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DE-102024210542-A1 - Bremssystem für ein Kraftfahrzeug

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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Bremssystem, bei welchem ein Hauptbremszylinder einkreisig ausgeführt ist und ein elektrischer Drucksteller zweikreisig ausgeführt ist.

Inventors

  • Holger Schmidt
  • Robert Grimm
  • Jochen Führer

Assignees

  • AUMOVIO GERMANY GMBH

Dates

Publication Date
20260507
Application Date
20241101

Claims (15)

  1. Bremssystem (10) für ein Kraftfahrzeug, wobei das Bremssystem (10) folgendes aufweist: - einen Hauptbremszylinder (110), welcher mittels Muskelkraft betätigbar ist, - einen elektrischen Drucksteller (40), - einen ersten Bremskreis (BK1) mit mindestens einem Einlassventil (E1, E2), und - einen zweiten Bremskreis (BK2) mit mindestens einem Einlassventil (E3, E4), - wobei der Hauptbremszylinder (110) nur eine Druckkammer (125) aufweist, welche über eine einzige Anschlussleitung (117) mit den Bremskreisen (BK1, BK2) verbunden ist, und - wobei der Drucksteller (40) über ein erstes Zuschaltventil (ZV1) mit dem ersten Bremskreis (BK1) verbunden ist und über ein zweites Zuschaltventil (ZV2) mit dem zweiten Bremskreis (BK2) verbunden ist.
  2. Bremssystem (10) nach Anspruch 1 , - wobei die Anschlussleitung (117) mit einem Anschlusspunkt (AP) zwischen einem der Zuschaltventile (ZV2) und dem mindestens einen Einlassventil (E3, E4) des Bremskreises (BK2), mit welchem der Drucksteller (40) über dieses Zuschaltventil (ZV2) verbunden ist, verbunden ist.
  3. Bremssystem (10) nach Anspruch 2 , - wobei sich zwischen dem Zuschaltventil (ZV2), dem Anschlusspunkt (AP) und dem mindestens einen Einlassventil (E3, E4) außer Leitungen keine hydraulischen Komponenten und/oder keine schaltbaren hydraulischen Komponenten befinden.
  4. Bremssystem (10) nach einem der Ansprüche 2 oder 3 , - wobei in der Anschlussleitung (117) zwischen dem Hauptbremszylinder (110) und dem Anschlusspunkt (AP) ein Trennventil (TV) verschaltet ist.
  5. Bremssystem (10) nach Anspruch 4 , - wobei das Trennventil (TV) stromlos offen ist.
  6. Bremssystem (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, - wobei das erste Zuschaltventil (ZV1) stromlos offen ist, und/oder - wobei das zweite Zuschaltventil (ZV2) stromlos offen ist.
  7. Bremssystem (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, - wobei das erste Zuschaltventil (ZV1) unmittelbar am Drucksteller (40) angeschlossen ist, und/oder - wobei das zweite Zuschaltventil (ZV2) unmittelbar am Drucksteller (40) angeschlossen ist.
  8. Bremssystem (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, - wobei jedes Einlassventil (E1, E2, E3, E4) entgegengesetzt zum jeweiligen Zuschaltventil (ZV1, ZV2) an einem Radanschluss angeschlossen ist, an welchem auch ein jeweiliges Auslassventil (A1, A2, A3, A4) angeschlossen ist.
  9. Bremssystem (10) nach Anspruch 8 , - wobei die Auslassventile (A1, A2) des ersten Bremskreises (BK1) über ein erstes Proportionalventil (PV1) mit einem Bremsflüssigkeitsbehälter (30) oder mit einem Anschluss für einen Bremsflüssigkeitsbehälter (30) verbunden sind, und/oder - wobei die Auslassventile (A3, A4) des zweiten Bremskreises (BK2) über ein zweites Proportionalventil (PV2) mit einem Bremsflüssigkeitsbehälter (30) oder mit einem Anschluss für einen Bremsflüssigkeitsbehälter (30) verbunden sind.
  10. Bremssystem (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Hauptbremszylinder (100) folgendes aufweist: - einen Zylinder (110), - einen Kolben (120), welcher in dem Zylinder (110) beweglich ist, um einen Druck in einem Teilvolumen (130) zu erzeugen, welches vom Kolben (120) einseitig begrenzt wird, und - eine Pedalwegsimulationseinrichtung (140), welche in dem Zylinder (110) angeordnet ist und dazu ausgebildet ist, das Teilvolumen (130) ansprechend auf darin erzeugten Druck zu erhöhen.
  11. Bremssystem (10) nach Anspruch 10 , - wobei die Pedalwegsimulationseinrichtung (140) eine Feder (144) zur Aufnahme des erzeugten Drucks aufweist; und/oder - wobei die Pedalwegsimulationseinrichtung (140) eine Druckaufnahmekomponente (142) aufweist, welche das Teilvolumen (130) innerhalb des Zylinders (110) einseitig begrenzt.
  12. Bremssystem (10) nach einem der Ansprüche 10 oder 11 , - wobei in dem Zylinder (110) ein Anschluss (115) angeordnet ist, welcher in das von dem Kolben (120) unter Druck zu setzende Teilvolumen (130) führt und an welchem die Anschlussleitung (117) angeschlossen ist.
  13. Bremssystem (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, - welches eine Steuerungsvorrichtung (50) aufweist, welche dazu konfiguriert ist, in mindestens einem ersten Betriebsmodus den Hauptbremszylinder (110) von den Bremskreisen hydraulisch zu entkoppeln, eine Betätigung des Hauptbremszylinders (110) zu erkennen und ansprechend darauf mittels des Druckstellers (40) eine Bremsung durchzuführen.
  14. Bremssystem (10) nach Anspruch 13 , - wobei die Steuerungsvorrichtung (50) dazu konfiguriert ist, in mindestens einem zweiten Betriebsmodus den Hauptbremszylinder (110) hydraulisch mit einem der Bremskreise (BK) zu verbinden, jedoch vom anderen Bremskreis (BK) hydraulisch zu entkoppeln.
  15. Bremssystem (10) nach Anspruch 14 , - wobei die Steuerungsvorrichtung (50) dazu konfiguriert ist, im zweiten Betriebsmodus eine Betätigung des Hauptbremszylinders (110) zu erkennen und ansprechend darauf zumindest teilweise mittels des Druckstellers (40) eine Bremsung durchzuführen.

Description

Die Erfindung betrifft ein Bremssystem für ein Kraftfahrzeug. Bremssysteme werden typischerweise eingesetzt, um Fahrzeuge gezielt zu verzögern. Ein Bremssystem kann beispielsweise eine oder mehrere hydraulische Radbremsen aufweisen, welche durch eine Druckbeaufschlagung betätigt werden. Der Druck kann dabei beispielsweise mittels menschlicher Muskelkraft in einem Hauptbremszylinder erzeugt werden, wobei ein derart erzeugter Druck auch elektrisch verstärkt werden kann. Alternativ wird eine Betätigung eines Hauptbremszylinders lediglich abgefühlt und die Druckerzeugung für die Radbremsen erfolgt separat, beispielsweise durch einen elektrisch betriebenen Drucksteller oder eine Pumpe. Wenn kein direkter Durchgriff im Hauptbremszylinder auf die Radbremsen vorhanden ist, wird typischerweise eine Pedalwegsimulationseinrichtung verwendet, welche einem Fahrer ein realistisches Bremsgefühl vermittelt. Es ist eine Aufgabe der Erfindung, ein Bremssystem bereitzustellen, welches im Vergleich zu bekannten Ausführungen alternativ oder besser ausgeführt ist. Dies wird durch ein Bremssystem gemäß Anspruch 1 erreicht. Vorteilhafte Ausführungen können beispielsweise den Unteransprüchen entnommen werden. Die Erfindung betrifft ein Bremssystem für ein Kraftfahrzeug. Das Bremssystem weist einen Hauptbremszylinder auf, welcher mittels Muskelkraft betätigbar ist. Das Bremssystem weist einen elektrischen Drucksteller auf. Das Bremssystem weist einen ersten Bremskreis mit mindestens einem Einlassventil sowie einen zweiten Bremskreis mit mindestens einem Einlassventil auf. Der Hauptbremszylinder weist nur eine Druckkammer auf, welche über eine einzige Anschlussleitung mit den Bremskreisen verbunden ist. Der Drucksteller ist, vorzugsweise über ein erstes Zuschaltventil, mit dem ersten Bremskreis verbunden und ist, vorzugsweise über ein zweites Zuschaltventil, mit dem zweiten Bremskreis verbunden. Ein solches Bremssystem weist eine einkreisige Ausführung eines Hauptbremszylinders in Kombination mit einer zweikreisigen Ausführung eines elektrischen Druckstellers auf. Dies führt dazu, dass der elektrische Drucksteller bezüglich seiner Wirkung auf die beiden Bremskreise besser gesteuert werden kann, wohingegen der Hauptbremszylinder primär für eine Rückfallebene gedacht ist und mit der einkreisigen Ausführung einfacher ausgeführt werden kann als beispielsweise ein zweikreisiger Tandemhauptbremszylinder. Unter einem Bremssystem wird insbesondere ein System verstanden, welches in einem Kraftfahrzeug für die Betätigung von Radbremsen sorgt. Hierbei handelt es sich vorliegend insbesondere um ein hydraulisches Bremssystem. Der Hauptbremszylinder ist typischerweise mittels einer Bremsstange mit einem Bremspedal gekoppelt, wobei dieses Bremspedal mittels Muskelkraft eines Fahrers betätigbar ist. Der elektrische Drucksteller kann unabhängig davon Druck erzeugen und in die Bremskreise leiten. Typischerweise hat ein Bremskreis jeweils zwei Einlassventile oder mehr als zwei Einlassventile, wobei grundsätzlich auch ein Einlassventil ausreichen würde. Typischerweise ist jedem Einlassventil ein Auslassventil zugeordnet, wobei mittels des Einlassventils an einem zugeordneten Radanschluss Druck aufgebaut werden kann oder bei aktivem Druckabbau auch abgebaut werden kann, und wobei mittels des Auslassventils Druck durch Ablassen zu einem Bremsflüssigkeitsbehälter abgebaut werden kann. Typischerweise ist an jedem Radanschluss jeweils eine Radbremse angeschlossen. Die Druckkammer des Hauptbremszylinders, welche über eine einzige Anschlussleitung mit den Bremskreisen verbunden ist, ist typischerweise ein durchgängiges Volumen innerhalb des Zylinders, wobei dieses Volumen typischerweise nicht durch einen Schwimmkolben oder dergleichen in unterschiedliche Unterkammern aufgeteilt wird. Wird ein angeschlossenes Bremspedal betätigt, so wird in dem Hauptbremszylinder, d. h. in der erwähnten Druckkammer, ein hydraulischer Druck aufgebaut, welcher über die Anschlussleitung abgeführt werden kann. In einem Normalbremsbetrieb wird typischerweise der erzeugte Druck an einen Simulator abgeleitet, so dass ein das Bremspedal betätigender Fahrer ein realistisches Bremsgefühl erhält, während jedoch der Hauptbremszylinder von den Radbremsen fluidisch entkoppelt ist. Dies kann durch geeignetes Schalten der Ventile erfolgen. Der Fahrerbremswunsch wird dann typischerweise abgefühlt und mittels des elektrischen Druckstellers umgesetzt. Sollte jedoch der elektrische Drucksteller ausfallen, so steht der Hauptbremszylinder für eine Rückfallebene zur Verfügung, d. h. in diesem Fall würde der vom Fahrer durch Muskelkraft erzeugte Druck unmittelbar zu einem Bremsdruck in den Radbremsen führen. Als Zuschaltventile werden typischerweise Ventile bezeichnet, welche zwischen einem Drucksteller und einem oder mehreren Einlassventilen angeordnet sind. Damit kann der Drucksteller zu den Einlassventilen aufgeschaltet werden, so dass ein Druckaufbau am Einlassventil und damit auch an der angeschl