EP-4737539-A2 - PACKAGING MEANS WITH SLIDING LAYER AND METHOD FOR PHARMACEUTICAL AND COSMETIC SUBSTANCES AND PREPARATION FOR THE PRODUCTION THEREOF
Abstract
Die Erfindung betrifft eine Zubereitung zum Auftrag auf die Innenseite eines Hohlkörpers zur Herstellung einer Gleitschicht auf einem Packmittel für Pharmazeutika oder kosmetische Produkte. Die flüssige Zubereitung umfasst hierbei folgende Bestandteile: - ein reaktives Silikon-System zur Ausbildung eines Silikonnetzwerks der Gleitschicht, - einen Katalysator zur Katalyse der Vernetzungsreaktion des reaktiven Silikon-Systems. - zumindest ein nicht reaktives Silikonöl, - und zumindest einen Diluenten, wobei der Diluent eine siliziumhaltige Verbindung umfasst und wobei der Gehalt des Diluenten in der Zubereitung 45 Gewichtsprozent oder mehr und 95 Gewichtsprozent oder weniger in der Zubereitung beträgt. Weiterhin betrifft die Erfindung ein Packmittel für Pharmazeutika oder kosmetische Produkte, welches einen zylindrischen Hohlkörper (5) umfasst, der innenseitig mit einer Gleitschicht (10) beschichtet ist, wobei die Gleitschicht (10) ein Silikon-Netzwerk aufweist, in welchem ein Silikonöl aufgenommen ist, wobei der Hohlkörper derart ausgestaltet ist, dass ein Stopfen in den Hohlkörper eingeführt werden kann und der Haftreibungswert der Reibung eines in den Hohlkörper eingesetzten Stopfens an der Gleitschicht maximal 20% größer, als der mittlere Gleitreibungswert ist sowie ein Verfahren zur Herstellung eines Packmittels für Pharmazeutika oder kosmetische Produkte.
Inventors
- Mangold, Stephanie
- SWEECK, TAMARA
Assignees
- SCHOTT Pharma AG & Co. KGaA
Dates
- Publication Date
- 20260506
- Application Date
- 20190910
Claims (15)
- Zubereitung zum Auftrag auf die Innenseite eines Hohlkörpers zur Herstellung einer Gleitschicht auf einem Packmittel für Pharmazeutika oder kosmetische Produkte, wobei die flüssige Zubereitung umfasst: - ein reaktives Silikon-System zur Ausbildung eines Silikonnetzwerks der Gleitschicht, - einen Katalysator zur Katalyse der Vernetzungsreaktion des reaktiven Silikon-Systems. - zumindest ein nicht reaktives Silikonöl, - und zumindest einen Diluenten, wobei der Diluent eine siliziumhaltige Verbindung umfasst und wobei der Gehalt des Diluenten in der Zubereitung 45 Gewichtsprozent oder mehr und 95 Gewichtsprozent oder weniger in der Zubereitung beträgt und eine Oberflächenspannung von weniger als 19 mN/m aufweist.
- Zubereitung gemäß dem vorstehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das reaktive Silikon-System ein Mehrkomponenten-System, vorzugsweise ein Zweikomponentensystem ist.
- Zubereitung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei-der Diluent eine siliziumhaltige, organische Verbindung mit höchstens 6 Siliziumatomen umfasst.
- Zubereitung gemäß dem vorstehenden Anspruch, mit zumindest einem der folgenden Diluenten: - Zyklisches Silikon, insbesondere Octamethylcyclotetrasiloxan, Decamethylcyclopentasiloxan,Dodecamethylcyclohexasiloxan, Tetramethylcyclotetrasiloxan, Pentamethylcyclopentasiloxan, - Hexamethyldisiloxan (HMDSO), - Octamethyltrisiloxan, - Decamethyltetrasiloxan.
- Zubereitung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Zubereitung bei 23 °C eine Viskosität im Bereich von 1 bis 50000 cSt, bevorzugt 10 bis 35000 cSt, mehr bevorzugt 2500 bis 22000 cSt, besonders bevorzugt 8000 bis 10000 cSt, insbesondere 5000 bis 5500 cSt aufweist, und/oder wobei die Zubereitung bei einer Temperatur von 23°C eine Viskosität im Bereich von 0,5 bis 200 mPas, bevorzugt 1 bis 50 mPas und besonders bevorzugt im Bereich von 1 bis 10 mPas aufweist.
- Zubereitung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Zubereitung bei einer Temperatur von 23°C nach 1 s auf einer Borosilikatglasoberfläche einen Kontaktwinkel von weniger als 28°, bevorzugt weniger als 24°, besonders bevorzugt weniger als 18° und ganz besonders bevorzugt weniger als 5° aufweist.
- Zubereitung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei ein Tropfen der Zubereitung mit einem Volumen von 10 µl bei einer Temperatur von 23°C nach 5 s auf einer Borosilikatglasoberfläche eine Spreitung im Bereich von 7,3 und 20 mm, bevorzugt im Bereich von 7,9 und 17 mm, besonders bevorzugt im Bereich von 9,5 und 15 mm und ganz besonders bevorzugt im Bereich von 11 und 13,5 mm aufweist.
- Verfahren zur Herstellung eines Packmittels für Pharmazeutika oder kosmetische Produkte bei welchem die Zubereitung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche auf der Innenseite des Hohlkörpers (5) des Packmittels als Schicht aufgetragen und dann die Reaktion der Komponenten des Silikon-Mehrkomponentensystems in Gang gebracht wird, so dass sich ein Silikon-Netzwerk ausbildet und eine verfestigte Gleitschicht (10) erhalten wird.
- Verfahren gemäß dem vorstehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Reaktion der Komponenten des Silikon-Mehrkomponentensystems durch Erwärmung der aufgebrachten Zubereitung, bevorzugt durch Erwärmung auf eine Temperatur im Bereich von 150 bis 280 °C und/oder durch das Anlegen von Infrarotstrahlung, Konvektionsströmen oder Plasma gestartet wird.
- Packmittel für Pharmazeutika oder kosmetische Produkte, welches einen zylindrischen Hohlkörper (5) umfasst, der innenseitig mit einer Gleitschicht (10) beschichtet ist, wobei die Gleitschicht (10) ein Silikon-Netzwerk aufweist, in welchem ein Silikonöl aufgenommen ist, wobei der Hohlkörper (5) derart ausgestaltet ist, dass ein Stopfen in den Hohlkörper (5) eingeführt werden kann und der Haftreibungswert der Reibung eines in den Hohlkörper (5) eingesetzten Stopfens an der Gleitschicht (10) maximal 20% größer, als der mittlere Gleitreibungswert ist und wobei die Schichtdicke der Gleitschicht (10) weniger als 3 µm beträgt.
- Packmittel gemäß dem vorstehenden Anspruch, wobei der Haftreibungswert der Reibung eines in den Hohlkörper (5) eingesetzten Stopfens an der Gleitschicht (10) maximal 10% größer, bevorzugt maximal 5% größer als der mittlere Gleitreibungswert ist und/oder wobei das Verhältnis µ G /µ H von Gleitreibungskoeffizient µ G und Haftreibungskoeffizient µ H größer als 0,80, bevorzugt größer als 0,9 und besonders bevorzugt größer als 0,95 ist.
- Packmittel gemäß einem der vorstehenden Ansprüche 10 oder 11, wobei bei Bewegung eines Standardstopfens mit einer Geschwindigkeit von 100 mm/min über die Gleitschicht (10) der Haftreibungswert und/oder der Gleitreibungswert der Reibung des in den Hohlkörper (5) eingesetzten Stopfens kleiner 10 N, bevorzugt kleiner 8 N und besonders bevorzugt kleiner 6 N ist
- Packmittel gemäß einem der vorstehenden Ansprüche 10 bis 12, wobei sich nach einer Entfernung des Silikonöls von der Oberfläche der Gleitschicht (10) die Gleitwirkung der Gleitschicht (10) regeneriert und/oder die Schichtdicke der Gleitschicht (10) t weniger als 1 µm, sowie mindestens 0,4 µm, bevorzugt mindestens 0,5 µm beträgt .
- Packmittel gemäß einem der vorstehenden Ansprüche 10 bis 13, wobei die Gleitschicht (10) unmittelbar auf der Innenseite des Hohlkörpers (5) aufgebracht ist.
- Packmittel gemäß einem der vorstehenden Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Packmittel eine Spritze oder Karpule ist und die Gleitschicht (10) vorzugsweise zumindest den Bereich der Innenseite des Hohlkörpers (5) bedeckt, über den der Stopfen der Spritze oder Karpule gleiten kann.
Description
Die vorliegende Anmeldung ist eine Teilanmeldung der Europäischen Patentanmeldung EP 19196347.9, deren Inhalt vollumfänglich auch Gegenstand dieser Teilanmeldung ist. Beschreibung Die Erfindung betrifft allgemein Behälter zur Aufnahme von Pharmazeutika und kosmetischen Zubereitungen. Im Besonderen betrifft die Erfindung derartige Behälter mit einer Gleitschicht, die das Gleiten eines Kolbens, beziehungsweise Stopfens zur Entleerung des Behälters erleichtert. Kunststoffbasierte Kosmetika- und Pharmapackmittel sind seit mehreren Jahrzehnten Stand der Technik, bringen jedoch auch verschiedene Herausforderungen mit sich. Im Einsatz als Pharmapackmittel für Spritzenanwendungen besteht die größte Herausforderung darin, einen eingesetzten Stopfen mit geringer Kraft zu bewegen. Eine geringe Haft- und Gleitreibung des Stopfens bewirkt, dass der Inhalt vollständig und zügig aus der Spritze herausgedrückt werden kann und Unannehmlichkeiten für den zu behandelnden Patienten, die durch eine ungleichmäßige Bewegung des Stopfens oder sogar ein Stocken des Stopfens entstehen können, auf ein Minimum reduziert werden. Aus dem Stand der Technik sind vor allem silikonisierte Pharmapackmittel zur Lösung dieser Herausforderung bekannt. In der US 4 767 414 A wird das Aufbringen von Silikonöl auf der Innenwandung beschrieben, nachdem die Kunststoffinnenoberfläche mit einem Plasma aktiviert wurde. Wünschenswert wäre es jedenfalls, auf den zusätzlichen Schritt der Plasmaaktivierung verzichten zu können. Zudem kann chemisch nicht kovalent gebundenes Silikonöl gegebenenfalls in den Patienten, insbesondere in die menschliche Blutbahn gelangen. Die EP 0920879 B1 beschreibt ein Gemisch auf Silikonbasis. Die Mischung aus einem reaktiven Silikonöl und einem nicht reaktiven Silikonöl ermöglicht die Bindung der Silikonschicht an das Substrat, sowie eine gute Gleiteigenschaft des Stopfens. Eine weitere Herausforderung besteht weiterhin darin, die Gleiteigenschaften einer Gleitschicht unter verschiedenen Einwirkungen auf das Packmittel aufrechtzuerhalten. Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Behälter für Pharmazeutika und Kosmetika bereitzustellen, der eine gegenüber äußeren Einwirkungen möglichst unempfindliche Gleitschicht aufweist. Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand der unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen sind in den jeweiligen abhängigen Ansprüchen angegeben. Demgemäß sieht die Erfindung eine Zubereitung zum Auftrag auf die Innenseite eines Hohlkörpers zur Herstellung eines Gleitfilms bzw. einer Gleitschicht auf einem Packmittel für Pharmazeutika oder kosmetische Produkte vor. Die flüssige Zubereitung umfasst ein reaktives Silikon-System zur Ausbildung eines Silikonnetzwerks der Gleitschicht,einen Katalysator zur Katalyse der Vernetzungsreaktion des reaktiven Silikon-Systemszumindest ein nicht reaktives Silikonöl (vzgsw. Polydimethylsiloxan),zumindest einen Diluenten, wobei der Diluent eine siliziumhaltige Verbindung umfasst und wobei der Gehalt des Diluenten in der Zubereitung 45 Gewichtsprozent oder mehr und 95 Gewichtsprozent oder weniger in der Zubereitung beträgt. Gemäß einer Ausführungsform beträgt der Gehalt des Diluenten bevorzugt in der Zubereitung mehr als 45 Gewichtsprozent und weniger als 95 Gewichtsprozent. Unter einem nicht reaktiven Silikonöl wird im Sinne der Erfindung ein Polysiloxan ohne vernetzbare bzw. polymerisierbare Gruppen verstanden. Insbesondere handelt es sich bei den nicht reaktiven Silikonölen um Polysiloxane mit aliphatischen Resten, beispielsweise um Polydimethylsiloxan. Innen. So wurde für Hexamethyldisiloxan (HMDSO) als Diluent ein Lösemittelanteil von wenigstens 50 Gewichtsprozent (wt%) als besonders günstig beobachtet. Eine Verminderung des Lösemittelanteils führt sukzessive zu weniger ausgehärteten Schichten. Für geringe Lösemittelanteile würde man an sich eine höhere Schichtfestigkeit sowie eine bessere Aushärtung annehmen, da die Einlagerung von Lösungsmittelmolekülen in den Polymerisationsketten verhindert wird. Dies war jedoch nicht der Fall. Der Diluent bzw. das Lösungsmittel umfasst erfindungsgemäß eine siliziumhaltige Verbindung, vorzugsweise eine siliziumorganische Verbindung. Überraschenderweise hat sich gezeigt, dass der Si-Gehalt des Diluenten eine entscheidende Rolle bei der Schichthaftung und -aushärtung spielt. Als besonders vorteilhaft hat sich hierbei die Verwendung von Siloxanen bzw. Polysiloxanen wie beispielsweise HMDSO herausgestellt. Die entsprechenden Schichten weisen hierbei eine homogene Zusammensetzung sowie eine gute Schichtanhaftung an das Substrat auf. Insbesondere die gute Schichtanhaftung ist insofern überraschend, da die Substrate organischen Kunststoff umfassen und in der Regel keine Si-O-Bindungen aufweisen, welche mit den in der Zubereitung befindlichen Silikonölen kovalente Wechselwirkungen eingehen und so eine erhöhte Schichtanhaftung erzielen könnten. Es kann daher ohne Einschränkung auf diese Hypothese