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DE-102024210546-A1 - Verfahren und Steuergerät zum Betreiben eines Antriebsstrangs

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Abstract

Verfahren zum Betreiben eines Antriebsstrangs eines Kraftfahrzeugs, der einen Verbrennungsmotor (1), eine elektrische Maschine (4), und ein Gruppengetriebe (2) mit einem Hauptgetriebe (9) und einer Bereichsgruppe (11) aufweist, wobei der Verbrennungsmotor (1) über eine schaltbare Trennkupplung (5) an eine Eingangswelle (6) des Gruppengetriebes (2) gekoppelt ist, wobei die elektrische Maschine (4) auch an die Eingangswelle (6) gekoppelt ist. Dann, wenn das Kraftfahrzeug bei geschlossener Trennkupplung fährt, unter Beteiligung der Bereichsgruppe (11) und des Hauptgetriebes (9) eine Hochschaltung ausgeführt werden soll und zur Schaltelementsynchronisierung die elektrische Maschine (4) nicht nutzbar ist, wird folgendes ausgeführt: Das Kraftfahrzeug wird derart abgebremst, dass eine Drehzahl des Verbrennungsmotors (1) auf eine Solldrehzahl gebracht wird. Nachfolgend wird an einem zur Ausführung der Hochschaltung auszulegenden Schaltelement der Bereichsgruppe (11) ein Lastabbau durchgeführt und dasselbe ausgelegt. Nachfolgend wird die Eingangswelle (6) des Gruppengetriebes auf eine erste Zieldrehzahl synchronisiert und nachfolgend das zur Ausführung der Hochschaltung einzulegende Schaltelement der Bereichsgruppe (11) eingelegt. Überschneidend oder nachfolgend wird das Hauptgetriebe (9) in Neutral überführt, die Eingangswelle (6) auf eine zweite Zieldrehzahl synchronisiert und ein zur Ausführung der Hochschaltung einzulegendes Schaltelement des Hauptgetriebes (9) eingelegt.

Inventors

  • Johannes GLÜCKLER
  • Mario Steinborn
  • Stefan Beck
  • Michael Preuss
  • Fabian Kutter

Assignees

  • ZF FRIEDRICHSHAFEN AG

Dates

Publication Date
20260507
Application Date
20241104

Claims (9)

  1. Verfahren zum Betreiben eines Antriebsstrangs eines Kraftfahrzeugs, wobei der Antriebsstrang als erstes Antriebsaggregat einen Verbrennungsmotor (1), als zweites Antriebsaggregat eine elektrische Maschine (4), und ein zwischen die Antriebsaggregate und einen Abtrieb (3) geschaltetes, automatisiertes Gruppengetriebe (2) aufweist, wobei der Verbrennungsmotor (1) über eine schaltbare Trennkupplung (5) an eine Eingangswelle (6) des Gruppengetriebes (2) gekoppelt ist, wobei die elektrische Maschine (4) auch an die Eingangswelle (6) des Gruppengetriebes (2) gekoppelt ist, wobei das Gruppengetriebe (2) mehrere Teilgetriebe aufweist, nämlich zumindest ein Hauptgetriebe (9) und eine dem Hauptgetriebe (9) antriebstechnisch nachgeschaltete Bereichsgruppe (11), dadurch gekennzeichnet , dass dann, wenn das Kraftfahrzeug bei geschlossener Trennkupplung (5) fährt, im Gruppengetriebe (2) zumindest unter Beteiligung der Bereichsgruppe (11) und des Hauptgetriebes (9) eine Hochschaltung ausgeführt werden soll und zur Schaltelementsynchronisierung die elektrische Maschine (4) nicht nutzbar ist, zur Ausführung der Hochschaltung folgende Schritte ausgeführt werden: das Kraftfahrzeug wird derart abgebremst, dass eine Drehzahl des Verbrennungsmotors (1) auf eine Solldrehzahl gebracht wird, nachfolgend wird an einem zur Ausführung der Hochschaltung auszulegenden formschlüssigen Schaltelement der Bereichsgruppe (11) ein Lastabbau durchgeführt und dasselbe nachfolgend ausgelegt, um die Bereichsgruppe (11) in Neutral zu überführen, nachfolgend wird die Eingangswelle (6) auf eine erste Zieldrehzahl synchronisiert und nachfolgend das zur Ausführung der Hochschaltung einzulegende formschlüssige Schaltelement der Bereichsgruppe (11) eingelegt, überschneidend oder nachfolgend wird das Hauptgetriebe (9) in Neutral überführt, die Eingangswelle (6) auf eine zweite Zieldrehzahl synchronisiert und ein zur Ausführung der Hochschaltung einzulegendes formschlüssige Schaltelement des Hauptgetriebes (9) eingelegt.
  2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , dass beim Abbremsen des Kraftfahrzeugs die Drehzahl des Verbrennungsmotors (1) als Solldrehzahl auf eine Minimaldrehzahl, die der um einen vorgegebenen Offset erhöhten, mit dem Gangsprung der auszuführenden Hochschaltung multiplizierten Leerlaufdrehzahl des Verbrennungsmotors entspricht, oder auf eine hiervon abhängige Drehzahl, die um einen Offset oder einen Faktor größer als die Minimaldrehzahl ist, abgesenkt wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 , dadurch gekennzeichnet , dass durch die Synchronisierung der Eingangswelle (6) des Gruppengetriebes (2) auf die erste Zieldrehzahl das zur Ausführung der Hochschaltung einzulegende formschlüssige Schaltelement der Bereichsgruppe (11) synchronisiert wird.
  4. Verfahren nach Anspruch 1 , 2 oder 3 , dadurch gekennzeichnet , dass die Synchronisierung der Eingangswelle (6) des Gruppengetriebes (2) auf die erste Zieldrehzahl über Reibungsverluste des Gruppengetriebes (2) und/oder des Verbrennungsmotors (1) erfolgt, derart, dass zunächst die Trennkupplung (5) geschlossen gehalten wird, und dann, wenn die Eingangswelle (6) des Gruppengetriebes (2) die erste Zieldrehzahl erreicht, bevor der Verbrennungsmotor (1) seine Leerlaufdrehzahl erreicht, das zur Ausführung der Hochschaltung einzulegende formschlüssige Schaltelement der Bereichsgruppe (11) zum Einlegen angesteuert wird, dass dann hingegen, wenn der Verbrennungsmotor (1) seine Leerlaufdrehzahl erreicht, bevor die Eingangswelle (6) des Gruppengetriebes (2) die erste Zieldrehzahl erreicht, die Trennkupplung (5) geöffnet wird, bevor der Verbrennungsmotor (1) seine Leerlaufdrehzahl erreicht, und dann, wenn nachfolgend die Eingangswelle (6) des Gruppengetriebes (2) die erste Zieldrehzahl erreicht, das zur Ausführung der Hochschaltung einzulegende formschlüssige Schaltelement der Bereichsgruppe (11) zum Einlegen angesteuert wird, und nach dem Einlegen des zur Ausführung der Hochschaltung einzulegenden formschlüssigen Schaltelements der Bereichsgruppe (11) die Trennkupplung (5) wieder geschlossen wird.
  5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4 , dadurch gekennzeichnet , dass durch die Synchronisierung der Eingangswelle (6) des Gruppengetriebes (2) auf die zweite Zieldrehzahl das zur Ausführung der Hochschaltung einzulegende formschlüssige Schaltelement des Hauptgetriebes (9) synchronisiert wird.
  6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5 , dadurch gekennzeichnet , dass zur Synchronisierung der Eingangswelle (6) des Gruppengetriebes (2) auf die zweite Zieldrehzahl der Verbrennungsmotors (1) genutzt wird, derart, dass die Eingangswelle (5) des Gruppengetriebes (2) über den Verbrennungsmotor (1) auf die zweite Zieldrehzahl beschleunigt wird.
  7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6 , dadurch gekennzeichnet , dass dann, wenn an der Ausführung der Hochschaltung auch eine antriebstechnisch dem Hauptgetriebe (9) vorgeschaltete Splitgruppe (10) beteiligt ist, nach dem Überführen des Hauptgetriebes (9) in Neutral und vor dem Synchronisieren der Eingangswelle (6) auf die zweite Zieldrehzahl in der Splitgruppe (10) ein zur Ausführung der Hochschaltung auszulegendes formschlüssiges Schaltelement ausgelegt und ein zur Ausführung der Hochschaltung einzulegendes formschlüssiges Schaltelement eingelegt wird.
  8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7 , dadurch gekennzeichnet , dass die Hochschaltung dann ausgeführt wird, wenn nach Vorliegen eines Hochschaltwunsches aus Basis einer aktuellen und/oder zukünftigen Fahrsituation, insbesondere eines Fahrwiderstands und/oder einer Fahrbahnneigung, erkannt wird, dass die Hochschaltung ohne Schaltelementsynchronisierung durch die elektrische Maschine (4) ausgeführt werden kann.
  9. Steuergerät zum Betreiben eines Antriebsstrangs eines Kraftfahrzeugs, wobei der Antriebsstrang als erstes Antriebsaggregat einen Verbrennungsmotor (1), als zweites Antriebsaggregat eine elektrische Maschine (4), und ein zwischen die Antriebsaggregate und einen Abtrieb (3) geschaltetes, automatisiertes Gruppengetriebe (2) aufweist, wobei der Verbrennungsmotor (1) über eine schaltbare Trennkupplung (5) an eine Eingangswelle (6) des Gruppengetriebes (2) gekoppelt ist, wobei die elektrische Maschine (4) auch an die Eingangswelle (6) des Gruppengetriebes (2) gekoppelt ist, wobei das Gruppengetriebe (2) mehrere Teilgetriebe aufweist, nämlich zumindest ein Hauptgetriebe (9) eine dem Hauptgetriebe (9) antriebstechnisch nachgeschaltete Bereichsgruppe (11), dadurch gekennzeichnet , dass das Steuergerät zur automatischen, steuerungsseitigen Ausführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 8 eingerichtet ist.

Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Antriebsstrangs eines Kraftfahrzeugs, wobei der Antriebsstrang als erstes Antriebsaggregat einen Verbrennungsmotor, als zweites Antriebsaggregat eine elektrische Maschine, und ein zwischen die Antriebsaggregate und einen Abtrieb geschaltetes, automatisiertes Gruppengetriebe aufweist, wobei der Verbrennungsmotor über eine schaltbare Trennkupplung an eine Eingangswelle des Gruppengetriebes gekoppelt ist, wobei die elektrische Maschine auch an die Eingangswelle des Gruppengetriebes gekoppelt ist, und wobei das Gruppengetriebe mehrere Teilgetriebe aufweist, nämlich zumindest ein Hauptgetriebe und eine dem Hauptgetriebe antriebstechnisch nachgeschaltete Bereichsgruppe. Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Steuergerät zum Betreiben eines solchen Antriebsstrangs. DE 10 2007 043 694 A1 offenbart ein Gruppengetriebe mit einem Hauptgetriebe, einer dem Hauptgetriebe antriebstechnisch nachgeschalteten Bereichsgruppe und einer dem Hauptgetriebe antriebstechnisch vorgeschalteten Splitgruppe. Hauptgetriebe und Splitgruppe sind in Vorgelegebauweise mit Vorgelegewellen ausgeführt, wobei an einer Vorgelegewelle eine Getriebebremse angreift. An eine Eingangswelle des Gruppengetriebes ist unter Zwischenschaltung einer Trennkupplung ein Verbrennungsmotor gekoppelt, an eine Ausgangswelle des Gruppengetriebes ist ein Abtrieb gekoppelt. In dem Gruppengetriebe können Schaltungen ausgeführt werden, wobei nach der DE 10 2007 043 694 A1 zur Synchronisierung von Schaltelementen die Getriebebremse genutzt wird. DE 10 2013 211 225 A1 offenbart ein Gruppengetriebe eines Kraftfahrzeugs, welches wiederum ein Hauptgetriebe, eine dem Hauptgetriebe antriebstechnisch nachgeschaltete Bereichsgruppe und eine dem Hauptgetriebe antriebstechnisch vorgeschaltete Splitgruppe umfasst, wobei an die Eingangswelle des Gruppengetriebes einerseits ein Verbrennungsmotor und andererseits eine elektrische Maschine gekoppelt ist. Dabei ist der Verbrennungsmotor unter Zwischenschaltung einer Trennkupplung an die Eingangswelle des Gruppengetriebes gekoppelt, die elektrische Maschine ist unter Zwischenschaltung einer Planetenstufe permanent an die Eingangswelle des Gruppengetriebes gekoppelt. Bei dem in DE 10 2013 211 225 A1 offenbarten Gruppengetriebe für eine Hybridantriebsanordnung ist keine Getriebebremse vorhanden. Bei einer Schaltungsausführung wird zur Synchronisierung von Schaltelementen die elektrische Maschine genutzt. Sollte die elektrische Maschine zur Schaltelementsynchronisierung zum Beispiel bei Störung oder Ausfall eines Hochvoltsystems nicht zur Verfügung stehen, so ist es bislang nicht zuverlässig möglich, im Gruppengetriebe Schaltungen auszuführen. Dies kann dann zu einem Liegenbleiben des Kraftfahrzeugs führen. Hiervon ausgehend besteht Bedarf an einem Verfahren zum Betreiben eines Antriebsstrangs eines Kraftfahrzeugs mit einem automatisierten Gruppengetriebe, bei welchem auch dann unter Beteiligung der Bereichsgruppe und des Hauptgetriebes eine Hochschaltung zuverlässig ausgeführt werden kann, wenn die elektrische Maschine zur Schaltelementsynchronisierung nicht nutzbar ist. Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein neuartiges Verfahren zum Betreiben eines Antriebsstrangs eines Kraftfahrzeugs und ein Steuergerät zur Durchführung des Verfahrens zu schaffen. Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zum Betreiben eines Antriebsstrangs gemäß Patentanspruch 1 und durch ein Steuergerät gemäß Patentanspruch 9 gelöst. Dann, wenn das Kraftfahrzeug bei geschlossener Trennkupplung fährt, im Gruppengetriebe zumindest unter Beteiligung der Bereichsgruppe und des Hauptgetriebes eine Hochschaltung ausgeführt werden soll und zur Schaltelementsynchronisierung die elektrische Maschine nicht nutzbar ist, werden zur Ausführung der Hochschaltung folgende Schritte ausgeführt:Das Kraftfahrzeug wird derart abgebremst, dass eine Drehzahl des Verbrennungsmotors auf eine Solldrehzahl gebracht wird. Hierbei wird die Drehzahl des Verbrennungsmotors reduziert. Nachfolgend wird an einem zur Ausführung der Hochschaltung auszulegenden formschlüssigen Schaltelement der Bereichsgruppe ein Lastabbau durchgeführt und dasselbe nachfolgend ausgelegt, um die Bereichsgruppe in Neutral zu überführen. Nachfolgend wird die Eingangswelle auf eine erste Zieldrehzahl synchronisiert und nachfolgend das zur Ausführung der Hochschaltung einzulegende formschlüssige Schaltelement der Bereichsgruppe eingelegt. Überschneidend mit dem Einlegen des formschlüssigen Schaltelements der Bereichsgruppe oder nachfolgend hieran wird das Hauptgetriebe in Neutral überführt, nachfolgend die Eingangswelle auf eine zweite Zieldrehzahl synchronisiert und ein zur Ausführung der Hochschaltung einzulegendes formschlüssige Schaltelement des Hauptgetriebes eingelegt. Mit der Erfindung kann auch dann eine Hochschaltung im Gruppengetriebe zuverlässig ausgeführt werden, wenn weder das Gruppengetriebe eine Getriebebremse aufweist, noch die elektrische Maschi