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DE-102024132492-A1 - Verfahren zum Einrichten und/oder Betreiben einer Flexodruckmaschine mit mindestens einem Flexodruckwerk

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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einrichten und/oder Betreiben einer Flexodruckmaschine mit mindestens einem Flexodruckwerk mit einem eine Flexodruckform tragenden Formzylinder und einem mit diesem in einer Druck-An-Stellung eine Druckstelle ausbildenden Gegendruckzylinder, wobei das Druckbild einer Druckvorlage für das zu druckende Druckprodukt einem RIP-Prozess unterzogen wird, aus dem RIP-Prozess stammende RIP-Daten zur Herstellung der betreffenden oder jeweiligen Flexodruckform verwendet werden, zur Beschreibung des zu produzierenden Druckproduktes und der hierzu zu verwendenden Ressourcen eine digitale Auftragsbeschreibung, welche zumindest produktspezifische Daten sowie Informationen zur Konfiguration der Maschine enthält, in der Maschinensteuerung erstellt und/oder hinterlegt wird, auf dem oder jedem Formzylinder die betreffende oder jeweilige Druckform angeordnet wird, und nach Anordnung der oder sämtlicher Druckformen auf dem betreffenden oder jeweiligen Formzylinder ein Druckbetrieb erfolgt. Dabei aus einem Fingerprint, d. h. einem auf der Druckmaschine unter spezifischen Bedingungen mit einer Testdruckform durchgeführten Druck, stammende Daten zur Konfigurierung der Druckeinheit und/oder zur Einstellung von Druckwerken und/oder zur Voreinstellung einer Druck-Anstellung und/oder eines Bahnspannungswertes und/oder zur Viskosität und/oder Temperatur einer zu verwendenden Druckfarbe in die digitale Auftragsbeschreibung übernommen und/oder in diese importiert und/oder aus Daten des Fingerprints stammende Farbmessdaten einer am Fingerprint durchgeführten Farbmessung mit über eine Farbmessung am gedruckten Druckprodukt erhaltenen Messergebnissen verglichen und zur Beurteilung der Druckqualität und/oder Feststellung einer qualitätsmindernden Fehlfunktion herangezogen.

Inventors

  • Adrian Reimann

Assignees

  • KOENIG & BAUER AG

Dates

Publication Date
20260507
Application Date
20241107

Claims (11)

  1. Verfahren zum Einrichten und/oder Betreiben einer Flexodruckmaschine mit mindestens einem Flexodruckwerk (02; 02.x), welches einen eine Flexodruckform (04; 04.x) tragenden Formzylinder (03; 03.x) und einen mit diesem in einer Druck-An-Stellung eine Druckstelle (08; 08.x) ausbildenden Gegendruckzylinder (07) umfasst, wobei - das Druckbild einer Druckvorlage für das zu druckende Druckprodukt einem RIP-Prozess unterzogen wird, - aus dem RIP-Prozess stammende RIP-Daten zur Herstellung der betreffenden oder jeweiligen Flexodruckform (04; 04.x) verwendet werden, - zur Beschreibung des zu produzierenden Druckproduktes und/oder der hierzu zu verwendenden Ressourcen eine digitale Auftragsbeschreibung erstellt und/oder in der Maschinensteuerung hinterlegt wird, welche zumindest produktspezifische Daten sowie Informationen zur Konfiguration der Maschine enthält, - auf dem oder jedem Formzylinder (03; 03.x) die betreffende oder jeweilige Druckform (04, 04.x) angeordnet wird, - nach Anordnung der Flexodruckform (04; 04.x) oder sämtlicher Flexodruckformen (04; 04.x) auf dem betreffenden oder jeweiligen Formzylinder (03; 03.x) ein Druckbetrieb erfolgt, dadurch gekennzeichnet , dass aus einem Fingerprint, d. h. einem auf der Druckmaschine unter spezifischen Bedingungen mit einer Testdruckform durchgeführten Druck, stammende Daten zur Konfigurierung der Druckeinheit und/oder zur Einstellung von Flexodruckwerk (02; 02.x) und/oder zur Voreinstellung einer Druck-Anstellung und/oder eines Bahnspannungswertes und/oder zur Viskosität und/oder Temperatur einer zu verwendenden Druckfarbe in die digitale Auftragsbeschreibung übernommen und/oder in diese importiert werden und/oder dass aus Daten des Fingerprints stammende Farbmessdaten einer am Fingerprint durchgeführten Farbmessung mit über eine Farbmessung am gedruckten Druckprodukt erhaltenen Messergebnissen verglichen und zur Beurteilung der Druckqualität und/oder Feststellung einer qualitätsmindernden Fehlfunktion herangezogen werden.
  2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , dass als Farbmessdaten Daten zu einem in den Daten des Fingerprints vorgehaltenen Ausgabefarbprofil der Druckmaschine herangezogen und mit entsprechenden Messergebnissen am Druckprodukt verglichen werden.
  3. Verfahren nach Anspruch 2 , dadurch gekennzeichnet , dass als Farbmessdaten für die verwendeten Druckfarben in den Daten des Fingerprints vorgehaltene Daten zum jeweiligen Farbort im angewandten Farbraum und/oder zum Farbwert im betreffenden Farbkreis und/oder zur Farbdichte herangezogen und mit den entsprechenden Messergebnissen verglichen werden.
  4. Verfahren nach Anspruch 1 , 2 oder 3 , dadurch gekennzeichnet , dass bei einer sich vergrößernden Abweichung zwischen den den Fingerprint und den das Druckprodukt betreffenden Daten der Farbmessung bei ansonsten konstanten Druckbedingungen auf eine verschleißbedingte Ursache geschlossen wird.
  5. Verfahren nach Anspruch 4 , dadurch gekennzeichnet , dass ab einer bestimmten Abweichung in der Farbdichte auf einen Verschleiß einer vom Flexodruckwerk (02; 02.x) umfassten Rasterwalze (11) geschlossen, diese überprüft und bei Bedarf ersetzt wird.
  6. Verfahren nach Anspruch 1 , 2 , 3 , 4 oder 5 , dadurch gekennzeichnet , dass auf Basis der in die digitale Auftragsbeschreibung übernommenen Information zur Viskosität und/oder Temperatur der zu verwendenden Druckfarbe im Betrieb eine Regelung der Viskosität und/oder Temperatur der Druckfarbe auf die übernommene Information hin vorgenommen wird.
  7. Verfahren nach Anspruch 1 , 2 , 3 , 4 , 5 oder 6 , dadurch gekennzeichnet , dass auf Basis von im RIP-Prozess unter Verwendung von Daten des Fingerprints erzeugten RIP-Daten Fehlertoleranzen für eine noch zu tolerierende Abweichung in einem ΔE-Wert und/oder einer Farbdichte festgelegt werden und diese beim Vergleich zwischen den den Fingerprint und den das Druckprodukt betreffenden Daten der Farbmessung zur Bewertung der Druckqualität herangezogen werden.
  8. Verfahren nach Anspruch 1 , 2 , 3 , 4 , 5 , 6 oder 7 , dadurch gekennzeichnet , dass das durch das Flexodruckwerk (02; 02.x) zu druckende Druckbild betreffende Daten (D B ) aus der Druckvorstufe sowie physikalische Daten (D D ) zur Flexodruckform (04; 04.x) bereitgestellt werden, unter Verwendung der das Druckbild betreffenden Daten (D B ) und der physikalischen Daten (D D ) zur Flexodruckform (04; 04.x) eine die Einstellung der Druck-Anstellung betreffende Vorgabe (AN soll ) ermittelt wird, und das Flexodruckwerk (02; 02.x) in zumindest einer Betriebsphase eines Druckbetriebes mit dieser Vorgabe (AN soll ) für die Druck-An-Stellung betrieben wird.
  9. Verfahren nach Anspruch 1 , 2 , 3 , 4 , 5 , 6 , 7 oder 8 , dadurch gekennzeichnet , dass zum Einstellen einer geeigneten Druck-An-Stellung das durch das Flexodruckwerk (02; 02.x) zu druckende Druckbild betreffende Daten (D B ) aus der Druckvorstufe sowie physikalische Daten (D D ) zur Flexodruckform (04; 04.x) bereitgestellt werden, unter Verwendung der das Druckbild betreffenden Daten (D B ) und der physikalischen Daten (D D ) zur Flexodruckform (04; 04.x) eine die Einstellung der Druck-An-Stellung betreffende Vorgabe (AN soll ) ermittelt wird, und schließlich das Flexodruckwerk (02; 02.x) in zumindest einer Betriebsphase mit dieser Vorgabe (AN soll ) für die Druck-An-Stellung betrieben wird.
  10. Verfahren nach Anspruch 1 , 2 , 3 , 4 , 5 , 6 , 7 , 8 oder 9 , dadurch gekennzeichnet , dass das Substrat (S) im Druckbetriebes durch mehreren in einem Substratpfad hintereinander angeordnete Flexodruckwerke (02.x) bedruckt wird, welche jeweils einen eine Flexodruckform (04.x) mit einer Registermarke (27.x) tragenden Formzylinder (03.x) aufweisen.
  11. Verfahren nach Anspruch 10 dadurch gekennzeichnet , dass zum Einstellen des Umfangsregisters zwischen den Formzylindern (03.x) mehrerer Flexodruckwerke (02.x) - die mit den Flexodruckformen (04.x) bestückten Formzylindern (03.x) gedreht und währenddessen jeweils auf der gesamten Druckformbreite oder in jeweils zumindest einem axialen Abschnitt (Δa), in welchem die Registermarke (27.x) zu erwarten ist, durch einen Sensor (28.x) optisch abgetastet werden, - die durch die jeweiligen Sensoren (28.x) erhaltenen und das jeweilige Abbild der gesamten Druckform oder zumindest der jeweiligen Registermarken (27.x) enthaltenden Bilddaten auf die Relativlage zwischen den Registermarken (27.x) der beteiligten Formzylinder (03.x) hin ausgewertet werden, und bei Feststellung einer Abweichung in der ermittelten Relativlage der Registermarken (27.x) zweier Formzylinder (03;.x) von einer Sollrelativlage zumindest einer der an der Abweichung beteiligten Formzylinder (03.x) um einen der Abweichung entgegen gerichteten Drehwinkel verdreht wird, oder für den jeweiligen Formzylinder (03.x) auf eine Relativlage zu aus der Druckvorstufe für den betreffenden Formzylinder (03.x) bekannten und der Flexodruckform (04.x) zugrundeliegenden Bilddaten ausgewertet, und bei Feststellung einer Abweichung von einer für ein korrektes Register erwarteten Sollumfangslage der betreffende Formzylinder (03.x) um einen der Abweichung entgegen gerichteten Drehwinkel verdreht wird.

Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einrichten und/oder Betreiben einer Flexodruckmaschine mit mindestens einem Flexodruckwerk gemäß Anspruch 1. Durch die WO 2021/224384 A1 ist ein Verfahren zum automatischen Fehlermanagement an einer Druckmaschine bekannt, bei dem die pixelbasierten Druckbilddaten von der RIP-Recheneinheit an die Steuereinheit der Druckmaschine als Soll-Druckbilder übertragen werden, mit den festen Druckformen Ist-Druckbilder auf einen Druckträger gedruckt werden, die Ist-Druckbilder mit der Kamera aufgenommen werden, und die Ist-Druckbilder mit den Soll-Druckbildern aus der RIP-Recheneinheit vergleichen werden. Die DE 10 2021 125 742 A1 betrifft eine Druckmaschine mit einer Druckwalze und einer Rasterwalze oder einer Rasterhülse zum Einfärben einer Druckform der Druckwalze, wobei der Rasterwalze oder der Rasterhülse eine maschinenlesbare ID zugeordnet ist, ein Sensor oder eine Kamera vorgesehen ist, welcher bzw. welche die ID erfasst, ein Rechner Daten, welche zur erfassten ID in einem digitalen Speicher gespeichert sind, aus dem Speicher abruft und der Rechner schließlich auf Basis der gelesenen ID oder der abgerufenen Daten Einstellungen an der Druckmaschine vornimmt. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein alternatives Verfahren zum Einrichten und/oder Betreiben einer Flexodruckmaschine mit mindestens einem Flexodruckwerk zu schaffen. Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des des Anspruchs 1 gelöst. Die erfindungsgemäße Lösung beruht im Kern darauf, bereits aus einem Fingerprint bekannte und für die Druckmaschine und/oder die spezifische Produktion charakteristische Daten einerseits heranzuziehen, um Einstellungen der Maschine aus dem spezifischen Fingerprinting zur Einstellung der Maschine für den Druckauftrag und/oder zur Regelung oder Steuerung von Prozessparametern und/oder andererseits heranzuziehen, um die Druckqualität zu überprüfen und ggf. Maßnahmen einzuleiten. Beim Einrichten und/oder Betreiben einer Flexodruckmaschine mit mindestens einem Flexodruckwerk mit einem eine Flexodruckform tragenden Formzylinder und einem mit diesem in einer Druck-An-Stellung eine Druckstelle ausbildenden Gegendruckzylinder wird das Druckbild einer Druckvorlage für das zu druckende Druckprodukt einem RIP-Prozess unterzogen, werden aus dem RIP-Prozess stammende RIP-Daten zur Herstellung der betreffenden oder jeweiligen Flexodruckform verwendet, wird zur Beschreibung des zu produzierenden Druckproduktes und der hierzu zu verwendenden Ressourcen eine digitale Auftragsbeschreibung in der Maschinensteuerung erstellt und/oder hinterlegt, welche zumindest produktspezifische Daten sowie Informationen zur Konfiguration der Maschine enthält, und wird auf dem oder jedem Formzylinder die betreffende oder jeweilige Druckform angeordnet. Nach Anordnung der oder sämtlicher Druckformen auf dem betreffenden oder jeweiligen Formzylinder erfolgt ein Druckbetrieb. Bevorzugter Weise werden aus einem Fingerprint, d. h. einem auf der Druckmaschine unter spezifischen Bedingungen mit einer - insbesondere zu den Druckformen des zu druckenden Druckproduktes verschiedenen - Testdruckform durchgeführten Druck, stammende Daten zur Konfigurierung der Druckeinheit und/oder zur Einstellung von Druckwerken und/oder zur Voreinstellung einer Druck-An-Stellung und/oder eines Bahnspannungswertes und/oder zur Viskosität und/oder Temperatur einer zu verwendenden Druckfarbe in die digitale Auftragsbeschreibung übernommen und/oder importiert. Alternativ oder bevorzugt zusätzlich hierzu werden in einem Betrieb aus den Daten des Fingerprints stammende und aus einer Farbmessung des Fingerprints gewonnene Farbmessdaten mit über eine Farbmessung am gedruckten Druckprodukt erhaltenen Messergebnissen - insbesondere inline während des Maschinenbetriebes - verglichen und zur Beurteilung der Druckqualität und/oder Feststellung einer qualitätsmindernden Fehlfunktion herangezogen. In einer vorteilhaften Weiterbildung werden beim Einrichten und/oder Betreiben eines Flexodruckwerks mit mehreren in einem Substratpfad hintereinander angeordneten Druckwerken, welche jeweils einen eine Flexodruckform mit einer Registermarke tragenden Formzylinder aufweisen, zum Einstellen des Umfangsregisters zwischen den Formzylindern die mit den Flexodruckformen bestückten Formzylindern gedreht und währenddessen jeweils auf der gesamten Druckformbreite oder in jeweils zumindest einem axialen Abschnitt, in welchem die Registermarke zu erwarten ist oder erwartet wird, durch einen Sensor optisch abgetastet, die durch die jeweiligen Sensoren erhaltenen und das jeweilige Abbild der gesamten Druckform oder zumindest der jeweiligen Referenzmarken enthaltenden Bilddaten werden - insbesondere softwaregestützt und/oder durch entsprechend eingerichtete Auswertemittel - entweder auf die Relativlage zwischen den Referenzmarken der beteiligten Formzylinder hin ausgewertet, und bei Feststellung einer Abweichung in der ermittelten Relativlage der Referenzmarken