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DE-102024210655-A1 - Verfahren und Steuergerät zum Überprüfen einer Funktion einer Feststellbremse eines Fahrzeugs

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Abstract

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Überprüfen einer Funktion einer Feststellbremse eines Fahrzeugs, wobei die Feststellbremse aktiviert wird, wenn das Fahrzeug steht, wenn die Feststellbremse aktiviert ist, unter Verwendung eines Antriebs des Fahrzeugs, ein definiertes Antriebsmoment aufgebracht wird und unter Verwendung zumindest eines Sensors des Fahrzeugs eine Bewegung des Fahrzeugs erfasst wird, wobei eine bestimmungsgemäße Funktion der Feststellbremse erkannt wird, wenn die Bewegung innerhalb einer Bewegungstoleranz ist.

Inventors

  • Frank Baehrle-Miller
  • Dieter Blattert

Assignees

  • Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Dates

Publication Date
20260507
Application Date
20241106

Claims (12)

  1. Verfahren zum Überprüfen einer Funktion einer Feststellbremse eines Fahrzeugs, wobei - die Feststellbremse aktiviert wird, wenn das Fahrzeug steht, - wenn die Feststellbremse aktiviert ist, unter Verwendung eines Antriebs des Fahrzeugs ein definiertes Antriebsmoment aufgebracht wird, und - unter Verwendung zumindest eines Sensors des Fahrzeugs eine Bewegung des Fahrzeugs erfasst wird, wobei eine bestimmungsgemäße Funktion der Feststellbremse erkannt wird, wenn die Bewegung innerhalb einer Bewegungstoleranz ist.
  2. Verfahren gemäß Anspruch 1 , bei dem das Antriebsmoment über einen Prüfzeitraum bis zu einem vordefinierten Wert aufgebaut wird.
  3. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem ein von einem Gefälle beziehungsweise einer Steigung unter dem Fahrzeug abhängiges Antriebsmoment aufgebracht wird.
  4. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Antriebsmoment aufgebracht wird, wenn ein Gefälle beziehungsweise eine Steigung unter dem Fahrzeug kleiner als fünf Prozent ist.
  5. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Antriebsmoment weggenommen und eine Betriebsbremse des Fahrzeugs aktiviert wird, wenn die Bewegung größer als die Bewegungstoleranz ist.
  6. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem nach dem Überprüfen das Antriebsmoment abgebaut wird und ein Ergebnis der Überprüfung dokumentiert wird.
  7. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Feststellbremse an einer Achse des Fahrzeugs aktiviert wird und das Antriebsmoment an einer anderen Achse des Fahrzeugs aufgebracht wird.
  8. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Aktivieren der Feststellbremse überwacht wird und das Antriebsmoment aufgebracht wird, wenn eine bestimmungsgemäße Aktivierung der Feststellbremse erkannt wird.
  9. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die bestimmungsgemäße Funktion der Feststellbremse erkannt wird, wenn das Fahrzeug nicht anrollt.
  10. Steuergerät, wobei das Steuergerät dazu konfiguriert ist, das Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche in entsprechenden Einrichtungen auszuführen, umzusetzen und/oder anzusteuern.
  11. Computerprogrammprodukt, das dazu eingerichtet ist, einen Prozessor bei Ausführung des Computerprogrammprodukts dazu anzuleiten, das Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9 auszuführen, umzusetzen und/oder anzusteuern.
  12. Maschinenlesbares Speichermedium, auf dem das Computerprogrammprodukt gemäß Anspruch 11 gespeichert ist.

Description

Gebiet der Erfindung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Überprüfen einer Funktion einer Feststellbremse eines Fahrzeugs, ein entsprechendes Steuergerät, sowie ein entsprechendes Computerprogrammprodukt. Stand der Technik Die Funktionsfähigkeit einer Feststellbremse kann auf einem Rollenprüfstand, durch einen Zugversuch oder auf einem Abrollhügel überprüft werden. Insbesondere auf dem Rollenprüfstand ist die Überprüfung von elektromechanischen Feststellbremsen (APB bzw. EMB) schwierig, da eine Bremswirkung der Feststellbremse schnell einsetzt und der Rollenprüfstand zum Selbstschutz bereits abschalten kann, bevor eine geforderte Haltekraft erreicht wird. Diese Problematik besteht beim Zugversuch und Abrollhügel nicht, jedoch sind geeignete Einrichtungen nicht weit verbreitet. Offenbarung der Erfindung Vor diesem Hintergrund werden mit dem hier vorgestellten Ansatz ein Verfahren zum Überprüfen einer Funktion einer Feststellbremse eines Fahrzeugs, ein entsprechendes Steuergerät, sowie ein entsprechendes Computerprogrammprodukt gemäß den unabhängigen Ansprüchen vorgestellt. Vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen des hier vorgestellten Ansatzes ergeben sich aus der Beschreibung und sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben. Vorteile der Erfindung Bei dem hier vorgestellten Ansatz wird ein Antrieb eines Fahrzeugs verwendet, um analog zu einem Zugversuch eine Zugkraft gegen eine Feststellbremse des Fahrzeugs bereitzustellen. Dabei wird überprüft, ob sich das Fahrzeug bewegt, wenn die Zugkraft bereitgestellt wird. Wenn sich das Fahrzeug im Wesentlichen nicht bewegt, kann eine bestimmungsgemäße Funktion der Feststellbremse erkannt werden. Der hier vorgestellte Ansatz kann dabei insbesondere bei automatisiert ansteuerbaren Feststellbremsen, wie automatischen Parkbremsen und elektromechanischen Betriebsbremsen mit Feststellbremsfunktion angewendet werden. Durch den hier vorgestellten Ansatz kann die Funktion der Feststellbremse ohne zusätzliche Prüfeinrichtungen nur unter Verwendung von im Fahrzeug sowieso vorhandenen Komponenten überprüft werden. Dadurch kann die Funktion nahezu jederzeit überprüft werden und eine Fehlfunktion oder auch Verschleiß der Feststellbremse können möglichst frühzeitig erkannt werden. Es wird ein Verfahren zum Überprüfen einer Funktion einer Feststellbremse eines Fahrzeugs vorgeschlagen, wobei die Feststellbremse aktiviert wird, wenn das Fahrzeug steht, wenn die Feststellbremse aktiviert ist, unter Verwendung eines Antriebs des Fahrzeugs, ein definiertes Antriebsmoment aufgebracht wird und unter Verwendung zumindest eines Sensors des Fahrzeugs eine Bewegung des Fahrzeugs erfasst wird, wobei eine bestimmungsgemäße Funktion der Feststellbremse erkannt wird, wenn die Bewegung innerhalb einer Bewegungstoleranz ist. Ideen zu Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung können unter anderem als auf den nachfolgend beschriebenen Gedanken und Erkenntnissen beruhend angesehen werden. Eine Feststellbremse kann als Parkbremse bezeichnet werden. Die Feststellbremse erzeugt im Wesentlichen während eines gesamten Zeitraums, in dem sie aktiviert ist, ein vorbestimmtes Haltemoment, d.h. sie hält das Haltemoment bis die Feststellbremse aktiv gelöst, d.h. deaktiviert, wird. Das Haltemoment soll typischerweise größer als die Hangabtriebskraft an einem 20 Prozent Gefälle sein. Im Gegensatz zur Feststellbremse erzeugt eine Betriebsbremse auf Anforderung ein wählbares Bremsmoment. Die Betriebsbremse soll sich unmittelbar nach Beendigung der Anforderung lösen und möglichst kein bremsendes Bremsmoment mehr bereitstellen. Traditionell wird das Haltemoment der Feststellbremse durch eine Seilzugbetätigung und Arretierung einer erreichten Position des Seilzugs aufgebaut. Dabei kann der Seilzug auf eigene Bremseinrichtungen an beiden Rädern einer Achse oder auf Betriebsbremseinrichtungen mit einer Doppelfunktion wirken. Bei moderneren Fahrzeugen wird auf den Seilzug verzichtet und es wird ein elektrischer Antrieb pro Rad für die Feststellbremse verwendet. Der Antrieb beziehungsweise eine Mechanik zum Erzeugen des Haltemoments kann dabei selbsthemmend sein, also das Haltemoment so lange aufrechterhalten, bis der Antrieb die Feststellbremsen wieder aktiv löst. Bei modernen Fahrzeugen kann die Betriebsbremse elektromechanisch ausgeführt sein. Dann kann der Antrieb der Betriebsbremse zum Aufbringen des Haltemoments der Feststellbremse verwendet werden. Zum dauerhaften Halten des Haltemoments kann der Antrieb oder die Mechanik mechanisch gesperrt werden, um den Antrieb zu entlasten. Ein zum Überprüfen der Funktion der Feststellbremse bereitgestelltes Antriebsmoment eines Antriebs des Fahrzeugs kann mindestens der Hangabtriebskraft am 20%-Gefälle entsprechen. Wenn das Haltemoment der Feststellbremse bestimmungsgemäß ist, wird das Fahrzeug nicht anrollen. Das entgegengesetzte Wirken des Antriebsmoments und des Haltemoments führt jedoch zu einem „in die Länge Ziehen“ oder „Stauchen“ des Fahrzeugs. Das kann zu