DE-102026111155-A1 - System zur Steuerung von Fahrzeugfunktionen mit einem mobilen Endgerät
Abstract
Die Erfindung betrifft ein System zur Steuerung von Fahrzeugfunktionen (1) unter Verwendung einer auf einem mobilen Endgerät (2) ausgeführten Anwendung (3), wobei das mobile Endgerät (2) mit einem die Fahrzeugfunktion (1) bereitstellenden Fahrzeug (4) gekoppelt ist. Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass das mobile Endgerät (2) drahtgebunden mit einer Telematikeinheit (5) des Fahrzeugs (4) gekoppelt ist, wobei ein USB-C Anschluss (6) des mobilen Endgeräts (2) via eines Adapters (7) an einen Ethernet-Anschluss (8) der Telematikeinheit (5) angeschlossen ist; wobei die Telematikeinheit (5) einen MCP-Server (9) zum Exponieren von zur Interaktion mit Fahrzeugfunktionen (1) geeigneten Fahrzeug-APls ausführt; und die Anwendung (3) im mobilen Endgerät (2) einen MCP-Client ausbildet, dazu eingerichtet mit dem MCP-Server (9) in der Telematikeinheit (5) zu interagieren.
Inventors
- Sebastian Brunner
- Matthias Mayer
Assignees
- Mercedes-Benz Group AG
Dates
- Publication Date
- 20260507
- Application Date
- 20260318
Claims (3)
- System zur Steuerung von Fahrzeugfunktionen (1) unter Verwendung einer auf einem mobilen Endgerät (2) ausgeführten Anwendung (3), wobei das mobile Endgerät (2) mit einem die Fahrzeugfunktion (1) bereitstellenden Fahrzeug (4) gekoppelt ist, dadurch gekennzeichnet , dass das mobile Endgerät (2) drahtgebunden mit einer Telematikeinheit (5) des Fahrzeugs (4) gekoppelt ist, wobei ein USB-C Anschluss (6) des mobilen Endgeräts (2) via eines Adapters (7) an einen Ethernet-Anschluss (8) der Telematikeinheit (5) angeschlossen ist; wobei die Telematikeinheit (5) einen MCP-Server (9) zum Exponieren von zur Interaktion mit Fahrzeugfunktionen (1) geeigneten Fahrzeug-APls ausführt; und die Anwendung (3) im mobilen Endgerät (2) einen MCP-Client ausbildet, dazu eingerichtet mit dem MCP-Server (9) in der Telematikeinheit (5) zu interagieren.
- System nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet , dass die Anwendung (3) im mobilen Endgerät (2) durch einen KI-Agenten (10) ansteuerbar ist.
- System nach Anspruch 2 , dadurch gekennzeichnet , dass der KI-Agent (10) als Sprachdialogsystem ausgeführt ist.
Description
Die Erfindung betrifft ein System zur Steuerung von Fahrzeugfunktionen nach der im Oberbegriff von Anspruch 1 näher definierten Art. Mit zunehmender Digitalisierung nimmt auch der Anteil von Recheneinheiten in Fahrzeugen zu. So werden in einem Fahrzeug die verschiedensten Daten verarbeitet, wie Sensordaten, Steuersignale für die Aktorik des Fahrzeugs, Diagnosedaten und dergleichen. Es lassen sich somit die verschiedensten Funktionen zur Steigerung des Komforts und der Fahrsicherheit während der Nutzung des Fahrzeugs bereitstellen. Da sich die fahrzeugführende Person während der Fahrt auf das Fahrgeschehen konzentrieren muss, sollte die Interaktion mit entsprechenden Fahrzeugfunktionen so einfach und natürlich wie möglich gestaltet sein. Eine natürliche Interaktion ist mittels Sprachassistenten möglich, die dank der Einbindung von auf großen Sprachmodellen, auch als Large Language Model (LLM) bezeichnet, basierenden KI-Agenten das Führen eines Gesprächs in natürlicher Sprache erlauben. Der Integrationsaufwand solcher Systeme in die Bordelektronik ist jedoch hoch. Auf großen Sprachmodellen aufbauende Kl-Agenten etablieren sich zunehmend im Alltag zum Übernehmen der verschiedensten Aufgaben. Um einem solchen KI-Agent die Möglichkeit zur Interaktion mit Anwendungen und Systemen zu geben, werden Schnittstellen zum Datenaustausch benötigt. Das Entwickeln spezifischer Anwendungsprogrammierschnittstellen, auch als application programming interface (API) bezeichnet, für jeden Anwendungsfall ist aufwändig und fehleranfällig. Um die Implementierung solcher Schnittstellen zu erleichtern, wurde das sogenannte Model Context Protocol (MCP) entwickelt. Hierbei handelt es sich um einen offenen Standard und ein Open-Source-Framework, um die Integration und die Interaktion zwischen Kl-Agenten und hierzu externen Werkzeugen zu erleichtern. MCP beruht auf einem klassischen Client-Server-Modell. Dabei dient ein Host zur Ausführung einer Kl-Anwendung, welche auf externe Ressourcen angewiesen ist. Im Host ist ein Client implementiert, der als Verbindungsglied zu einem Server fungiert, welcher die benötigten Ressourcen bereitstellt. MCP stellt somit eine Art Middelware dar. Die der Kl-Anwendung, beispielsweise einem KI-Agenten, bereitgestellten Funktionen werden dabei auch als „Tools“ bezeichnet. MCP Server lassen sich dabei auch auf lokalen Systemen ausführen. Aus der DE 10 2017 206 478 A1 ist das Vereinfachen der Installation von Mobilgeräte-Anwendungen unter Verwendung eines Fahrzeugs bekannt. Auf einem Mobilgerät, wie einem Smartphone, lassen sich Anwendungen ausführen, die eine Interaktion mit Fahrzeugfunktionen ermöglichen. Um es Nutzer zu erleichterten, solche Anwendungen auf ihrem Mobilgerät zu installieren, prüft das Fahrzeug für ein gekoppeltes Mobilgerät, ob der jeweilige Nutzer dazu autorisiert ist, Fahrzeugfunktionen zu steuern, und, ob eine jeweilige Anwendung auf dem Mobilgerät installiert ist oder nicht. Ist die Anwendung nicht installiert, lassen sich Hinweise an den Nutzer ausgeben, die Anwendung zu installieren. Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes System zur Steuerung von Fahrzeugfunktionen mit einem mobilen Endgerät anzugeben, welches einfach implementierbar ist. Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein System zur Steuerung von Fahrzeugfunktionen mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen ergeben sich aus den hiervon abhängigen Ansprüchen. Ein System zur Steuerung von Fahrzeugfunktionen unter Verwendung einer auf einem mobilen Endgerät ausgeführten Anwendung, wobei das mobile Endgerät mit einem die Fahrzeugfunktion bereitstellenden Fahrzeug gekoppelt ist, wird erfindungsgemäß dadurch weitergebildet, dass das mobile Endgerät drahtgebunden mit einer Telematikeinheit des Fahrzeugs gekoppelt ist, wobei ein USB-C Anschluss des mobilen Endgeräts via eines Adapters an einen Ethernet-Anschluss der Telematikeinheit angeschlossen ist; wobeidie Telematikeinheit einen MCP-Server zum Exponieren von zur Interaktion mit Fahrzeugfunktionen geeigneten Fahrzeug-APls ausführt; unddie Anwendung im mobilen Endgerät einen MCP-Client ausbildet, dazu eingerichtet mit dem MCP-Server in der Telematikeinheit zu interagieren. Das erfindungsgemäße System ermöglicht es einem Nutzer, Fahrzeugfunktionen mittels eines mobilen Endgeräts des Nutzers, wie einem Smartphone, einem Tabletcomputer oder dergleichen zu steuern. Dank der Verwendung von Model Context Protocol entfällt der Aufwand für den Fahrzeughersteller, hierzu erforderliche Schnittstellen in der Telematikeinheit gezielt zu entwickeln. Es muss lediglich ein geeigneter MCP-Server in der Telematikeinheit implementiert werden, der die Nutzung der bereits vorhandenen Schnittstellen der Kl-Anwendung im mobilen Endgerät erschließt. Der technische Aufwand hierzu ist dank der Verwendung des standardisierten Frameworks gering. Zudem muss eine entsprechende Anwendung im mobilen Endgerät implementiert werden.