Daten der Druckvorstufe gewonnenen Sollumfangslage hin auswertenden softwaregestützten Auswertemitteln (31) in Signalverbindung stehen.
- Flexodruckeinheit (01) nach Anspruch 11 , dadurch gekennzeichnet , dass jeder Formzylinder (03.x) einen Antriebsmotor (09.x) aufweist, dessen Antriebsregler in Signalverbindung zu Steuerungs- und/oder Regelungsmitteln einer Registerregelung (29) steht, die eingangsseitig in Signalverbindung zu den Auswertemitteln (31) steht.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einrichten und/oder Betreiben einer Flexodruckeinheit mit mehreren Flexodruckwerken sowie eine Flexodruckeinheit gemäß Anspruch 1 bzw. 10. Durch die WO 2021/224384 A1 ist ein Verfahren zum automatischen Fehlermanagement an einer Druckmaschine bekannt, bei dem die pixelbasierten Druckbilddaten von der RIP-Recheneinheit an die Steuereinheit der Druckmaschine als Soll-Druckbilder übertragen werden, mit den festen Druckformen Ist-Druckbilder auf einen Druckträger gedruckt werden, die Ist-Druckbilder mit der Kamera aufgenommen werden, und die Ist-Druckbilder mit den Soll-Druckbildern aus der RIP-Recheneinheit vergleichen werden. Die DE 10 2021 125 742 A1betrifft eine Druckmaschine mit einer Druckwalze und einer Rasterwalze oder einer Rasterhülse zum Einfärben einer Druckform der Druckwalze, wobei der Rasterwalze oder der Rasterhülse eine maschinenlesbare ID zugeordnet ist, ein Sensor oder eine Kamera vorgesehen ist, welcher bzw. welche die ID erfasst, ein Rechner Daten, welche zur erfassten ID in einem digitalen Speicher gespeichert sind, aus dem Speicher abruft und der Rechner schließlich auf Basis der gelesenen ID oder der abgerufenen Daten Einstellungen an der Druckmaschine vornimmt. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein alternatives Verfahren zum Einrichten und/oder Betreiben einer Flexodruckeinheit mit mehreren Flexodruckwerken sowie eine hierzu geeignete Flexodruckeinheit zu schaffen. Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 bzw. 10 des gelöst. Die erfindungsgemäße Lösung beruht im Kern darauf, das Register zwischen den Formzylindern bzw. Flexodruckformen ohne Makulatur einzustellen, indem die Druckformen selbst auf ihre korrekte Lage geprüft werden. Beim Einrichten und/oder Betreiben einer Flexodruckeinheit mit mehreren in einem Substratpfad hintereinander angeordneten Druckwerken, welche jeweils einen eine Flexodruckform mit einer Registermarke tragenden Formzylinder aufweisen, werden hierzu zum Einstellen des Umfangsregisters zwischen den Formzylindern die mit den Flexodruckformen bestückten Formzylindern gedreht und währenddessen jeweils auf der gesamten Druckformbreite oder in jeweils zumindest einem axialen Abschnitt, in welchem die Registermarke zu erwarten ist oder erwartet wird, durch einen Sensor optisch abgetastet, die durch die jeweiligen Sensoren erhaltenen und das jeweilige Abbild der gesamten Druckform oder zumindest der jeweiligen Referenzmarken enthaltenden Bilddaten werden - insbesondere softwaregestützt und/oder durch entsprechend eingerichtete Auswertemittel - entweder auf die Relativlage zwischen den Referenzmarken der beteiligten Formzylinder hin ausgewertet, und bei Feststellung einer Abweichung in der ermittelten Relativlage der Referenzmarken zweier Formzylinder von einer Sollrelativlage wird zumindest einer der an der Abweichung beteiligten Formzylinder- insbesondere motorisch - um einen der Abweichung entgegen gerichteten Drehwinkel verdreht, oder, alternativ, die durch die jeweiligen Sensoren erhaltenen und das jeweilige Abbild der gesamten Druckform oder zumindest der jeweiligen Referenzmarke enthaltenden Bilddaten auf eine Relativlage zu aus der Druckvorstufe, insbesondere den RIP-Daten, für den betreffenden Formzylinder bekannten und der Flexodruckform zugrundeliegenden Bilddaten ausgewertet, und bei Feststellung einer Abweichung von einer für ein korrektes Register erwarteten Sollumfangslage der betreffende Formzylinder- insbesondere motorisch - um einen der Abweichung entgegen gerichteten Drehwinkel verdreht. Eine - insbesondere hierzu geeignete - Flexodruckeinheit mit mehreren in einem Substratpfad hintereinander angeordneten Flexodruckwerken, welche jeweils einen eine Flexodruckform mit einer Registermarke tragenden Formzylinder aufweisen, umfasst je Flexodruckwerk einen auf die Oberfläche der Flexodruckform gerichteten optischer Sensor. Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, dass für das Stellen der Umfangsregister, zumindest für ein erstes Einstellen, im Idealfall kein Druck auf das Substrat erfolgen muss, also keine Makulatur anfällt. In einer vorteilhaften Weiterbildung werden zum Einrichten und/oder Betreiben einer Flexodruckeinheit mit mindestens einem Flexodruckwerk, welches mindestens einen eine Flexodruckform tragenden Formzylinder und einen mit diesem in einer Druck-An-Stellung eine Druckstelle ausbildenden Gegendruckzylinder umfasst, werden das durch das Flexodruckwerk zu druckende Druckbild betreffende Daten aus der Druckvorstufe sowie physikalische Daten zur Flexodruckform - insbesondere jeweils in einem einer Datenverarbeitung zugänglichen Datenformat - bereitgestellt, wird unter Verwendung der das Druckbild betreffenden Daten und der physikalischen Daten zur Flexodruckform eine die Einstellung der Druck-An-Stellung, also insbesondere eines die Stärke der Druck-An-Stellung zwischen Formzylinder und Gegendruckzylinder betreffenden Maßes wie z. B. eines