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DE-102024138944-B3 - Begrünbarer Flächenbelag und zugehöriges Pflanzsubstrat

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Abstract

Die Erfindung betrifft einen begrünbaren Flächenbelag (1) mit einer begeh- und/oder befahrbaren Oberfläche (1a) und ein zugehöriges Pflanzsubstrat (5), wobei der begrünbare Flächenbelag (1) eine Vielzahl von im Verbund auf einer Bettungsschicht (2) verlegten Rasenpflastersteinen (3) aus Beton umfasst, die mehrere zur Aufnahme eines Pflanzsubstrates (5) ausgebildete Pflanzfreiräume (4) aufweisen, wobei die Pflanzfreiräume (4) mit dem Pflanzsubstrat (5) befüllt sind. Besonders vorteilhaft besteht das Pflanzsubstrat (5) aus einem Gemisch aus natürlichem Erdreich, insbesondere Humus und zumindest einem natürlichen und/oder künstlichen Molekularsieb.

Inventors

  • Bernhard Godelmann

Assignees

  • GODELMANN GMBH & CO. KG

Dates

Publication Date
20260507
Application Date
20241219

Claims (20)

  1. Begrünbarer Flächenbelag (1) mit einer begeh- und/oder befahrbaren Oberfläche (1a) umfassend eine Vielzahl von im Verbund auf einer Bettungsschicht (2) verlegten Rasenpflastersteinen (3) aus Beton, wobei die Rasenpflastersteine (3) mehrere zur Aufnahme eines Pflanzsubstrates (5) ausgebildete Pflanzfreiräume (4) aufweisen, wobei die Pflanzfreiräume (4) mit dem Pflanzsubstrat (5) befüllt sind, dadurch gekennzeichnet , dass das Pflanzsubstrat (5) aus einem Gemisch aus natürlichem Erdreich, insbesondere Humus und zumindest einem natürlichen und/oder künstlichen Molekularsieb besteht, dass das in den Pflanzfreiräume (4) aufgenommene Pflanzsubstrat (5) zur Aufnahme von Niederschlagswasser von der Oberfläche (1a) des Flächenbelags (1) und zum zumindest teilweisen Ableiten des aufgenommenen Niederschlagswassers in die Bettungsschicht (2) ausgebildet ist, wobei mittels des natürlichen und/oder künstlichen Molekularsiebes Schadstoffe aus dem Niederschlagswassers ausgefiltert werden.
  2. Begrünbarer Flächenbelag (1) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , dass der Volumenanteil des natürlichen und/oder künstlichen Molekularsiebes bezogen auf das Gesamtvolumen des Pflanzsubstrates zwischen 3% und 30%, insbesondere zwischen 5% und 20% beträgt.
  3. Begrünbarer Flächenbelag (1) nach Anspruch 1 oder 2 , dadurch gekennzeichnet , dass das natürliche Molekularsieb ein kornförmig gebrochenes, natürliches Material ist, das vorzugsweise eine von der Kugelform abweichende Kornform aufweist.
  4. Begrünbarer Flächenbelag (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass das natürliche Molekularsieb eine Korngröße von 0,5mm bis 5,0mm, vorzugsweise 1,5 mm bis 3 mm aufweist.
  5. Begrünbarer Flächenbelag (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass das natürliche Molekularsieb eine Porengröße bzw. einen Porendurchmesser bzw. eine Porenweite von 0,3nm, 0,4nm oder 0,5nm und/oder eine Porosität von 20% bis 40%, vorzugsweise zwischen 25% und 30% aufweist.
  6. Begrünbarer Flächenbelag (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass das natürliche Molekularsieb ein natürlicher Zeolith ist, der zur Entfernung von Schadstoffen, insbesondere Schwermetallen aus dem Niederschlagswasser geeignet ist.
  7. Begrünbarer Flächenbelag (1) nach Anspruch 6 , dadurch gekennzeichnet , dass der natürliche Zeolith ein Alumosilikat-Mineral natürlichen Ursprungs ist, welches zumindest Mineralanteile von Klinoptilolith, Mordenit, Phillipisit, Chabasit, Erionit und/oder Analcim aufweist.
  8. Begrünbarer Flächenbelag (1) nach Anspruch 6 oder 7 , dadurch gekennzeichnet , dass der natürliche Zeolith im Wesentlichen aus Klinoptilolith mit geringen Anteilen an Cristobalit, Lehmglimmer und/oder Plagioklas besteht.
  9. Begrünbarer Flächenbelag (1) nach Anspruch 1 oder 2 , dadurch gekennzeichnet , dass das künstliche Molekularsieb eine Korngröße von 1,5 mm bis 2,5 mm aufweist.
  10. Begrünbarer Flächenbelag (1) nach Anspruch 9 , dadurch gekennzeichnet , dass das künstliche Molekularsieb einen Porendurchmesser von 4 Å, 5 Å oder 10 Å aufweist.
  11. Begrünbarer Flächenbelag (1) nach Anspruch 9 oder 10 , dadurch gekennzeichnet , dass das künstliche Molekularsieb ein synthetischer Zeolith ist, der zur Entfernung von Schadstoffen, insbesondere Schwermetallen aus dem Niederschlagswasser ausgebildet ist.
  12. Begrünbarer Flächenbelag (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass der Rasenpflasterstein (3) in Form einer Rasenplatte, insbesondere einer Rasenstegplatte, eines Rasengittersteins oder eines Rasenkammersteins ausgebildet ist.
  13. Begrünbarer Flächenbelag (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass benachbarte, im Verbund verlegte Rasenpflastersteine (3) Fugen (6) ausbilden, die vorzugsweise mit einem eine Filterschicht zur Entfernung von Schadstoffen aus dem Niederschlagswasser bildenden Fugenmaterial befüllt sind.
  14. Begrünbarer Flächenbelag (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass die Pflanzfreiräume (4) durch kammerartige Durchbrüche oder längliche Durchbrüche im Rasenpflasterstein (3) gebildet sind, die sich von Oberfläche (1a) des Flächenbelages (1) zur Bettungsschicht (2) erstrecken.
  15. Begrünbarer Flächenbelag (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass Pflanzfreiräume (4) zumindest teilweise, vorzugsweise im Wesentlichen vollständig mit dem Pflanzsubstrat (5) befüllt sind.
  16. Pflanzsubstrat (5) zum Verfüllen von Pflanzfreiräumen (4) eines begrünbarer Flächenbelages (1) umfassend eine Vielzahl von im Verbund verlegten Rasenpflastersteine (3) aus Beton, wobei die Rasenpflastersteine (3, 3' 3") zur Aufnahme des Pflanzsubstrates (5) jeweils mehrere Pflanzfreiräume (4) aufweisen, dadurch gekennzeichnet , dass das Pflanzsubstrat (5) aus einem Gemisch aus natürlichem Erdreich, insbesondere Humus und zumindest einem natürlichen und/oder künstlichen Molekularsieb besteht, dass das Pflanzsubstrat (5) zur Aufnahme von Niederschlagswasser von der Oberfläche (1a) des Flächenbelags (1) und zum zumindest teilweisen Ableiten des aufgenommenen Niederschlagswassers in die Bettungsschicht (2) ausgebildet ist, wobei mittels des natürlichen und/oder künstlichen Molekularsiebes Schadstoffe aus dem Niederschlagswassers ausgefiltert werden.
  17. Pflanzsubstrat nach Anspruch 16 , dadurch gekennzeichnet , dass der Volumenanteil des natürlichen und/oder künstlichen Molekularsiebes bezogen auf das Gesamtvolumen des Pflanzsubstrates zwischen 3% und 30%, insbesondere zwischen 5% und 20% beträgt.
  18. Pflanzsubstrat nach Anspruch 16 oder 17 , dadurch gekennzeichnet , dass das natürliche Molekularsieb ein kornförmig gebrochenes, natürliches Material ist, das vorzugsweise eine von der Kugelform abweichende Kornform aufweist.
  19. Pflanzsubstrat nach einem der Ansprüche 16 bis 18 , dadurch gekennzeichnet , dass das natürliche Molekularsieb eine Korngröße von 0,5mm bis 5,0mm, vorzugsweise 1,5 mm bis 3 mm aufweist.
  20. Pflanzsubstrat nach einem der Ansprüche 16 bis 19 , dadurch gekennzeichnet , dass das natürliche Molekularsieb eine Porengröße bzw. einen Porendurchmesser bzw. eine Porenweite von 0,3nm, 0,4nm oder 0,5nm und/oder eine Porosität von 20% bis 40%, vorzugsweise zwischen 25% und 30% aufweist.

Description

Die Erfindung bezieht sich auf einen begrünbaren Flächenbelag gemäß dem Oberbegriff der Patentanspruches 1 und ein zugehöriges Pflanzsubstrat gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 16. Flächenbeläge, insbesondere begrünbare Flächenbeläge zur Schaffung von begehbaren und/oder befahrbaren Verkehrsflächen wie beispielsweise Wege, Plätze oder Parkplätze sind hinlänglich bekannt. Diese werden häufig aus Formsteinen aus Beton hergestellt, und zwar durch Pflastern. Hierzu werden die Formsteine bzw. Pflastersteine aus Beton auf einer in den Untergrund eingebrachten Bettungsschicht im Verbund verlegt. Zwischen den benachbarten Pflastersteinen entstehen dabei Fugen, welche üblicherweise mit sand- oder splittartigen Fugenmaterialien verfüllt werden. Zur Ausbildung gleichmäßig breiter Fugen weisen eine Vielzahl von Formsteinen bzw. Pflastersteinen aus Beton so genannte Abstandhalter auf, die üblicherweise im unteren, nach dem Verlegen im Verbund nicht mehr sichtbaren Bereich einzelner Seitenflächen der Formsteine angeformt sind. Derartige Flächenbeläge sind aus dem Stand der Technik hinreichend bekannt. Aus der DE 10 2004 020 217 A1 ist beispielsweise ein begrünbarer Flächenbelag aus mehreren Betongittersteinen bekannt, wobei ein Betongitterstein mehrere Kammern mit quadratischem Querschnitt aufweist, die zur Aufnahme von Erdreich oder eines Substrates für Grünbewuchs vorgesehen sind. Weiterhin sind aus dem Stand der Technik aus Rasenpflastersteinen aus Beton hergestellte, begrünbare Flächenbelage in verschiedenen Ausführungsvarianten bekannt. Zur Realisierung derartiger begrünbarer Flächenbeläge finden beispielsweise Rasenpflastersteine in Form von Rasengittersteinen, Rasenkammersteinen, Rasenplatten oder Rasenstegplatten Verwendung. Derartige Rasenpflastersteine weisen mehrere zur Aufnahme eines Pflanzsubstrates ausgebildete Pflanzfreiräume, beispielsweise in Form von Pflanzöffnungen oder Pflanzkammern auf, die zur Begrünung des daraus hergestellten Flächenbelages mit einem Pflanzsubstrat zur Anpflanzung von beispielsweise Rasen befüllt werden können. Diese Pflanzfreiräume sind häufig als Durchbrüche in den Rasenpflastersteinen realisiert, über die zusätzlich auch Versickerungswege bereitgestellt werden, über die Niederschlagswasser von der Oberfläche des Flächenbelages in das unter dem Flächenbelag befindliche Erdreich geleitet werden kann. Begrünte Flächenbeläge sind damit auch wasserdurchlässig, wodurch eine vollständige oder weitgehend vollständige Versiegelung der Befestigungsfläche vermieden werden kann. In der jüngsten Vergangenheit kommt der Reinigung des Niederschlagswassers vor der Zuführung an das Grundwasser eine immer größere Bedeutung zu. Zur Vermeidung einer Verunreinigung des Grundwassers sind wasserdurchlässige Flächenbeläge wünschenswert, die eine Reinigung des Niederschlagswassers von Schadstoffen wie Mineralölen oder Schwermetallen ermöglichen. Neben der Bereitstellung einer ausreichenden Wasserversorgung des Pflanzenbewuchs eines begrünten Flächenbelages ist es daher wünschenswert, ein Eindringen von im Niederschlagswasser enthaltenen Schadstoffen in das Grundwasser effektiv zu reduzieren. Beispielsweise ist aus der DE 10 2020 122 516 A1 ein mehrschichtigen Betonstein bekannt, der eine Betonstein integrierte Filterschicht zur Entfernung von Schadstoffen aus Niederschlagswasserabflüssen aufweist. Ferner sind natürliche und künstliche Molekularsiebe in der Form von natürlichen und künstlichen bzw. synthetischen Zeolithen bekannt geworden, welche ein hohes Absorptionsvermögen insbesondere für gelöste Stoffe einer bestimmten Molekülgröße aufweisen. Derartige Molekularsiebe können daher auch zur Absorption von Schadstoffen aus Niederschlagswasser dienen. Auch sind geschlossene, d.h. nicht begrünbare Flächenbeläge bekannt, die aus im Verbund verlegten Pflastersteinen aus Beton hergestellt sind und bei den zur Verfüllung der Fugen des nicht begrünbaren Flächenbelages ein Fugenmaterial mit speziellen Filtereigenschaften Verwendung findet. Das Fugenmaterial besteht dazu aus einem Gemisch aus einem sandartigen Anteil, einem Feinanteil und einem künstlichen Molekularsieb, wobei der Volumenanteil des künstlichen Molekularsiebes. Darstellung der Erfindung Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher einen begrünbaren Flächenbelag zur Verfügung zu stellen, der die aus dem Stand der Technik bekannten Nachteile beseitigt und insbesondere ein Eindringen von im Niederschlagswasser enthaltenen Schadstoffen über die Pflanzfreiräume in das Grundwasser deutlich reduziert. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen begrünbaren Flächenbelag gemäß Anspruch 1 und ein zugehöriges Pflanzsubstrat gemäß Anspruch 16 gelöst. Weitere vorteilhafte Aspekte, Details und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung sowie den Zeichnungen. Der wesentliche Aspekt des erfindungsgemäßen begrünbaren Flächenbelages ist darin zu sehen, dass die Pflanzfreiräume mit einem Pflanzsubstrat