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DE-102025117295-B3 - Verfahren zum geräuscharmen Öffnen eines Flügelelements eines Kraftfahrzeugs und Kraftfahrzeug

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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Öffnen eines Flügelelements (12) eines Kraftfahrzeugs (10), insbesondere einer Heckklappe (12), umfassend die folgenden Schritte, die zumindest in angegebener Reihenfolge begonnen werden: a) Empfangen (S1) einer Funktionsanforderung für das Öffnen des Flügelelements (12) durch eine Steuervorrichtung (14), b) Zuziehen (S2) des Flügelelements (12) durch einen ersten Aktuator (16) und/oder zweiten Aktuator (18) und/oder Ausfahren eines Schlosselements (22) durch einen dritten Aktuator (20), wobei ein Verriegelungsmechanismus (24) des Flügelelements (12) lastfrei oder lastreduziert von dem Schlosselement (22) wird, wobei der Verriegelungsmechanismus (24) im verriegelten Zustand in das Schlosselement (22) eingreift, c) Entriegeln (S3) des lastfreien oder lastreduzierten Verriegelungsmechanismus (24) durch einen Schlossaktuator (30), d) Öffnen (S4) des entriegelten Flügelelements (12) durch den ersten Aktuator. Außerdem betrifft die Erfindung ein Kraftfahrzeug.

Inventors

  • Christian Kupfer

Assignees

  • AUDI AKTIENGESELLSCHAFT

Dates

Publication Date
20260507
Application Date
20250506

Claims (9)

  1. Verfahren zum Öffnen eines Flügelelements (12) eines Kraftfahrzeugs (10), insbesondere einer Heckklappe (12), umfassend die folgenden Schritte, die in der angegebenen Reihenfolge zumindest begonnen werden: a) Empfangen (S1) einer Funktionsanforderung für das Öffnen des Flügelelements (12) durch eine Steuervorrichtung (14), b) Zuziehen (S2) des Flügelelements (12) durch einen ersten (16) und/oder einen zweiten Aktuator (18) oder Ausfahren eines Schlosselements (22) durch einen dritten Aktuator (20), wodurch jeweils ein Verriegelungsmechanismus (24) des Flügelelements (12) lastfrei oder lastreduziert bezüglich des Schlosselements (22) gemacht wird, wobei der Verriegelungsmechanismus (24) im verriegelten Zustand in das Schlosselement (22) eingreift, c) Entriegeln (S3) des lastfreien oder lastreduzierten Verriegelungsmechanismus (24) durch einen Schlossaktuator (30), d) Öffnen (S4) des entriegelten Flügelelements (12) durch den ersten Aktuator.
  2. Verfahren nach Anspruch 1 , wobei der erste Aktuator (16) und/oder der zweite Aktuator (18) beim Zuziehen (S2) des Flügelelements (12) solange eine schließende Kraft ausübt und/oder der dritte Aktuator (20) das Schlosselement (22) solange ausgefahren hält, bis der dabei lastfrei oder lastreduziert gewordene Verriegelungsmechanismus (24) durch das Entriegeln (S3) nicht mehr in das Schlosselement (22) eingreift (t4).
  3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Steuervorrichtung (14) beim Zuziehen (S2) des Flügelelements (12) kontinuierlich eine Stromstärke in einem Elektromotor des zuziehenden Aktuators (16, 18) überwacht und das Entriegeln (S3) des Verriegelungsmechanismus (24) auslöst (t3), wenn der Wert der Stromstärke größer als ein festgelegter Wert ist.
  4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der zweite Aktuator (18) zum Zuziehen (S2.1) des Flügelelements (12) verwendet wird und der zweite Aktuator (18) nach dem durch den Schlossaktuator (30) durchgeführten Entriegeln des lastfreien Verriegelungsmechanismus (24) in eine Ausgangslage zurückzukehrt (S2.2), bevor der erste Aktuator (16) mit dem Öffnen (S4.1) des Flügelelements (12) beginnt (t5).
  5. Verfahren nach Anspruch 4 , wobei der zweite Aktuator (18) so von der Steuervorrichtung (14) angesteuert wird, dass er schneller in die Ausgangslage zurückkehrt (S2.2) als er vorher zum Zuziehen (S2.1) gebraucht hat.
  6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3 , wobei der erste Aktuator zum Zuziehen (S2.3) des Flügelelements (12) verwendet wird und direkt nach dem vollständigen Öffnen (t4) des Verriegelungsmechanismus (24) beginnt, das Flügelelement (12) zu öffnen (S4.2).
  7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Steuervorrichtung (14) mittels jeweils zumindest eines Sensors oder Schalters (MS1, MS2, MSZ), insbesondere Mikroschalters, überwacht ob - das Flügelelement (12) vollständig zugezogen (t2) ist und/oder - der Verriegelungsmechanismus (24) vollständig entriegelt (t4) ist und/oder - das Flügelelement (12) so weit geöffnet ist, dass der Verriegelungsmechanismus (24) nicht mehr in das Schlosselement (22) eingreift (t6).
  8. Steuervorrichtung (14) für ein Kraftfahrzeug (10), dadurch gekennzeichnet , dass die Steuervorrichtung (14) eingerichtet ist, Steuersignale zu erzeugen, durch welche bei einem Flügelelement (12) des Kraftfahrzeugs (10) ein Verriegelungsmechanismus (24) mit Schlossaktuator (30), ein Schlosselement (22) und zumindest ein erster Aktuator (16) dazu veranlasst werden, ein Verfahren nach einem der vorhergehenden Verfahrensansprüche durchzuführen.
  9. Kraftfahrzeug (10) dadurch gekennzeichnet , dass es eine Steuervorrichtung (14), zumindest ein Flügelelement (12), zumindest einen Verriegelungsmechanismus (24) mit jeweils einem Schlossaktuator (30), zumindest ein Schlosselement (22) und zumindest einen ersten Aktuator (16) aufweist und dazu eingerichtet ist, ein Verfahren nach einem der vorhergehenden Verfahrensansprüche auszuführen.

Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum geräuscharmen Öffnen eines Flügelelements eines Kraftfahrzeugs und ein Kraftfahrzeug mit einer Steuervorrichtung, einem Flügelelement, einem Verriegelungsmechanismus mit einem Schlossaktuator, einem Schlosselement und zumindest einem ersten Aktuator zum Öffnen und Schließen des Flügelelements. An heutigen Kraftfahrzeugen kommt es vor, dass Flügelelemente, beispielsweise Türen oder Klappen, insbesondere die Heckklappe, in geschlossenem Zustand unter einer mechanischen Vorspannung stehen und ein lautes Geräusch beim Entriegeln von sich geben. Mit „Entriegeln“ ist hier gemeint, dass ein Verriegelungsmechanismus oder Schloss geöffnet wird, sodass sich das jeweilige Flügelelement öffnen kann, aber nicht muss. Die Schlösser oder Verriegelungsmechanismen solcher Flügelelemente weisen oft ein Schlosselement, welches beispielsweise als ein auch als Schlossbügel oder Verriegelungsbügel bezeichneter Schließbügel oder als ein Schließbolzen oder Sperrriegel ausgebildet sein kann, auf. Das Schlosselement ist meist an der Karosserie des Kraftfahrzeugs angeordnet ist. Der Verriegelungsmechanismen auf der Seite des Flügelelements weist oft ein Gesperre auf, welches eine Drehfalle oder einen Fanghaken aufweist, der sich beim Schließen in das Schlosselement hineindreht oder hineinschiebt oder dieses umgreift, und eine Sperrklinke, welche die Drehfalle in geschlossenem Zustand absichert oder blockiert und ein ungewolltes Öffnen der Drehfalle verhindern soll. Aufgrund von mechanischen Verspannungen in dem Flügelelement oder aufgrund von einer Kompression einer Dichtung zwischen Karosserie und dem Flügelelement kann der Verriegelungsmechanismus im geschlossenem Zustand unter Spannung stehen, wobei das Schlosselement auf die Drehfalle und indirekt auf die Sperrklinke eine Kraft oder Last ausübt. Wegen dieser Last kann es bei Öffnen des Verriegelungsmechanismus zu einem für Menschen deutlich hörbaren Abrissgeräusch kommen, ausgelöst durch Reibung zwischen der Sperrklinke und der Drehfalle sowie zwischen der Drehfalle und dem Schlosselement oder durch starke Beschleunigung von Bauteilen, wenn sich das Gesperre löst, oder einem Aufschlagen von vorher stark beschleunigten Bauteilen auf begrenzende Teile. Zur Verminderung solcher Geräusche sind mechanische Lösungen für Verriegelungsmechanismen bekannt, wie zum Beispiel die DE 10 2023 106 833 A1 in der vor dem Öffnen der Heckklappe durch einen Zuziehhebel die Drehfalle weiter in Richtung Schließen bewegt wird, wodurch die Verbindungsstelle der Sperrklinke und der Drehfalle lastfrei wird, sodass die Sperrklinke im Wesentlichen geräuschfrei geöffnet werden kann. Dabei wird allerdings nicht die Last zwischen Drehfalle und Schlosselement reduziert, sodass an dieser Stelle immer noch ein Geräusch beim Entriegeln entstehen kann. Ein ähnliches Kraftfahrzeugschloss ist in der DE 10 2018 120 551 A1 gezeigt, in der auch die Drehfalle vor dem Öffnen weiter zugezogen werden kann, um zunächst die Sperrklinke ohne Abrissgeräusch von der Drehfalls zu lösen. In anderen Vorrichtungen werden Federelemente (DE 10 2004 048 786 A1), eine Bremsklinke (DE 10 2014 115 490 A1) oder ein Nachführen einer der Sperrflächen an der Drehfalle oder Sperrklinke (DE 10 2016 010 467 B4) verwendet, um das Geräusch beim Öffnen des Flügelelements zu vermindern. Weitere motorisierte Flügelelemente, Klappen, insbesondere Heckklappen, sowie Verfahren zum Betreiben derselben sind in den Druckschriften DE 10 2009 012 603 B4, DE 10 2021 117 277 A1 und DE 10 2016 010 233 A1 gezeigt. Regelungen zum motorisierten Zuziehen eines Flügelelementes bei bestimmten Fahrzuständen, wie zum Beispiel einer bestimmten höheren Geschwindigkeit, sind in den Druckschriften DE 20 2020 101 060 U1 und DE 20 2008 003 674 U1 gezeigt. Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung bereitzustellen, die das Geräusch beim Öffnen eines Flügelelements eines Kraftfahrzeugs vermindern. Die Aufgabe wird durch die Gegenstände der unabhängigen Patentansprüche gelöst. Vorteilhafte Weiterentwicklungen der Erfindung sind durch die abhängigen Patentansprüche, die folgende Beschreibung und die Figuren beschrieben. Durch die Erfindung ist ein Verfahren zum Öffnen eines Flügelelements eines Kraftfahrzeugs, insbesondere einer Heckklappe, bereitgestellt. Das Verfahren umfasst die folgenden Schritte, die zumindest in angegebener Reihenfolge begonnen werden:a) Empfangen einer Funktionsanforderung für das Öffnen des Flügelelements durch eine Steuervorrichtung,b) Zuziehen des Flügelelements durch einen ersten Aktuator und/oder zweiten Aktuator oder alternativ Ausfahren eines Schlosselements durch einen dritten Aktuator, wobei jeweils ein Verriegelungsmechanismus des Flügelelements lastfrei oder lastreduziert von dem Schlosselement wird, wobei der Verriegelungsmechanismus im verriegelten Zustand in das Schlosselement eingreift,c) Entriegeln des lastfreien oder lastreduzierten Verriegelungsmechanismus du