DE-102025103044-B3 - Verfahren zur Herstellung eines Fahrzeugs
Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Fahrzeugs, bei dem in einem Karosseriebau-Prozessschritt (K) anstelle der B-Säule (3) ein Hilfselement (H) lösbar an die Rohkarosserie (41) montiert wird. An dem Hilfselement (H) ist zumindest eine Hintertür (40) sowie gegebenenfalls eine Vordertür (38) gehaltert, so dass die Rohkarosserie (41) gemeinsam mit zumindest der Hintertür (40) in einem nachfolgenden Lackier-Prozessschritt (L) lackiert wird.
Inventors
- Stefan Melzer
- Oliver Fleischer
- Jens Kaufmann
- Thorsten Ast
- Dirk Hansel
- Holger Wientjs
- Frank Hermann-Seidler
- Christoph-Henning Meyer
- Thomas Hahlbohm
- Johannes Karwey
- Martin Söldner
- Frank Niggemeier
- Sebastian Hagemann
Assignees
- AUDI AKTIENGESELLSCHAFT
- VOLKSWAGEN AKTIENGESELLSCHAFT
Dates
- Publication Date
- 20260507
- Application Date
- 20250128
Claims (9)
- Verfahren zur Herstellung eines Fahrzeugs mit zumindest einer B-Säule (3), die zusammen mit einer fahrzeugvorderen A-Säule (5) und einer fahrzeughinteren C-Säule (14) einen vorderen Seitentür-Ausschnitt und einen hinteren Seitentür-Ausschnitt begrenzen, wobei das Verfahren die folgenden Prozessschritte aufweist: - einen Karosseriebau-Prozessschritt (K), in dem eine Rohkarosserie (41) bereitgestellt wird, - einen Lackier-Prozessschritt (L), in dem die Rohkarosserie (41) lackiert wird, und - einen Fahrzeugmontage-Prozessschritt (FM), dadurch gekennzeichnet , dass im Karosseriebau-Prozessschritt (K) anstelle der B-Säule (3) ein Hilfselement (H) lösbar an die Rohkarosserie (41) montiert wird, und dass an dem Hilfselement (H) zumindest eine Hintertür (40) gehaltert ist, so dass die Rohkarosserie (41) gemeinsam mit zumindest der Hintertür (40) im Lackier-Prozessschritt (L) lackiert wird, und dass das Hilfselement (H) nach dem Lackier-Prozessschritt (L) sowie vor dem Fahrzeugmontage-Prozessschritt (FM) von der lackierten Rohkarosserie (41) demontiert wird, so dass im Fahrzeugmontage-Prozessschritt (FM) die vorderen und hinteren Seitentür-Ausschnitte unter Bildung einer Zugangsöffnung unterbrechungsfrei ineinander übergehen, um eine Fahrzeuginnenausstattung störkonturfrei in die Rohkarosserie (41) einzubringen.
- Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , dass zum Abschluss des Fahrzeugmontage-Prozessschritts (FM) die B-Säule (3) an die lackierte Rohkarosserie (41) montiert wird, und dass anschließend die Vorder- und/oder Hintertüren über Scharnierbeschläge an die A-Säule (5) und B-Säule (3) angelenkt werden.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass die Hintertür (40) über einen Hilfs-Scharnierbeschlag (43) am Hilfselement (H) anlenkbar ist, und/oder dass das Hilfselement (H) und die Hintertür (40) eine einteilige Montage-Baugruppe bilden, die an die Rohkarosserie (41) montierbar ist oder davon demontierbar ist.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass das Hilfselement (H) und die B-Säule (3) jeweils an identischen Anbindungsstellen (D, S) an der Rohkarosserie (41) befestigbar sind, und/oder dass die Anbindungsstellen (D, S) als Schraubstellen und/oder als Klebstellen realisiert sind, und/oder dass die B-Säule (3) in der Fahrzeugquerrichtung (y) von fahrzeugaußen an die Rohkarosserie (41) gefügt wird.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass das Verfahren einen vom Lackier-Prozessschritt (L) separaten Beschichtungs-Prozessschritt (B) aufweist, in dem die von Anbauteilen noch unbestückte B-Säule (3) separat von der Rohkarosserie (41) mit Lack beschichtet wird, oder dass in einer alternativen Prozessführung die B-Säule (3) gemeinsam mit der Rohkarosserie (41) den Lackier-Prozessschritt L durchläuft, und/oder dass nach dem Beschichtungs-Prozessschritt (B) ein Vormontage-Prozessschritt (V) erfolgt, in dem Funktionselemente und/oder eine Säulenverkleidung (17) an die B-Säule (3) vormontiert werden.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass der Lackier-Prozessschritt (L) einen Dickschicht-KTL-Prozess oder einen Acrylat-KTL-Prozess aufweist, bei dem die Rohkarosserie (41) tauchlackiert wird.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass ein schwellerseitiger Türeinstiegsbereich im Lackier-Prozessschritt mit einem Klarlack oder mit einer Folie beschichtet wird.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass das Hilfselement (H) eine Vordertür-Anbindungsstelle (44) zur Halterung der Vordertür-Hinterseite aufweist, und dass eine Vordertür (38) während des Lackier-Prozessschritts (L) nicht nur am Hilfselement (H) gehaltert ist, sondern über einen Hilfs-Scharnierbeschlag (45) an der A-Säule (5) angelenkt ist.
- Fahrzeug mit einer B-Säule (3), die an einer dachseitigen Anbindungsstelle (D) an einer Dachstruktur (7) des Fahrzeugs sowie an einer schwellerseitigen Anbindungsstelle (S) am Schweller angebunden ist, wobei das Fahrzeug in einem Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüchen hergestellt ist.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Fahrzeugs nach dem Oberbegriff des Anspruches 1 sowie ein Fahrzeug nach dem Anspruch 9. Die B-Säule eines zweispurigen Fahrzeugs erstreckt sich in der Fahrzeughochrichtung zwischen einer Fahrzeug-Dachstruktur und einem bodenseitigen Schweller des Fahrzeugs. Die B-Säule begrenzt zusammen mit der fahrzeugvorderen A-Säule und der fahrzeughinteren C-Säule einen vorderen Einstieg und einen hinteren Einstieg des Fahrzeugs. Ein gattungsgemäßes Verfahren zur Herstellung eines solchen Fahrzeugs weist die folgenden Prozessschritte auf, und zwar einen Karosseriebau-Prozessschritt, in dem aus Seitenteil-Baugruppen, einer Bodengruppe sowie einer Dach-Baugruppe und einem Heckportal eine Rohkarosserie zusammengebaut wird. Die so aufgebaute Rohkarosserie wird einem nachfolgenden Lackier-Prozessschritt unterworfen, bei dem die Rohkarosserie unter anderem in einem KTL-Prozess tauchlackiert wird. Anschließend erfolgt ein Fahrzeugmontage-Prozessschritt, in dem die Fahrzeuginnenausstattung, der Motor, das Getriebe etc. eingebaut werden. In einer herkömmlichen Prozessabfolge wird die B-Säule bereits im Karosseriebau-Prozessschritt mit der Rohkarosserie verschweißt. Diese wird dann dem Lackier-Prozessschritt zugeführt. Im nachfolgenden Fahrzeugmontage-Prozessschritt wird die bereits lackierte Rohkarosserie einer Montagelinie zugeführt, in der unter anderem die Fahrzeuginnenausstattung, d.h. Fahrzeugsitze oder das Cockpit, montiert wird. Die B-Säule wirkt beim Einbau der Fahrzeuginnenausstattung als eine Störkontur, die die Zugänglichkeit in die Rohkarosserie begrenzt. Von daher ist die Montage der Fahrzeuginnenausstattung mit erhöhtem Arbeitsaufwand verbunden sowie für den Werker ergonomisch ungünstig. Außerdem sind die Möglichkeiten zur Automatisierung der Montageumfänge limitiert. Aus der DE 10 2019 219 129 A1 ist das gattungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines Kraftfahrzeugs bekannt. Aus der DE 10 2019 119 393 A1 ist ein Bauteil für eine Karosserie bekannt, das einen Grundkörper aufweist, auf welchem zumindest bereichsweise eine Beschichtung vorgesehen ist. Diese ist durch plasmaelektrolytische Oxidation aufgebracht, wobei auf der Beschichtung zumindest bereichsweise eine Grundierung angebracht ist, und wobei die Beschichtung als Haftgrund für die Grundierung dient. Aus der DE 10 2016 113 491 A1 ist ein Panzerstahlbauteil für ein Kraftfahrzeug bekannt, mit einem Panzerstahl-Formteil, welches eine Lackbeschichtung zur Reduktion einer Aufprallenergie eines Geschosses aufweist, wobei die Lackbeschichtung eine Härte in einem Härtebereich zwischen 60 und 130 aufweist. Aus der DE 20 2005 019 619 U1 ist eine Montageanlage für Türen an Fahrzeugkarosserien bekannt. Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren zur Herstellung eines Fahrzeugs bereitzustellen, bei dem der Verbau der Fahrzeuginnenraumausstattung im Vergleich zum Stand der Technik mit reduzierter Fertigungszeit, reduziertem Fertigungsaufwand und/oder höherem Automatisierungsgrad durchführbar ist. Die Aufgabe ist durch die Merkmale des Anspruches 1 oder 9 gelöst. Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen offenbart. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Fahrzeugs mit zumindest einer B-Säule. Diese begrenzt zusammen mit einer fahrzeugvorderen A-Säule und einer fahrzeughinteren C-Säule einen vorderen Seitentür-Ausschnitt und einen hinteren Seitentür-Ausschnitt. Das Verfahren weist einen Karosseriebau-Prozessschritt auf, in dem eine Rohkarosserie bereitgestellt wird. Anschließend folgt ein Lackier-Prozessschritt, in dem die Rohkarosserie lackiert wird. Danach wird ein Fahrzeugmontage-Prozessschritt durchgeführt, in dem die Fahrzeuginnenausstattung, der Motor, das Getriebe etc. in die Karosserie eingebaut werden. Gemäß dem kennzeichnenden Teil des Anspruches 1 sind folgende Maßnahmen getroffen, um den Verbau der Fahrzeuginnenraumausstattung in der Rohkarosserie während des Fahrzeugmontage-Prozessschrittes fertigungstechnisch einfacher sowie mit reduzierter Fertigungszeitdauer auszuführen: So wird im Karosseriebau-Prozessschritt anstelle der B-Säule ein Hilfselement lösbar an die Rohkarosserie montiert. An dem Hilfselement ist zumindest eine Hintertür sowie gegebenenfalls eine Vordertür des Fahrzeugs gehaltert. Die Rohkarosserie wird gemeinsam mit zumindest der Hintertür und gegebenenfalls auch der Vordertür im Lackier-Prozessschritt lackiert. Mit der Bereitstellung des Hilfselements (anstelle der B-Säule) ist gewährleistet, dass die Rohkarosserie zusammen mit der Hintertür und auch der Vordertür gemeinsam in einem Lackier-Prozessschritt lackiert werden. Nach dem Lackier-Prozessschritt sowie noch vor Beginn des Fahrzeugmontage-Prozessschrittes wird das Hilfselement von der lackierten Rohkarosserie demontiert. Somit gehen im Fahrzeug-Montageprozessschritt die vorderen und hinteren Seitentürausschnitte unter Bildung einer großen seitlichen Zugangsöffnung unterbrech