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DE-102025119305-B3 - Vorschaltwiderstand

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Abstract

Die Erfindung betrifft einen Vorschaltwiderstand für das Klettern an einem Kletterobjekt von einem Startpunkt zu einem höher gelegenen Zielpunkt. Es ist daher Aufgabe der Erfindung die Nachteile des Standes der Technik zu beseitigen und einen Vorschaltwiderstand bereitzustellen, wobei der Vorschaltwiderstand einen entsprechend einer am Gerät auftretenden Fangstoßkraft selektiv aktivierbaren Klemmmechanismus aufweist. Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die in den Ansprüchen aufgeführten Merkmale.

Inventors

  • Erfinder gleich Patentinhaber

Assignees

  • Stephan Chudowski

Dates

Publication Date
20260507
Application Date
20250519

Claims (14)

  1. Vorschaltwiderstand für das Klettern an einem Kletterobjekt von einem Startpunkt zu einem höher gelegenen Zielpunkt, umfassend ein Gehäuse (1) und einen selektiv in Abhängigkeit von einer am Gerät auftretenden Fangstoßkraft aktivierbaren Klemmmechanismus, wobei das Gehäuse (1) zwei gegenüberliegende Außenseiten (10) aufweist, wobei ein Anschlagelement (2) des Klemmmechanismus an einer ersten Seite (11) des Gehäuses (1) zwischen den zwei Außenseiten (10) angeordnet ist, wobei ein Klemmelement (3) des Klemmmechanismus an einer zweiten Seite (12) des Gehäuses (1) zwischen einer Ruheposition und einer Klemmposition beweglich zwischen den zwei Außenseiten (10) des Gehäuses (1) angeordnet ist, wobei ein Kletterseil (4) zwischen den zwei Außenseiten (10) des Gehäuses (1) und zwischen dem Anschlagelement (2) und dem Klemmelement (3) des Klemmmechanismus führbar ist, wobei das Klemmelement (3) einen Befestigungsabschnitt (31) und einen Klemmabschnitt (32) aufweist, wobei der Befestigungsabschnitt (31) zur Verbindung mit einem Befestigungselement (5) vorgesehen ist, mittels welchem der Vorschaltwiderstand mit einem Sicherungspunkt eines Kletterobjekts verbindbar ist, wobei der Klemmabschnitt (32) durch einen Rückstellmechanismus (33) in der offenen Ruheposition zurückgehalten ist, wobei der Rückstellmechanismus (33) eine Rückstellkraft bereitstellt, welche durch eine erste Fangstoßkraft am Gerät nicht überwunden wird, sodass der Klemmabschnitt (32) in der offenen Ruheposition verbleibt wobei die Rückstellkraft durch eine zweite Fangstoßkraft am Gerät, welche größer als die erste Fangstoßkraft am Gerät ist, überwunden wird, sodass der Klemmabschnitt (32) in die Klemmposition überführt wird, wobei der Klemmabschnitt (32) in der Klemmposition mit dem Anschlagelement (2) in einer das Kletterseil (4) klemmenden Wirkverbindung steht, wobei der Vorschaltwiderstand so ausgebildet ist, dass bei der ersten Fangstoßkraft eine Bremswirkung durch Umlenkung und Reibung des Kletterseils (4) erzeugbar ist und der Klemmmechanismus deaktiviert bleibt, während bei der zweiten Fangstoßkraft der Klemmmechanismus aktiviert ist und die klemmende Wirkverbindung zwischen Klemmabschnitt (32) und Anschlagelement (2) ausgebildet ist.
  2. Vorschaltwiderstand gemäß Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , dass sich die erste Seite (11) des Gehäuses (1) und die zweite Seite (12) des Gehäuses (1) gegenüberliegen.
  3. Vorschaltwiderstand gemäß Anspruch 1 oder 2 , dadurch gekennzeichnet , dass das Klemmelement (3) des Klemmmechanismus rotierbar zwischen den Außenseiten (10) des Gehäuses (1) angeordnet ist, wobei eine Rotationsachse (34) des Klemmelements (3) senkrecht zu den Außenseiten (10) verläuft.
  4. Vorschaltwiderstand gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass der Rückstellmechanismus (33) einen Federmechanismus und/oder einen Magnetmechanismus und/oder einen Elastomer-basierten Mechanismus und/oder einen pneumatischen Mechanismus und/oder einen elektronisch gesteuerten Mechanismus aufweist.
  5. Vorschaltwiderstand gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass die erste Fangstoßkraft am Gerät kleiner als 1 kN ist.
  6. Vorschaltwiderstand gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass die Rückstellkraft des Rückstellmechanismus (33) einstellbar ist.
  7. Vorschaltwiderstand gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass die zwei Außenseiten (10) durch zwei parallel liegende, flächige Außenseiten (10) gebildet sind.
  8. Vorschaltwiderstand gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass das Gehäuse (1) ein Schutzgehäuse aus Kunststoff aufweist, wobei das Schutzgehäuse abgerundete Kanten aufweist.
  9. Vorschaltwiderstand gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass das Anschlagelement (2) als Rastelement ausgebildet ist und dass im Gehäuse (1) an der ersten Seite (11) zumindest ein Umlenkelement (6) und wenigstens eine Rastposition (7) angeordnet sind, wobei das als Rastelement ausgebildete Anschlagelement (2) in die Rastposition (7) einrastbar ist und das Kletterseil (4) über das zumindest eine Umlenkelement (6) und das Rastelement führbar ist, wobei das Kletterseil (4) an dem zumindest einen Umlenkelement (6) um einen Umschlingungswinkel und am Rastelement um einen Ablenkwinkel umgelenkt wird, wobei der Umschlingungswinkel für eine geringere Bremswirkung kleiner und für eine höhere Bremswirkung größer ist.
  10. Vorschaltwiderstand gemäß Anspruch 9 , dadurch gekennzeichnet , dass die Rastpositionen (7) Stecköffnungen sind und dass das Rastelement ein Steckelement ist.
  11. Vorschaltwiderstand gemäß Anspruch 10 , dadurch gekennzeichnet , dass das Steckelement gegen ein Herausfallen sicherbar ist.
  12. Vorschaltwiderstand gemäß Anspruch 10 oder 11 , dadurch gekennzeichnet , dass das Steckelement ein in die Stecköffnungen steckbarer Kugelsperrbolzen ist.
  13. Vorschaltwiderstand gemäß einem der Ansprüche 10 bis 12 , dadurch gekennzeichnet , dass das Steckelement einen Anschlagschutz aufweist.
  14. Vorschaltwiderstand gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass der Vorschaltwiderstand bzw. seine Komponenten aus Metall und/oder Kunststoff bestehen.

Description

Die Erfindung betrifft einen Vorschaltwiderstand für das Klettern an einem Kletterobjekt von einem Startpunkt zu einem höher gelegenen Zielpunkt. Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Vorrichtungen zur Reduktion der beim Auffangen eines Sturzes auftretenden Kräfte bekannt, insbesondere im Bereich des Sportkletterns, der seilgestützten Höhenarbeit sowie bei Rettungseinsätzen. Übliche Sicherungssysteme, wie dynamische Seile und Bremsgeräte, bieten eine grundlegende Energieaufnahme, sind jedoch bei hohen Sturzfaktoren, kurzen Sicherungswegen oder ungünstiger Benutzerinteraktion oftmals nicht ausreichend dimensioniert. Zur Erhöhung der Sicherheit werden daher sogenannte Vorschaltwiderstände eingesetzt, die zwischen dem Kletterseil und einem fixen Sicherungspunkt (z. B. einer Umlenkung an einer Kletterwand oder einem Anschlagpunkt in einem Rettungssystem) installiert werden. Derartige Vorrichtungen basieren häufig auf einem mechanischen Umlenk- oder Reibungssystem, das durch die definierte Führung des Seils eine zusätzliche, reproduzierbare Energieabsorption bei einem Sturz gewährleistet. DE 102019 107 587 B3 beschreibt einen solchen Vorschaltwiderstand. Das Gerät besteht aus einem Gehäuse, das an dem Kletterobjekt (z. B. einer Kletterwand) befestigt wird. Im Inneren befinden sich Umlenkelemente, über die das Kletterseil geführt wird. Durch die spezielle Anordnung dieser Umlenkungen wird ein definierter Widerstand erzeugt, der die Energie eines Sturzes teilweise absorbiert. Somit wird beim Sturz ein weiterer Teil der Fangstoßkraft durch Reibung aufgenommen, und die beim Sicherungspartner ankommende Sturzzugkraft verringert sich. Der Fangstoß, bzw. die Fangstoßkraft, ist die maximale Kraft, die beim plötzlichen Auffangen eines Sturzes in einem Seilsicherungssystem auftritt. Sie entsteht, wenn ein Kletterer ins Seil fällt und das Sicherungssystem, bestehend aus Seil, Zwischensicherungen und Sicherungsperson, den freien Fall abrupt abbremst. Die Fangstoßkraft wirkt dabei sowohl auf den Kletterer als auch auf die Sicherungskette und hängt maßgeblich von Faktoren wie Fallhöhe, Seillänge, Seildehnung, Masse des Kletterers sowie der Dynamik des Sicherungssystems ab. Hohe Fangstoßkräfte können das Risiko von Verletzungen erhöhen oder die Belastungsgrenzen von Ausrüstungsgegenständen überschreiten. Daher ist es ein zentrales Ziel moderner Sicherungssysteme, diese Kraft durch geeignete Dämpfungselemente wie dynamische Seile, Bremsgeräte oder zusätzliche Reibungselemente wirksam zu reduzieren. Ein Nachteil besagter Vorrichtung besteht darin, dass der erzeugte Reibungswiderstand zur Energieabsorption von der Seilführung und insbesondere vom Umschlingungswinkel innerhalb des Geräts abhängig ist. Dieser Umschlingungswinkel kann jedoch nur dann in der vorgesehenen, erhöhten Form realisiert werden, wenn sich oberhalb der Vorrichtung bereits ein separater Sicherungspunkt (z. B. ein eingehängter Haken) befindet, über den das Seil zunächst geführt wird. Erfolgt ein Sturz direkt in das Gerät, ohne dass ein vorgelagerter Umlenkpunkt eingebunden wurde, ergibt sich lediglich ein Umschlingungswinkel von etwa 180°, was der Reibung eines einzelnen Karabiners entspricht. In diesem Fall wird keine nennenswerte zusätzliche Reibung erzeugt, sodass keine wirksame Kompensation von Gewichtsunterschieden zwischen Sicherungsperson und Kletterer erfolgt und der eigentliche Zweck der Vorrichtung, die Reduktion der Sturztiefe, nicht erfüllt wird. Dies kann beispielsweise mittels einer Seilbremse realisiert werden. DE 102021 119 362 A1 offenbart ein Sicherungsgerät mit einer Seilbremse, das bei der Partnersicherung beim Seilschaftsklettern an einem Fixpunkt der Kletterwand befestigbar ist und das im Belastungsfall eine hohe Vorreibung auf das Kletterseil ausübt. DE 102021 002 712 B3 offenbart eine Seilbremse zur Befestigung in einem Sicherungspunkt und zur Sicherung von fallenden Personen oder Gegenständen, insbesondere Kletterern, wobei die Seilbremse in einem Sicherungspunkt befestigt ist. Eine entsprechende Seilbremse ist durch die EP 4 537 909 A1 offenbart und umfasst einen Klemmmechanismus, um im Falle eines Sturzes zwischen dem Kletterseil und einem Bremsabschnitt eines Umlenkhebels eine Reibungskraft zu erzeugen, welche die auf die Sicherungsperson wirkende Fangstoßkraft reduziert. Ein Nachteil des in EP 4 537 909 A1 beschriebenen Geräts besteht darin, dass der integrierte Klemmmechanismus bei jedem Sturz ausgelöst wird, unabhängig davon, ob es sich um einen Sturz in den ersten Sicherungspunkt oder einen weiter oben im Kletterverlauf handelt. Dies hat mehrere technische und sicherheitsrelevante Implikationen. Der Klemmmechanismus ist primär dafür vorgesehen, bei einem Sturz in den ersten Sicherungspunkt, also mit potenziell hohem Sturzfaktor, ein unkontrolliertes Durchrutschen des Seils zu verhindern. In diesem bodennahen Bereich, in welchem es notwendig ist, den Kletterer durch ein abruptes Abbremsen vor einem Sturz auf den Boden zu bew