DE-102025127798-B3 - Tischtennisschläger, zugehöriger Belag und Verfahren zu dessen Herstellung
Abstract
Es werden ein Tischtennisschläger (4) und ein zugehöriger Tischtennisschlägerbelag (6) sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung angegeben. Der Tischtennisschläger (4) ist aus zwei separat gefertigten und miteinander verklebten Lagen, nämlich einem an seiner Seite (16) mit Noppen (18) versehenen Noppengummi (8) und einem Schwamm (10) gebildet. Der Schwamm (10) ist dabei durch einen vollständig vernetzten Elastomerkörper (E) aus einer geschäumten ersten Schicht (12) und einer ungeschäumten zweiten Schicht (14) gebildet, die durch Co-Vulkanisation unmittelbar miteinander stoffschlüssig verbunden sind.
Inventors
- Simon Brohm
- Patrick Forkel
Assignees
- ESN Deutsche Tischtennis Technologie GmbH
Dates
- Publication Date
- 20260507
- Application Date
- 20250715
Claims (14)
- Tischtennisschlägerbelag (6) mit zwei separat gefertigten und miteinander verklebten Lagen, nämlich einem an seiner Seite (16) mit Noppen (18) versehenen Noppengummi (8) und einem Schwamm (10), wobei der Schwamm (10) durch einen vollständig vernetzten Elastomerkörper (E) aus einer geschäumten ersten Schicht (12) und einer ungeschäumten zweiten Schicht (14) gebildet ist, die durch Co-Vulkanisation unmittelbar miteinander stoffschlüssig verbunden sind.
- Tischtennisschlägerbelag (6) nach Anspruch 1 , wobei der Noppengummi (8) und der Schwamm (10) derart miteinander verklebt sind, dass der Noppengummi (8) an der geschäumten ersten Schicht (12) des Schwamms (10) anliegt und die ungeschäumte zweite Schicht (14) des Schwamms (10) von dem Noppengummi (8) abgewandt ist.
- Tischtennisschlägerbelag (6) nach Anspruch 1 oder 2 , wobei der Noppengummi (8) und der Schwamm (10) derart miteinander verklebt sind, dass die mit Noppen (18) versehene Seite (16) des Noppengummis (8) an dem Schwamm (10) anliegt.
- Tischtennisschlägerbelag (6) nach einem der Ansprüche 1 bis 3 , wobei die ungeschäumte zweite Schicht (14) eine Dicke zwischen 0,1 mm und 0,7 mm, bevorzugt zwischen 0,1 mm und 0,5 mm und insbesondere 0,3 mm aufweist.
- Tischtennisschlägerbelag (6) nach einem der Ansprüche 1 bis 4 , wobei der Schwamm (10) eine Gesamtdicke zwischen 0,5 und 2,7 mm, bevorzugt zwischen 1,8 mm und 2,5 mm und insbesondere 2,2 mm aufweist.
- Tischtennisschlägerbelag (6) nach einem der Ansprüche 1 bis 5 , wobei die geschäumte erste Schicht (12) des Schwamms (10) eine Dichte zwischen 0,3 g/cm 3 und 0,9 g/cm 3 aufweist, und wobei die ungeschäumte zweite Schicht (14) des Schwamms (10) eine Dichte zwischen 0,8 g/cm 3 und 1,5 g/cm 3 aufweist.
- Verfahren zur Herstellung eines Tischtennisschlägerbelags (6) nach einem der Ansprüche 1 bis 6 , - bei dem der Schwamm (10) hergestellt wird, indem - eine mit einem Treibmittel versehene erste Rohling-Schicht (R1) mit einer kein Treibmittel enthaltenden zweiten Rohling-Schicht (R2) flächig aufeinander aufgelegt und durch Anwendung eines Anpressdrucks zu einem Rohling (R) des Schwamms (10) verbunden werden, - wobei der Rohling (R) des Schwamms (10) in einem ersten Vulkanisierschritt (28) für die Dauer einer ersten Vulkanisierungszeit bei einer ersten Vulkanisierungstemperatur zu einem teilvulkanisierten Rohling (H) des Schwamms (10) teilvulkanisiert wird, - wobei der teilvulkanisierte Rohling (H) zur Bildung der geschäumten ersten Schicht (12) des Schwamms (10) infolge eines Druckaufbaus durch Zersetzung des Treibmittels zu einem expandierten Rohling (H`) des Schwamms (10) expandiert wird, - wobei der expandierte Rohling (H') in dem zweiten Vulkanisierschritt (32) für die Dauer einer zweiten Vulkanisierungszeit bei einer zweiten Vulkanisierungstemperatur zur Bildung des den Schwamm (10) bildenden vollständig vernetzten Elastomerkörpers (E) ausvulkanisiert wird, und - bei dem der derart fertiggestellte Schwamm (10) mit dem Noppengummi (8) verklebt wird.
- Verfahren nach Anspruch 7 , - wobei die erste Rohling-Schicht (R1) und die zweite Rohling-Schicht (R2) jeweils aus einer Elastomer-Zusammensetzung gebildet ist, die zusätzlich zu 100 phr eines Polymers oder einer Polymermischung, insbesondere eines Naturkautschuks oder synthetischen Kautschuks, folgende Ausgangsstoffe enthalten: - 2 - 10 phr Zinkoxid - 0 - 2 phr Stearinsäure - 0 - 40 phr mindestens eines Füllstoffs, insbesondere Magnesiumcarbonat und/oder Kreide - 0 - 30 phr eines Weichmachers, insbesondere eines naphthenisches Öls oder Phthalats - 1 - 3 phr mindestens eines primären Beschleunigers auf Sulfenamid-Basis, insbesondere TBBS und/oder CBS, - 0 - 2,5 phr mindestens eines sekundären Beschleunigers auf Thiuram-, Dithiocarbamat- und/oder Dithiophosphat-Basis, insbesondere TMTD, TMTM, ZBEC, ZDMC und/oder TP, - 0 - 2 phr eines Vulkanisationsverzögerer, insbesondere N-phenyl-N-[(trichloromethyl)thio]benzenesulphonamide)), und - 0,5 - 4 phr Schwefel, und - wobei Elastomer-Zusammensetzung der ersten Rohling-Schicht () zusätzlich 1 - 5 phr eines Treibmittels, insbesondere OBSH, enthalten.
- Verfahren nach Anspruch 7 , - wobei die erste Rohling-Schicht (R1) aus einer Elastomer-Zusammensetzung gebildet ist, die zusätzlich zu 100 phr eines Naturkautschuks folgende Ausgangsstoffe enthalten: - 5 phr Zinkoxid - 1 phr Stearinsäure - 20 phr Magnesiumcarbonat - 1,2 phr TBBS, - 0,15 phr TMTD, - 3 phr Schwefel, - 4,8 phr OBSH, und - wobei die zweite Rohling-Schicht (R2) aus einer Elastomer-Zusammensetzung gebildet ist, die zusätzlich zu 100 phr eines Naturkautschuks folgende Ausgangsstoffe enthalten: - 5 phr Zinkoxid - 1 phr Stearinsäure - 20 phr Magnesiumcarbonat - 0,5 phr CBS, - 0,2 phr TMTD, - 0,5 phr ZBEC, und - 3 phr Schwefel.
- Tischtennisschläger (4) mit einem Schlägerkörper, der ein Schlägerblatt und einen daran anschließenden Griff aufweist, sowie mit zwei auf den beiden Seiten des Schlägerblatts aufgeklebten Tischtennisschlägerbelägen (6) nach einem der Ansprüche 1 bis 6 .
- Tischtennisschläger (4) nach Anspruch 10 , wobei die beiden Tischtennisschlägerbeläge (6) jeweils derart auf dem Schlägerblatt aufgeklebt sind, dass die ungeschäumte zweite Schicht (14) des Schwamms (10) an dem Schlägerblatt anliegt.
- Verwendung eines vollständig vernetzten Elastomerkörpers (E), der aus einer geschäumten ersten Schicht (12) und einer ungeschäumten zweiten Schicht (14) gebildet ist, die durch Co-Vulkanisation unmittelbar miteinander stoffschlüssig verbunden sind, als Schwamm (10) eines Tischtennisschlägerbelags (6), indem dieser Elastomerkörper (E) mit einem an einer Seite (16) mit Noppen (18) versehenen Noppengummi (8) verklebt wird.
- Verwendung nach Anspruch 12 , wobei der Noppengummi (8) und der Schwamm (10) derart miteinander verklebt werden, dass der Noppengummi (8) an der geschäumten ersten Schicht (12) des Schwamms (10) anliegt und die ungeschäumte zweite Schicht (14) des Schwamms (10) von dem Noppengummi (8) abgewandt ist.
- Verwendung nach Anspruch 12 oder 13 , wobei der Noppengummi (8) und der Schwamm (10) derart miteinander verklebt werden, dass die mit Noppen (18) versehene Seite (16) des Noppengummis (8) an der geschäumten ersten Schicht (12) des Schwamms (10) anliegt.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Tischtennisschlägerbelag sowie auf ein Verfahren zu dessen Herstellung. Die Erfindung bezieht sich weiterhin auf einen Tischtennisschläger. Tischtennisschläger sind bekanntlich gebildet aus einem Schlägerkörper mit einem Schlägerblatt und einem daran angesetzten Griff sowie zwei elastischen (Tischtennisschläger-)Belägen, mit denen die beiden Seiten des Schlägerblatts beklebt sind. Der Schlägerkörper ist regelmäßig aus Holz gefertigt und wird daher üblicherweise als „(Schläger-)Holz“ bezeichnet. Ein herkömmlicher (Tischtennisschläger-)Belag besteht in der Regel aus zwei Lagen, nämlich einer ungeschäumten und mit Noppen versehenen äußere Lage, die im montierten Zustand die (vom Schlägerblatt abgewandte) Außenseite des Belags bildet, und einer geschäumten Lage, die in montiertem Zustand zwischen der äußeren Lage und dem Schlägerblatt angeordnet ist. Beide Lagen sind regelmä-ßig jeweils aus einem vollvernetzten Elastomer (Gummi) hergestellt. Die äußere Lage ist üblicherweise an einer Seite mit Noppen versehen und wird daher auch als „Noppengummi“ (alternativ: „Obergummi“) bezeichnet. Die Unterschicht wird auch als „Schwamm“ bezeichnet. Die Hauptaufgabe des Noppengummis besteht meistens darin, eine möglichst gute Haftung zwischen dem Ball und dem Schläger beim Auftreffen des Balls zu gewährleisten und damit insbesondere eine Umkehr oder Verstärkung der Ballrotation (Spin) beim Schlag zu ermöglichen. Allerdings gibt es auch „Anti-Beläge“, mit denen gezielt eine geringe Haftung erzielt werden soll. Die Hauptaufgabe des Schwamms besteht in der Regel darin, die kinetische Energie beim Schlag effizient auf den Ball zu übertragen, und somit den Ball möglichst stark zu beschleunigen. Die Stärke der von dem Belag vermittelten Haftung zwischen dem Ball und dem Schläger wird als „Griffigkeit“ des Belags bezeichnet. Die Fähigkeit des Belags zur Übertragung der kinetischen Schlagenergie auf den Ball und somit zur Beschleunigung des Balls wird als „Schnelligkeit“ des Belags bezeichnet. Die beiden Lagen des Belags werden üblicherweise separat voneinander gefertigt. Der Schwamm wird dabei als dünne Schicht von einem als Block hergestellten Gummischwamm (Zellkautschuk) abgespalten und mittels eines elastischen Klebstoffs mit dem Noppengummi verklebt. Der auf diese Weise gebildete Belag wird im Zuge der Montage mittels einer weiteren Klebstoffschicht mit dem Holz des Schlägers verklebt, so dass der Schwamm zwischen dem Holz des Schlägers und dem Noppengummi angeordnet ist. Meistens ist der Noppengummi derart auf dem Schläger aufgebracht, dass die Noppen nach innen stehen und somit die glatte Seite des Noppengummis nach außen weist. Allerdings gibt es alternativ auch Schläger, bei denen die genoppte Seite des Noppengummis im montierten Zustand nach außen weist. Bei Schlägern mit nach außen zeigenden Noppen fehlt mitunter der Schwamm. Der Noppengummi wird hier direkt auf dem Holz aufgebracht. Solche nur aus dem Noppengummi bestehenden Beläge sind besonders einfach und günstig herzustellen, da die Schritte für die Herstellung des Schwamms und die Verklebung der beiden Schichten wegfallen. Sie sind aber oft nur von geringer Qualität und weisen insbesondere regelmäßig eine sehr geringe Griffigkeit und Schnelligkeit auf. Aus DE 10 2023 203 317 A1 ist ein (Tischtennisschläger-)Belag bekannt, der aus einem einstückigen Elastomerkörper aus einem vollvernetzten, elastomeren Matrixmaterial besteht. Der Elastomerkörper weist hierbei einen geschäumten Innenbereich und an einer Außenseite eine glatte Außenfläche auf. Der Belag wird durch einen zweistufigen Vulkanisationsprozess hergestellt, in welchem zwischen einem ersten unvollständigen Vulkanisierschritt und einem zweiten Vulkanisierschritt ein mit einem Treibmittel versetzter teilvulkanisierter Rohling expandiert wird. In einer Variante wird der Elastomerkörper durch Kombination und Co-Vulkanisation zweier Rohling-Schichten gebildet, von denen eine zur Bildung des geschäumten Innenbereichs mit dem Treibmittel versetzt ist. Im Gegensatz zu herkömmlichen hochqualitativen Belägen, die aus zwei miteinander verklebten Gummischichten bestehen, ist der in DE 10 2023 203 317 A1 beschriebene Belag in Form einer einzigen einstückigen Gummischicht (d.h. aus einem einzigen einstückigen Elastomerkörper aus einem vollvernetzten, elastomeren Matrixmaterial) gebildet. Anders als bei nur aus dem Noppengummi (und somit ebenfalls nur aus einer einzigen einstückigen Gummischicht) bestehenden Belägen, wie sie bei billigen Hobby-Schlägern oder Schlägern ohne Umkehr der Ballrotation eingesetzt werden, übernimmt der einstückige Elastomerkörper aus DE 10 2023 203 317 A1 aber sowohl die Funktion des Noppengummis als auch die Funktion des Schwamms. Durch die einstückige Herstellung in dem vorstehend beschriebenen zweistufigen Vulkanisationsprozess wird ermöglicht, hochqualitative Tischtennisschlägerbeläge einfach und rationell herzustellen. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrun