DE-102026110703-A1 - Verfahren zur Erfassung von Verkehrsdaten
Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erfassung von Verkehrsdaten eines festgelegten Bereichs (1) mittels mehrerer Erfassungsvorrichtungen (2) und Auswertung der erfassten Verkehrsdaten, wobei jede Erfassungsvorrichtung (2) als eine mobile, autonome und ortsfreie Erfassungsvorrichtung (2) ausgebildet ist, anhand aktueller, historischer und/oder prädizierter Daten eine Kritikalität des festgelegten Bereichs (1) ermittelt wird, bei Überschreitung eines festgelegten Werts der Kritikalität die Erfassungsvorrichtungen (2) zur Erfassung von Verkehrsdaten jeweils von einer aktuellen Position in den festgelegten Bereich (1) automatisiert bewegt werden, mittels der Erfassungsvorrichtungen (2) innerhalb des festgelegten Bereichs (1) die Verkehrsdaten erfasst werden, die erfassten Verkehrsdaten in Echtzeit ausgewertet und/oder aggregiert werden, eine Unfallwahrscheinlichkeit anhand der ausgewerteten und/oder aggregierten Verkehrsdaten ermittelt wird und bei Überschreitung einer festgelegten Unfallwahrscheinlichkeit die ausgewerteten und/oder aggregierten Verkehrsdaten an ein innerhalb eines definierten Umkreises um den festgelegten Bereich (1) befindliches Fahrzeug (3) übermittelt werden.
Inventors
- Stefan Studer
- Christian Bootz
- Alexander Janisch
- Franziska Ulrike Naundorf
- Claus Geisler
- Bastian Herbstritt
Assignees
- Mercedes-Benz Group AG
Dates
- Publication Date
- 20260507
- Application Date
- 20260316
Claims (5)
- Verfahren zur Erfassung von Verkehrsdaten eines festgelegten Bereichs (1) mittels mehrerer Erfassungsvorrichtungen (2) und Auswertung der erfassten Verkehrsdaten, dadurch gekennzeichnet , dass - jede Erfassungsvorrichtung (2) als eine mobile, autonome und ortsfreie Erfassungsvorrichtung (2) ausgebildet ist, - anhand aktueller, historischer und/oder prädizierter Daten eine Kritikalität des festgelegten Bereichs (1) ermittelt wird, - bei Überschreitung eines festgelegten Werts der Kritikalität die Erfassungsvorrichtungen (2) zur Erfassung von Verkehrsdaten jeweils von einer aktuellen Position in den festgelegten Bereich (1) automatisiert bewegt werden, - mittels der Erfassungsvorrichtungen (2) innerhalb des festgelegten Bereichs (1) die Verkehrsdaten erfasst werden, - die erfassten Verkehrsdaten in Echtzeit ausgewertet und/oder aggregiert werden, - eine Unfallwahrscheinlichkeit anhand der ausgewerteten und/oder aggregierten Verkehrsdaten ermittelt wird und - bei Überschreitung einer festgelegten Unfallwahrscheinlichkeit die ausgewerteten und/oder aggregierten Verkehrsdaten an ein innerhalb eines definierten Umkreises um den festgelegten Bereich (1) befindliches Fahrzeug (3) übermittelt werden.
- Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , dass jede Erfassungsvorrichtung (2) - eine autarke Stromversorgung aufweist, mittels welcher die jeweilige Erfassungsvorrichtung (2) mit elektrischer Energie versorgt wird, - eine Sensortechnik (4) aufweist, mittels welcher die Verkehrsdaten erfasst werden, - eine Kommunikationsvorrichtung aufweist, mittels welcher eine kabellose Kommunikation mit anderen Erfassungsvorrichtungen (2) und/oder Fahrzeugen (3) und/oder einem Backend (6) durchgeführt wird, und/oder - eine Positionserfassungsvorrichtung aufweist, mittels welcher ihre Position erfasst wird.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass aus den ausgewerteten und aggregierten Verkehrsdaten eine Echtzeitkarte erstellt wird.
- Verfahren nach Anspruch 3 , dadurch gekennzeichnet , dass die Echtzeitkarte an ein innerhalb eines definierten Umkreises um den festgelegten Bereich (1) befindliches Fahrzeug (3) übermittelt wird.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , dass auf Grundlage der an das Fahrzeug (3) übermittelten Verkehrsdaten - eine Fahrroute des Fahrzeugs (3) verändert wird, - eine Fahrtrajektorie angepasst wird, - eine Geschwindigkeit des Fahrzeugs (3) verändert wird, - eine Meldung an einen Fahrer des Fahrzeugs (3) ausgegeben wird und/oder - ein Autopilot aktiviert wird.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erfassung von Verkehrsdaten eines festgelegten Bereichs mittels mehrerer Erfassungsvorrichtungen. Aus der IN202541040082 A ist ein System zur Echtzeit-Verkehrsüberwachung bekannt. Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein neuartiges Verfahren zur Erfassung von Verkehrsdaten eines festgelegten Bereichs mittels mehrerer Erfassungsvorrichtungen anzugeben. Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren mit den angegebenen Merkmalen des Anspruchs 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche. Beim Verfahren zur Erfassung von Verkehrsdaten eines festgelegten Bereichs mittels mehrerer Erfassungsvorrichtungen und Auswertung der erfassten Verkehrsdaten ist erfindungsgemäß jede Erfassungsvorrichtung als eine mobile, autonome und ortsfreie Erfassungsvorrichtung ausgebildet. Anhand aktueller, historischer und/oder prädizierter Daten wird eine Kritikalität des festgelegten Bereichs ermittelt. Bei Überschreitung eines festgelegten Werts der Kritikalität werden die Erfassungsvorrichtungen zur Erfassung weiterer Daten automatisiert von einer aktuellen Position in den festgelegten Bereich bewegt. Mittels der Erfassungsvorrichtungen werden die Verkehrsdaten innerhalb des festgelegten Bereichs erfasst. Die mittels der Erfassungsvorrichtungen erfassten Verkehrsdaten werden in Echtzeit ausgewertet und/oder aggregiert. Anhand der ausgewerteten und/oder aggregierten Verkehrsdaten wird eine Unfallwahrscheinlichkeit für den festgelegten Bereich ermittelt. Bei Überschreitung einer festgelegten Unfallwahrscheinlichkeit werden die ausgewerteten und/oder aggregierten Verkehrsdaten an ein innerhalb eines definierten Umkreises um den festgelegten Bereich befindliches Fahrzeug übermittelt. Der festgelegte Bereich kann beispielsweise ein Stadtteil, eine Straße, ein Straßenabschnitt, eine Kreuzung, ein Kreisverkehr oder dergleichen sein. Die mobilen, autonomen und ortsfreien Erfassungsvorrichtungen können beispielsweise als Sensorschwarm ausgebildet sein. Insbesondere kann jede Erfassungsvorrichtung als eine Drohne ausgebildet sein. Aktuelle Verkehrsdaten können beispielsweise aktuelle Daten einer Verkehrsbehörde und/oder eines Kartendienstes über ein aktuelles Verkehrsaufkommen sein. Historische Daten können zu einem früheren Zeitpunkt erfasste und gespeicherte Verkehrsdaten sein. Prädizierte Daten können Daten sein, welche zum Beispiel auf Grundlage einer Prädiktion anhand von Witterungsbedingungen, externe Veranstaltungen oder historischer Verkehrsdaten erstellt werden. Die ermittelte Kritikalität bezieht sich beispielsweise auf einen Fahrzustand zumindest eines den Bereich befahrenden Fahrzeugs. Das erfindungsgemäße Verfahren leistet durch eine Nutzung modernster Sensorik und Echtzeit-Kommunikation einen Innovationsbeitrag. Eine Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer kann durch das erfindungsgemäße Verfahren erhöht werden, da ein erweitertes Wissen über eine aktuelle Verkehrssituation bereitgestellt wird, ein Verkehrsfluss optimiert und Unfälle vermieden werden können. Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden anhand einer Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt:1 schematisch eine Ansicht eines Kreuzungsbereichs mit mehreren Erfassungsvorrichtungen in einer Vogelperspektive. 1 zeigt einen festgelegten Bereich 1 mit einem hohen Verkehrsaufkommen und mehrere Erfassungsvorrichtungen 2 zur Durchführung eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Verfahrens. Der festgelegte Bereich 1 ist in diesem Ausführungsbeispiel eine Kreuzung 1.1. Der festgelegte Bereich 1 kann aber auch als ein Stadtteil, eine Straße, ein Straßenabschnitt, ein Kreisverkehr oder dergleichen ausgebildet sein. Im Bereich der Kreuzung 1.1 und auf den an die Kreuzung 1.1 angrenzenden Straßen 1.2 befinden sich mehrere Fahrzeuge 3. Jede Straße 1.2 weist mehrere Fahrspuren 1.2.1 auf. Im Bereich der Kreuzung 1.1 befindet sich ein Unfallort 7. Aufgrund eines am Unfallort 7 stattgefundenen Unfalls und des hohen Verkehrsaufkommens staut sich der Verkehr im Bereich der Kreuzung 1.1. Die im Bereich der Kreuzung 1.1 befindlichen Erfassungsvorrichtungen 2 sind als mobile, autonome und ortsfreie Erfassungsvorrichtungen 2, insbesondere als Drohnen 2.1, ausgebildet. Jede Drohne 2.1 weist eine Sensortechnik 4 zur Erfassung von Verkehrsdaten auf. Insbesondere weist jede Drohne 2.1 eine Kamera 4.1 auf. Jede Drohne 2.1 überwacht einen Erfassungsbereich 5, wobei sich die Erfassungsbereiche 5 der Drohnen 2.1 teilweise überschneiden. Dabei überspannen die Erfassungsbereiche 5 der Drohnen 2.1 den festgelegten Bereich 1 vollständig oder nahezu vollständig. Zumindest eine der Drohnen 2.1 ist datentechnisch mit einem Backend 6 gekoppelt. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist eine Drohne 2.1 als eine Master-Drohne 2.1.1 ausgebildet, welche datentechnisch mit dem Backend 6 gekoppelt ist und sich mittig oberhalb der Kreuzung 1.1 befindet. Die vier weiteren Drohnen 2.1 sind als Slave-Drohne