DE-102025115428-B3 - Stabilitätssystem und Verfahren für ein aktives Fahrwerk eines Kraftfahrzeugs
Abstract
Es ist ein Stabilitätssystem für ein aktives Fahrwerk eines Kraftfahrzeugs vorgesehen mit einem Radsensor (22) zur Detektion einer Beschleunigung eines Radsystems einer Radaufhängung, einem Aufbausensor (20) zur Detektion einer Beschleunigung eines über einen Stoßdämpfer an dem Radsystem angebundenen Aufbaus des Kraftfahrzeugs, wobei der Radsensor (22) und der Aufbausensor (20) identisch ausgebildete und identisch programmierte Beschleunigungssensoren sind, einem Steuergerät (24) zum Auslesen von Sensordaten des Radsensors (22) und des Aufbausensors (20) über ein vordefinierten Datenbusprotokoll, bei dem die Übertragung von Sensordaten verschiedener Sensoren (20, 22) in zeitlich zueinander beabstandeten Zeitschlitzen (12, 14, 16, 18) vorgesehen sind, wobei das Steuergerät (24) ausgestaltet ist, zunächst dem Aufbausensor (20) einen ersten Zeitschlitz (12) und dem Radsensor (22) einen von dem ersten Zeitschlitz (12) verschiedenen zweiten Zeitschlitz (14) zuzuweisen, bevor das Steuergerät (24) die Sensordaten des Radsensors(22) und des Aufbausensors (20) ausliest. Dadurch ist eine schnelle und kostengünstige Sensorik für ein Stabilitätssystem eines aktiven Fahrwerks eines Kraftfahrzeugs ermöglicht.
Inventors
- Lennart Grimm
- Christoph Glassl
Assignees
- AUDI AKTIENGESELLSCHAFT
- DR. ING. H.C. F. PORSCHE AKTIENGESELLSCHAFT
Dates
- Publication Date
- 20260507
- Application Date
- 20250422
Claims (10)
- Stabilitätssystem für ein aktives Fahrwerk eines Kraftfahrzeugs, mit einem Radsensor (22) zur Detektion einer Beschleunigung eines Radsystems einer Radaufhängung, einem Aufbausensor (20) zur Detektion einer Beschleunigung eines über einen Stoßdämpfer an dem Radsystem angebundenen Aufbaus des Kraftfahrzeugs, wobei der Radsensor (22) und der Aufbausensor (20) identisch ausgebildete und identisch programmierte Beschleunigungssensoren sind, einem Steuergerät (24) zum Auslesen von Sensordaten des Radsensors (22) und des Aufbausensors (20) über ein vordefinierten Datenbusprotokoll, bei dem die Übertragung von Sensordaten verschiedener Sensoren (20, 22) in zeitlich zueinander beabstandeten Zeitschlitzen (12, 14) vorgesehen sind, wobei das Steuergerät (24) ausgestaltet ist, zunächst dem Aufbausensor (20) einen ersten Zeitschlitz (12) und dem Radsensor (22) einen von dem ersten Zeitschlitz (12) verschiedenen zweiten Zeitschlitz (14) zuzuweisen, bevor das Steuergerät (24) die Sensordaten des Radsensors(22) und des Aufbausensors (20) ausliest.
- Stabilitätssystem nach Anspruch 1 , wobei das Steuergerät (24) ausgestaltet ist über verschiedene messbare physikalische Effekte an den Verbauorten des Radsensors (22) und des Aufbausensors (20) den Radsensor (22) von dem Aufbausensor (20) zu unterscheiden.
- Stabilitätssystem nach Anspruch 1 oder 2 , wobei der Radsensor (22) und der Aufbausensor (20) im eingebauten Zustand an räumlich verschiedenen Positionen innerhalb einer Topologie des Fahrwerks positioniert sind, wobei das Steuergerät (24) ausgestaltet ist über die verschiedenen Positionen innerhalb der Topologie des Fahrwerks den Radsensor (22) von dem Aufbausensor (20) zu unterscheiden.
- Stabilitätssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3 , wobei der Radsensor (22) und der Aufbausensor (20) in einem Auslieferungszustand zum Senden in einem gleichen voreingestellten Zeitschlitz (12, 14) innerhalb des vordefinierten Datenbusprotokoll voreingestellt sind, wobei das Steuergerät (24) ausgestaltet ist entweder nur den Radsensor (22) oder nur den Aufbausensor (20) zu veranlassen in einem von dem voreingestellten Zeitschlitz (12, 14) verschiedenen Zeitschlitz (12, 14) zu senden.
- Kraftfahrzeug mit einem mindestens eine Radaufhängung aufweisenden aktiven Fahrwerk und einem Stabilitätssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4 .
- Kraftfahrzeug nach Anspruch 5 , wobei mehrere Radaufhängungen mit jeweils einem Aufbausensor (20) und einem Radsensor (22) vorgesehen sind, wobei der Summe sämtlicher Aufbausensoren (20) und Radsensoren (22) unterschiedliche Zeitschlitze (12, 14) zugeordnet sind und die Summe sämtlicher Aufbausensoren (20) und Radsensoren (22) mit dem genau einem Steuergerät (24) kommunizieren.
- Verfahren zum Betrieb eines Stabilitätssystems für ein aktives Fahrwerk eines Kraftfahrzeugs, bei dem ein Radsensor (22) zur Detektion einer Beschleunigung eines Radsystems einer Radaufhängung und ein Aufbausensor (20) zur Detektion einer Beschleunigung eines über einen Stoßdämpfer an dem Radsystem angebundenen Aufbaus des Kraftfahrzeugs vorgesehen sind, wobei der Radsensor (22) und der Aufbausensor (20) identisch ausgebildete und identisch programmierte Beschleunigungssensoren sind, wobei ein Steuergerät (24) zum Betrieb des Stabilitätssystems auf Grundlage einer räumlich unterschiedlichen Positionierung des Radsensors (22) und des Aufbausensors (20) den Radsensor (22) von dem Aufbausensor (20) unterscheidet, wobei in einer Startphase (26) das Steuergerät (24) dem Radsensor (22) und/oder dem Aufbausensor (20) einen Zeitschlitz (12, 14) für ein vordefiniertes Datenbusprotokoll vorgibt und in einer der Startphase (26) nachfolgenden Betriebsphase (28) der Aufbausensor (20) in einem ersten Zeitschlitz (12) und der Radsensor (22) in einen von dem ersten Zeitschlitz (12) verschiedenen zweiten Zeitschlitz(14) über ein vordefiniertes Datenbusprotokoll Sensordaten an das Steuergerät (24) sendet.
- Verfahren nach Anspruch 7 , wobei das Stabilitätssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4 ausgestaltet ist.
- Verfahren nach Anspruch 7 oder 8 , wobei das Steuergerät (24) nur in der Startphase (26) an den Aufbausensor (20) und/oder an den Radsensor (22) sendet und in der Betriebsphase (28) nur unidirektional die Sensordaten empfängt.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9 , wobei die Startphase nach einem Kaltstart des Kraftfahrzeugs mit einem Neustart eines Datenbussystems beginnt.
Description
Die Erfindung betrifft ein Stabilitätssystem, mit dessen Hilfe ein aktives Fahrwerk eines Kraftfahrzeugs stabilisiert werden kann, sowie ein Kraftfahrzeug mit einem derartigen Stabilitätssystem. Zudem betrifft die Erfindung ein Verfahren, mit dessen Hilfe ein Stabilitätssystem für ein aktives Fahrwerk eines Kraftfahrzeugs betrieben werden kann. Es ist bekannt für ein aktives Fahrwerk unterschiedliche Beschleunigungssensoren als Radsensor und Aufbausensor zu verwenden, die für verschiedene Zeitschlitze („Timeslots“) zum Senden von Sensordaten vorkonfiguriert sind und unterschiedliche Formcodierungen aufweisen, damit bei der Montage der Radsensor und der Aufbausensor nicht verwechselt werden können. DE 10 2009 002 708 A1 zeigt ein Steuergerät eines Kraftfahrzeugs, das über einen PSI5-Bus verschiedene baugleiche Sensoren ansteuert, wobei das Steuergerät anhand einer bekannten Fahrsituation in einem ersten Zeitschlitz übertragenen Sensordaten der Sensoren auswertet und anhand der bekannten Fahrsituation plausibilisiert, um den jeweiligen Sensor zu identifizieren, und nachfolgend den identifizierten Sensoren jeweils unterschiedliche und von dem ersten Zeitschlitz verschiedene Zeitschlitze zum Senden ihrer Sensordaten zuweist. DE 199 45 614 C1 zeigt ein Steuersystem, mit dessen Hilfe mehrere Airbags eines Kraftfahrzeugs in Abhängigkeit von Daten verschiedener Beschleunigungssensoren ausgelöst werden können, wobei die Daten der über eine eindeutige Adresse identifizierbaren Beschleunigungssensoren mit Hilfe eines Anforderungstelegramms des Steuersystems abgefragt werden, wobei das Anforderungstelegramm vorgibt, ob und in welchem Zeitschlitz der jeweilige Beschleunigungssensor Daten senden soll. Es besteht ein ständiges Bedürfnis die Sensorik für ein Stabilitätssystem für ein aktives Fahrwerk eines Kraftfahrzeugs möglichst schnell und kostengünstig zu gestalten. Es ist die Aufgabe der Erfindung Maßnahmen aufzuzeigen, die eine schnelle und kostengünstige Sensorik für ein Stabilitätssystem eines aktiven Fahrwerks eines Kraftfahrzeugs ermöglichen. Die Lösung der Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß durch ein Stabilitätssystem mit den Merkmalen des Anspruchs 1, ein Kraftfahrzeug mit den Merkmalen des Anspruchs 5 sowie ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 7. Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung angegeben, die jeweils einzeln oder in Kombination einen Aspekt der Erfindung darstellen können, wobei der Schutzbereich durch die Ansprüche bestimmt wird. Ein Aspekt der Erfindung betrifft ein Stabilitätssystem für ein aktives Fahrwerk eines Kraftfahrzeugs, mit einem Radsensor zur Detektion einer Beschleunigung eines Radsystems einer Radaufhängung, einem Aufbausensor zur Detektion einer Beschleunigung eines über einen Stoßdämpfer an das Radsystem angebundenen Aufbaus des Kraftfahrzeugs, wobei der Radsensor und der Aufbausensor identisch ausgebildete und identisch programmierte Beschleunigungssensoren sind, einem Steuergerät zum Auslesen von Sensordaten des Radsensors und des Aufbausensors über ein vordefinierten Datenbusprotokoll, insbesondere PSI5, bei dem die Übertragung von Sensordaten verschiedener Sensoren in zeitlich zueinander beabstandeten Zeitschlitzen vorgesehen sind, wobei das Steuergerät ausgestaltet ist, zunächst dem Aufbausensor einen ersten Zeitschlitz und dem Radsensor einen von dem ersten Zeitschlitz verschiedenen zweiten Zeitschlitz zuzuweisen, bevor das Steuergerät die Sensordaten des Radsensors und des Aufbausensors ausliest. Es wurde erkannt, dass es bei dem Radsensor und dem Aufbausensor des aktiven Fahrwerkt tatsächlich gar nicht erforderlich ist, diese bereits im Auslieferungszustand für das Senden der Sensordaten in unterschiedlichen Zeitschlitzen voreinzustellen. Tatsächlich ist es möglich zwischen dem Radsensor und dem Aufbausensor einerseits und dem Steuergerät andererseits anstelle einer rein unidirektionalen Kommunikation zwischen dem Radsensor und dem Aufbausensor als Sender und dem Steuergerät als Empfänger zumindest kurzzeitig eine bidirektionale Kommunikation vorzusehen, bei der das Steuergerät als Sender dem Radsensor und/oder dem Aufbausensor als Empfänger erst die verschiedenen Zeitschlitze zum Senden der Sensordaten vorgibt. Dies ermöglicht es den Radsensor und den Aufbausensor als Gleichteile auszugestalten, die eine identische Formgebung, eine identische Funktionsweise und in der Lagerhaltung und Logistik eine identische Bauteilenummer aufweisen können. Durch die Erhöhung der Anzahl an Gleichteilen innerhalb eines gemeinsamen Kraftfahrzeugs können leicht Herstellungskosten, insbesondere durch Methoden der Massenproduktion, eingespart werden. Zudem ist die Montage vereinfacht, da zum Montagezeitpunkt bezüglich des verbauenden Beschleunigungssensors nicht zwischen dem Radsensor und dem Aufbausensor differenziert werden muss. Hierbei wird die Erkenntnis ausgenutzt, dass es möglich ist, den Radsensor und den Aufbausensor im