DE-102025122595-B3 - System zur mobilen Nutzung und Konfiguration eines Raummoduls
Abstract
Die Erfindung betrifft ein System zur mobilen Nutzung und Konfiguration eines Raummoduls, umfassend ein Raummodul mit einer Basisstruktur; eine an der Basisstruktur angeordnete Schnittstelle zum lösbaren Koppeln des Raummoduls mit einer autonom fahrfähigen Antriebseinheit; ein in Boden-, Decken- und/oder Wandflächen des Raummoduls integriertes Raster-Stecksystem mit ein oder mehreren mechanisch verriegelbaren Kupplungspunkten; und eine Steuereinrichtung, die dazu ausgelegt ist, das Auslösen eines Transports des Raummoduls durch die Antriebseinheit zu ermöglichen.
Inventors
- Julian Eichhorn
Assignees
- BAYERISCHE MOTOREN WERKE AKTIENGESELLSCHAFT
Dates
- Publication Date
- 20260507
- Application Date
- 20250610
Claims (12)
- System (100) zur mobilen Nutzung und Konfiguration eines Raummoduls (102), umfassend - ein Raummodul (102) mit einer Basisstruktur (104); - eine an der Basisstruktur (104) angeordnete Schnittstelle (106) zum lösbaren Koppeln des Raummoduls (102) mit einer autonom fahrfähigen Antriebseinheit (108); - ein in Boden-, Decken- und/oder Wandflächen des Raummoduls (102) integriertes Raster-Stecksystem (116) mit ein oder mehreren mechanisch verriegelbaren Kupplungspunkten (118); und - eine Steuereinrichtung (110), die dazu ausgelegt ist, das Auslösen eines Transports des Raummoduls (102) durch die Antriebseinheit (108) zu ermöglichen.
- System nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , dass ein oder mehrere Kupplungspunkte (118) eine Versorgungsleitung (119) für elektrische Energie und/oder Daten bereitstellen.
- System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass das Raster-Stecksystem (116) gitterförmig in den Boden-, Decken- und/oder Wandflächen angeordnet ist.
- System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass über die Steuereinrichtung (110) die Auswahl, Bestellung und/oder Abrechnung austauschbarer Funktionsmodule (120) erfolgt, die in das Raster-Stecksystem (116) einsetzbar sind.
- System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass im Raummodul (102) und/oder in der Antriebseinheit (108) mindestens eine Kamera (122) angeordnet ist, deren Bilddaten über die Steuereinrichtung (110) fernübertragbar sind.
- System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass ein Konfigurationshub (124) vorgesehen ist, in dem Funktionsmodule (120) in das Raster-Stecksystem (116) einsetzbar oder daraus entfernbar sind.
- System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass eine zweite autonom fahrfähige Antriebseinheit vorgesehen ist, mittels der gebrauchte Funktionsmodule von einem Erstnutzerstandort zum Raummodul eines Zweitnutzers transportierbar sind.
- System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass die Antriebseinheit (108) für einen multimodalen Verkehr auf Straße, Schiene oder/und Wasser ausgelegt ist.
- System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass die Steuereinrichtung (110) eine Mehrfachnutzung der Antriebseinheit (108) pro Tag koordiniert.
- System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass ein Servicefahrzeug vorgesehen ist, das dazu ausgebildet ist, bestellte Funktionsmodule (120) zum aktuellen Standort des Raummoduls (102) zu transportieren und dort in das Raster-Stecksystem (116) einzusetzen.
- System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass die Steuereinrichtung (110) cloudbasiert ausgeführt ist und eine verteilte Daten- und Rechenverarbeitung nutzt.
- System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass die Steuereinrichtung (110) eine Teleoperationsschnittstelle aufweist, über die mindestens eine Kamera und/oder die Antriebseinheit fernsteuerbar ist.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein System zur mobilen Nutzung und Konfiguration eines Raummoduls, das beispielsweise für Wohnen, Arbeiten oder vergleichbare Zwecke eingesetzt werden kann. Mobile Nutzungseinheiten werden bislang überwiegend als baulich abgeschlossene Container, Kabinen oder Anhänger realisiert. Solche Einheiten sind in der Regel für eine temporäre stationäre Nutzung konzipiert und werden bei Bedarf mit externen Transportmitteln an andere Orte verbracht. Eine Anpassung oder Umrüstung dieser Einheiten an wechselnde Nutzungsbedarfe erfordert meist einen erheblichen Aufwand in Bezug auf die bauliche Modifikation der Einheit und führt zu einem raschen Verschleiß. Des Weiteren sind in der Praxis verschiedene Akteure in Planung, Transport, Konfiguration und Wartung solcher Einheiten eingebunden, deren Vorgänge häufig nur mit großem Aufwand zu koordinieren. Eine durchgängige Steuerung, Überwachung und Koordination solcher Einheiten über ihren gesamten Nutzungszyklus hinweg ist daher vielfach erschwert. Druckschrift DE 10 2018 109 162 B4 offenbart ein multimodales Transportmanagementverfahren. Eine Ausführungsform des Verfahrens verarbeitet eine Transportanforderung für einen Fahrgast. Die Anforderung identifiziert einen Startort, einen Zielort und Fahrzeitinformationen. Das Verfahren wird durch Identifizieren eines multimodalen Fahrplans fortgesetzt, der die Erfordernisse der Anforderung erfüllt. Der Fahrplan beinhaltet mindestens ein Fahrzeugsegment und mindestens ein zusätzliches Segment. Der Fahrtverlauf des Fahrgastes wird überwacht, um den Dispositionszeitpunkt eines Fahrzeugs gemäß dem Fahrplan zu steuern und als Reaktion auf den überwachten Fahrtverlauf des Fahrgastes die Ankunft des Fahrzeugs mit der Ankunft des Fahrgastes an einem Abfahrtsort eines sich nähernden Fahrzeugsegments des multimodalen Fahrplans zu synchronisieren. Druckschrift DE 10 2017 216 312 B4 offenbart ein autonomes Fahrsystem, das eine autonome Fahrassistenzvorrichtung aufweist, weist auf: eine Schnittstelleneinheit, die mit einem Router aus mehreren Routern, die an einer autonomen Fahrbahn installiert sind, drahtlos kommuniziert; eine Signalverarbeitungseinheit, die dem Router Identifikationsinformationen eines Fahrzeugs zur Zeit des Aufbaus einer Drahtloskommunikationsverbindung mit jedem Router bereitstellt und Fahrweginformationen des Fahrzeugs für jeden festgelegten Zyklus bereitstellt; eine Wegnachverfolgungseinheit, die eine Geschwindigkeit, eine Fahrtrichtung und einen Lenkwinkel des Fahrzeugs, umfasst von den Fahrweginformationen, ermittelt, um das Fahrzeug basierend auf Fahrweginformationen zu fahren; eine Geschwindigkeitssteuereinheit, die eine Geschwindigkeit des Fahrzeugs basierend auf der Geschwindigkeit, ermittelt von der Wegnachverfolgungseinheit, steuert; und eine Lenkwinkelsteuereinheit, die einen Lenkwinkel des Fahrzeugs basierend auf der Fahrtrichtung und dem Lenkwinkel, ermittelt von der Wegnachverfolgungseinheit, steuert. Druckschrift DE 10 2023 205 530 A1 offenbart ein Verfahren zur Zustellung einer Ware, wobei die Ware mittels eines ersten autonomen Fahrzeugs bis zu einem Stellplatz transportiert wird, der sich in einem vorbestimmten Abstand zu einem Zustellort befindet, wobei ein zweites autonomes Fahrzeug, das durch das erste autonome Fahrzeug zum Stellplatz (12) transportiert wird, die Ware von dem Stellplatz zum Zustellort transportiert. Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein System zur mobilen Nutzung und Konfiguration eines Raummoduls anzugeben, das einen ortsunabhängigen Betrieb ermöglicht und dabei gleichzeitig eine hohe Anpassbarkeit an wechselnde Nutzungsanforderungen sowie eine Integration automatisierter oder teilautomatisierter Transportprozess ermöglicht. Diese Aufgabe wird durch ein System gemäß dem unabhängigen Anspruch 1 gelöst. Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben. Das erfindungsgemäße System zur mobilen Nutzung und Konfiguration eines Raummoduls umfasst ein Raummodul mit einer Basisstruktur, eine an der Basisstruktur angeordnete Schnittstelle zum lösbaren Koppeln des Raummoduls mit einer autonom fahrfähigen Antriebseinheit, ein in Boden-, Decken- oder/und Wandfläche des Raummoduls integriertes Raster-Stecksystem mit ein oder mehreren mechanisch verriegelbaren Kupplungspunkten und eine Steuereinrichtung, die dazu ausgelegt ist, das Auslösen eines Transports durch die Antriebseinheit zu ermöglichen. Das Auslösen kann beispielsweise über eine Funkverbindung mit einer Fernbedienungseinheit erfolgen. Dieses System verknüpft Mobilität, Modularität und Steuerbarkeit funktional miteinander. Das integrierte Raster-Stecksystem mit mechanisch verriegelbaren Kupplungspunkten ermöglicht eine standardisierte, sichere und schnelle Montage von Funktionsmodulen. Bei einem Ortswechsel ist es so einerseits möglich die Raumstruktur zu erhalten, alternativ kann der Innenraum ortsunabhängig über das Raster-Stecksystem einfach neu konfigurie