EP-4738375-A1 - METHOD FOR CLASSIFYING A PATIENT STATE
Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Klassifikation eines Patientenzustandes mittels einer Unterstützungsanordnung (1), wobei die Unterstützungsanordnung (1) eine Datenverarbeitungsanordnung (2), eine portable Medikamentenausgabeeinheit (3) und eine Sensoranordnung (4) aufweist, wobei die Datenverarbeitungsanordnung (2) eine Speicheranordnung (7) und eine Steuereinheit (8) aufweist, wobei die Steuereinheit (8) an der Medikamentenausgabeeinheit (3) angeordnet ist, wobei die Medikamentenausgabeeinheit (3) ein Lagersystem (9) mit mehreren Dosen mindestens eines Medikaments aufweist, wobei in der Speicheranordnung (7) ein Therapieplan mit Zeitpunkten (11) für die Einnahme der Dosen des Medikaments gespeichert ist, wobei die Steuereinheit (8) die Medikamentenausgabeeinheit (3) steuert, um die Dosen nach dem Therapieplan zu den Zeitpunkten (11) auszugeben, wobei die Sensoranordnung (4) mindestens einen Sensor (12) aufweist, der Gesundheitsdaten (13) des Patienten (P) in Zeitspannen nach den Zeitpunkten (11) erfasst. Es wird vorgeschlagen, dass mit dem Medikament assoziierte Wirkungsdaten über die Wirkung des Medikaments in den Zeitspannen in der Speicheranordnung (7) gespeichert sind, dass die Datenverarbeitungsanordnung (2) regelmäßig Eingangsdaten (16) miteinander korreliert und basierend auf der Korrelation einen jeweiligen Patientenzustand in eine aus mehreren Klassen einordnet, und, dass die Eingangsdaten (16) die Gesundheitsdaten (13) und die Wirkungsdaten umfassen.
Inventors
- MÄHRINGER-KUNZ, Edgar
- THEUER, HEIKO
- Kettermann, Florian
Assignees
- MicuraPharm GmbH
Dates
- Publication Date
- 20260506
- Application Date
- 20251028
Claims (15)
- Verfahren zur Klassifikation eines Patientenzustandes mittels einer Unterstützungsanordnung (1), wobei die Unterstützungsanordnung (1) eine Datenverarbeitungsanordnung (2), eine portable Medikamentenausgabeeinheit (3) und eine Sensoranordnung (4) aufweist, wobei die Datenverarbeitungsanordnung (2) eine Speicheranordnung (7) und eine Steuereinheit (8) aufweist, wobei die Steuereinheit (8) an der Medikamentenausgabeeinheit (3) angeordnet ist, wobei die Medikamentenausgabeeinheit (3) ein Lagersystem (9) mit mehreren Dosen mindestens eines Medikaments aufweist, wobei in der Speicheranordnung (7) ein Therapieplan mit Zeitpunkten (11) für die Einnahme der Dosen des Medikaments durch einen Patienten (P) gespeichert ist, wobei die Steuereinheit (8) die Medikamentenausgabeeinheit (3) steuert, um die Dosen nach dem Therapieplan zu den Zeitpunkten (11) an den Patienten (P) auszugeben, wobei die Sensoranordnung (4) mindestens einen Sensor (12) aufweist, der Gesundheitsdaten (13) des Patienten (P) in Zeitspannen nach den Zeitpunkten (11) erfasst, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Medikament assoziierte Wirkungsdaten über die Wirkung des Medikaments in den Zeitspannen in der Speicheranordnung (7) gespeichert sind, dass die Datenverarbeitungsanordnung (2) regelmäßig Eingangsdaten (16) miteinander korreliert und basierend auf der Korrelation einen jeweiligen Patientenzustand in eine aus mehreren Klassen einordnet, und, dass die Eingangsdaten (16) die Gesundheitsdaten (13) und die Wirkungsdaten umfassen.
- Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Klassen eine einem regulären Patientenzustand zugeordnete Klasse und mehreren jeweils einem irregulären Patientenzustand zugeordneten Klassen aufweisen.
- Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die einem irregulären Patientenzustand zugeordneten Klassen mindestens eine Klasse, insbesondere mehrere Klassen, mit einer zugeordneten Notreaktion (17) und vorzugsweise mindestens eine Klasse, insbesondere mehrere Klassen, ohne eine zugeordnete Notreaktion (17) aufweisen, dass die Datenverarbeitungsanordnung (2) bei Klassifikation des Patientenzustandes in die Klasse oder eine der Klassen mit einer zugeordneten Notreaktion (17) die Notreaktion (17) durchführt, vorzugsweise, dass die Notreaktionen (17) mehreren Eskalationsstufen zugeordnet sind, weiter vorzugsweise, dass die Eskalationsstufen die Eskalationsstufen "Alarmierung des Patienten" und/oder "Alarmierung eines Angehörigen" und/oder "Alarmierung eines Pflegedienstes" und/oder "Alarmierung eines Notdienstes" aufweisen.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Datenverarbeitungsanordnung (2) zur Einordnung des Patientenzustandes in die Klassen ein trainiertes Maschinenlernmodell (18) verwendet, das durch eine Korrelation von ML-Eingangsdaten (19) ML-Ausgangsdaten (20) erzeugt, vorzugsweise, dass die ML-Eingangsdaten (19) die Eingangsdaten (16), und/oder, dass die ML-Ausgangsdaten (20) die Einordnung in eine Klasse umfassen oder sind.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoranordnung (4) mindestens einen Sensor (12) aufweist, der Aktivitätsdaten (14), insbesondere Bewegungsdaten, des Patienten (P) in Zeitspannen nach den Zeitpunkten (11) erfasst, und, dass die Eingangsdaten (16) die Aktivitätsdaten (14) umfassen.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoranordnung (4) mindestens einen Sensor (12) aufweist, der Stressdaten des Patienten (P) in Zeitspannen nach den Zeitpunkten (11) erfasst, und, dass die Eingangsdaten (16) die Stressdaten umfassen.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Eingangsdaten (16) eine einem aktuellen Patientenzustand zugeordnete Klasse umfassen, sodass die Einordnung in die Klassen von der aktuellen Klasse abhängig ist.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Datenverarbeitungsanordnung (2) aus den Eingangsdaten (16), insbesondere aus Eingangsdaten (16) von Zeitspannen, in denen der Patientenzustand in die dem regulären Patientenzustand zugeordnete Klasse eingeordnet ist, Referenzdaten, insbesondere Referenzgesundheitsdaten, ermittelt, vorzugsweise, dass die Eingangsdaten (16) anschließend die Referenzdaten umfassen, weiter vorzugsweise, dass die Datenverarbeitungsanordnung (2) die Referenzdaten mit der Zeit aktualisiert.
- Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Datenverarbeitungsanordnung (2) mittels der Referenzdaten die Einordnung in Klassen an den Patienten (P) anpasst, insbesondere individuelle Grenzwerte für die Klassen festlegt.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Datenverarbeitungsanordnung (2) basierend auf den Wirkungsdaten die Wirkung des Medikaments in den Gesundheitsdaten (13) erkennt, und/oder, dass die Datenverarbeitungsanordnung (2) die Gesundheitsdaten (13) um einen Einfluss der Wirkung des Medikaments bereinigt.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Datenverarbeitungsanordnung (2) die Gesundheitsdaten (13) und die Wirkungsdaten und vorzugsweise die Stressdaten und/oder die Aktivitätsdaten (14) aggregiert und anonymisiert abspeichert.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Medikamentenausgabeeinheit (3) in dem Lagersystem (9) mehrere Medikamente aufweist, die die Medikamentenausgabeeinheit (3) nach dem Therapieplan an den Patienten (P) ausgibt, und, dass die Wirkungsdaten Wechselwirkungsdaten der Medikamente umfassen, und/oder, dass das Lagersystem (9) Fächer (10) zur physikalischen Freigabe der Dosen aufweist, und, dass die Fächer (10) den Zeitpunkten (11) zugeordnet sind.
- Verwendung einer Medikamentenausgabeeinheit (3) in dem Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
- Datenträger mit aggregierten und anonymisierten Daten erhalten durch das Verfahren nach Anspruch 11.
- Unterstützungsanordnung zur Klassifikation eines Patientenzustandes, wobei die Unterstützungsanordnung (1) eine Datenverarbeitungsanordnung (2), eine portable Medikamentenausgabeeinheit (3) und eine Sensoranordnung (4) aufweist, wobei die Datenverarbeitungsanordnung (2) eine Speicheranordnung (7) und eine Steuereinheit (8) aufweist, wobei die Steuereinheit (8) an der Medikamentenausgabeeinheit (3) angeordnet ist, wobei die Medikamentenausgabeeinheit (3) ein Lagersystem (9) mit mehreren Dosen mindestens eines Medikaments aufweist, wobei in der Speicheranordnung (7) ein Therapieplan mit Zeitpunkten (11) für die Einnahme der Dosen des Medikaments durch einen Patienten (P) gespeichert ist, wobei die Steuereinheit (8) die Medikamentenausgabeeinheit (3) steuert, um die Dosen nach dem Therapieplan zu den Zeitpunkten (11) an den Patienten (P) auszugeben, wobei die Sensoranordnung (4) mindestens einen Sensor (12) aufweist, der Gesundheitsdaten (13) des Patienten (P) in Zeitspannen nach den Zeitpunkten (11) erfasst, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Medikament assoziierte Wirkungsdaten über die Wirkung des Medikaments in den Zeitspannen in der Speicheranordnung (7) gespeichert sind, dass die Datenverarbeitungsanordnung (2) regelmäßig Eingangsdaten (16) miteinander korreliert und basierend auf der Korrelation einen jeweiligen Patientenzustand in eine aus mehreren Klassen einordnet, und, dass die Eingangsdaten (16) die Gesundheitsdaten (13) und die Wirkungsdaten umfassen.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Klassifikation eines Patientenzustandes gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1, eine Verwendung einer Medikamentenausgabeeinheit in dem Verfahren gemäß Anspruch 13, einen Datenträger mit aggregierten und anonymisierten Daten gemäß Anspruch 14 sowie eine Unterstützungsanordnung zur Klassifikation eines Patientenzustandes gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 15. Patienten mit chronischen Erkrankungen müssen oft über längere Zeit ein oder mehrmals täglich Medikamente einnehmen. Gerade bei älteren und/oder multimorbiden Patienten kommt es vor, dass der Patient mehrere Medikamente in unterschiedlichen Rhythmen nach einem Therapieplan einnehmen muss. Oft wird die Behandlung umgesetzt, indem der Patient von einer Apotheke oder dgl. eine Medikamentenausgabeeinheit mit mehreren Fächern erhält, wobei jedes Fach einem Zeitpunkt zugeordnet ist und zum entsprechenden Zeitpunkt die im Fach enthaltenen Medikamente eingenommen werden sollen. Die Medikamentenausgabeeinheit kann beispielsweise eine Woche oder einen Monat abbilden und wird dann entsorgt (Einmalnutzung) oder wieder befüllt (Mehrfachnutzung). Problematisch ist, dass die Compliance der Patienten, also die Einhaltung des Therapieplans, die einen wesentlichen Einfluss auf den Therapieerfolg hat, weder gut kontrollierbar noch im Durchschnitt besonders hoch ist. Selbst bei hoher Compliance ist die Einnahme mehrerer Medikamente für den Patienten oft herausfordernd, da die Wirkungen inklusive Nebenwirkungen und gegebenenfalls Wechselwirkungen der Medikamente gravierenden Einfluss auf das tägliche Leben haben können. Kommt dann noch ein schlechter Allgemeinzustand des Patienten und möglicherweise eine Pflegebedürftigkeit hinzu, wird es für einen behandelnden Arzt schwer, die Einflüsse der Medikamente abzuschätzen, auftretende Nebenwirkungen von echten Symptomen zu unterscheiden und wirksam gegenzusteuern. Grundsätzlich sind Systeme wie Sturzsensoren und Hausnotrufe bekannt, um Patienten bei Stürzen und anderen Notfällen von Synkope bis Herzinfarkt schnell zu behandeln. Diese Systeme funktionieren jedoch unabhängig von der Medikation des Patienten. Ein bekannter Stand der Technik (US 2023/0248614 A1) von dem die Erfindung ausgeht, betrifft ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1. Bei dem bekannten Verfahren wird mittels einer Medikamentenausgabeeinheit die Einnahme der Medikamente und ein Gesundheitszustand des Patienten überwacht. Der Gesundheitszustand wird dadurch überwacht, dass ein Arzt o. dgl. einen akzeptablen Bereich für Gesundheitsparameter festlegt und ein Alarm ausgelöst wird, wenn dieser Bereich verlassen wird. Somit ist ein Verfahren zur Klassifikation eines Patientenzustandes mittels einer Unterstützungsanordnung, wobei die Unterstützungsanordnung eine Datenverarbeitungsanordnung, eine portable Medikamentenausgabeeinheit und eine Sensoranordnung aufweist, wobei die Datenverarbeitungsanordnung eine Speicheranordnung und eine Steuereinheit aufweist, wobei die Steuereinheit an der Medikamentenausgabeeinheit angeordnet ist, wobei die Medikamentenausgabeeinheit ein Lagersystem mit mehreren Dosen mindestens eines Medikaments aufweist, wobei in der Speicheranordnung ein Therapieplan mit Zeitpunkten für die Einnahme der Dosen des Medikaments durch einen Patienten gespeichert ist, wobei die Steuereinheit die Medikamentenausgabeeinheit steuert, um die Dosen nach dem Therapieplan zu den Zeitpunkten an den Patienten auszugeben, wobei die Sensoranordnung mindestens einen Sensor aufweist, der Gesundheitsdaten des Patienten in Zeitspannen nach den Zeitpunkten erfasst, bekannt. Es bleibt jedoch eine Herausforderung, eine ganzheitliche Therapie und Unterstützung eines Patienten technologisch zu unterstützen und weitere Einflussfaktoren auf das Wohlbefinden des Patienten zu identifizieren und insgesamt bei der Therapie und Unterstützung zu berücksichtigen. Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, das bekannte Verfahren derart auszugestalten und weiterzubilden, dass hinsichtlich der genannten Herausforderung eine weitere Optimierung erreicht wird. Das obige Problem wird durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils von Anspruch 1 gelöst. Wesentlich ist die grundsätzliche Überlegung, dass Medikamentenwirkungen bei der Einschätzung eines Patientenzustandes berücksichtigt werden können, um die Einflüsse der Medikamente einerseits besser zu erforschen und andererseits bekannte Einflüsse von anderen Effekten, insbesondere Notfällen, zu trennen. Beispielsweise sind Pulssensoren wie Smartwatches inzwischen stark verbreitet. Grundsätzlich denkbar wäre daher, beim Überschreiten einer bestimmten Pulsfrequenz einen Alarm auszulösen. Das würde jedoch entweder zu einer geringen Sensitivität oder vielen Fehlauslösungen führen. Durch die Berücksichtigung von Medikamentenwirkungen, die erwartbar zu körperlichen Veränderungen führen, lässt sich eine verbesserte Detektion von verschiedenen Patientenzuständen realisieren. Im Einzelnen